Von der Geschwindigkeit zum Durchfluss – softwaregestützte Kalibrierung kontinuierlich arbeitender Durchflussmesssysteme in offenen Gerinnen

Kontinuierliche Durchflussmesssysteme berechnen den Durchfluss als Produkt aus der durchstromten Querschnittsflache und der mittleren Fliesgeschwindigkeit. Diese wird aus den gemessenen lokalen Geschwindigkeiten unter Berucksichtigung eines Korrekturbeiwertes bestimmt. Die Software OTT Prodis2 bietet vom einfachen Modellansatz bis zur Geschwindigkeits-Index-Methode unterschiedliche Kalibriertypen fur die Bestimmung messstellenspezifischer Korrekturbeiwerte an. Diese werden hier anhand praktischer Beispiele diskutiert.

Für die kontinuierliche Messung von Durchflüssen in offenen Gerinnen steht dem Hydrologen heute eine stattliche Bandbreite an Messgeräten zur Verfügung. Eine umfangreiche und detaillierte Übersicht kontinuierlicher Messverfahren findet sich in dem unlängst erschienenen Kompendium „Hydrometrie – Theorie und Praxis der Durchflussmessung in offenen Gerinnen“ von Gerd Morgenschweis. Im gewässerkundlichen Routinemessbetrieb haben sich vor allem Ultraschalllaufzeit- Systeme, Ultraschall- Doppler-Geräte und Radar-Doppler-Geschwindigkeitssensoren durchgesetzt. Internationale Standards, nationale Regelwerke sowie umfangreiche Fachliteratur helfen dem Anwender sowohl bei der Auswahl und Festlegung geeigneter Standorte als auch bei der fachgerechten Messstellenkonfiguration. Wenngleich auf unterschiedlichen physikalischen Prinzipien basierend haben dennoch alle Geräte eine gemeinsame Messaufgabe. Sie besteht darin, lokale Fließgeschwindigkeiten an definierten Stellen des Messquerschnittes zu messen.
Der zunehmende Einsatz kontinuierlicher Durchflussmesssysteme in der Hydrometrie geht einher mit der Notwendigkeit des Einsatzes einfacher und sicherer Kalibriermethoden, deren softwaregestützte Umsetzung nur folgerichtig ist. OTT Prodis2 eröffnet dem breiten Kreis der Nutzer die Möglichkeit, den Kalibrierprozess von Anbeginn eigenständig vorzunehmen und somit eine hohe Datenqualität im laufenden Betrieb zu erzielen. Zukünftige Programmerweiterungen und -verbesserungen sind nicht zuletzt im Hinblick auf mögliche neue Produktentwicklungen eine fester Bestandteil des Programmkonzepts.
 



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 3 / 2012 (März 2012)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Stefan Siedschlag

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