Technisches Fischmonitoring: Installation des ersten RiverWatcher Fischzählers in Österreich

An der Pitze in Wenns wird von der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) ein Fischmonitoring zur Erfolgskontrolle der Fischwanderhilfe Wenns (Kraftwerk Imst) mit Hilfe eines Infrarot-Fischzählers (Vaki Riverwatcher) durchgeführt. Damit ist die TIWAG die erste österreichische Institution, die dieses innovative Monitoringsystem einsetzt. Bereits im Testbetrieb liefert
das System verlässliche Daten.

Im Rahmen der Umsetzung der WRRL ist die Herstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern ein wichtiges Kriterium. Im Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP; BGBL. II Nr. 103/2010) wird eine stufenweise Zielerreichung mit Zielen für 2015, 2021 und 2027 definiert. Die Vorgaben (Maßnahmenprogramm) des NGP sind – bezogen auf das Bundesland Tirol – in der Verordnung des Landeshauptmannes von Tirol vom 1.12.2011 verankert und darin ist festgehalten, dass der Unterlauf der Pitze (mit der Wehranlage Wenns) bis 22.12.2015 zu sanieren ist.

Die Sanierung beinhaltet die Errichtung einer Fischwanderhilfe (FWH), welche die ganzjährige Passierbarkeit für Fische gewährleistet sowie die ausreichende Abgabe von Dotierwasser, damit die laut Qualitätszielverordnung Ökologie Oberflächengewässer (BGBL. II Nr. 99/ 2010) festgelegten Mindestfließgeschwindigkeiten und -wassermengen für die maßgebenden Fischarten in der Restwasserstrecke erreicht werden. Im gegenständigen Fall ist die Bachforelle mit einer Länge von 50 cm die maßgebliche Fischart: es sind Mindestfließgeschwindigkeiten von 0,3 m/s und eine Mindestwassertiefe von 0,2 m (Schnelle) bzw. 0,3 m (Talweg) vorgegeben. Die FWH Wenns wurde zwischen 1.10.2013 und 30.04.2014 errichtet.

Zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit von FWH werden häufig Reusenbefischungen gefordert. Neben solchen Reusenbefischungen bietet das automatische Fischzählsystem Riverwatcher der isländischen Firma VAKI eine fischschonende Alternative, deren Funktion für verschiedene Gewässertypen nachgewiesen wurde. Neben der Überprüfung der Durchgängigkeit wird das System beispielsweise in Deutschland zum Monitoring von Artenzusammensetzung sowie der Erfolgskontrolle von Wiederansiedlungs- und Besatzmaßnahmen verwendet. Das System bietet eine Vielzahl verschiedener Anpassungsmöglichkeiten und ist nicht zwangsläufig an Bauwerke, wie FWH gebunden, sondern kann auch frei im Gewässer unter Zuhilfenahme von mobilen Leitvorrichtungen eingesetzt werden. Das System gewinnt Daten, die alternativ nur mit hohem Aufwand und geringerer Qualität erfasst werden können.

Im Oktober 2014 wurde das erste derartige System in Österreich an der FWH Wenns im Tiroler Pitztal zur Erfassung auf- und abwandernder Fische installiert.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 07-08/2015 (August 2015)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Mag. Dr. Martin Schletterer
Ing. Gebhard Senn
Mag. Michael Hubmann
Dipl.-Ing. Christian Haas
Magnus Thor Asgeirsson

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