Schwergewicht auf wackeligen Beinen

Einer der größten Binnenhäfen in Deutschland liegt in der Hauptstadtregion Berlin- Brandenburg. Platzhirsch ist die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA), die als Logistikdienstleister mit 120 Beschäftigten mehr als 4.000.000 t pro Jahr umschlägt. Dort ergaben sich Komplikationen mit der Standfestigkeit der nördlichen Kranbahn. Kein Problem für die beauftragten Spezialtiefbauer: Auch das relativ hoch anstehende Grundwasser stand einer Tiefeninjektion nicht im Weg.

Durch die beschriebenen Injektionsmaßnahmen konnte der Baugrund unterhalb der Kranbahn erfolgreich verdichtet und damit der Weiterbetrieb des Verladekrans sichergestellt werden. Auch zusätzliche Herausforderungen wie das in diesem Bereich hoch anstehende Grundwasser ließen sich problemlos meistern.

Auf dem Gelände der BEHALA konnte das URETEK-Expansionsharz seine Vorteile voll ausspielen: Kurze Aushartzeiten von weniger als einer halben Stunde, eine exakte Steuerbarkeit der Harzinjektion mit geringen Toleranzen sowie der sehr geringe Platzbedarf ermöglichten eine Verdichtung des Bodens im laufenden Betrieb. In diesem speziellen Fall wirkte sich auch die hohe Umweltverträglichkeit des Harzes positiv aus, sodass die Sanierungsmaßnahme trotz des anstehenden Grundwassers erfolgreich durchgeführt werden konnte.

Das genutzte Verfahren ist damit eine Alternative zu den meisten konventionellen Verfahren zur Baugrundverstärkung, die in der Regel nicht zerstörungsfrei für die Umgebung verlaufen. Im Gegensatz dazu werden durch die Harzinjektion eine Druckentlastung der Boden zum Zeitpunkt des Austauschs durch die unterfangene Fundamentierung sowie schwierige Arbeiten wie Stemmen oder Aufgrabungen vermieden. Außerdem bleibt das Bauwerk während der Injektionsvorgänge, im Gegensatz zu Anhebungen über hydraulische Zylinder, ständig abgestützt.

Das flüssige Uretek-Harz gewährleistet zusammen mit dem Injektionsdruck ein vollständiges Auffüllen von Hohlraumen im Baugrund. Das Verfahren kann zudem bei Außentemperaturen zwischen -20 und +50 °C eingesetzt werden, wodurch es möglich ist, sowohl in der kalten Jahreszeit als auch in sehr heißen Sommermonaten zu arbeiten.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 12 - 2015 (Dezember 2015)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Ingo Korthals
Michael Spitzer

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