Aufbau eines Frühwarnsystems zur Überwachung von Brunnenalterungen

Die Liste an Fragen, die sich Wasserversorger und Ingenieurbüros stellen müssen, die den reibungslosen und wirtschaftlichsten Betrieb von Wasserversorgungsanlagen gewährleisten sollen, ist lang und komplex. Zwei hessische Zweckverbände haben sich mit ihrem Softwareanbieter und einem Ingenieurbüro zusammengetan und Wege erarbeitet, um in einer digitalen Brunnenakte alle Brunnen-Stammdaten – beginnend von den ersten Vorerkundungen, über die gesamte Betriebsdauer, bis hin zum Rückbau – zu dokumentieren. Darüber hinaus werden täglich ausgewählte Daten automatisiert aus den jeweiligen Prozessleitsystemen (PLS) in die GW-Manager-Datenbank übernommen, um anhand „virtueller Pumpversuche“ alle Kennzahlen der Brunnenalterung kontinuierlich verfolgen und zeitnah die entsprechenden Maßnahmen einleiten zu können.

Laut Einschätzungen von Experten arbeiten weniger als die Hälfte aller in Deutschland betriebenen Vertikalfilterbrunnen effizient. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiekosten lohnt es sich, Brunnen fachgerecht zu überwachen, zu steuern und rechtzeitig mit geeigneten Verfahren zu regenerieren. Als häufigste Ursachen für abnehmende Brunnenleistungen können Verockerung, Verschleimung, Versinterung, Versandung bzw. Korrosion beobachtet werden. Wird die Alterung eines Brunnens zu spät erkannt bzw. zu spät die geeignete Regenerierungsmaßnahme eingeleitet, können die Folgen z. T. irreversibel sein und Sanierungen oder gar den Neubau eines Brunnens nach sich ziehen. Für die fachgerechte Erfassung, Verwaltung und Auswertung von Stamm-, Mess-, Mengen- und Qualitätsdaten von Brunnen (und weiteren wasserwirtschaftlichen Objekten) setzen alleine in Hessen bereits über 40 Wasserversorgungsunternehmen das datenbankgestützte Softwaresystem „GW-Manager“ ein. Die Datenbanken werden dabei abteilungsübergreifend von Wassermeistern, Außendienstmitarbeitern, Technischen Leitern etc. sukzessive gefüllt und stellen somit Wissensdatenbanken dar. Alle wasserwirtschaftlichen Stammdaten werden objektbezogen auf Basis eines integrierten GIS-Fensters in einer einzigen unternehmensweit nutzbaren Datenbank zusammengezogen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 11 - 2012 (November 2012)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 5,00
Autor: Dr.-Ing. Thomas Gutzke
Dipl.-Ing. Egbert Graf

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