Ökologische Durchgängigkeit als Basis zur Zielerreichung der WRRL – Maßnahmenumsetzung mittels Europäischem Fischereifond

In Sachsen-Anhalt wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die ökologische Durchgängigkeit als eines der Hauptzielstellungen der WRRL in die Praxis umzusetzen. Allerdings gab es in urban geprägten Räumen bisher Probleme mit der Finanzierung derartiger Maßnahmen, da die üblichen ELER-Mittel der EU aus fördertech¬nischen Gründen im Regelfall nur in der freien Landschaft einzusetzen sind. Daher wurde in den letzten beiden Jahren in städtischen Fließgewässern des Landes mit dem Einsatz von Mitteln des Europäischen Fischereifonds (EFF) erfolgreich einige der hierfür notwendigen Maßnahmen umgesetzt.

Als bedeutender Bestandteil der Hydro­morphologie der Fließgewässer stellt die nicht vorhandene ökologische Durchgän­gigkeit eines der wesentlichsten Defizite auf dem Weg zur WRRL-Zielerreichung dar. Die Lösung dieses Problems wurde daher auch als eine der wichtigsten Was­serbewirtschaftungsfragen innerhalb der Flussgebietsgemeinschaft Elbe in die Be­wirtschaftungsplanung zur Umsetzung der WRRL aufgenommen.

Hierbei ist zu beachten, dass darunter keineswegs nur die Fischwanderung zu verstehen ist. Die ökologische Durchgän­gigkeit versteht sich als ungehinderte, auf- und abwärts gerichtete Ausbreitung der verschiedenen Komponenten der Fließge­wässerbiozönose von der Quelle bis zur Mündung. Das betrifft sowohl die Fisch­fauna als auch das Makrozoobenthos und die Makrophyten. Die WRRL ergänzt dies um die Durchgängigkeit von Sedimenten. Neben der mechanischen Unterbrechung durch ein Wanderhindernis treten Sekun­därwirkungen, z. B. Rückstaubereiche oh­ne ausreichende Fließbewegung, Erwär­mung, Verkrautung oder Verschlammung des Interstitialbereiches, auf. Generell muss dabei die standortbetrachtete Wie­derherstellung der ökologischen Längs­passierbarkeit eines Fließgewässers mit den ökologischen Zielstellungen im Ge­samtgewässersystem übereinstimmen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 12/2015 (Dezember 2015)
Seiten: 4
Autor: Burkhard Henning
Karl-Heinz Jährling

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