Erdwärmesonden werden „transparent“ – dank neuer Verfüllbaustoffe und zugehöriger Messtechnik

Werden magnetisierbare Verfüllbaustoffe bei der Hinterfüllung von Erdwärmesonden verwendet, eröffnen sich neue Möglichkeiten, den Verpressvorgang mit dem baustellengeeigneten Verpressdatenlogger CemTrakker zu überwachen und zu protokollieren. Bauabnahmemessungen durch einen unabhängigen Sachverständigen sind bei Zugänglichkeit der Erdwärmesonde zu jedem Zeitpunkt möglich und geben dem Bauherr Gewissheit, eine fehlerfreie Erdwärmesonde in seine Verantwortung zu übernehmen, die auch die zugesicherte Leistung erbringt. Vorgestellt wird das geophysikalische Messprinzip der Magnetisierbarkeit des Verfüllbaustoffes sowie das dazu erforderliche Messgerät. Um die Aussagekraft der Magnetisierbarkeitsmessungen aufzuzeigen, werden diese den bereits eingeführten Messverfahren bei der Erdwärmesondenrevision gegenübergestellt – ergänzt durch Praxisbeispiele zu Verpress- und Bauabnahmeprotokollen.

Erdwärmesonden sind geschlossene Wärmetauschersysteme, über die Energie zum Heizen und Kühlen aus dem Untergrund entzogen werden. Das wesentliche Qualitätsmerkmal einer Erdwärmesonde ist ihre vollständige Anbindung an das Gebirge über die in den Ringraum eingebrachte Hinterfüllung. Nur dann ist der bestmögliche Wärmeentzug aus dem Gebirge gewährleistet. Darüber hinaus ist so sichergestellt, dass die wasserrechtliche Vorgabe einer hydraulisch abdichtend wirkenden Ringraumhinterfüllung erfüllt ist.

Bis 2009 gab es keine Kontrollmöglichkeit zum baulichen Zustand der Erdwärmesonde für den Bauherrn. Die Bauabnahme hinsichtlich der Qualität der Hinterfüllung erfolgte auf der Basis von Treu und Glauben. Und das, obwohl wegen des allgemeinen wirtschaftlichen Druckes und der bis dahin fehlenden Kontrollmöglichkeit die Versuchung groß ist, bei der Verfüllung des Ringraumes Zeit und Material einzusparen und damit die Bauarbeiten nicht fachgerecht sondern mangelhaft auszuführen.

Qualitätsmängel machen sich meist nicht durch einen Totalausfall bemerkbar. Vielmehr wird in den folgenden Betriebsjahren lediglich eine nicht den Erwartungen entsprechende Jahresarbeitszahl festgestellt, die die Wirtschaftlichkeit der Anlage erheblich einschränken kann. Zu diesem Zeitpunkt trägt der Grundstückseigentümer als Besitzer der Erdwärmesonde bereits die Verantwortung für das „Bauwerk“ Erdwärmesonde – ohne zu wissen, in welchem baulichen Zustand er die Erdwärmesonden nach dem Erlöschen der fünfjährigen Gewährleistung in seinen alleinigen Verantwortungsbereich übernommen hat. Dass dieser Sachverhalt real ist, zeigen die unbefriedigenden Jahresarbeitszahlen nach mehreren Betriebsjahren oder die Ergebnisse der inzwischen möglichen Revision von Erdwärmesonden mittels geophysikalischer Untersuchungen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 11 - 2014 (November 2014)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 8,00
Autor: Dr. Heike Voelker
Dipl.-Geol. Andre Voutta

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