Ehemalige Schleuse im Berliner Spreekanal – Geschichtliche Entwicklung, Ist-Zustand und zukünftige Nutzungsmöglichkeit

In Berlin-Stadtmitte verläuft ungefähr parallel zu dem Richtung Nordwesten fließenden Streckenabschnitt der Spree von der Staustufe Mühlendamm bis zum nördlichen Ende der Museumsinsel der Spreekanal. Innerhalb dieses Kanals, der über eine Länge von etwa 1,8 km verfügt, befindet sich ca. 900 m unterhalb dessen Ausleitung – nahe des Standortes des früheren Berliner Stadtschlosses – das Stauwehr Kupfergraben. Am rechten Ufer dieses Wehrs ist eine ungefähr 36 m lange Einkammerschleuse vorhanden, die nach dem Verbot des Sportbootverkehrs auf der innerstädtischen Spree im Jahr 2000 unterwasserseitig durch eine Betonwand verschlossen wurde. Das seit diesem Zeitpunkt ungenutzte Bauwerk war Gegenstand der Untersuchungen, die im Folgenden nach einem kurzen historischen Rückblick erläutert werden.

Der Staustufe Kupfergraben kommt durch die Entwicklung der früheren Doppelstadt Berlin/Kölln zum wirtschaftlichen und politischen Zentrum des Deutschen Reiches, die mit der Schiffbarmachung des Spreekanals ausgelöst wurde, besondere geschichtliche Bedeutung zu. Mit der nördlich hiervon vorhandenen Schleusenbrücke und der anschließenden Ausbuchtung des Kupfergrabens auf der Seite des früheren Schlossplatzes leistet das Bauwerk einen wesentlichen Beitrag zum Stadtbild. Derzeit verfügt jedoch die ungenutzte Schleusenkammer über zahlreiche Schäden. So ist z. B. der Fugenmörtel des Verblendmauerwerks der uferseitigen Kammerwand bereichsweise infolge Wasserdurchtritt herausgespült worden. Unterhalb der durchspülten Fugen haben sich auf der Werksteinoberfläche Kalkablagerungen ausgebildet. Die Fugen der Werksteinfassung auf der Schleusenplattform sind von Bewuchs durchwurzelt. An den sichtbaren Betonoberflächen sind Abwitterungen der Zementhaut bis auf die Gesteinskörnung sowie zahlreiche Risse und Kantenabplatzungen durch Gefrieren von eindringendem Wasser festzustellen.
Zur weiteren Erhaltung der Staustufe ist eine Instandsetzung des Schleusenbauwerks erforderlich. Wasserführende Fugen und Risse müssen mit Zementleim oder Zementsuspension injiziert werden. Abplatzungen und hohl liegende Mörtelantragungen sind zu entfernen, um anschließend die Oberfläche unter Wahrung des bisherigen Erscheinungsbilds zu reprofilieren. Der lose Fugenmörtel des Sichtmauerwerks muss bis auf erreichbare Tiefe ausgekratzt werden. Hiernach ist eine Neuverfugung der Natursteinquader vorzunehmen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 12 / 2011 (Dezember 2011)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. M. Sc. Ralf Gastmeyer

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