Wasserkraftnutzung in Hessen

Im Auftrag der hessischen Umweltverwaltung wurde eine standortbezogene Analyse der Wasserkraftnutzung in Hessen durchgeführt. Diese beinhaltet Untersuchungen sowohl zur energetischen Leistungsfähigkeit im Ist-Zustand als auch verschiedene Variantenbetrachtungen. Darüber hinaus werden Informationen zur Beeinflussung der gewässermorphologischen Situation durch die jeweiligen Wasserkraftanlagen zusammengestellt.

Die Wasserkraftnutzung bedingt ein Spannungsfeld zwischen Gewässerschutzzielen einerseits und regenerativer Stromerzeugung andererseits.
So liefert die energetische Nutzung des Wassers in Deutschland nach wie vor einen wichtigen Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung. Demgegenüber belegen zahlreiche Untersuchungen, dass die Wasserkraftnutzung die Gewässermorphologie unserer Fließgewässer nachteilig beeinflusst. Folglich spielt auch die Verbesserung der gewässerökologischen Situation im Einflussbereich der Kraftwerke eine entscheidende Rolle für das Erreichen eines guten Zustandes der Fließgewässer, wie er von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gefordert wird. Dementsprechend ist es erklärtes Ziel der Bundesregierung, sowohl die Wasserkraftnutzung als auch eine Verbesserung der gewässerökologischen Situation im Einklang zu fördern.
Vor diesem Hintergrund hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) das Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft der Universität Kassel beauftragt, eine Analyse der Wasserkraftnutzung in Hessen durchzuführen und darüber hinaus ein Planungswerkzeug für die hessische Umweltverwaltung zu entwickeln. Dieses soll einen schnellen und übersichtlichen Zugriff auf die Informationen zu den Wasserkraftanlagen (WKA) in Hessen ermöglichen. Darüber hinaus war es Ziel, auf der Basis von Leistungsplanberechnungen das Arbeitsvermögen für beliebige Anlagenstandorte und die energetischen Auswirkungen geänderter Randbedingungen, z. B. basierend auf gewässerökologischen Verbesserungsmaßnahmen, ermitteln zu können. Darauf aufbauendwaren im Planungswerkzeug Funktionen zur Berücksichtigung der Einnahmensituation, der mit den untersuchten Maßnahmen verbundenen Investitionen und somit zur Bilanzierung der jeweiligen finanziellen Folgen bereitzustellen.
Intensiv begleitet wurde das Vorhaben von Vertretern der Wasserwirtschaft, Wasserkraft und Fischerei. In diesem Beitrag werden Auszüge aus den ermittelten Kennzahlen zur Wasserkraftnutzung in Hessen vorgestellt. Eine Beschreibung wesentlicher Elemente des Planungswerkzeuges kann entnommen werden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 7-8 / 2011 (August 2011)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Prof. Dr.-Ing. Stephan Theobald
Dipl.-Ing. Frank Roland

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