GIS als Werkzeug der Prozessunterstützung

Geografische Informationssysteme (GIS) sind bei HAMBURG WASSER seit den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Einsatz. Während der ersten Jahre stand die Abbildung und Erzeugung von Kartenwerken im Vordergrund. Inzwischen gewinnen die Nutzung der Geodaten durch GIS-Auswertungen und die Prozessintegration eine immer größere Bedeutung. Es werden vier Beispiele für realisierte Prozessintegrationen vorgestellt: das Betriebsführungssystem im Kanalnetzbetrieb, der Vermessungsdatenfluss bei Rohrnetzbauvorhaben, die Armaturenüberwachung und das Störungsmanagement beim Rohrnetzbetrieb.

HAMBURG WASSER vereinigt die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung in der Metropolregion Hamburg unter einem Dach. Das Zusammengehen der Unternehmen Hamburger Wasserwerke GmbH und Hamburger Stadtentwässerung AöR unter der Dachmarke HAMBURG WASSER bietet viele Möglichkeiten der Vereinfachung von sich überschneidenden Tätigkeiten im Ver- und Entsorgungsgebiet. Dies betrifft auch die GIS-Anwendungen beider Häuser, welche vereinheitlicht wurden und eine einheitliche und gemeinsame Prozessunterstützung durch raumbezogene Informationen ermöglichen.
Beide Unternehmen begannen in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit der Einführung von Geografischen Informationssystemen – in einer Zeit, in der auch die Stadt Hamburg beschloss, ihre Stadtgrundkarte künftig digital zu verwalten. Die Systemauswahl und die Konzeptionierung der GIS-Erfassung, also die Überführung der vorhandenen analogen Katasterunterlagen in die GI-Systeme, mussten zuerst geplant und aufgesetzt werden. Bei der Stadtentwässerung wurde die Digitalisierung in den 90er-Jahren fremdvergeben, bei den Hamburger Wasserwerken wurde die Erfassung in die laufenden Prozesse einbezogen und 2007 fertiggestellt. Erst nach Abschluss dieser aufwendigen Prozesse war ein Arbeiten mit den Daten in vollem Umfang möglich. Dies zeigt sich auch im gesamten GIS-Umfeld der Branche. Viele Unternehmen haben GIS-Daten vorliegen und möchten nun den Mehrwert dieser strukturierten Daten gegenüber analogen Kartenwerken nutzen. Man spricht deshalb von der Prozessintegration im GIS-Umfeld. Die GIS-Daten dienen nicht mehr nur als Datengrundlage für die Erstellung von Ausdrucken und Kartenwerken. Die systematische Auswertung der Daten zur Sanierungsplanung, die Unterstützung der Betriebsführung, die Verknüpfung der verschiedenen ITSysteme, um redundante Datenführungen zu vermeiden, sind Beispiele für den Anspruch der GIS-Betreiber, nun auch weiteren Nutzen aus den enormen Datenmengen .zu ziehen
 



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 05 - 2012 (Mai 2012)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dipl.-Ing. Andreas Dikomey

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