Ein britisches Stück Kreislaufwirtschaft: Zwei deutsche Kraftwerke gingen in Großbritannien ans Netz

Eine thermische Abfallverwertung in Plymouth und ein Biomasseheizkraftwerk in Kent „made in Germany“ gingen letzten Monat in den operativen Betrieb. Die Mannheimer MVV Energie-Gruppe nahm dafür insgesamt 400 Millionen Euro in die Hand.

Foto: MVV Energie AG (16.12.2015) Der britische Abfallmarkt wird für deutsche Unternehmen immer interessanter. Längst decken Müllverbrennungsanlagen im Norden Deutschlands ihren Bedarf mit Hausmüll und Ersatzbrennstoffen von der Insel, auch wenn die Unternehmen das nur ungern kommunizieren. Im Vereinigten Königreich betrug das gesamte Aufkommen an Abfällen 2012 etwa 186,1 Mio. Tonnen. Davon wurden nur 77,5 Mio. Tonnen recycelt, 1,6 Mio. Tonnen energetisch genutzt, 14 Mio. Tonnen als Bergversatz eingesetzt, 86,9 Mio. Tonnen deponiert und nur 6,1 Mio. Tonnen verbrannt. So die Erhebungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union mit Sitz in Luxemburg.
Doch im Zuge der neuen EU-Abfallgesetzgebung werden englische Kommunen mit teuren Deponiesteuern belastet oder zum Kauf von Zertifikaten verpflichtet. Umgekehrt wird der Bau von Abfallverbrennungsanlagen durch so genannte „PFI-Credits“ gefördert. Das macht den britischen Markt besonders für deutsche Unternehmen wie der MVV Energie Gruppe interessant, die die Ausschreibung für die Versorgung der Devonport Royal Dockyard in Plymouth gewann, dem ältesten und größten Marinestützpunkt Europas im Südwesten Englands. In dreieinhalb Jahren Planungs- und Bauarbeit wurden nicht nur technologische Herausforderungen gemeistert, sondern auch alle Hürden des umfangreichen britischen Genehmigungsverfahrens genommen. Nach einem erfolgreichen Probelauf ging die MVA in Plymouth jetzt in den operativen Betrieb...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Eurostat, MVV Energie AG
Autorenhinweis: Martin Boeckh
Foto: MVV Energie AG



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 12 - Dezember 2015 (Dezember 2015)
Seiten: 2
Preis: € 0,00
Autor: Martin Boeckh

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