Trinkwasseraufbereitung und Korrosionskontrolle in Wasserverteilungsnetzen

Der Aufwand für die Aufbereitung eines hochwertigen Trinkwassers kann durch nachfolgende Korrosionsprozesse im Verteilungsnetz und der Trinkwasserinstallation zunichte gemacht werden. Um eine unzulässige korrosionsbedingte Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität und Schäden am Rohrnetz zu vermeiden, ist daher die Kenntnis der Zusammenhänge zwischen den Wechselwirkungen der Wasserparameter und der verlegten Rohr- und Armaturenwerkstoffe von elementarer Bedeutung. Auf Basis von Korrosionsrisikobewertungen, Fallstudien und praktischen Untersuchungen in Testanlagen werden die Möglichkeiten und Grenzen einer korrosionsoptimierten Wasseraufbereitung – insbesondere im Falle der Änderung der Korrosionsbedingungen bei Wasserwechsel – am Beispiel des Korrosionsverhaltens von ungeschützten Stahl- und Gussrohren beschrieben.

Beim Transport des Trinkwassers durch die unterschiedlichen Rohrleitungssysteme führt die Wechselwirkung zwischen dem Wasser und dem Werkstoff aufgrund von naturgesetzlich ablaufenden Korrosionsprozessen nicht nur zu einer Beeinflussung der Rohrwerkstoffe durch die Wasserinhaltsstoffe, sondern auch der Wasserqualität durch die Werkstoffe. Vor diesem Hintergrund sind die Kriterien zu betrachten, die sowohl zu der Auswahl der geeigneten Rohrwerkstoffe als auch – im Falle der Änderung der Wasserbeschaffenheit – zur Auswahl desjenigen Aufbereitungsverfahrens führen sollten, bei dem durch die Wechselwirkungen zwischen Wasser und Werkstoff eine möglichst geringe gegenseitige Beeinflussung erfolgt. Neben diesen Anforderungen sind zusätzlich die durch die Betriebsbedingungen und die örtlichen Gegebenheiten gestellten Anforderungen zu berücksichtigen.

Wasserchemische Leitparameter zur Abschätzung des Korrosionsverhaltens inklusive der Vermeidung von Schäden der in der Wasserverteilung und -verwendung üblicherweise eingesetzten metallenen Werkstoffe finden sich in DIN EN 12502; in DIN 50930-6 sind wasserseitige Einsatzgrenzen formuliert, die eine korrosionsbedingte Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität vermeiden sollen. Kriterium hierfür ist die Einhaltung der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 06 - 2014 (Juni 2014)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dr.-Ing. Angelika Becker
M.Sc. Timo Jentzsch
Dr. Ute Ruhrberg

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