Integrierte Systemlösungen als Strategie für eine nachhaltige und exportstarke Wasserwirtschaft

Zur Förderung und zum Ausbau der Stärken der deutschen Wasserwirtschaft und der Innovationsfähigkeit der Wirtschaftsnation Deutschland genügt es nicht, die derzeitige Forschungs- und Entwicklungsförderung nur fortzuführen. Vorgestellt werden Ergebnisse des Verbundprojekts „Wasser 2050", mit dem künftige Chancen für die deutsche Wasserwirtschaft untersucht wurden.

In den nächsten Jahren werden sich bereits abzeichnende Probleme der Wasserknappheit und -qualität weiter zunehmen. Weltweit steht demnach die Wasserwirtschaft vor komplexen Herausforderungen:
■ Das weltweite Bevölkerungswachstum auf rund 9,3 Mrd. Menschen im Jahr 2050 führt zu einer vermehrten Nachfrage nach Wasser.
■ Zugleich steigen auch der Wohlstand und somit die Ansprüche eines Teils der Menschen. Bereits 2030 besteht das Risiko, dass die Nachfrage nach Wasser global das nachhaltig nutzbare Dargebot um 40 % überschreitet, wenn nicht die Wasserproduktivität stark verbessert wird.
■ Da mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung in weiterhin stark wachsenden urbanen Agglomerationen leben, sind Antworten auf den steigenden städtischen Wasserbedarf erforderlich; auch in informellen Siedlungen ist die Abwasserentsorgung zu organisieren.
■ 3,2 Mrd. Menschen sind an eine angemessene Sanitärversorgung anzuschließen. Der Zeitrahmen des entsprechenden UN-Milleniumziels droht sowohl aus politisch-institutionellen als auch aus sozio-kulturellen Gründen gesprengt zu werden.
■ Auch in der Siedlungswasserwirtschaft der Industrieländer besteht hoher Investitions- und Erneuerungsbedarf (zudem sind die komplementären häuslichen Wasser-Infrastrukturen in Altbauten erneuerungsbedürftig).
■ Zusätzlicher Handlungsbedarf entsteht, weil sich die sozio-ökonomischen und auch die klimatischen Randbedingungen dynamisch verändern; zudem lassen Mikroschadstoffe weiteren Regelungsbedarf entstehen. Die siedlungswasserwirtschaftlichen Netze und Anlagen sind an diesen sich verändernden Rahmen anzupassen.

Das ISOE-Institut für sozial-ökologische Forschung identifizierte gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung sowie dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderkennzeichen 02WT0820) geförderten Verbundprojekt „Wasser 2050: Nachhaltige wasserwirtschaftliche Systemlösungen – künftige Chancen für die deutsche Wasserwirtschaft" langfristige Zielstellungen für nachhaltige Innovationen sowie deren Erfolgsbedingungen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 01-02/2013 (Januar 2013)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Engelbert Schramm
PD Dr. Thomas Kluge
Prof. Dr. Bernd Hansjürgens
Dr.-Ing. Harald Hiessl
Dr. Dr. Christian Sartorius

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