Marktraumumstellung in der Industrie

Die Marktraumumstellung von Erdgas L auf Erdgas H ist das augenblicklich größte Infrastrukturprojekt im Bereich der Gasversorgung. Um die Qualität und Sicherheit der Erdgasverwendung auch in Zukunft gewährleisten zu können, ist beim Wechsel von Erdgas L auf Erdgas H eine Anpassung der Gasverbrauchseinrichtungen erforderlich. Dies betrifft in großem Maße auch industrielle Anlagen der Erdgasanwendung.

Ausgelöst durch den kontinuierlich fortschreitenden Rückgang der Aufkommen von Erdgas L („low calorific gas“) aus Deutschland und den Niederlanden wird im Norden und Westen Deutschlands eine Änderung in der Erdgas-Versorgungsstruktur hin zum Erdgas H („high calorific gas“) erforderlich. Dieses stammt vorwiegend aus Russland, Norwegen und Großbritannien. Da die beiden Erdgase Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung aufweisen, ergeben sich Abweichungen bei wichtigen Kennwerten, wie z. B. beim Brennwert, beim Verbrennungsluftbedarf oder bei der Methanzahl, mit Einfluss auf die Energiedarbietung und das Verbrennungsverhalten.

Die Marktraumumstellung, die ca. fünf bis sechs Millionen Gasverbrauchsgeräte betrifft, startete im Mai 2015. Bis 2030 werden nahezu alle Gebiete, in denen zurzeit Erdgas L verbraucht wird, auf Erdgas H umgestellt – überwiegend im Norden und Westen Deutschlands mit den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Hessen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 08 - 2016 (August 2016)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Hans Runkel
Bernd Gräfe
Karl Hermann Rudolph

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