Erdgas als Riesenakku

In einer neuen Testanlage im „Innovationszentrum Kohle“ in Niederaußem untersucht das Forschungs- und Entwicklungsteam von RWE Power eine innovative Möglichkeit zur Stromspeicherung. Dazu soll wie bei einem Riesenakku überschüssiger Strom als chemische Energie in Form von Erdgas zwischengespeichert werden.

Im Zuge der deutschen Energiewende bekommt die Entwicklung von Technologien zur Speicherung großer Strommengen und gegebenenfalls über lange Zeiträume auf Basis chemischer Energieträger eine immer größere Bedeutung. Eine derartige Speicherung von Strom aus regenerativer Erzeugung in Form von synthetischem Erdgas basiert auf einer Wasserelektrolyse zur Wasserstoff(H2)-Erzeugung. Sie setzt jedoch zusätzlich die Verfügbarkeit von Kohlenstoffdioxid (CO2) oder Kohlenstoffmonoxid (CO) für die anschließende katalytische Synthese von Methan (CH4) voraus. RWE Power erprobt die gesamte Power-to-Gas-Prozesskette seit Anfang 2013 in seinem „Innovationszentrum Kohle“ am Kraftwerksstandort Niederaußem in Bergheim bei Köln. Das Forschungsprojekt besteht aus drei Teilanlagen.
Als ein Bestandteil der Prozesskette dient eine 2013 errichtete Elektrolyse, die von der Firma Siemens entwickelt und bereitgestellt wurde. Bau und Erprobung der Wasserstoff-Erzeugung sind Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts CO2RRECT, an dem neben zahlreichen Forschungseinrichtungen Bayer, Siemens und RWE Power beteiligt sind.
Bereits seit 2009 betreibt RWE Power im „Innovationszentrum Kohle“ eine Pilotanlage zur Abtrennung von Kohlenstoffdioxid aus Kraftwerksrauchgasen. Das so erhaltene Kohlenstoffdioxid ist sehr rein und für die Power-to- Gas-Anlage einsetzbar. Mit den Partnern Linde und BASF werden in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekt zur CO2-Wäsche Anlagentechnik und Waschmittel erprobt und optimiert.
Parallel zu den Elektrolyseaktivitäten hat RWE Power Anfang 2013 einen Katalysatorteststand errichtet. In diesem wird untersucht, ob bzw. wie gut braunkohlestämmiges Kraftwerks- CO2 und H2 aus der Elektrolyse mit heute verfügbaren Katalysatoren umgesetzt werden können. Eine zentrale Gasversorgung stellt eine unterbrechungsfreie Bereitstellung mit Kohlenstoffdioxid, Wasserstoff und Prozessgasen sicher. Neben der Methanisierung kann ebenfalls die Synthese von Methanol (CH3OH) untersucht werden. Für die chemische Langzeitspeicherung von Strom (Power-to-Gas) sind diese Produkte hinsichtlich Handhabbarkeit und Verwertbarkeit gegenüber H2 vorteilhaft.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2013 (Oktober 2013)
Seiten: 6
Preis: € 4,00
Autor: Dr. Thorsten Liese
Dr. Frank Buschsieweke
Prof. Dr. Martin Muhler
Dr. Holger Ruland
Dr. Ludwig Bär

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