Sohlenstabilisierung und Erosionseindämmung am Beispiel der Elbe

An einem Abschnitt der Mittelelbe hat sich die Gewässersohle über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren um durchschnittlich einen Meter eingetieft. Diese Erosionstendenzen stellen eine zunehmende Gefährdung für die Funktionsfähigkeit des Stromregelungssystems dar.
Auch sind zukünftige Auswirkungen auf die Umwelt nicht auszuschließen. Auf der Grundlage eines Sohlenstabilisierungskonzeptes werden von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes notwendige Maßnahmen zur Eindämmung der Erosion bei gleichzeitiger Beibehaltung der natürlichen Sohlendynamik umgesetzt.

Als Erosion wird eine langfristige und großräumige Eintiefung der Flusssohle bezeichnet. Seit mehr als 100 Jahren lässt sich in einem Abschnitt der oberen Mittelelbe Sohlenerosion beobachten, weshalb dieser Abschnitt „Erosionsstrecke“ genannt wird. Wurde zunächst der Bereich zwischen Mühlberg (Elbe-km 120) und Coswig (Elbe-km 230) so bezeichnet, wird heute auch die sich unterstromig anschließende Strecke bis zur Saalemündung (Elbe- km 290,7) mit einbezogen. Die Erosion der Sohle geht mit einem entsprechenden Absinken des Flusswasserspiegels einher. Sie hat u. a. nachteilige Auswirkungen auf die Schifffahrtsverhältnisse und auch auf die Bauwerkssicherheit des bestehenden Stromregelungssystems. Da auch das flussnahe Grundwasser vom Wasserspiegelabsunk betroffen ist, sind Beeinträchtigungen für das Ökosystem der Talaue nicht auszuschließen. Um einer weiter fortschreitenden Erosion entgegen zu wirken und die Sohle zu stützen, wird der Elbe seit Mitte der 1990er Jahre Geschiebeersatzmaterial in wechselnden Abschnitten der Erosionsstrecke zugeführt. Für eine nachhaltige Eindämmung der Erosion sind jedoch flankierende Maßnahmen im Bereich des Gewässerbettes und in den Vorländern notwendig. Hierfür hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) im Jahr 2009 in Zusammenarbeit mit den Bundesanstalten für Wasserbau (BAW) und Gewässerkunde (BfG) sowie mit Unterstützung der Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt das „Sohlenstabilisierungskonzept für die Elbe von Mühlberg bis zur Saalemündung“ aufgestellt. Es ist seitdem Planungs- und Handlungsgrundlage für die Unterhaltungsmaßnahmen der WSV in diesem Elbabschnitt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 6 / 2011 (Juni 2011)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Geogr. Thomas Gabriel
Dipl.-Ing Elke Kühne
Dipl.-Ing. Petra Faulhaber
Dr.-Ing. Markus Promny
Dr. rer. nat. Peter J. Horchler

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