Impulswellen infolge Lawineneinstoß in den Speicher Kühtai

Als Ausbau der bestehenden Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz wird durch die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG der Neubau des Jahresspeichers Kühtai geplant. Dabei sind zwei potenzielle Naturereignisse ermittelt worden, welche gemäß einer rechnerischen Abschätzung im gefüllten
Speicher Impulswellen mit allfälligem Schadenspotenzial erzeugen könnten. Die VAW wurde daher beauftragt, ausgewählte schneelawinen- und felssturzinduzierte Impulswellen im physikalischen Modell zu generieren und deren Propagation sowie Auflaufen zu untersuchen.
Es wurde gezeigt, dass die maßgebenden Impulswellen die Dammkrone im Modell nicht zu überschwappen vermögen.

Bei der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz soll zusätzlich zu den bestehenden Speichern Finstertal und Längental eine zweite Oberstufe zugebaut werden. Dazu plant die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG), den Jahresspeicher Kühtai und ein zweites Pumpspeicherkraftwerk im hinteren Längental zu erstellen [1]. Der neue Speicher befindet sich in einer hochalpinen Region und hat ein Nutzvolumen von ca. 31 Mio. m3. Die Dammkrone liegt 5 m über dem Stauziel von 2 140 mMh und ca. 110 m über Gelände. Die Sperre verfügt beim Projektstand zu Beginn der Modelluntersuchungen über eine wasserseitige Dammneigung von 1:1,45 und enthält keinen Wellenbrecher. Die Hochwasserentlastungsanlage (HWE) des Speichers befindet sich linksufrig nahe dem Dammwiderlager und besteht aus einem Standardüberfallprofil mit anschließender Sammelrinne und einem Schrägschacht als  Transportbauwerk.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 1-2 / 2011 (Januar 2011)
Seiten: 7
Autor: Dipl.-Ing. Helge Fuchs
Dr. Michael Pfister
Prof. Dr. Robert Boes
Dr.-Ing. Sebastian Perzlmaier
Dr. Robert Reindl

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