Erdgasversorgung im Lausitzer Revier: Neubau zweier Ferngasleitungen

Um die Energie-Infrastruktur in der Lausitz weiter zu verbessern und zukunftsfähig zu gestalten, baute die ONTRAS Gastransport GmbH seit Mitte Oktober 2015 zwei neue Ferngasleitungen. Die jeweils rund 35 km langen und parallel verlaufenden Leitungen ersetzen vorhandene Leitungstrassen, die durch mittlerweile gesperrte Kippengebiete ehemaliger Braunkohletagebaue verlaufen. Nach elf Monaten Bauzeit wurden die beiden Ferngasleitungen im September 2016 in Betrieb genommen.

Der Bau der beiden Ferngasleitungen in der Lausitz war in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Der Anlass für den Neubau war ein großflächiger Hangrutsch bei Hoyerswerda im Oktober 2010. In der Folge sperrte das Sächsische Oberbergamt als zuständige Behörde ab Dezember 2010 vergleichbare Kippengebiete ehemaliger Braunkohletagebaue. Die im Gebiet der ehemaligen Tagebaue „Spreetal“ und „Erika/Laubusch“ verlaufenden Ferngasleitungenlagen in einem dieser Sperrbereiche. Zwar konnte der Fernleitungsnetzbetreiber ONTRAS diese Leitungen seitdem weiterhin regelgerecht betreiben, planmäßige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten waren jedoch nicht mehr möglich. Das Unternehmen startete daher vorsorglich umfangreiche Untersuchungen zur Standsicherheit der Rohrleitungen. In Abstimmung mit Experten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und dem zuständigen Oberbergamt prüften die Fachleute u. a., ob ein ähnliches Ereignis in den Sperrbereichen mit Gasleitungen möglich wäre und welche Folgen dies haben könnte. Im Ergebnis konnte ein Bergschadensereignis nicht gänzlich ausgeschlossen werden – entsprechend entschied sich der Fernleitungsnetzbetreiber dafür, die betreffenden Leitungen umgehend umzuverlegen, um die Gesamtstabilität des Gasnetzes und damit die Versorgungssicherheit für die Regionen Freiberg, Dresden, Bautzen, Zittau und Görlitz langfristig sicherzustellen. Da diese Neuverlegung der Leitungen in gewachsenem Boden (bergbaufreies Gebiet) durch die Einrichtung der Sperrbereiche notwendig wurde, beteiligte sich die LMBV im Rahmen der Braunkohlesanierung an etwa der Hälfte der Baukosten.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2016 (Oktober 2016)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dr. Ralf Borschinsky

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