Metallische und mineralische Rohstoffe – Die Rolle der Kreislaufwirtschaft stärken

Die umweltpolitische Debatte wird in Zukunft mehr und mehr durch den Leitbegriff der ökologischen Grenzen bestimmt werden: In einer Welt, die über physikalisch begrenzte Vorräte verfügt, kann es keine unbegrenzte Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen geben. Nachhaltiges Wirtschaften erfordert eine Entkopplung von Wohlfahrt und Ressourcennutzung durch grundlegende Innovationen und die Aufwertung überlebenswichtiger Ökosystemleistungen.

In der aktuellen Diskussion um die Sicherheit der Versorgung mit Rohstoffen wird die Umweltdimension der Rohstoffwirtschaft vernachlässigt. Die Rohstoffpolitik der Bundesregierung setzt weiterhin vor allem auf eine politische Flankierung der Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen. Zu begrüßen ist, dass der Entwurf des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess) erstmals eine ökologische Dimension der Rohstoffpolitik aufgreift und sich zu einer Verantwortung für die globalen Folgen der Rohstoffwirtschaft bekennt. Das Programm definiert wichtige Handlungsansätze, insbesondere für eine Steigerung der Ressourceneffizienz, die allerdings nur ein Teil des Maßnahmenmixes für eine dauerhaft umweltgerechtere Rohstoffwirtschaft sein kann.
Das zweistufige Entkopplungskonzept der UNEP wurde für abiotische, nicht-energetische Rohstoffe konkretisiert. Ziel ist zum einen die Entkopplung von Rohstoffverbrauch und Wohlfahrt, zum anderen die Entkopplung von Rohstoffverbrauch und Umweltauswirkungen. Beide Ziele sollten parallel verfolgt werden. Für eine Entkopplung von Rohstoffverbrauch und Wohlfahrt sind eine Effizienzsteigerung bei der Produktion und Güternutzung sowie eine deutlich gesteigerte Kreislaufführung von Sekundärrohstoffen erforderlich. Ebenso ist aber auch eine behutsame Infragestellung unseres konsumorientierten Lebensstils erforderlich. Für eine Entkopplung des Rohstoffverbrauchs von den Umweltwirkungen gilt es, Umweltbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu vermeiden. Neben Abbaumethoden, die mit dem Natur- und Umweltschutz vereinbar sind, sollten insbesondere die Klimaverträglichkeit von Rohstoffgewinnung und -weiterverarbeitung sowie eine optimierte Kreislaufführung und eine weltweit sichere Entsorgung in der Abfallphase Priorität haben.



Copyright: © Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Quelle: Heft 06 - 2012 (November 2012)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 25,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich
Dr.-Ing. Mechthild Baron

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