Transformationsprozess der Hochwasserwelle am Beispiel des Hochwassers der Lausitzer Neiße

Das Hochwasser, das im August 2010 in dem Oberlauf des Einzugsgebietes der Lausitzer Neiße aufgetreten ist, war eine Katastrophe. Die heftigsten Niederschläge traten am 7. August in den Morgenstunden auf, die auf den bereits gesättigten Boden im Einzugsgebiet getroffen sind. Das hatte einen schnellen Anstieg der Wasserstände in allen Wasserläufen zur Folge. Besonders an den Flüssen Mandau, Miedzianka und Witka (Smeda) kam es zu plötzlichen Hochwasserereignissen mit katastrophalen Folgen. Der Abfluss oberhalb des Bemessungshochwassers über die Dammkrone der Talsperre Niedów an der Witka verursachte die Zerstörung der Talsperre. Die durchgeführten Untersuchungen zeigten allerdings, dass die Zerstörung der Talsperre Niedów keinen großen Einfluss auf den Anstieg der Hochwassergefahr im Zentrum der Städte Zgorzelec und Görlitz hatte.

Das Hochwasser, das im August 2010 in dem Oberlauf des Einzugsgebietes der Lausitzer Neiße auftrat, war eine Katastrophe mit einem bisher einmaligen Ausmaß in dieser Umgebung. Es ist selbstverständlich, dass je mehr wir über den kausalen Zusammenhang der damals eingetretenen Ereignisse erfahren desto kleiner wird der Grad der Zufälligkeit sein und desto näher an der Wirklichkeit werden die Ergebnisse von der vorgenommenen Bewertung des Ereignisses sein. Um die hydrologischen Ziele einschließlich verlässlicher Prognosen erreichen zu können, ist es am wichtigsten, die Verteilung von Niederschlägen mit ihren Maximalwerten und Charakteristiken (Höhe, Dauer, zeitliche Verteilung der Niederschläge sowie die Reichweite auf dem Gebiet) zu kennen.
Die Bewertung des eingetretenen katastrophalen Ereignisses basiert auf folgender Grundlage:
 
■ Analyse der meteorologischen und hydrologischen Bedingungen;
■ Bewertung von Bedingungen des Zusammenflusses von Oberflächenwasser des Gebietes mit einem besonders komplexen Abflussprozess des Oberflächen-und Grundwassers im Oberlauf des Einzugsgebietes der Lausitzer Neiße;
■ Bewertung des Einflusses der Zerstörung des Niedów-Stausees auf die Überschwemmungsgefahr von Zgorzelec und Görlitz.
Das wichtigste Ergebnis der durchgeführten Analysen und Untersuchungen sind die Landkarten der Überschwemmungsgebiete entlang des Flusses Witka (Wittig) und der Lausitzer Neiße, von der Niedów-Talsperre bis zum Pegel Zgorzelec an der Lausitzer Neiße.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 12/2014 (Dezember 2014)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. Ryszard Kosierb

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Eine Methodik zur Ableitung szenariobasierter Binnenhochwassergefahren- und -risikokarten im nordwestdeutschen Küstenraum
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2022)
Bei der Implementierung der EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie im Küstenraum fehlt eine Darstellung der Binnenhochwasserrisiken. Vorgestellt wird eine Methodik, um Binnenhochwassergefahren- und -risikokarten für die Küstenniederungen abzuleiten. Damit kann die Lücke geschlossen werden.

Zur Rolle der Stadtentwässerung bei Stark- und Katastrophenregen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2022)
Der Umgang mit den zunehmenden Überflutungen aus Starkregenereignissen und die Erfahrungen während des „Katastrophenregens“ im Juli 2021 werden Folgen für die Stadtentwässerung haben. Die Kommunen stehen hier in einer besonderen Verantwortung. Die Stadtentwässerungsbetriebe mit ihrer langen Tradition als städtische Infrastruktur-Dienstleister können hier eine starke Rolle übernehmen. Von der Bürgerschaft werden sie als erfahrene Kompetenzträger wahrgenommen. Sie können die komplexen Zusammenhänge transparent darstellen, mit denen viele Bürger überfordert sind.

Beckenrampen - Fließtiefenberechnung bei stark überströmten Riegeln
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (4/2022)
Es wird eine auf Basis praktischer Erfahrungen abgeleitete Methode für die Berechnung von Fließtiefen auf Beckenrampen bei Hochwasser vorgestellt und mit Ansätzen aus der Literatur verglichen. Der Anwendungsbereich erstreckt sich auf Gefälle zwischen 1 und 4 % sowie einem mittleren Riegelabstand von größer als 3,25 m. Die Fließtiefenberechnung ist gleichzeitig Grundlage für die Dimensionierung der Steingrößen in den Riegeln und Becken , die im folgenden Beitrag erläutert wird.

Zukunftsfähiger Hochwasserschutz im Einklang mit der Natur
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2022)
Im Jahr 2005 wurde der Deich am tidebeeinflussten Aper Tief aus Gründen des Hochwasserschutzes zurückverlegt. Es entstand ein ungeregelter Polder als Retentionsraum, in dem sich die Natur uneingeschränkt entwickeln konnte. Die Ergebnisse eines sechzehnjährigen Monitorings von Projektbeginn an hinsichtlich der Schutzgüter Wasser, Boden, Flora und Fauna zeigen, dass die Ausdeichung als Modell für kommende Konzepte des naturnahen Hochwasserschutzes dienen kann.

Die neue Arbeit- und Merkblattreihe DWA-A 102/BWK-A 3 zur Bewirtschaftung von Regenwetterabflüssen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2022)
Mit Ausgabe Dezember 2006 wurde das DWA-Regelwerk um das Arbeitsblatt DWA-A 100 „Leitlinien der integralen Siedlungsentwässerung (ISiE)“ erweitert [1]. Damit wurde ein übergeordneter Handlungsrahmen für eine ganzheitliche Betrachtungsweise in der Siedlungsentwässerung geschaffen mit Vorgaben („Leitlinien“) für die zukünftige Bearbeitung neuer bzw. die Überarbeitung bestehender Arbeits- und Merkblätter, die überwiegend bauwerksund anlagenbezogene Einzelthemen zum Gegenstand haben. Dabei geht es um die beiden Schutzgüter „Entsorgungssicherheit“, d. h. eine sichere und (weitestgehend) überflutungsfreie Entwässerung für Schmutz-, Misch- und Niederschlagswasser und „Gewässerschutz“, d. h. die Vermeidung bzw. die gewässerverträgliche Begrenzung niederschlagsbedingter Belastungen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...