Anforderungen an den Betrieb und die Verfüllung von Abgrabungen aus Sicht des Grundwasserschutzes

Kies- und Sandabgrabungen, vor allem auch deren Verfüllung mit Fremdmaterial, stellen eine potenzielle Gefahr für das Grundwasser dar. Bei der Genehmigung von Abgrabungen müssen neben den Belangen des Grundwasserschutzes verschiedene andere Interessen abgewogen und die Umweltauswirkungen bewertet werden. Bei konkurrierenden Planungen ist der Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung generell Vorrang einzuräumen.

Kiese und Sande stellen unverzichtbare Rohstoffe für die Bauwirtschaft sowie die Glas- und Chemieindustrie dar und sind damit von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Heute beträgt die jährliche Produktionsmenge in Deutschland ca. 290 Mio. t, der jährliche Bedarf in Nordrhein-Westfalen liegt bei ca. 65 Mio. t. Die rund 330 Gewinnungsstellen in Nordrhein-Westfalen konzentrieren sich dabei auf das Umfeld der größeren Fließgewässer, wie Rhein, Weser und Lippe.
In der Niederrheinischen Bucht lagern große abbauwürdige Vorkommen an quartären und tertiären Lockergesteinen, die gleichzeitig zu den ergiebigsten Grundwassergewinnungsgebieten Deutschlands zählen. Im gesamten Tätigkeitsbereich des Erftverbandes, einem am Niederrhein tätigen sondergesetzlichen Wasserwirtschaftsverband, existieren aktuell 33 Betriebe der Kies- und Sandindustrie. Da der Abbau von Kies und Sand zwangsläufig mit einem Verlust wertvoller Grundwasserleiter verbunden ist und darüber hinaus den Grundwasserhaushalt sowie die Grundwasserbeschaffenheit nachhaltig verändern kann, lassen sich die Rohstoffgewinnung auf der einen und die Wassergewinnung auf der anderen Seite nicht voneinander unbeeinflusst betreiben. Insbesondere beim Nassabbau sind die Eingriffe in das Schutzgut Grundwasser irreversibel.
Abgrabungen sind als oberirdische Gewinnung von Bodenschätzen genehmigungspflichtig. Vor Beginn des Abbaus muss ein Genehmigungsverfahren durchgeführt werden, in dem die Auswirkungen auf die Umwelt ermittelt, beschrieben und bewertet werden. Dabei liegt die Zuständigkeit in Abhängigkeit bestimmter Rohstoffeigenschaften entweder bei den Kreisen (Grundlage Abgrabungsgesetz NRW, betrifft „Abgrabungen" i.e.S.) oder bei der Bezirksregierung Arnsberg als landesweit zuständige Bergbehörde (Grundlage Bundesberggesetz, betrifft „Tagebaue"). Unabhängig von der rechtlichen Zuordnung sind zur Sicherstellung der bestehenden und zukünftigen öffentlichen Wasserversorgung im Interesse des Allgemeinwohls einige Anforderungen an den Betrieb und die Verfüllung von Abgrabungen zu stellen, die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens berücksichtigt werden müssen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 12/2014 (Dezember 2014)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Stephan Lenk

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Planspiele zur Umsetzung der Düngeverordnung in Niedersachsen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (7/2021)
In zwei Planspielen simulierten Teilnehmer in Rotenburg und Cloppenburg im Frühjahr und Herbst 2018 die Einführung der neuen 2017 novellierten Düngeverordnung. Mit dem Projekt wurden Betroffene mit den neuen düngerechtlichen Regelungen vertraut gemacht.

Der Niedersächsische Weg und seine nachhaltigen Verbesserungen für den Arten- und Gewässerschutz
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2021)
Nachdem 2019 in Bayern ein Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ durchgeführt und dessen Maßnahmenpaket samt Begleittext im Landtag verabschiedet wurde, gab es auch in Niedersachsen eine vergleichbare Initiative. Über Ergebnisse mit Bezug zur Wasserwirtschaft wird berichtet.

Administrative und praktische Umsetzung von Gewässerentwicklungsmaßnahmen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (4/2021)
Im Januar 2021 beteiligten sich Experten aus ganz Deutschland an einem virtuellen Hydromorphologie-Workshop des Umweltbundesamtes. Sie diskutierten u. a. die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Ihre Ergebnisse und Kernbotschaften werden in diesem Nachbericht vorgestellt.

Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm der FGE Ems
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2021)
Am 22. Dezember 2020 wurden die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme 2021 – 2027 für die Flussgebietseinheit Ems veröffentlicht. Bis zum 22. Juni 2021 hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. In den Plänen sind der aktuelle Zustand der Gewässer sowie die erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung des guten Zustands dokumentiert.

Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme der FGG Rhein
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2021)
Am 22. Dezember 2020 hat die Flussgebietsgemeinschaft Rhein im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme 2021–2027 Flussgebietseinheit Rhein der Öffentlichkeit zur Stellungnahme bis zum 22. Juni 2021 zur Verfügung gestellt. In den Plänen sind der aktuelle Stand des Zustands der Gewässer sowie die erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung des guten Zustands dokumentiert.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...