Globale Instrumente für eine umweltgerechte Abfallbewirtschaftung

Es gibt keine globale Definition, unter welchen Bedingungen eine Abfallbewirtschaftung als „umweltgerecht“ zu bezeichnen ist. International spielt der Mindeststandard allerdings u. a. aus rechtlichen Gründen eine wichtige Rolle. Im Rahmen des Basler Übereinkommens werden Hilfestellungen zur Beschreibung und Erreichung von Standards erarbeitet.

Was ist „umweltgerechte" Abfallbewirtschaftung? Weltweit werden die meisten Abfälle zu Lasten der Umwelt, des Klimas und der natürlichen Schutzgüter „entsorgt". Aber gibt es überhaupt einen umweltschonenden Umgang mit Abfällen? Schon die Definition ist schwierig. Gibt es Kriterien, nach denen entschieden werden kann, was „umweltgerecht" ist? Was soll man Regierungen in Staaten raten, die ihre Abfallentsorgung modernisieren wollen? Bedeutet „umweltgerecht" unter allen ökonomisch-sozialen, klimatischen und sonstigen Bedingungen, in jeder Kommune, in jedem Staat immer das Gleiche?

Diese Fragen sind bislang kaum diskutiert, da es keine universellen Kriterien für den richtigen Umgang mit Abfällen gibt. Ihre grundsätzliche Beantwortung ist jedoch für die internationale Zusammenarbeit wichtig. Der Schutz der Umwelt vor den vielen Milliarden Tonnen Abfall, die jedes Jahr weltweit entstehen, gehört zu den wichtigsten globalen Herausforderungen. Denn Abfall vernichtet Ressourcen, schädigt Luft und Klima, zerstört Gewässer und vernichtet Boden. Alles, was wir aus der Natur zur Befriedigung unserer Bedürfnisse gewinnen, wird – wenn es nicht in der Atmosphäre als CO2 „endgelagert" wird – früher oder später zu Abfall: bei derzeit 7,3 Milliarden Menschen mit steigenden Bedürfnissen eine Zeitbombe, die bereits längst explodiert ist.

Außerdem knüpft der Austausch von Waren und Sekundärrohstoffen auch rechtlich – von der ethischen Dimension ganz abgesehen – an Vorgaben, die den Wettbewerb umweltgerecht gestalten wollen. So dürfen elektronische Geräte in die EU nur eingeführt werden, wenn sie die Bestimmungen der RoHS-Richtlinie erfüllen und Sekundärrohstoffe nur ausgeführt werden, wenn sie in „umweltgerechten Anlagen" verarbeitet werden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 05 2015 (Mai 2015)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: MinR Dr. phil. Diplom-Volkswirt Andreas Jaron

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Grünguterfassung und Verwertung von holzigem Grüngut im Heizwerk des Landkreises Nordhausen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Im Landkreis Nordhausen wurde ein innovatives Konzept zur energetischen Verwertung von holzigen Grüngutanteilen etabliert. Im April 2021 wurde ein Biomasseheizwerk errichtet, das den holzigen Teil des Grünguts als Brennstoff nutzt, um Wärme für verschiedene kommunale Gebäude zu erzeugen.

Die neue Kreislaufwirtschaft, eine Chance für Europa, die Bundesrepublik Deutschland und die Kommunen
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (9/2025)
Der Beitrag knüpft an den Ausblick von 2022 zur Rolle der Kommunen in der Neuen Kreislaufwirtschaft an. Er betont das Potenzial neuer Arbeitsplätze und die Notwendigkeit politischer und rechtlicher Unterstützung. Nach drei Jahren und mehreren Krisen zieht der Text eine Zwischenbilanz und gibt einen neuen Ausblick.

Das neue europäische Textilabfallrecht– Die Reform der Abfallrahmenrichtlinie
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (8/2025)
Der Beitrag analysiert die geplante Novelle der europäischen Abfallrahmenrichtlinie, mit der eine erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien eingeführt werden soll. Ziel der Reform ist die Förderung einer kreislauforientierten Textilwirtschaft durch neue Regelungen zur Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und zum Recycling von Textilabfällen.

Überarbeitung der Abfallrahmenrichtlinie
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (8/2025)
Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung und die erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien

Die Novelle der Gewerbeabfallverordnung
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (6/2025)
Die Gewerbeabfallverordnung wurde im Jahr 2002 erstmals erlassen und zwischenzeitlich im Jahr 2017 vollständig neu gefasst. Die damalige Neufassung war insbesondere vor dem Hintergrund der im Jahr 2012 neu eingeführten fünfstufigen Abfallhierarchie notwendig geworden.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...