Verwaiste Schifffahrtswege – Herausforderung und Chance

Einige Flüsse in Deutschland sind als Wasserstraßen verwaist. Einsparungen und eine radikale Verbesserung der Strukturgüte machen Renaturierungen wünschenswert. Hausherrin ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), ihr fehlt aber der Auftrag. Es bedarf politischer Entscheidungen, die Ingenieure anstoßen müssen. Mit der Oberweser wird ein verwaister Schifffahrtsweg beschrieben. Aus dem Rückblick in die wasserbaulichen Maßnahmen der Vergangenheit leiten sich die Renaturierungsbemühungen ab. Träger kann nur die WSV sein, länderübergreifende Flüsse müssen in einer Hand bleiben.

Alle größeren Fließgewässer in Deutschland waren für den Waren- und Menschentransport interessant. Mit enormen Anstrengungen sind sie für diesen Zweck zu Schifffahrtswegen kultiviert worden, es war Wohlstandsförderung und es gab machtpolitische Gründe dafür. Mit der allgemeinen Verkehrsentwicklung haben viele dieser Strecken ihre Bedeutung verloren. An Flüssen wie der Oberweser, der Aller, der Werra und der Fulda, der Saale, der Lahn und der Lippe sieht der aufmerksame Beobachter noch die Merkmale der Wasserstraße, aber es findet kein Verkehr mehr statt. Ihre Verkehrsfunktion ist untergegangen, sie sind verkehrstechnisch verwaist und bei nüchterner Betrachtung ist wenig Prophetie nötig festzustellen, dass eine Wiederauferstehung der ursprünglichen Bedeutung nicht stattfinden wird. Unsere Gesellschaft wird aber weiterhin mit Kosten der Unterhaltung belastet und die biologische Leistungsfähigkeit dieser Gewässer bleibt stark beschädigt. Beides sind gute Gründe, es bei der heutigen Situation nicht einfach so zu lassen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 07-08/2013 (August 2013)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Detlef Sönnichsen
Dipl.-Biol. Andrea Hartmann
Dipl.-Ing. Juliane Tack
Dipl.-Ing. Winfried Meyer

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