Fließgewässerkraftwerke zur Wasserkraftnutzung an ökologisch sensiblen Standorten

Freie Fließstrecken an voralpinen Flüssen weisen meist signifikante Eintiefungstendenzen auf, denen mit Hilfe von flussbaulichen Maßnahmen in Form von Sohlenbauwerken Einhalt geboten werden kann. Vor dem Hintergrund eines notwendigen Ausbaus der Nutzung erneuerbarer Energien ist es naheliegend, solche Querbauwerke auch energetisch zu nutzen. Ein wesentlicher Leitgedanke dabei ist, den Fließgewässercharakter auch bei Wasserkraftnutzung zu erhalten. Das Konzept des Fließgewässerkraftwerkes wird den schwierigen Rahmenbedingungen und der großen ökologischen Sensibilität gerecht.

Der Begriff Fließgewässerkraftwerk steht für die Anordnung und den Betrieb bekannter wasserbaulicher Elemente unter der Zielsetzung der Reduzierung ungünstiger Einflüsse auf die Gewässerökologie.
Die konkreten hydraulischen und sedimentologischen Anforderungen (u. a. an die Fließgeschwindigkeiten) sind von gewässerökologischen Experten standorttypisch vorzugeben. Gegenüber einer konventionellen Wasserkraftanlage (z. B. Stutzkraftstufe) ergeben sich eine geringere nutzbare Fallhöhe und damit in der Regel eine signifikant geringere Effektivität in Hinblick auf die Erzeugung regenerativer Energie.
Durch projektspezifische Anforderungen (Verbesserung der Energiegewinnung, Hochwasserschutz, Sohlenstabilisierung) kann es notwendig werden, die Wasserstand-Abfluss-Beziehungen in Teilbereichen anzupassen. Hierdurch kann die Kraftwerksleistung deutlich erhöht werden. Die Einflüsse auf die Gewässerökologie sind dann in jedem Einzelfall zu bewerten.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 7-8 / 2011 (August 2011)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Dr.techn. Barbara Brinkmeier
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Markus Aufleger

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