Projektentwicklung für den Bau einer Erdwärmesondenanlage bei unbekannten geologischen Verhältnissen

Beim Neubau der Firma Schallenkammer Magnetsysteme mit Bürogebäude und Fertigungshalle nördlich von Würzburg sollten regenerative Energien genutzt werden. Geplant war der Bau einer Wärmepumpenanlage mit Erdwärmesonden zum Heizen und Kühlen. Die Planung gestaltete sich schwierig, da aufgrund der Lage des Grundstücks in einer geologischen Störungszone keine Informationen zu den geologischen und hydrogeologischen Verhältnissen am Standort verfügbar waren und die Genehmigungsfähigkeit grundsätzlich infrage stand. Mittels einer Pilotbohrung wurde eine geothermische Erkundung durchgeführt. Das Projekt konnte mit der Erstellung acht weiterer Erdwärmebohrungen mit einer Tiefe von jeweils 100 m für den Betrieb einer Wärmepumpe mit 38 kW Heizleistung schließlich erfolgreich realisiert werden.

Nach den Vorgaben des „Gesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich“ (EEWärmeG) sind Eigentümer von Gebäuden, die neu errichtet werden und eine Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmetern aufweisen, verpflichtet, den Wärme- und Kälteenergiebedarf zu mindestens 50 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Bei der Planung durch das Architekturbüro Ruhl + Albert aus Würzburg sollte daher ein Teil des Energiebedarfs zum Heizen der Fertigungshalle sowie des Bürogebäudes und zur Warmwasserbereitung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit einer Heizleistung von 38 kW gedeckt werden. Im Sommer ist eine passive Kühlung der Gebäude über die Erdwärmesonden geplant. Für die Abdeckung möglicher Spitzenlasten wird als bivalent alternative Nutzung eine Gastherme mit 60 kW Heizleistung installiert. Die Heizleistung für das Bürogebäude beträgt dabei anteilig 19 kW, für die Fertigungshalle sind etwa 60 kW erforderlich.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2014 (Oktober 2014)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 5,00
Autor: Dr. Verena Herrmann

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