Chemikalienfreier Betrieb: Mechanische Reinigung von Membranbioreaktoren

Die MBR-Technologie hat sich als Status Quo-Anwendung für kommunale Abwasserbehandlungsanlagen etabliert. Neben der Optimierung des gesamten biologischen Prozesses in der MBR-Technologie werden derzeit die Möglichkeiten dieser Technik zur Spurenstoffelimination und zur biologischen Reinigung von Substanzen wie Medikamente oder industrielle Chemikalien umfassend untersucht.

Foto: Microdyn-Nadir Group (30.04.12) Der neu entwickelte mechanische Reinigungsprozess MCP (Mechanical Cleaning Process) für Membranbioreaktoren (MBR) ist die jüngste Innovation im Bereich der Abwasserbehandlungsprozesse. Eine der größten Herausforderungen in Bezug auf Membranbioreaktoren ist der relativ hohe Energiebedarf dieser Systeme im Vergleich zu konventionellen Abwasser-Behandlungsanlagen. Um die Systeme, besonders in Bezug auf den Energiebedarf zu optimieren, wurde der BIO-CEL – MCP entwickelt. Während dieses Prozesses wird Granulat zur mechanischen Reinigung der Membranen eingesetzt. Der MCP ermöglicht den nahezu chemikalienfreien Betrieb der Anlagen, und er verbessert die Flussleistung signifikant. Nicht nur die benötigte Membranfläche kann verringert werden (oder die Leistung einer bereits existierenden BIO-CEL-Installation verbessert werden), sondern auch die benötigten Volumina der Filtrationstanks werden signifikant verkleinert. Demzufolge kann der gesamte Energieverbrauch wesentlich reduziert werden. Studien zeigen, dass der Einsatz des MCP zu einer Energie- und Chemikalieneinsparung von bis zu 27 Prozent führen kann. Darüber hinaus wird die Stabilität der Prozesse, ebenso wie die Betriebssicherheit, durch die Nutzung von MBR in Verbindung mit MCP verbessert.


Unternehmen, Behörden + Verbände: Microdyn-Nadir Group
Foto: Microdyn-Nadir Group



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: April/Mai 2012 (April 2012)
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