Nachhaltige Wasserversorgung in der indischen Megastadt Hyderabad – Aktuelle Probleme und Lösungsansätze für die Zukunft

Megaurbanisierung führt besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern zu erheblichen Herausforderungen. Vor allem sind die Städte in diesen Ländern durch starke Umweltverschmutzung und hohen Ressourcenverbrauch gekennzeichnet. Besonders die Etablierung eines adäquaten Wassermanagementkonzepts wird durch das schnelle Wachstum der Städte und den kontinuierlich steigenden Bedarf an Wasser stark erschwert. In vielen Megastädten weltweit ist eine andauernde Wasserknappheit bereits jetzt die Folge dieses Urbanisierungsprozesses. Im Folgenden wird das Verbesserungspotenzial der Wassernutzung und dessen Managements in der indischen Megastadt Hyderabad analysiert.

Bereits 2050 sollen etwa 70 % der Weltbevölkerung in urbanen Gebieten leben. Besonders für Entwicklungs- und Schwellenländern führt dies zu großen Herausforderungen. Neben dem hohen Flächenverbrauch und dem stetig wachsenden Abfallaufkommen ist dies der unkontrollierte Verbrauch der verfügbaren Wasserressourcen. Dabei ist im Besonderen in den schnell wachsenden urbanen Ballungszentren die Implementierung eines flächenübergreifenden Wassermanagementkonzepts sehr schwierig bzw. unmöglich. Gleichzeitig sind die lokalen Behörden mit der Verwaltung und dem Management der Wasserressourcen oftmals überfordert. Zudem führten in der Vergangenheit besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern eine unzureichende Wartung und Kontrolle des Leitungsnetzes zu großen Wasserverlusten durch Leckagen und illegalen Anschlüssen.

In Entwicklungsländern wird häufig versucht, der Wasserknappheit von Megastädten durch das Anzapfen weitentfernter Wasserreservoirs Herr zu werden und dazu werden Wasserleitungen über hunderte Kilometer gebaut. Zusätzlich ist die Versorgungskapazität der umliegenden Oberflächengewässer limitiert und kann deshalb langfristig nicht den stetig steigenden Wasserbedarf der Megastädte decken. Neben den großen politischen Abhängigkeiten eines solchen innerstaatlichen Wasserversorgungsprojektes sind auch die Auswirkungen auf die Umwelt nur unzureichend untersucht. Der genutzte Ansatz einer zentralisierten Wasserversorgung muss dabei ebenfalls kritisch betrachtet werden. Dezentralisierte Ansätze und der Gebrauch von unterschiedlichen Wasserquellen, wie die vermehrte Regenwassernutzung oder auch das Wiederaufbereiten von Abwasser, können deshalb zukünftig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Wasserversorgung von Megastädten leisten.

Am Beispiel der indischen Megastadt Hyderabad wurde im Rahmen mehrere Forschungsaufenthalte die Abwasseraufbereitung und das Potenzial für dezentrale Wassermanagementkonzepte zur besseren Wasserversorgung in hochdynamischen Megastädten der Entwicklungsländer untersucht.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 02-03/2016 (März 2016)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Benedikt Bader
Dr. rer. nat. Klaus Baier
Univ.-Professor Dr.rer.nat. Dr.h.c. Rafig Azzam

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