Neubau des Frankfurter Flughafen-Sammlers in offener und geschlossener Bauweise

Aufgrund höherer Abwassermengen war die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Flughafensammlers in Frankfurt nicht mehr ausreichend. Daher wurde der Neubau eines zusätzlichen Kanals DN 600 erforderlich. Der gesamte Planungs- bzw. Baubereich lag in der Wasserschutzzone III a sowie einem besonders schutzwürdigen Waldgebiet (Bannwald). Um den Eingriff in den Baumbestand auf ein Minimum zu reduzieren, erfolgte die Herstellung des Kanals in Teilstrecken mittels Rohrvortriebverfahren. 1.100 m der Baumaßnahme wurden im Rohrvortrieb hergestellt, die restlichen 800 m in offener Bauweise.

Der bestehende sogenannte „Flughafensammler“ (DN 400 bis Ei 800/1200) verläuft in weiten Teilen innerhalb des Frankfurter Stadtwalds, westlich der A5 vom Pumpwerk Gateway Gardens/Unterschweinstiege (nähe Frankfurter Flughafen) bis zur Abwasserreinigungsanlage im südlichen Frankfurter Stadtteil Niederrad. Er transportiert das Abwasser einer in Flughafennähe gelegenen Hotelanlage und anteilige Abwassermengen des Flughafens. Nach einer Strecke von ca. 1,9 km ab Pumpwerk Gateway Gardens/Unterschweinstiege können die Fließwege des Abwassers variiert werden. Bis zum Schieberbauwerk hat der vorhandene Sammler überwiegend eine Nennweite von DN 500, danach vergrößert sich diese und somit auch die Abflusskapazität. Durch den Anschluss des Neubaugebiets Gateway Gardens, einer bis 2005 als Wohngebiet für Angehörige und Familien der US-Luftstreitkräfte der ehemaligen US Air Base Rhein-Main genutzten und nun als Quartier der Frankfurt Airport City sowie als eigener Stadtteil als Gewerbegebiet vermarkteten Fläche, wird zukünftig mehr Abwasser in den Kanal eingeleitet. Außerdem werden höhere Abwassermengen vom Flughafen, nicht zuletzt aufgrund der geplanten und bereits durchgeführten Erweiterungen erwartet, sodass die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Sammlers nicht mehr ausreichend und ein Neubau des Pumpwerks Gateway Gardens/ Unterschweinstiege sowie eines zusätzlichen Kanals zwischen dem Pumpwerk und dem Schieberbauwerk zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit erforderlich sind.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 12 - 2014 (Dezember 2014)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Thomas Löcker

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