Minimierung der Wechselstromkorrosionsgefährdung mit aktivem kathodischen Korrosionsschutz

Die neusten Regelwerke machen konkrete Vorgaben bezüglich der Verringerung des Risikos von Wechselstromkorrosion. Die Einhaltung dieser Grenzwerte ist im Zusammenhang mit zeitlich stark variierenden Gleich- und Wechselstrombeeinflussungen nicht immer einfach. Durch eine aktive Steuerung des kathodischen Korrosionsschutzes, basierend auf Fernüberwachungsdaten, wird es möglich, dynamisch auf die Beeinflussungen zu reagieren, stets optimale Betriebsbedingungen sicherzustellen und somit das Korrosionsrisiko zu verringern. Die Steuerparameter wurden mit Hilfe von numerischen Berechnungen ermittelt. Diese Modellkonzepte sind zudem in der Lage, die Kriterien für den kathodischen Schutz zu erklären und die Grenzen von dessen Wirksamkeit aufzuzeigen.

Mit Hilfe von Felduntersuchungen in Deutschland ist es gelungen, die Beeinflussungsgrenzwerte von kathodisch geschützten Rohrleitungen in Bezug auf Wechselstromkorrosion zu ermitteln. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Beurteilung der Korrosionsgefährdung mit Hilfe von Gleich- und Wechselstromdichten, welche aus Messungen an Probeblechen berechnet wurden, möglich ist. Es wurde zudem gefunden, dass auch die Einschaltpotenziale und die Wechselspannungen Rückschlüsse auf das Korrosionsverhalten erlauben. Dies ermöglicht nun erstmals die Beurteilung der Wechselstromkorrosionsgefährdung an jeder Messstelle, ohne dass Probebleche eingebaut werden müssen. Diese Grenzwerte sind in die DIN EN 15280 eingeflossen und auch in der AfK-Empfehlung Nr. 11 verankert.

Das Problem besteht nun darin, dass diese Grenzwerte nicht ohne Weiteres auf allen Rohrleitungen umgesetzt werden können. Deren Einhaltung ist besonders bei erhöhten Wechselspannungen, hohem Schutzstrombedarf, hohem Bodenwiderstand und Gleichstrombeeinflussungen schwierig. Dies liegt in den vergleichsweise positiven Einschaltpotenzialen begründet, welche kaum Spielraum bei der Einstellung des Schutzstromgeräts zulassen. So kann zwar die Gefahr von Wechselstromkorrosion eliminiert werden, es besteht aber in gewissen Fällen die Gefahr, dass die Schutzkriterien gemäß EN 12954 nicht eingehalten werden. Die Situation wird zusätzlich durch die oft hohen und vor allem auch zeitlich stark variierenden Wechselspannungen verschärft. Nebst der Sicherstellung eines ausreichenden kathodischen Korrosionsschutzes stellt sich damit konkret die Frage nach der Prozedur für dessen Einstellung und Überwachung.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 11 - 2013 (November 2013)
Seiten: 13
Preis: € 4,00
Autor: Dr. Markus Büchler
David Joos

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