Andienungspflicht f√ľr Kunststoffe

(28.5.2009)
Die jahrelangen, wenig erfolgreichen Bem√ľhungen des roh- und des werkstofflichen Recyclings von Kunststoffen lassen nur einen Schluss zu: Kunststoffe entziehen sich der Kreislaufwirtschaft. Mehr noch, die Schadstoffbilanz bei der energetischen Verwertung von Kunststoffen fordern besondere Aufwendungen bei der Reinigung der Abgase, wie sie heute eigentlich nur M√ľllheizkraftwerke bew√§ltigen. Die Andienungspflicht f√ľr Kunststoffe ist der logische Schritt.

In Deutschland werden j√§hrlich ca. 20 Mio. t Kunststoffe produziert. Bei einer energetischen Verwertung von Kunststoffen kann nur ein Achtel der zur Kunststoffherstellung eingesetzten Energie (KEA) als Strom√§quivalent zur√ľck gewonnen werden. Damit kann niemand zufrieden sein.

 

W√ľrden alle diese 20 Mio. t Kunststoffe gar nicht produziert, k√∂nnte man sich eine Gesamtbrennstoffleistung von ca. 62 Gigawatt sparen ‚Äď das ist deutlich mehr als die installierte Leistung aller Kernkraftwerke in Deutschland mit ca. 21,5 Gigawatt.

 

Der K√∂nigsweg kann nur sein, Kunststoffe so gut es geht zu vermeiden und schon beim Kauf der Kunststoffe auf die realen Kosten der Kunststoffentsorgung und die langfristigen Gefahren hinzuweisen. ‚ÄěKunststoffe gef√§hrden unsere Umwelt‚Äú

 

Bis dahin bleibt nur die M√ľllverbrennung als die √ľber Andienungspflicht vorgeschriebene Entsorgungsl√∂sung.

 

Das w√ľrde eine erhebliche Schadstoffanreicherungen in der Umwelt und in Pseudoprodukten vermeiden und der Scheinverwertung die Grundlage entziehen.

 

Dass dies im Detail nat√ľrlich komplexer ist, versuche ich in meinen Artikel √ľber die Bewertung der Systemkosten f√ľr den Einsatz von Kunststoffen darzulegen.

 

Reinhard Schu, Walkenried





Kommentare:

Australische Stadt verbannt Plastik-Wasserflaschen von Dipl.-Ing.(TU) Werner P. Bauer (ia GmbH - Wissensmanagement und Ingenieurleistungen), am 10.07.2009
Folgenden passenden Text habe ich soeben im Europaticker gefunden: "Mit gro√üer Mehrheit hat die Bev√∂lkerung der australischen Kleinstadt Bundanoon im Bundesstaat New South Wales f√ľr ein Verkaufsverbot von Plastikwasserflaschen gestimmt. Damit soll auf den stetig wachsenden M√ľllberg aufmerksam gemacht werden. Ein solches Verbot gebe es bisher in keiner Stadt der Welt, berichtet ABC-News.

F√ľr die Herstellung und den Transport der Flaschen sind gro√üe Mengen an Energie erforderlich. Die leeren Flaschen enden im Abfall oder werden deponiert, berichtet der Sprecher der Kampagne "Bundy on Tap". Mehr als 350 Bewohner der Stadt hatten im Rathaus f√ľr den Vorschlag gestimmt, nachdem eine Getr√§nkefirma auf die Idee kam, ein unterirdisches Wasserreservoir anzuzapfen. "Das Unternehmen hatte die Idee, das Wasser von hier zu nehmen, es nach Sydney zu transportieren und es dort in Flaschen zu f√ľllen, um es wieder hier zu verkaufen", so John Dee, einer der Mitarbeiter der Kampagne. Die lokale Bev√∂lkerung sei √ľber diesen Vorschlag erz√ľrnt gewesen. "Erstmals wurde den Menschen bewusst, welcher Energieaufwand f√ľr diesen ganzen Prozess notwendig ist", schildert der Mitarbeiter...In der Zwischenzeit wird die Kampagne auch vom Premierminister des Bundesstaates New South Wales unterst√ľtzt. Ab sofort wurde der Einkauf von verpackten Wasser in der Regierung gestoppt und die Mitarbeiter dazu angehalten, Leitungswasser zu trinken."
In dem Bericht kommt alles zur Sprache: Plastik landet auf der Deponie und die Vorteile von Kunststoff, niedriges Gewicht bei hoher Festigkeit, f√ľhren zu absurden Prozessketten.


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