Abwasserwärmenutzung: ein Mosaikstein zur Energiewende am Beispiel einer Anlage in Straubing

Die Energiewende ist politisch gewollt, für unsere Gesellschaft notwendig und zielführend. Die Abwasserwärmenutzung kann einen Beitrag dazu liefern. Das vorgestellte Projekt umfasst einen Wohngebäudekomplex und einen Abwasser-Hauptsammler, somit ideale Voraussetzungen für die Abwasserwärmenutzung. Die Projektrealisation erfordert abwassertechnisches und energietechnisches Fachwissen.

Die Zeiten „billiger“ Energie sind in Anbetracht des Klimawandels, der Ressourcenverknappung, der Umweltgefahren bei Förderung und Transport von Primärenergieressourcen sowie der nicht beantworteten Entsorgungsfrage bei der Kernenergie sicher vorbei und es müssen –allein schon im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen –Wege gefunden werden, um vorhandene Energiepotenziale verfügbar zu machen.
Die Abwasserwärmenutzung ist dabei ein Mosaikstein, um die notwendige Energiewende zu schaffen. Durch diese Technik können serios geschätzt zwischen 2 und 4 % des häuslichen und gewerblichen Wärmeenergiebedarfs gedeckt werden. Das klingt nicht viel, entspricht aber dennoch dem Wärmeenergiebedarf von rund 1,5 Mio. Haushalten in Deutschland.
Die Technik der Abwasserwärmenutzung findet in den letzten Jahren durch eine vermehrte Realisierung und den erfolgreichen Betrieb einiger Anlagen eine breite Zustimmung bei potenziellen Bauherren wie Tiefbauämtern, Abwasserverbänden oder Stadtwerken.
So hat sich auch die Stadt Straubing zum Ziel gesetzt, CO2-Emissionen und den Verbrauch von Primärenergie, so weit wie technisch und wirtschaftlich unter Nachhaltigkeitsaspekten möglich, zu reduzieren. Im Rahmen der energetischen Gebäudesanierung eines Wohnkomplexes der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft sollen so – neben der passiven Einsparung durch Dammmaßnahmen – auch die aktiven Einsparpotenziale bei der Wärmeerzeugung ausgeschöpft werden. Auf Grund der vorteilhaften Lage des Kanalhauptsammlers, welcher unmittelbar an dem Wohnkomplex vorbei führt, fiel die Entscheidung nach Prüfung weiterer regenerativer Formen an Heizungstechnik auf die Nutzung des dort vorhandenen Potenzials der Wärme im Abwasser.
Eine Machbarkeitsstudie zur Abwasserwärmenutzung an diesem Standort konnte zeigen, dass diese Technik nicht nur ökologisch, sondern auch im hohen Maße ökonomisch umsetzbar ist, so dass die Anlage im Herbst 2010 ihren Betrieb aufnehmen konnte.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 05/2012 (Mai 2012)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Prof. Dr.-Ing. Oliver Christ
Dr.-Ing. Ralf Mitsdoerffer

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