Erste Erfahrungen mit der Legionellenuntersuchungspflicht nach neuer Trinkwasserverordnung

Die Legionellenuntersuchungspflicht in Trinkwasser-Installationen führt zu verbesserter Verbrauchersicherheit, aber auch zu kritisiertem Mehraufwand. Wie stellt sich die Befundlage in der Praxis dar und wo gibt es Belastungsschwerpunkte?

„Die neue Legionellen-Überwachungspflicht ist ein bürokratisches Monstrum“ oder „Berlin ist nicht exekutivtauglich“, so titelten im letzten Jahr die Medien bzw. polterten Politiker in die Kameras. Diese Schlagzeilen zeigen, wie emotional und polarisierend die Diskussion um die neue Untersuchungspflicht für Legionellen geführt wurde. Mittlerweile ist die Neufassung der Trinkwasserverordnung 2001 seit über einem Jahr in Kraft und es konnten erste Erfahrungen gesammelt werden. Die Töne sind wieder leiser und sachlicher geworden und den wie immer zahlreichen Meldungen über Legionellenbefunde in Mietobjekten oder öffentlichen Einrichtungen entnimmt man nun den Ruf nach der notwendigen „unverzüglichen Verbesserung der Situation für die betroffenen Verbraucher“, wenn z. B. wie im Fall von 800 Wohnungen im Münchner Olympiadorf das Gesundheitsamt ein Duschverbot verhängt.
Die breite Diskussion des Themas ist an sich erstaunlich, denn die Pflicht zur Legionellenuntersuchung in Gebäuden ist nicht neu. Schon mit der Anfang 2003 in Kraft getretenen Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) war die Legionellenuntersuchung in öffentlichen Gebäuden zur Pflicht geworden. In zahlreichen Monitoring-Programmen der Gesundheitsämter ist viel erreicht worden. Natürlich kann nicht durch die Analytik selbst eine Besserung erzielt werden, wohl aber durch die begleitende Beratung sowie die Einsicht, dass solide Kenntnisse über den Betrieb einer Warmwasseranlage dringend vonnöten (und gesetzlich vorgeschrieben) sind. Dies konnte während eines groß angelegten, dreijährigen Monitoring-Programms im Landkreis Diepholz sehr gut gezeigt werden.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 01 - 2013 (Januar 2013)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dr. Ulrich Borchers

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