GFK-Wickelrohre entwässern Verkehrszentrum am JadeWeserPort

Er gilt als Hafen der Zukunft: Auf einer der bundesweit größten Wasserbaustellen entsteht derzeit in Wilhelmshaven der JadeWeserPort. In Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen sollen nach der Fertigstellung Containerschiffe mit einem Tiefgang von bis zu 16,5 m anlegen. Auf einem Gelände, das eine Fläche von 160 Fußballfeldern einnimmt, wird die Infrastruktur für das neue Güterverkehrszentrum realisiert, das am JadeWeserPort als Schnittstelle für Containerschiffe, Bahn und Lkw dienen wird. Damit die Logistikzone trocken bleibt, gehen die Bauspezialisten einen ungewöhnlichen Weg: Sie verlegen zur Entwässerung riesige Rohre aus glasfaserverstärktem Kunststoff statt schwererer Betonrohre.

Sandflächen so weit das Auge reicht. Dazwischen kleine Containerdörfer und unzählige Baumaschinen, die auf dem riesigen Areal wie Spielzeug wirken. Meter für Meter wurde der JadeWeserPort dem Meer abgerungen: Für den Tiefseehafen ließen die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein hinter mächtigen, aus Gestein aufgeschütteten Dämmen rund 47 Millionen Kubikmeter Sand anspülen. Die größten Containerschiffe der Welt können den JadeWeserPort ab 2012 tideunabhängig und voll beladen anlaufen. Auch die Anbindung an andere Verehrsnetze ist optimal: Der Hafen liegt direkt am Anfang der Autobahn A29. Doch nicht nur per Lkw sollen die Frachten transportiert werden, sondern auch auf der Schiene. 14 km Gleise und 41 Weichen sind im Hafengebiet verlegt, es sieht aus wie auf einem Ran gier - bahnhof. Der Betrieb kann nur reibungslos laufen, wenn das Gelände selbst bei stärksten Niederschlägen nicht unter Wasser steht. Das ist unter anderem Aufgabe der Osnabrücker Köster GmbH: Ihr Geschäftsbereich Tiefbau realisiert in einer Kernbauzeit von nur acht Monaten die komplette Infrastruktur für die JadeWeserPort Logistics Zone GmbH & Co. KG, eine hundertprozentige Tochter des Landes Niedersachsen. Seit Anfang 2011 sind bis zu 50 Bauspezialisten und 14 Großgeräte im Einsatz. Sie verlegen für die Entwässerung der gesamten Fläche keine üblichen Betonrohre. Man entschied sich gemeinsam mit dem Auftraggeber bewusst für Rohre aus GfK (Glasfaserverstärkter Kunststoff). Insgesamt 7,5 Kilometer der im patentierten FLOWTITE-Wickelverfahren hergestellten Glasfaserrohre und rund 90 Schächte des gleichen Systems werden bis Ende 2011 unter dem aufgespülten Boden des Hafenareals verschwunden sein.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 04 - 2012 (April 2012)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. Christoph Bockmühl

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