Erkenntnisse aus Szenarienanalysen zum Rückbau einer Hausmülldeponie in OWL

Das Entsorgungszentrum „Alte Schanze“ des Kreises Paderborn in Ostwestfalen (OWL) erstreckt sich über eine Fläche von ca. 158 Hektar, wovon ca. 90 Hektar für die Abfallablagerung planfestgestellt worden sind. Gemäß den aktuellen abfallrechtlichen Anforderungen ist zukünftig eine endgültige Oberflächenabdichtung und Rekultivierung der verfüllten Ablagerungsflächen erforderlich.

Die IWA Ingenieurgesellschaft wurde vom Deponiebetreiber AV.E Eigenbetrieb Kreis Paderborn beauftragt, eine Machbarkeitsstudie über Kostenaufwand (für den vollständigen Rückbau) und mögliche Kosteneinsparungen (infolge Rohstoffverwertung und Entfall von Oberflächenabdichtung und Reduzierung der Deponienachsorge) als alternative Stilllegungsstrategie aufzustellen. Dabei wurde bewusst auf kostenträchtige Stichproben durch Felduntersuchungen verzichtet und stattdessen auf die Auswertung der Betreiberdaten und die Anfertigung umfangreicher Kosten-Erlös-Szenarien gesetzt. Im Ergebnis wird festgestellt, dass ein Deponierückbau unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen (Rohstoff- und Energiepreise, Entsorgungskosten und Verwertungserlöse) keine wirtschaftliche Alternative zur Oberflächenabdichtung und Nachsorge nach Beendigung der Ablagerungsphase ist. Ein Rückbau der Deponie Alte Schanze kann erst auf sehr lange Sicht – voraussichtlich deutlich nach dem Jahr 2050 - und bei Eintreten derzeit noch hochspekulativer Annahmen wirtschaftlich werden und dann das Defizit der aktuellen abfallrechtlichen Stilllegungsstrategie in Hinblick auf eine ökologisch anzustrebende Nachsorgefreiheit beheben. Langfristige ökologische Bewertungen sind in die vorliegenden Kosten-Nutzen- Untersuchungen allerdings nicht eingeflossen, weil hierzu keine monetär bewertbaren Maßstäbe vorliegen.



Copyright: © Wasteconsult International
Quelle: Praxistagung 2014 (Dezember 2014)
Seiten: 22
Preis inkl. MwSt.: € 11,00
Autor: Dr. Ing. Ernst Reuter
Sebastian Schulze
Reinhard Kahmen

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