Rekultivierung von Deponien und Altlasten 2011


Aktueller Stand der Erarbeitung bundeseinheitlicher Qualit√§tsstandards, Eignungsbeurteilungen und Zulassungen f√ľr Komponenten der Deponieabdichtungssysteme
Wolfgang Bräcker
Bis zum Inkrafttreten der Deponieverordnung (DepV) [2] sahen die abfallrechtlichen Vorschriften [3] bis [5] f√ľr die Basis- und Oberfl√§chenabdichtung von Deponien Regelabdichtungssysteme vor. F√ľr darin vorgesehene Kunststoffdichtungsbahnen und geotextile Schutzschichten hat die Bundesanstalt f√ľr Materialforschung und ‚Äďpr√ľfung (BAM) Zulassungen erteilt. F√ľr die √ľbrigen Komponenten der Regelabdichtungssysteme wurde die Eignung als grunds√§tzlich gegeben unterstellt.
Der Deponiebetrieb in Baden-W√ľrttemberg - Handlungshilfen und Erkenntnisse aus Untersuchungen
OAR, Dipl.-Ing. Klaus Nagel, Dipl.-Ing. Markus Schmerbeck
In Baden-W√ľrttemberg sind rund 670 Deponien vorhanden. √Ėffentlich zug√§nglich werden noch 1 Deponie der Klasse DK III, 23 Deponien der Klasse DK II und 22 Deponien der Klasse DK I sowie rund 300 Deponien der Klasse 0 aktiv betrieben sowie 1 Untertagedeponie. Die meisten Deponien werden von den √∂ffentlich-rechtlichen Entsorgungstr√§gern (√∂rE) bzw. den beauftragten Kommunen betrieben.
Auswirkungen der geplanten ErsatzbaustoffV und der √Ąnderung der BBodschV auf Deponiebetreiber
Hartmut Haeming
Heute stellt sich die Verwertung mineralischer Abf√§lle in Deutschland inhomogen dar, weil jeweils l√§nderspezifische Regelungen ‚Äď oftmals im Erlassweg ‚Äď getroffen worden sind. Dies f√ľhrt nicht selten dazu, dass mineralische Abf√§lle vorzugsweise dort Einsatz finden, wo an die Voraussetzungen f√ľr eine Verwertung gerade die geringsten Anspr√ľche gestellt werden.
Einf√ľhrung des Deponieselbst√ľberwachungssystems ADDISweb in NRW ‚Äď Ziele und erste Erfahrungen
Dr. Michael Tiedt
Das Abfalldeponie-Dateninformationssystem ADDIS dient der Erfassung, √úbermittlung, Archivierung und Bereitstellung von Daten, die im Zuge der Deponie√ľberwachung anfallen bzw. f√ľr diese ben√∂tigt werden. Im Jahr 1998 wurde das Informationssystem in Nordrhein-Westfalen eingef√ľhrt. Das Land Nordrhein-Westfalen hat damals die Deponieselbst√ľberwachungsverordnung erlassen, in der die Pflichten der Deponiebetreiber bez√ľglich der Deponieselbst√ľberwachungsverordnung geregelt sind. Eine dieser Pflichten umfasst die √úbermittlung der Daten in digitaler Form nach einer festgelegten Schnittstellendefinition.
SKZ/T√úV-LGA G√ľterichtlinie Rohre, Rohrleitungsteile, Sch√§chte und Bauteile in Deponien
Dipl.-Ing. Armin Stegner
Gem√§√ü den Anforderungen der Deponieverordnung (DepV) m√ľssen f√ľr Bauteile in Deponien die Materialien, die Herstellung der Systemkomponenten und deren Einbau sowie die Eigenschaften dieser Komponenten im Einbauzustand so gew√§hlt werden, dass die Funktionserf√ľllung der einzelnen Komponenten und des Gesamtsystems √ľber einen Zeitraum von mindestens 100 Jahren sicher gestellt ist. Produkte m√ľssen hierf√ľr einem Qualit√§tsstandard entsprechen, der bundeseinheitlich gew√§hrleistet ist. Eine ausreichende Funktionserf√ľllung setzt neben der Auswahl hierf√ľr geeigneter Produkte auch eine auf den Anwendungsfall abgestimmte Planung sowie ein umfassendes Qualit√§tsmanagement voraus. In der SKZ/T√úV-LGA G√ľterichtlinie ‚ÄěRohre, Rohrleitungsteile, Sch√§chte und Bauteile in Deponien‚Äú wird ein solcher einheitlicher Standard von der Herstellung bis zur Wartung beschrieben.
Perfluorierte Tenside (PFT) ‚Äď eine neu erkannte Stoffgruppe in Deponiesickerwasser. Bedeutung, Auswirkungen, Reaktionen
Dipl.-Ing Martin Bischop
Bei Perfluorierten Tensiden (kurz: PFT) handelt es sich um organische Verbindungen mit oberflächenaktiven Eigenschaften. PFT zeichnen sich dadurch aus, dass in den Molekularverbindungen Wasserstoffatome durch Fluoratome substituiert sind. Aufgrund der Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen wirken PFT nach außen hin negativ polar; es sind also anionische Tenside.
Dichtungskontrollsysteme als Alternative zur zweiten Dichtungskomponente nach DepV
Silke Schwöbken
Seit mehr als 20 Jahren werden Dichtungskontrollsysteme zur langfristigen Kontrolle von Kunststoffdichtungsbahnen in den verschiedensten Anwendungen eingesetzt.
Sanierung der Bachverdolung unter der Deponie Fludersbach, Landkreis Siegen-Wittgenstein
Dipl.-Ing. Wolfgang Edenberger, Dipl.-Ing. Jörg Kässinger, Dipl.-Ing. (FH) Oliver Schlemme
Der im Oberstrom der Deponie Fludersbach ankommende gleichnamige Bach wird unter dem Auff√ľllk√∂rper in Form einer Verrohrung hindurchgef√ľhrt. Diese Verrohrung wurde in duktilem Guss (GGG) mit Zementm√∂rtelauskleidung und einem hydraulisch ausreichenden Innendurchmesser von 1.000 mm (DN 1000) ausgef√ľhrt.
Wirtschaftliche Herstellung von Oberflächenabdichtungssystemen am Beispiel der Deponie Außernzell
Dipl.-Ing. (FH) Stefan Schatz
Die Abfallwirtschafts-Gesellschaft Donau-Wald mbH (AWG) betreibt im Kreis Deggendorf auf der Gemarkung der Gemeinde Au√üernzell seit 1977 eine Siedlungsabfalldeponie. Auf den bisher ausgebauten Bauabschnitten 1 u. 2, 6, 9, 10, 11, 12 und 13 wurden bisher insgesamt ca. 3,6 Mio m¬≥ Abf√§lle abgelagert. Die √§ltesten Bauabschnitte 1 und 2 weisen keine definierte Basisabdichtung auf, w√§hrend die folgenden Bauabschnitte 6 und 10 bereits √ľber 2- bzw. 3-lagige mineralische Basisabdichtungssysteme verf√ľgen. Deponieverordnungskonforme Basisabdichtungssysteme weisen dagegen die neuesten Bauabschnitte BA 11 ‚Äď 13 auf.
Interdisziplinärer methodischer Ansatz zur Konzipierung von Wasserhaushaltsschichten
Dipl.-Ing. Mario M√ľller, Dr.-Ing. Said Al-Akel, Prof. Dr.-Ing. J√ľrgen I. Schoenherr, Prof. Dr.-Ing. habil Jens Engel
Neben anderen technischen Sicherungselementen haben als Wasserhaushaltsschicht ausgef√ľhrte Rekultivierungsschichten in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung bei der Oberfl√§chenabdichtung von Deponien erlangt. Im aktuellen deutschen Deponierecht (Deponieverordnung - DepV) aus dem Jahre 2009 werden erstmals definierte Anforderungen f√ľr Rekultivierungs- sowie Wasserhaushaltsschichten ausgewiesen. Das zunehmende Interesse an einer gut funktionierenden Wasserhaushaltsschicht resultiert u. a. aus dem Anreiz heraus, eine Dichtungskomponente einsparen zu k√∂nnen.
Oberfl√§chenabdichtungssysteme mit Komponenten aus aufbereitetem Baggergut ‚Äď Wasserhaushalt, Aufgrabungsergebnisse, Hydrochemie
Dr. Klaus Berger, Dr. Alexander Gröngröft
Die Unterhaltung von Häfen und Binnenwasserstraßen erfordert häufig eine fortlaufende Baggerung der Wasserstraßen und Hafenbecken. Im Bereich des Hamburger Hafens fallen pro Jahr etwa 4 bis 6 Mio. m3 Baggergut an, von denen der größte Teil im Strom umgelagert wird. Etwa 1 Mio. m3 pro Jahr werden an Land behandelt.
Standortspezifische Setzungs√ľberwachung von Deponien
Dr.-Ing. Florian Kölsch
Das Basisabdichtungssystem stellt im Hinblick auf die gemeinwohlvertr√§gliche Beseitigung von Abf√§llen unabh√§ngig von der Qualit√§t der abgelagerten Abf√§lle den zentralen Bestandteil des Deponiebauwerks dar. Daher werden an die Funktionsf√§higkeit der Abdichtung besondere Anforderungen gestellt. Beeintr√§chtigungen der Schutzwirkung der Abdichtungen sind in jedem Falle zu vermeiden. Wichtigste Ursache f√ľr Besch√§digungen sind mechanische Belastungen, deren Auswirkungen (Verformungen, Setzungen, Risse usw.) besonderer √úberwachung bed√ľrfen.
Mikrobielle Methanoxidation in Deponieabdeckschichten zur Eliminierung von Schwachgasemission ‚Äď Feldstudien auf einer MBA-Deponie
M.Sc. Hui-i Lo, Dipl.-Biol. Sonja Bohn, Prof. Dr. rer. nat. Johannes Jager
Deponien und Altablagerungen z√§hlen mit sch√§tzungsweise 500-800 Mt CO2-√Ąquivalenten pro Jahr zu den bedeutendsten Quellen anthropogen bedingter Methanemissionen weltweit (Bogner, Matthews, 2003). Auch der modernste Stand der Technik in Bezug auf Gasfassungssysteme kann nicht verhindern, dass nach wie vor ein erheblicher Anteil an Methan in die Atmosph√§re entweicht und zur globalen Erw√§rmung beitr√§gt.
Standortbezogene Kriterien zur Beurteilung der Umweltverträglichkeit von Deponieemissionen unter dem Aspekt der Nachsorgedauer
Dipl.-Ing. David Laner, Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Johann Fellner, o. Univ. Prof. Dr. Dipl. Natw. Paul H. Brunner
Deponien stellen innerhalb der Abfallwirtschaft Senken f√ľr Stoffe, die aus √∂konomischen oder √∂kologischen Gr√ľnden nicht verwertet werden k√∂nnen, dar. Trotz effizienter werdender Recyclingtechnologien wird die Abfallwirtschaft auch in Zukunft nicht auf Deponien verzichten k√∂nnen. Allerdings ist zu erwarten, dass zuk√ľnftige Deponien so konzipiert sind, dass allenfalls auftretende Emissionen ein umweltvertr√§gliches Ma√ü nicht √ľberschreiten, was ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu heutigen Deponien darstellt. S√§mtliche Deponien, die bisher angelegt wurden, ben√∂tigen eine Bewirtschaftung und Kontrolle, die sich zeitlich √ľber das Ende der Einbringung von Abf√§llen erstreckt.
Sanierung der Sonderm√ľlldeponie in Bonfol (Schweiz) ‚Äď erste Erfahrungen
Dr. Anton Aeby
Seit Einf√ľhrung der Altlastenverordnung 1998 werden Altlasten- und Deponiefragen im √∂ffentlichen Leben der Schweiz sehr offen behandelt. Medien, Politiker und B√ľrgervereinigungen nehmen sich des Themas an, der √∂ffentliche und politische Druck w√§chst.
Alternative M√∂glichkeiten zur Nachnutzung von Deponiefl√§chen w√§hrend der Stilllegungsphase unter Ber√ľcksichtigung der Problematik der Standsicherheit in jungen Deponien
Dipl. Geol. Christoph Dörschug, Klaus Waldera
Dieser Vortrag zeigt eine M√∂glichkeit auf, wie eine Brachfl√§che, in diesem Fall eine ehemalige Hausm√ľlldeponie, w√§hrend der Stilllegungsphase genutzt werden kann. Aufgrund der exponierten Lage wurde die Errichtung einer Photovoltaikanlage in einer s√ľdlich ausgerichteten Steilb√∂schung gew√§hlt.
300.000 ha Deponiefl√§chen in der EU ‚Äď eine Ressource f√ľr Wirtschaft, Freizeit und Naturschutz (EU-Projekt ‚ÄěSufalNet4EU‚Äú)
Dipl.-Ing Albrecht Tschackert
SufalNet4EU - Der Projekttitle steht f√ľr Sustainable Use of Former and Abandoned Landfills For You. Mit diesem Wortbandwurm wird ein Projekt beschrieben, bei dem unter F√∂rderung durch die Europ√§ische Union in einem Netzwerk europ√§ischer Deponiebetreiber nachhaltige Nutzungen fr√ľherer und stillgelegter Deponien entwickelt und als Modellvorhaben beschrieben werden sollen. In einem n√§chsten Schritt nach Projektende k√∂nnen die Partner dann diese Modellvorhaben im Rahmen der nationalen und regionalen Strukturfonds realisieren.
Einsatzm√∂glichkeiten von Kraftwerksr√ľckst√§nden bei Deponiebau und ‚ÄďRekultivierung sowie zur Abfallbehandlung
Dr. Michael Zingk
Die Gesellschaft f√ľr die Aufbereitung und Verwertung von Reststoffen mbH (GFR) besch√§ftigt sich im Rahmen ihrer Gesch√§ftst√§tigkeit und in FuE-Vorhaben seit 1986 mit der Verwertung von speziellen R√ľckst√§nden aus Steinkohlekraftwerken in einer Gr√∂√üenordnung von j√§hrlich mehreren hunderttausend Tonnen. Bei diesen R√ľckst√§nden handelt es sich um Gemische von Aschen und R√ľckst√§nden aus der Rauchgasentschwefelung.
Möglichkeiten zur Optimierung der Deponieentgasung
Dipl.-Chem. J√ľrgen Kanitz
In der Vergangenheit ist im Rahmen der Deponieentgasung oft √ľber Undichtigkeiten von Gasbrunnen und die Auswirkung auf die Gasfassung referiert worden. Im folgenden Text soll darauf eingegangen werden, wie solche Undichtigkeiten erkannt und lokalisiert werden k√∂nnen und es soll eine M√∂glichkeit aufgezeigt werden, aufgefundene Undichtigkeiten zu beseitigen.
Erste Verordnung zur √Ąnderung der Deponieverordnung
Dr. Karl Biedermann, Dr.-Ing. Bernd Engelmann
Die ersten Regelungen zu Deponien fanden sich in Deutschland im Jahr 1969 im Merkblatt 3 der Zentralstelle f√ľr Abfallbeseitigung des Bundesgesundheitsamtes. Sie weisen durchaus Parallelen zu heute geltenden Regelungen auf. Das Merkblatt enthielt schon damals Anforderungen an die Planung, die Errichtung, den Betrieb und den Abschluss von Deponien sowie Altanlagenregelungen, die die Umwandlung von Abfallpl√§tzen in geordnete Deponien betrafen.
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