Umsetzung der EG-WRRL an der österreichischen Donau – Erfahrungen und Ausblick

Die Umsetzung der EG-WRRL bzw. des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (NGP) bedeutet an großen Flüssen eine beachtliche Herausforderung. Die bisherigen Projekte an der österreichischen Donau zeigen, dass die im 1. NGP geforderte Herstellung der Durchgängigkeit für die Zielerreichung (guter ökologischer Zustand bzw. gutes ökologisches Potenzial) nicht ausreicht. Um die Ziele zu erreichen, ist ein systemarer Ansatz erforderlich, der die Schaffung von Lebensraum zur Verbesserung der Reproduktionsbedingungen über das Ziel der reinen Durchgängigkeit stellt.

Die Umsetzung der WRRL an großen internationalen Flüssen wie der Donau bringt besondere Herausforderungen mit sich. Einerseits ist der Wissensstand – bedingt durch methodische Schwierigkeiten bei der Untersuchung großer Gewässer – im Vergleich zu kleineren Flüssen – eingeschränkt, andererseits erfordern die vielfältigen Nutzungen (Energiewirtschaft, Schifffahrt, Hochwasserschutz…) und die daraus resultierenden Zuständigkeiten eine Abstimmung aller Maßnahmen.

Erste Pilotprojekte zur Durchgängigkeit starteten Mitte der 1980er-Jahre im Stauraum Greifenstein, erste umfangreiche Vernetzungsprojekte Mitte der 1990er-Jahre östlich von Wien im Nationalpark Donau-Auen. Diese Projekte hatten auch internationale Vorbildwirkung und die daraus entwickelten Erkenntnisse bilden die Grundlage für die derzeitige Planungsphilosophie.

In der vorliegenden Publikation wollen wir diese Entwicklungen an ausgewählten Beispielen darstellen und die gemachten Erfahrungen aufzeigen. Die Strategien zielen darauf ab, vorhandene Synergien bei Planung und Umsetzung der Maßnahmen zur Schaffung von Lebensräumen und deren Vernetzung zu nutzen, um eine effiziente und nachhaltige Umsetzung der WRRL – Erreichung des guten ökologischen Zustands bzw. Potenzials – zu erreichen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 07-08/2015 (August 2015)
Seiten: 6
Autor: Dipl.-Ing. Herfried Harreiter
Mag. Gerd Frik
Dipl.-Ing. Dr. Roland Schmalfuß
Dr. Walter Reckendorfer

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