Ein gelungenes Stück Strukturwandel im Ruhrgebiet

Im Zeitraum 2010 bis 2013 hat die Stadt Essen mit Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen einen modernen, städtebaulich markanten Seepark realisiert. Der Niederfeldsee mit seiner langgestreckten Promenade und den umgebenden Parkflächen wirkt heute als offenes, geradezu befreiendes Verbindungselement zweier vormals durch meterhohe Bahndämme und enge Durchlässe getrennter Stadteile. Rund um den fünf Hektar großen Park entstehen einerseits neue Wohnbauflächen, anderseits erfolgt eine nachhaltige Aufwertung bestehender Wohnquartiere. Das Vorhaben ist ein gelungenes Beispiel für den gezielten Stadtumbau, bei dem ungenutzte Brachflächen zur Schaffung attraktiver Wasser- und Parklagen genutzt werden und in der Folge veraltete Mietwohnungen in Blockbebauung zurückgebaut und durch eine moderne, heutigen Komfortansprüchen entsprechende Einzelbebauung ersetzt werden. Die Umwandlung des Geländes erforderte neben dem Rückbau der Bahnanlagen die Ausführung verschiedenster Maßnahmen – vom Tief- und Leitungsbau über Baugrunduntersuchungen bis hin zum Grund- und Regenwassermanagement.

Der neue Niederfeldsee mit seinen umgebenden Parkflächen bildet den Kern des neuen „Uferviertels“ auf der Grenze der beiden Essener Stadtteile Altendorf und Bochold. Durch den Rückbau alter Bahndamme, Brachflächen und Kleingarten konnte innerstädtisch eine zusammenhängende Fläche gewonnen werden, auf der ein 20.000 m2 großer See geschaffen wurde. Gleichzeitig wurden entlang des Sees zahlreiche veraltete Mietgebäude aus dem Bestand der Essener Wohnungsgesellschaft Allbau AG abgebrochen und durch offene Einzelgebäude mit zwischengeschalteten Grünflächen und darunter liegenden Tiefgaragen ersetzt. Grundwasserdränagen sorgen dafür, dass diese unterirdischen Baukonstruktionen nicht unter Auftrieb stehen. In Verbindung mit der Regenwassersammlung versorgen sie den Niederfeldsee mit Wasser, wobei Überschussmengen über den See in den Vorfluter Salzerbach abgegeben werden. Für die Wasserversorgung in trockenen Sommermonaten steht zusätzlich eine Grundwasserpumpe als Reserve zur Verfügung. Erwähnenswert ist, dass der Niederfeldsee in das Radwegenetz „heinische Bahn“ integriert wurde und eine auf Pfahlen gegrundete Brücke über den See errichtet wurde. Zahlreiche Detaillösungen waren möglich, weil das planende Ingenieurbüro, die Asmus + Prabucki Ingenieure Beratungsgesellschaft MBH (API) sowohl beim Bau des Sees als auch beim Rückbau und Neubau der Wohngebäude die jeweiligen Bauherren beraten und dadurch sinnvolle Verknüpfungen als „win-win“- Losungen erreichen konnte.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 12 - 2013 (Dezember 2013)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dipl.-Ing. Arnold Paisler
Dipl.-Ing. Detlef B. Asmus

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