Möglichkeiten und Grenzen der Phosphorrückgewinnung bei der Abwasser- und Abfallentsorgung

Phosphor ist neben Stickstoff von essentieller Bedeutung für alle biologischen Organismen. Für das Wachstum der Pflanzen ist Phosphor ein limitierender Faktor und daher ein Hauptbestandteil jedes Pflanzendüngers. In dieser Funktion kann auf den Einsatz von Phosphaten nicht verzichtet werden, da keine Substitute existieren. Seit Jahrzehnten wird der bei der Abwasserreinigung entstehende Klärschlamm, obwohl er die Schadstoffsenke bei der Abwasserreinigung ist, landwirtschaftlich verwertet, um die dort gebundenen Nährstoffe Phosphor und Stickstoff in den Nährstoffkreislauf zurückzuführen.

Abwasser bzw. die im Rahmen der Abwasserreinigung entstehenden Klärschlämme sowie Wirtschaftsdünger und Tiermehl bzw. Fleischknochenmehl enthalten einen Großteil der in Deutschland zu Düngezwecken benötigten Phosphate. Damit ist die Möglichkeit gegeben, durch Behandlung dieser Stoffströme und gezielte Kreislaufführung der rückgewonnenen Phosphate bzw. durch direkten Einsatz phosphathaltiger schadstoffarmer Fraktionen, deren Phosphatgehalt außerdem für die Nutzpflanzen verfügbar sein muss, die Einfuhr von Mineraldünger aus endlichen Phosphaterzlagerstätten deutlich zu senken. Die dem gegenüber stehenden Grenzen der Phosphorrückgewinnung sind mittlerweile weniger technischer Herkunft, sondern ergeben sich eher aus den Verfahrenskosten, die derzeit noch höher liegen als der Marktpreis von Phosphor. Allerdings ist in den letzten ein bis zwei Jahren eine drastische Preissteigerung zu verzeichnen gewesen, so dass voraussichtlich in naher Zukunft recycelter Phosphor nicht nur einem ökologischen, sondern auch dem wirtschaftlichen Vergleich mit Phosphor aus primären Quellen Stand halten kann.
(Seitenanzahl beinhaltet Text und Folien)



Copyright: © Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Quelle: Internationales Klärschlamm-Symposium (Juni 2008)
Seiten: 29
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Johannes Pinnekamp
Dr.-Ing. Katrin Gethke-Albinus (geb. Gethke)
Dr.-Ing. David Montag

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