Die Ergebnisse einer flächendeckenden Erhebung der Sportboothäfen und Liegeplätze werden vorgestellt. In ausgesuchten Häfen werden Wasserkonzentrationen aktueller Antifoulingwirkstoffe mit Modellvorhersagen verglichen.
Um Aufwuchs auf Bootsrümpfen zu verhindern, werden im Sportbootbereich in großem Umfang Beschichtungen mit hochwirksamen Antifouling-Wirkstoffen eingesetzt (AF-Wirkstoffe). Sie werden ihrem Funktionsprinzip folgend aus der Beschichtung freigesetzt und gelangen so in den angrenzenden Wasserkörper. Insbesondere bei Sportboothäfen mit dichten Liegeplatzbeständen und geringem Wasseraustausch können hohe Konzentrationen im Hafenbecken erreicht werden. Diese Stoffe verteilen sich auch in das angrenzende Gewässer mit den dort lebenden Wasserorganismen.
Die Zulassung von Unterwasserbeschichtungen mit bioziden AF-Wirkstoffen unterliegt EU-weit der Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012. In einem 2-stufigen Zulassungsverfahren wird in der 1. Stufe zunächst der AF-Wirkstoff im Rahmen einer Risikobewertung federführend bewertet. Zentraler Bestandteil für den Umweltbereich ist ein Vergleich der erwarteten Umweltkonzentration im Wasser (z. B. in Sportboothäfen) mit den aus ökotoxikologischen Tests abgeleiteten Wirkungsschwellen wie z. B. Algen, Kleinkrebsen oder Fischen. Werden die Risiken für Mensch und Umwelt insgesamt als gering bewertet und erfüllt der Wirkstoff seine bestimmungsgemäße Funktion, so wird er zugelassen. In der 2. Zulassungsstufe wird das Produkt geprüft, das neben dem Wirkstoff weitere Zusatzstoffe enthält. Die Prüfung der Umweltverträglichkeit basiert auf den produktspezifischen Eigenschaften wie z. B. der Wirkstoffkonzentration und Aufwandmenge.
Um die Risikobewertungen einheitlich zu gestalten und um nicht ausreichende Messdaten für AF-Wirkstoffe in Sportboothäfen zu kompensieren, werden die erwarteten Umweltkonzentrationen für die Risikobewertung mit Hilfe von Computer-Modellen wie z. B. MAMPEC berechnet. Für dieses Emissionsszenarium stehen EU-weit eine Reihe von Sportboothafenmodellen zur Verfügung, die überwiegend auf Küstengewässer zugeschnitten sind.
Die Repräsentativität dieser Modellhäfen für die Situation in Deutschland wurde bisher nicht überprüft. Vergleichende EU-weite Studien an Sportboothäfen liegen bisher nur vereinzelt für den Küstenbereich vor. Ob diese EU-Szenarien für Sportboothäfen auch für deutsche Brack- und Süßwassergebiete geeignet sind, war bisher nicht überprüfbar.
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| Quelle: | Wasser und Abfall 07/08 2015 (August 2015) | |
| Seiten: | 6 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 10,90 | |
| Autor: | Dagmar Daehne Constanze Fürle Dr. Michael Feibicke | |
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