Rastatt: zentrale Trinkwasserenthärtung mit Kalkmilch

Seit April 2011 ist im Wasserwerk Ottersdorf in der Stadt Rastatt eine moderne Anlage zur Trinkwasserenthärtung in Betrieb. Rund 46.000 Einwohner der Stadt und der umliegenden Ortsteile werden seither mit enthärtetem Trinkwasser versorgt. Neben grundsätzlichen Informationen zur zentralen Enthärtung wird in diesem Bericht insbesondere auf die Schnellentkarbonisierung durch Dosierung von Kalkmilch eingegangen.

Die Nachteile einer Versorgung der Bürger mit hartem Trinkwasser sind hinlänglich bekannt. Es ist zu erwarten, dass die Probleme mit Kalkausfällungen im Bereich der zentralen Warmwasserbereitstellung – insbesondere in Mehrfamilienhäusern – aufgrund der neuen Trinkwasserverordnung zunehmen werden. Grund hierfür könnten höhere Brauchwassertemperaturen zur prophylaktischen Legionellenbekämpfung sein. Viele Wasserabnehmer werden, insbesondere bei harten Wässern, auf dezentrale Klein-Enthärtungsanlagen mit all ihren Nachteilen in Bezug auf Kosten und Wasserqualität zurückgreifen. Einen Ausweg stellt die zentrale Enthärtung im Wasserwerk dar.
Das Wasserwerk Ottersdorf wurde Anfang 1977 in Betrieb genommen. Das aus drei Tiefbrunnen (Tiefe zwischen 36 und 55 m) mit je zwei Unterwasserpumpen geförderte sauerstoffarme Grundwasser enthält – geogen bedingt – Eisen und Mangan. Die Leistung der einzelnen Brunnen liegt bei rund 200 m³/h. Die Aufbereitungsanlage besteht aus einem Oxidator (D = 1,6 m) und sechs nachgeschalteten Filterkesseln (D = 3,7 m). Zur aufbereitungstechnischen Entfernung des Eisens und Mangans wird das Rohwasser zunächst in einem Oxidator mit Luftsauerstoff angereichert. Der Luftsauerstoff wirkt oxidierend und bewirkt die Bildung von schwerlöslichen Eisen- und Manganverbindungen, die in den Quarzsand-Schnellfiltern abgeschieden werden. Aus den beiden nachfolgenden Reinwasserspeicherbehältern (Volumen 2 x 2.100 m³) wird das Trinkwasser mit vier Netzpumpen (Q = 450 m³/h je Pumpe) mit einem Druck von 4,5 bar ohne weitere Zusätze oder Chlorzugabe in das Versorgungsnetz eingespeist. Das Wasserwerk Ottersdorf deckt rund 70 % des gesamten Wasserbedarfs der Kernstadt und der Ortsteile ab. Es wird – wie die Wasserwerke Rauental und Niederbühl – automatisch betrieben.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 01 - 2012 (Januar 2012)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dipl.-Ing., Dipl.-Wi.-Ing. Olaf Kaspryk
Dipl.-Ing. Ulrich Kornhaas
Dipl.-Ing.(FH) Manfred Brugger

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