Temperaturmanagement der Wupper im Bereich der Kraftwerke Barmen und Elberfeld

Durch die Einrichtung eines prognosebasierten Temperaturmanagements in der Wupper werden die Lebensbedingungen für natürlich vorkommende Fischarten unterhalb der thermischen Kraftwerke entschieden verbessert. Erreicht wird dies durch die Bestimmung ökologisch gerechtfertigter Obergrenzen der Wassertemperatur und einer statistischen Prognose der Wassertemperatur in Verbindung mit der Kühlwassereinleitung der Kraftwerke in Wuppertal.

Die Wassertemperatur ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf Süßwasserlebewesen. Sie beeinflusst alle biochemischen und physiologischen Aktivitäten, auch die der Fische. Fische reagieren insbesondere während der Entwicklungsphase als Jungtier sensibel auf Änderungen der Wassertemperatur. Daher sind viele thermische Kraftwerke bei der Einleitung von Kühlwasser in Flüsse durch die wasserrechtliche Erlaubnis verpflichtet, bestimmte Obergrenzen der Wassertemperatur einzuhalten. Eine drohende Überschreitung der Grenzwerte führt zu Restriktionen im Kraftwerksbetrieb und infolge dessen zu einer Reduktion der Stromproduktion. Der dann notwendige und kurzfristige Einkauf von Strommengen bei anderen Erzeugern führt im Allgemeinen zu hohen Mehrkosten. Ein operationales Temperaturmanagement des Flusses, das die zumeist wirtschaftlichen Interessen der Kraftwerksbetreiber und gleichzeitig die ökologischen Rahmenbedingungen des Gewässers berücksichtigt, kann sowohl zu einem ökonomischen als auch ökologischen Mehrwert beitragen. Voraussetzungen für ein solches Temperaturmanagement sind eine möglichst genaue Prognose der Wassertemperatur der folgenden Tage und Kenntnis über die Anspruche der Fischfauna bezüglich der Wassertemperaturen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 9 / 2011 (September 2011)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Michael Windmann
Prof. Dr. Göran Kauermann
Dr. Andreas Hoffmann
Joachim Tischbierek
Dipl.-Ing. (FH) Volker Leonhard

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