Online-Eisenmonitoring in der unterirdischen Wasseraufbereitung

Verfahren zur unterirdischen Enteisenung und Entmanganung liefern in den
meisten Fällen mit nur wenig Aufwand Trinkwasserqualität. Bei komplizierter
Hydrogeologie oder besonders belastetem Rohwasser hilft ein neuartiges Online-Monitoring, das die Faktoren pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Temperatur, Leitfähigkeit und Redoxpotenzial aufzeichnet und daraus die Eisenaktivität als Leitparameter für die Aufbereitung errechnet. Hierüber lässt sich die Hydrogeologie und - chemie bereits im Vorfeld untersuchen und somit der Betrieb der Wasseraufbereitung optimieren, wie anhand von zwei Praxisbeispielen aufgezeigt wird.

Eisen, das vierthäufigste Element der Erdkruste, bereitet bei der Wassernutzung oft Probleme. Die durch Mikroorganismen und Sauerstoff beeinflusste Verockerung von Brunnen und Rohrleitungen ist ein bekanntes technisches Problem: Die in ihrer zweiwertigen Oxidationsstufe löslichen Metalle Eisen und Mangan bilden durch weitere Oxidation braune bzw. schwarze, schwerlösliche Oxide. Deren Ablagerung in Brunnen, Pumpen und Rohrleitungen führen zu einer abnehmenden Förderleistung der Brunnen, Pumpenausfall sowie Verunreinigungen und technischen Störungen in Wasserversorgungssystemen. Für die Nutzung von Grundwasser ist daher meistens eine Enteisenung des geförderten Rohwassers notwendig. Die Trinkwasserverordnung schreibt aus hygienischen Gründen für Eisen eine Höchstgrenze von 0,2 mg/l und für Mangan eine Höchstgrenze von 0,05 mg/l vor. Auch für technische Anwendungen, beispielsweise als Kühl- und Prozesswasser, zum Reinigen oder für Schwimmbäder, ist Grundwasser erst mit Eisen- und Mangangehalten deutlich unterhalb dieser Grenzwerte nutzbar, ohne dass Probleme auftreten.

Häufig wird daher durch oberirdische Oxidation und Filtration über ein Sand- oder Kiesbett die Eisenkonzentration soweit verringert, dass Verockerungen in der nachfolgenden Wasserversorgung nicht mehr auftreten. Einer Verockerung der Brunnen selbst ist aber nur mit der Aufbereitung des Wassers bereits im Untergrund vorzubeugen, einem Verfahren, das als unterirdische Enteisenung und Entmanganung bekannt ist. Das Verfahren wird in Deutschland überwiegend in Form von Kompaktanlagen unter der Bezeichnung FERMANOX eingesetzt. Es ist für den Betrieb mit einem oder mehreren Bohrbrunnen mit Aufbereitungsleistungen von wenigen bis mehreren tausend Kubikmetern pro Tag geeignet.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 12 - 2016 (Dezember 2016)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dr. Oliver Opel
Dr. Tanja Eggerichs
Dr. Torsten Winkelnkemper

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Verluste und Auslegung von Schrägrechen anhand ethohydraulischer Studien
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2020)
Als mögliche Lösung zur Herstellung des Fischschutzes und der Durchgängigkeit an Wasserkraftwerken hat sich der schräg angeströmte Horizontalstabrechen, hier als Schrägrechen bezeichnet, inzwischen bewährt. Nun wurden anhand wissenschaftlicher Labor- und Feldstudien die Ermittlung der hydraulischen Verluste, d. h. Rechenverluste, am Schrägrechen und die hydraulischen Signaturen, welche durch den Rechen hervorgerufen werden, untersucht. Die Schutz- und Leitwirkung auf abwandernde Lachssmolts und Aale konnte daran anknüpfend in ethohydraulischen Studien für unterschiedliche Rechenparameter ermittelt werden.

Aktives Flächenmanagement zur Vorbereitung von Fließgewässerrenaturierung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2020)
Maßnahmen zur Renaturierung von Fließgewässern benötigen Flächen, die im Regelfall Nutzungen zugeführt sind. Vorausschauendes Flächenmanagement sowie Kooperation und partizipatives Vorgehen sind hier notwendig, um die Belange der Grundstückseigentümer aufgreifen zu können und die benötigten Flächen verfügbar zu machen. Am Beispiel vom Vorpommern wird dieses prospektive und stategische Flächenmanagement vorgestellt.

Das Lahnfenster Hessen - Besucher-zentrum und Umweltbildungseinrichtung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2020)
In der Beobachtungsstation des Lahnfensters können Fische auf ihrer Wanderung durch eine Fischaufstiegsanlage beobachtet werden. Zusätzlich installierte Fenster bieten die Möglichkeit, Wasserbewohner in ihrer natürlichen Umgebung zu entdecken. Außerdem wurde eine Flachwasserzone angelegt, in der sich vor allem Jungfische sammeln. Oberhalb der Beobachtungsstation befindet sich die Aussichtsplattform mit Info-Tafeln und Touch-Kiosk. Die Intention des Lahnfensters ist, die Notwendigkeit der Durchgängigkeit der Fließgewässer darzustellen und die Bevölkerung über diese zu informieren.

Monitoring gebietsfremder Fischarten in Rhein, Mosel und Lahn
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2020)
Beginnend mit dem Jahr 2015 untersucht die Bundesanstalt für Gewässerkunde jährlich die Fischfauna an repräsentativen Uferhabitaten der Bundeswasserstraßen Rhein, Mosel und Lahn. Die dabei erfassten gebietsfremden Arten werden mit ihren Verbreitungsschwerpunkten und bevorzugten Habitaten vorgestellt. Ferner werden aus den Ergebnissen Hinweise zur Beeinträchtigung der heimischen Fischfauna durch gebietsfremde Arten sowie Empfehlungen zur Erhaltung und Förderung der davon betroffenen heimischen Arten abgeleitet.

Hydraulische Modellierung – Brauchen wir noch Durchflussmessungen?
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2019)
Die Randbereiche der Wasserstand-Durchfluss-Beziehungen sind in der Regel nur mit sehr wenigen oder keinen Durchflussmessungen belegt. Insbesondere der Bereich extremer Hochwasser hat große Bedeutung für deren Vorhersage und für Bemessungsaufgaben. Zur Bestimmung der Durchflussscheitel großer Hochwasser können hydraulische Modelle eingesetzt werden. Um hinreichend genaue Werte zur Extrapolation der Wasserstand-Durchfluss-Beziehung zu erhalten, muss eine sorgfältige Kalibrierung an Hand von Messungen und augenscheinlichen Beobachtungen erfolgen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...