Der Brunnen im Hause Spich

Durch siedlungsgeschichtliche Untersuchungen im Raum Troisdorf-Spich motiviert ergab sich die Möglichkeit, im Keller des ehemaligen Adelssitzes „Haus Spich“ einen alten Brunnen zu erforschen. Aufgrund seiner Konstruktion und basierend auf heute leider nicht mehr zugänglichen, früheren Untersuchungen, stand die Vermutung im Raum, dass er bis in römische Zeiten zurückreichen könnte.

Die Eigenart des Landschaftsraumes im Bereich der Stadt Troisdorf – die den Auengebieten von Agger und Sieg benachbarten fruchtbaren Böden und das jagdbare Wild der umliegenden Wälder bzw. der Wahner-Heide – ermöglichten die Ansiedelung von Menschen schon in vorgeschichtlicher Zeit. So sind über die gesamte Steinzeit hinweg (Ca. 2,5 Mio.- 2000 v. Chr.) Menschen im Troisdorfer Raum nachweisbar. Zunächst schöpften sie aus den offenen Gewässern der Umgegend das Trinkwasser und versorgten sich damit hinreichend. Schon in der Jungsteinzeit (Jungsteinzeit bzw. Neolithikum in Europa ca. 6000-2000 v. Chr.) wurden Brunnen zur Wasserversorgung der Bevölkerung angelegt. Einige der ältesten noch nachweisbaren Brunnen finden sich in Mylouthkia auf Zypern, die im 10. oder 9. Jt. v. Chr. in festem Kalkstein abgeteuft wurden, um eine jungsteinzeitliche Siedlung mit Wasser zu versorgen. Für den europäischen Raum mag der Holzbrunnen in Kückhoven bei Erkelenz angeführt werden, der von Bandkeramikern etwa um 5100 v. Chr. angelegt wurde und heute eines der ältesten erhaltenen Holzbauwerke der Welt darstellt. Der Bau von Brunnen war jedoch im damals wasserreichen Troisdorfer Stadtgebiet sicherlich noch nicht wirklich vonnöten, da neben Agger und
Sieg allein elf Bachläufe das Wasser für die sich langsam entwickelnden Siedlungsstandorte spendeten.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 11 - 2011 (November 2011)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Michael Werling

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