Entwicklung einer fischpassierbaren Krebssperre

Zugewanderte, nicht heimische Flusskrebse bedrohen die europäischen Arten durch Übertragung von Krankheiten und Konkurrenz. Ihre Ausbreitung wird durch die angestrebte Durchgängigkeit der Binnengewässer gefördert. Selektive Barrieren sollen die Krebse in der Ausbreitung hindern, ohne die Fischwanderung zu stören.

Der starke Rückgang heimischer Fluss­krebsarten ist neben der allgemeinen Bio­topzerstörung zu einem Großteil auf das Eindringen gebietsfremder Flusskrebsar­ten zurückzuführen, welche neben allge­meiner ökologischer Konkurrenz insbe­sondere durch die Übertragung der Krebspest (Aphanomyces astaci), einer für heimische Flusskrebse tödlichen Pilzin­fektion, die Bestände stark dezimiert ha­ben. Zunehmender Schiffsverkehr und gewässerverbindende Kanalbauten haben dabei zusätzlich zur Verbreitung der Fremdarten beigetragen, so dass sich die Artenzahl der wirbellosen Neozoen im Rhein seit der Jahrhundertwende verfünf­facht hat. Die letzten Rückzugsgebiete des häufigsten heimischen Flusskrebses, dem streng geschützten Edelkrebs (Astacus astacus), liegen heute in isolierten Gewässern wie z.B. Kleinseen und Talsper­ren, vor allem aber in Oberläufen von Fließgewässern, während die Unter­läufe größerer Wasserstraßen bereits mit gebietsfremden Flusskrebsarten – insbe­sondere dem Amerikanischen Kamber­krebs (Orconectes limosus) – besiedelt sind.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 6/2013 (Juni 2013)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Susanne Vaeßen
Denise Herrmann

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