Energie aus Abfall 8 (2011)


Erneuerung der MVA Leudelange unter Integration vorhandener Anlagenteile
Dipl.-Ing. Uwe Jolas
SIDOR ist ein abfallwirtschaftlicher Zweckverband in Luxemburg. Dem SIDOR angegliedert sind 36 Gemeinden aus dem S√ľden und der Mitte Luxemburgs inklusive Luxemburg Stadt. SIDOR ist somit verantwortlich f√ľr die Entsorgung der Abf√§lle von etwa 345.000 Einwohnern und somit etwa Zweidritteln der Gesamtbev√∂lkerung von Luxemburg. Neben SIDOR gibt es in Luxemburg noch die Zweckverb√§nde SIGRE und SIDEC.
Anlagentechnik zur thermischen Verwertung von Abf√§llen ‚Äď Einflussgr√∂√üen f√ľr die optimale Auslegung und den bedarfsgerechten Anlagenbetrieb ‚Äď
Dipl.-Ing. Jörg Eckardt
Abf√§lle sind ein bedeutender Energietr√§ger der Neuzeit. Ihr energetisches Potential dient der Strom- und W√§rmeerzeugung und ersetzt Prim√§rbrennstoffe wie Kohle, √Ėl oder Gas. Durch die thermische Verwertung der Abf√§lle wird die Entstehung von Treib-hausgasen verringert und vermieden. Verringert, weil die bei der Deponierung der Abf√§lle entstehenden zus√§tzlichen Emissionen verhindert werden, und vermieden, weil durch die Substitution weniger fossile Brennstoffe verbrannt werden.
Martin R√ľckschub-Rost Vario
Dipl.-Phys. Ph.D. Edmund Fleck, Dipl.-Ing. Johannes J. E. Martin
Restabf√§lle werden heute in zunehmendem Umfang zur Energiegewinnung verwendet. Dabei hat sich der Brennstoff Restabfall in den letzten Jahren gegen√ľber fr√ľheren Haushaltsabf√§llen grundlegend ver√§ndert. Verschiedenste Ma√ünahmen der Vorbehandlung und ein regional stark unterschiedliches Stoffstrommanagement f√ľhren zu h√∂heren, stark schwankenden Heizwerten, geringeren Ascheanteilen, unterschiedlichsten Monofraktionen und dadurch einem schwankenden Verbrennungsverhalten.
Anlage zur integrierten thermischen Verwertung von Abfall und Kl√§rschlamm f√ľr Milano Sud
Dipl.-Ing. Thomas Vollmeier, Dipl. Chem. Ing. Luciano Pelloni
Die Stadt Mailand entsorgt seit den sechziger Jahren ihre Siedlungsabf√§lle zu einem gro√üen Teil √ľber den Weg der Abfallverbrennung. Hierf√ľr wurden zwei Anlagen erstellt, eine im S√ľden der Stadt, die Anlage Viale Zama, eine im Norden, Silla 1. Beide Anlagen waren im Eigentum der Stadt und wurden von deren √∂ffentlich-rechtlichen Werken betrieben, heute bekannt unter dem Namen Amsa ‚Äď Azienda Milanese Servizi Ambientali, nun eine Tochtergesellschaft der halbstaatlichen Holding A2A.
Kennzahlen zur Betriebsoptimierung von Kesselanlagen
Dipl.-Ing. Jost Sternberg, Dipl.-Ing. Sven Gose
Nach Sch√§tzungen des BDH sind heute in Deutschland etwa 30.000 Kesselanlagen mit Leistungen oberhalb von 1 MW Leistung f√ľr die Erzeugung von W√§rme und Dampf installiert. Zusammengenommen haben diese Anlagen einen nennenswerten Anteil am Prim√§renergieverbrauch in Deutschland. Sie werden jedoch wegen unterschiedlicher Anforderungen an den W√§rmebedarf nur zu einem geringen Anteil kontinuierlich betrieben, so dass f√ľr eine zielgerichtete energetische Optimierung auch das Betriebsverhalten ber√ľcksichtigt werden muss. Wie im Folgenden dargestellt, ist das Verh√§ltnis von Aufwand und Nutzen bei energetischer Optimierung der W√§rmeerzeuger sehr stark von den tats√§chlichen Betriebsbedingungen abh√§ngig. So sind zum Beispiel aufw√§ndigere Ma√ünahmen wie Abgasw√§rmetauscher und Luftvorw√§rmung nur bei Anlagen mit hohen Betriebszeiten kommerziell sinnvoll.
Zwei Jahre Standzeit eines 460 ¬įC √úberhitzers in einer thermischen Abfallverwertungsanlage
Stefan Schmalz, Dipl.-Ing. Jörg Taubitz, Dipl.-Ing. Thorsten Witzke
In der Europäischen Union wird der Anteil der zu verbrennenden Abfallmengen immer größer. Dies beruht im Wesentlichen auf der europäischen Entscheidung, den anfallenden Abfall in Zukunft möglichst nicht mehr zu deponieren, sondern ihn in effizienten Abfallverwertungsanlagen (MVA) thermisch zu nutzen.
W√§rme√ľbertragung bei hinterl√ľfteten und hintergossenen Feuerfest-Plattensystemen
Dipl.-Ing. Sebastian Grahl, Professor Dr.-Ing. Michael Beckmann
Keramische Feuerfest-Plattensysteme finden zur Einhaltung von verfahrenstechnischen Prozessanforderungen und als Schutzsystem f√ľr Rohrw√§nde weit verbreiteten Einsatz unter stark korrosiven sowie abrasiven Bedingungen, wie sie in Abfall- und Biomasseverbrennungsanlagen in der Regel zu finden sind. F√ľr geringe W√§rmedurchgangswiderst√§nde, geringe Verschmutzungsneigung, gutes Online-Reinigungsverm√∂gen, schnelle Montage, planbare Wartungsintervalle und h√∂here Wirtschaftlichkeit werden seit einigen Jahren bevorzugt Plattensysteme eingesetzt. Nach dem sich daraus ergebenden Wandaufbau des Dampferzeugers kann eine Unterteilung in sogenannte geklebte, hintergossene und hinterl√ľftete Systeme vorgenommen werden.
Temperatur- und W√§rmestrommessungen bei hintergossenen und hinterl√ľfteten Feuerfest-Plattensystemen
Dipl.-Ing. Karl-Ulrich Martin
Der Schutz der Membranwand in Verbrennungskesseln f√ľr Haus- und Industrieabfall, Biomassen, Ersatzbrennstoffen ist durch die Entwicklung der Auskleidungssysteme, insbesondere der keramischen Plattensysteme, in den letzten Jahre auch hinsichtlich deren sicheren absch√§tzbar langen Standzeiten zufriedenstellend gel√∂st
W√§rme√ľbertragungsverhalten von hinterl√ľfteten Platten am praktischen Beispiel einer Abfallverbrennungsanlage
Dipl.-Ing. Markus Horn, Hans-Peter Aleßio, Dipl.-Min. Christian Bratzdrum, Dipl.-Ing. Joos Brell, Dipl.-Ing. Dominik Molitor
Ziel einer Abfallverbrennungsanlage ist es neben der Entsorgung der Abf√§lle, die durch die Verbrennung freigesetzte Energie so effizient wie m√∂glich in eine nutzbare Form (Dampf zur Stromerzeugung, Prozessdampf f√ľr Industriestandorte, Fernw√§rme usw.) umzuwandeln. F√ľr mit Ersatzbrennstoffen (EBS) betriebene Anlagen tritt das Entsorgungsmotiv hinter das der Energiewandlung sogar zur√ľck.
Der Pyrobustor ‚Äď zwei Praxisbeispiele zur Kl√§rschlammpyrolyse
Dr.-Ing. Uwe Neumann, Dipl.-Ing. Réka Tittesz
Allgemein bekannt ist die thermisch oxidative Verwertung von teilgetrockeneten Klärschlämmen in Form der Monoverbrennung in stationären Wirbelschichtfeue-rungen. Ein solches Verfahren bietet sich grundsätzlich als zentraler Verwertungspfad bei größeren Kläranlagen an, wie es sich z.B. seit Jahren im Klärwerk Karlsruhe bewährt hat.
Technischer Stand beim Schweißplattieren
Dipl.-Ing. Wolfgang Hoffmeister, Dipl.-Wirtsch.-Ing. Michael Bartels
Die thermische Verwertung von Abf√§llen in MVA, Bio- und Ersatzbrennstoffanlagen f√ľhrt bekannterma√üen zu Korrosionsph√§nomen an den √ľblicherweise verwendeten Materialg√ľten wie z.B. 16Mo3, P265GH, 13CrMo45. Besonders bei hoher Werkstofftemperatur f√ľhren die im Abgas freigesetzten Elemente Chlor und Schwefel zu extremen Abzehrungen durch Hochtemperatur-Chlorkorrosion und Salzschmelzenkorrosion. Die Begrenzung der Abgastemperaturen, sowie Abgaszusammensetzung und die Betriebsweise k√∂nnen dazu beitragen Korrosionsmechanismen zu minimieren.
Entwicklung eines korrosions- und anbackungshemmenden Beschichtungssystems f√ľr Abfallverbrennungs- und Biomasseanlagen
Frank Meyer, Dimitrina Lang
Chlorkorrosion und/oder Anbackungen sind in Biomasseanlagen und thermischen Abfallbehandlungsanlagen ein gro√ües Problem und f√ľhren unter anderem dazu, dass die betreffenden Anlagen bei relativ niedrigen Dampftemperaturen (maximal 450 ¬įC zur Minimierung der Chlorkorrosion) betrieben werden m√ľssen. Dar√ľber hinaus sind aufw√§ndige Reinigungsvorrichtungen und h√§ufige Revi-sionszyklen (1 bis 2 pro Jahr) notwendig und f√ľhren daher zu geringer Effizienz, einer gewissen Ausfallwahrscheinlichkeit und hohen Instandhaltungs- und Betriebskosten.
Feuerfestauskleidungen ‚Äď Neuentwicklung zur Erh√∂hung der Oxidationsbest√§ndigkeit
Dr.-Ing. Fabiano Rodrigues, Rainer Weiss, Dipl.-Ing. Sascha Alexander Koch
In den letzten Jahrzehnten f√ľhrten die Verbrauchergewohnheiten moderner Gesellschaften zu einem signifikanten Anstieg des Hausm√ľllaufkommens. In demographisch dichten und hoch entwickelten Nationen wurden sehr schnell die Grenzen der Deponiekapazit√§ten erreicht. Zum Beispiel wurde vom Europ√§ischen Umweltministerium ein durchschnittlicher Anstieg des Hausm√ľllaufkommens von 15 % zwischen 1995 und 2005 festgestellt. F√ľr den Zeitraum von 2005 bis 2020 werden nochmals 25 % vorhergesagt. Energiekrisen und die Problematik der globalen Erw√§rmung haben das Interesse an alternativen, gr√ľnen Energien zudem erh√∂ht. Gef√∂rdert von diesen Faktoren erfuhr die Technologie der Abfallverbrennung ein deutliches Wachstum.
Cladding im Überhitzerbereich bei erhöhten Dampfparametern am Beispiel des MHKW Frankfurt
Dipl.-Geol. Werner Schmidl, Dr. rer. nat. Hansjörg Herden, Dipl.-Ing Rainer Keune, Dipl.-Geogr. Susanne Klotz, Dipl.-Ing. Karl-Heinz Schuhmacher
In der Zeit von 2003 bis 2009 wurde die Abfallverbrennungsanlage der Stadt Frankfurt komplett erneuert. Dabei wurde auch die Verbrennungsleistung von 400.000 t Abfall/Jahr auf 525.000 t Abfall/Jahr angehoben und im Heizkraftwerk ein neuer Turbogenerator von 46,5 MW elektrischer Leistung sowie ein vergrößerter Heizkondensator zur Fernwärmeversorgung von 99 MW installiert.
Einsatz innovativer Rußbläsersysteme zur effizienten Überhitzerreinigung mit Wasser
Dr.-Ing. Dimitri Mousko, Leopold Groselj, Manfred Frach, Dr.-Ing. Christian Mueller
Die in M√ľllverbrennungsanlagen, Biomassekesseln sowie in Ersatzbrennstoffkesseln eingesetzten Brennstoffe variieren von sortenreinen hochqualitativen Fraktionen bis zu vielf√§ltigen Kombinationen von schwierigen Brennstoffen mit eventuell gef√§hrlichen bzw. unbekannten Komponenten. Die daraus resultierende Vielzahl an m√∂glichen Brennstoff- und Aschezusammensetzungen ist enorm. Dies ist sehr oft ein Grund f√ľr das starke Verschlackungs- und Verschmutzungsverhalten in einem Kessel, das zu reduzierter W√§rme√ľbertragung und unter Umst√§nden auch zu intensiver Korrosion f√ľhren kann. Hieraus kann f√ľr die Kesselbetreiber die Problematik der begrenzten Anlagenverf√ľgbarkeit, des reduzierten Wirkungsgrades und der damit verbundenen Verluste entstehen.
Energetische Optimierungspotentiale von Abgas- reinigungsverfahren hinter Abfallverbrennungsanlagen
Professor Dr.-Ing. Rudi H. Karpf, Dipl.-Ing. Tina Kr√ľger
Der Aspekt der Energieerzeugung aus Abf√§llen gewinnt durch die steigenden Anforderungen an den Klimaschutz sowie die knapper werdenden Ressourcen an Prim√§renergietr√§gern immer mehr an Bedeutung. Auch die stetig steigenden Prim√§renergiepreise geben neue Anreize, die noch im Abgas zur Verf√ľgung stehenden Energiepotentiale zu nutzen.
Upgrading von Nasswäschern in Abfallverbrennungsanlagen
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Schmidt, Wolfgang Karl
Die prinzipielle Aufgabe eines SO2-W√§schers besteht neben der eigentlichen Abscheidung darin: ‚ÄĘ das Gas relativ schnell gleichm√§√üig √ľber die W√§scherquerschnittsfl√§che zu verteilen, ‚ÄĘ das Gas mit der Suspension in Kontakt zu bringen, ‚ÄĘ die Reaktion zwischen SO2 und dem Absorptionsmittel optimal ablaufen zu lassen, ‚ÄĘ die Oxidation des entstehenden Sulfits zu Sulfat zu realisieren.
Leistungsfähigkeit von Abgasreinigungsanlagen
Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker, Dipl.-Ing. Yves No√ęl, Dr.-Ing. Robert Daschner, Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, Dipl.-Ing. Ulf Raesfeld
Anlagen zur thermischen Behandlung von Abf√§llen dienen der Verwertung bzw. der Beseitigung eines breiten Spektrums an Abf√§llen, in denen oftmals eine Vielzahl umweltgef√§hrdender Stoffe enthalten ist. Ein Teil dieser Stoffe verl√§sst den Konversionsprozess √ľber das Abgas. Mit dem Ziel, die Umwelt vor sch√§dlichen Einwirkungen, insbesondere durch Luftverunreinigungen, zu sch√ľtzen, unterliegen diese Anlagen der 17. Verordnung zur Durchf√ľhrung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ‚Äď der Verordnung √ľber die Verbrennung und Mitverbrennung von Abf√§llen
Das SNCR-Verfahren ‚Äď Entwicklungsstand und Perspektiven
Dipl.-Ing. Bernd von der Heide
In Verbrennungsanlagen f√ľr Abfall, Ersatzbrennstoffe und Biomasse haben sich in den letzten Jahren zunehmend SNCR-Verfahren f√ľr die NOx-Abscheidung im Abgas durchgesetzt. Mit diesem Verfahren k√∂nnen je nach Anlagenkonzept NOx-Reingaswerte < 100 mg/Nm¬≥ bei einem NH3-Schlupf < 10 mg/Nm¬≥ sicher eingehalten werden, so dass dieses Verfahren f√ľr die zur Zeit g√ľltigen und auch f√ľr die in absehbarer Zukunft zu erwartenden NOx-Grenzwerte als die Beste Verf√ľgbare Technik zu betrachten ist.
Zuverl√§ssig und kosteng√ľnstig ‚Äď Antworten auf die erh√∂hten Anforderungen an die Emissionsgrenzwerte aus Sicht eines Anlagenbauers
Dipl.-Ing. R√ľdiger Margraf
Quasitrockene bzw. konditioniert trockene Verfahren unter Verwendung von Cabasierten Additiven zur Gasreinigung hinter Verbrennungsanlagen f√ľr Abfall- und Ersatzbrennstoffe (EBS) haben insbesondere in Deutschland in den letzten Jahren eine herausragende Stellung eingenommen. Diese konzeptionell einfache Technik erm√∂glicht die simultane Abscheidung von Partikeln, sauren Schadgaskomponenten wie HF, HCl und SOx, Quecksilber und anderen Schwermetallen sowie Dioxinen/Furanen in einer Stufe.
Modifizierte Trockenabsorption zur energetischen und wirtschaftlichen Optimierung der Abgasreinigung
Dr. Bernd Morun
Während in den sechziger bis neunziger Jahren bei der Abfallverbrennung das Hauptaugenmerk der Minimierung und Stabilisierung/Inertisierung der Abfälle galt, werden heute Abfälle verschiedenster Herkunft zum teilweisen oder kompletten Ersatz fossiler Energieträger immer stärker als echte Brennstoffquelle zur Ressourcenschonung genutzt. Da kesselseitig eine Steigerung der Energieeffizienz kaum noch möglich, steht die Energieeffizienzsteigerung der häufig noch energieintensiven Abgasreinigung im Blickfeld.
VapoLAB ‚Äď Die Evolution in der Abgasreinigung Grundlagen ‚Äď Konzepte ‚Äď Ausf√ľhrung
Dipl.-Ing. Christian Fuchs, Frank Tabaries
Abgasreinigung f√ľr die bei der energetischen Verwertung von Hausm√ľll und Ersatzbrennstoffen entstehenden Abgase ist eine anspruchsvolle Aufgabe: Die sichere Entsorgung von Reststoffen und den darin enthaltenen Schadstoffen bei Einhaltung der gesetzlichen Emissionsgrenzwerte ist vordringlich. F√ľr die Betreiber dieser Verwertungsanlagen kommen allerdings noch weitere Forderungen hinzu. So ist der sichere und zuverl√§ssige Dauerbetrieb der Anlagen ebenso wie der wirtschaftliche Umgang mit Betriebsstoffen und die maximierte Energiegewinnung eine Forderung. Aus dieser komplexen Aufgabenstellung heraus erkl√§ren sich die Entwicklungen der letzten Jahre f√ľr die verschiedensten Abgasreinigungsverfahren und Betriebsstoffe.
Vergleichende ökonomische Betrachtung verschiedener Einsatzstoffe bei Trockensorptionsverfahren zur Abgasreinigung
Professor Dr.-Ing. Michael Beckmann, Professor Dr.-Ing. Rudi H. Karpf, Dipl.-Ing. Volker D√ľtge, Dipl.-Ing. Tao Wen
Im Bereich der Umwelttechnik und insbesondere in der Abgasreinigung werden Kalkprodukte seit langem erfolgreich zur Abscheidung von sauren Schadgasen wie Chlorwasserstoff (HCl), Fluorwasserstoff (HF) und Schwefeldioxid (SO2) eingesetzt. Bei den Trockensorptionsverfahren konkurriert das Calciumhydroxid bzw. Kalkhydrat (Ca(OH)2) mit Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3), einem weiteren Reagenz f√ľr die trockene chemisorptive Schadstoffabscheidung.
Sicherheitstechnische Aspekte bei der Anwendung von kohlenstoffhaltigen Sorbentien zur Flugstromadsorption
Dipl.-Ing. J√ľrgen Wirling
Die Aktivkohletechnik, die als Sch√ľttschichtfilter mit k√∂rnigen Sorbentien oder als Flugstromverfahren mit pulverf√∂rmigen Sorbentien ausgef√ľhrt wird, z√§hlt wegen der erreichbaren hohen Abscheidegrade zu den weitest verbreiteten Verfahren in der Abgasreinigung. Die in den letzten Jahren zunehmend zum Einsatz kommende adsorptive Abgasreinigung in einem Flugstromverfahren bei Nutzung vorhandener Entstaubungsaggregate, stellt hierbei eines der einfachsten und zugleich kosteng√ľnstigsten Verfahren dar. Zur sicheren Handhabung der verfahrensintegrierten Aktivkohletechnik sind Kenntnisse √ľber die Eigenschaften der zum Einsatz kommenden Aktivkohle sowie √ľber das Verhalten dieser Aktivkohle unter den praktischen Bedingungen erforderlich.
Vermahlung von Natriumbicarbonat zur trockenen Abgasreinigung
Dipl.-Ing. (FH) Alexander Krauser
Die trockene Abgasreinigung mit Natriumhydrogencarbonat, auch bekannt als Natriumbicarbonat, doppeltkohlensaures Natrium oder Natron, stellt heute neben den sonst bekannten Verfahren, wie z.B. (quasi)trockene Verfahren mit Calzium-Sorbenzien oder Nasswäschern ein mögliches effizientes Verfahren dar, unterschiedlichste Schadstoffe aus Abgasen der verschiedensten Feuerungsprozessen zu entfernen. Der Einsatzbereich liegt dabei nicht nur bei Abfall- oder EBS-Verbrennungsanlagen, sondern auch bei Feuerungen in unterschiedlichsten Industriebereichen. Exemplarisch können hier u.a. die Glas-, die Zement- und teilweise die metallurgische Industrie genannt werden, bei denen die zulässigen Grenzwerte nach 17. BImSchV wirtschaftlich erreicht, ja sogar unterschritten werden können.
Ein Vergleich der Möglichkeiten von SCR und SNCR
Dr.-Ing. Thomas Reynolds, Philip Reynolds, Dipl.-Ing. Reinhard Pachaly
Stickoxide, NO und NO2, in der Summe als NOx bezeichnet, entstehen primär bei Verbrennungen bei hohen Temperaturen. Die Reaktanden sind Sauerstoff und Stickstoff aus Verbrennungsluft und Brennstoff. Durch gesetzliche Verordnungen, wie der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) sind Betreiber von Feuerungsanlagen verpflichtet, NOx-Emissionsgrenzwerte einzuhalten.
Neuartiges SNCR-Verfahren
Dr. J√∂rg Kr√ľger, Dr.-Ing. Sascha Kr√ľger
Da Stickoxide umweltsch√§dlich sind und technische M√∂glichkeiten bestehen, diese Gase in den Abgasen von Verbrennungsanlagen zu minimieren, haben sich die Gesetzgeber der meisten Industriel√§nder entschieden, die Stickoxidemissionen st√§rker zu begrenzen. Die Grenzwerte f√ľr NOx-Konzentrationen von Abfallverbrennungsanlagen werden in den aktuellen europ√§ischen Richtlinien Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) mit 200 bzw. 400 mg/Nm¬≥ festgelegt. Die beiden Grenzwerte gelten f√ľr 93 % bzw. 100 % aller Halbstundenmittelwerte des Jahres.
Anwendung von Energiekennzahlen f√ľr Abfallverbrennung
Dr. Oliver Gohlke, M.Sc. Dipl.-Ing. Martin J. Murer
Die Zielsetzung der Behandlung von Hausm√ľll war lange die Beseitigung der Abf√§lle, wobei die Hygienisierung und die Minimierung von Umweltbelastungen im Vordergrund standen. In der heutigen Zeit sind Entwicklungen wesentlich, die zus√§tzlich den Anforderungen an Energieeffizienz und Ressourcenschonung entsprechen. Dar√ľber hinaus werden Technologien vorangetrieben, die zur Vermeidung von Deponierung und F√∂rderung von Recycling f√ľhren.
Energetische Optimierung von Abfallverbrennungsanlagen ‚Äď am Beispiel des MHKW Kassel ‚Äď
Dr.-Ing. Norbert Tanner
Die unterschiedlichen Verfahren der thermischen Abfallbehandlung sind ausgerichtet auf eine sichere und umweltverträgliche Verwertung von Abfällen. Die Energie wird im Wesentlichen zur Stromerzeugung und bei Vorhandensein von Abnehmern auch als Prozess- und Fernwärme genutzt.
Steigerung der Energieeffizienz von MVA durch wärmegetriebene Erzeugung von Kälte
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Dipl.-Ing. (FH), Dipl. (FH), MBA Bernhard Hartleitner
Bereits heute werden angesichts der stetig steigenden Energiepreise die Auswirkungen eines nachlassenden Angebotes an fossilen Ressourcen erkennbar. Gleichzeitig tr√§gt der weltweit noch immer steigende Einsatz fossiler Ressourcen zu einer Erh√∂hung des CO2-Aussto√ües und damit einer Versch√§rfung der Klimaproblematik bei. Angesichts dessen gilt es neben einem sparsameren Umgang mit Energie, s√§mtliche M√∂glichkeiten einer Steigerung der Effizienz √ľber alle Bereiche der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs auszuloten sowie m√∂glichst zu nutzen.
Betriebsartenkonzepte f√ľr die Abfallverbrennung
Dipl.-Ing. Michael Busch, Dipl.-Ing. Johannes J. E. Martin, Dipl.-Elektroingenieur Albert Bossart, Silvia Bardi
Abfallverbrennungsanlagen m√ľssen heute immer flexibler betrieben und verst√§rkt in regionalen sowie √ľberregionalen Energie-/Fernw√§rmekonzepten, wie z.B. auch in Kraftwerksparks eingebunden werden. Dies bedeutet, dass sich die wirtschaftlichste Fahrweise von Fall zu Fall unterscheiden kann. Unterschiedliche Ziele k√∂nnen z.B. maximaler Brennstoffdurchsatz, maximale Energieauskopplung, minimierte Schadstoffemission oder maximale Reisezeit sein.
Kostenoptimierter Anlagenbetrieb ‚Äď Benchmarking
Dipl.-Ing. Michael H√∂ling, Oliver M√ľller
Die E.ON Energy from Waste AG (EEW) steuert im E.ON-Konzern die Aktivit√§ten im Bereich Strom-, Fernw√§rme-, und Prozessdampferzeugung aus Abfall- und Ersatzbrennstoffen. Die EEW betreibt derzeit direkt bzw. √ľber Beteiligungen 18 Abfallheizkraftwerke sowie Ersatzbrennstoffkraftwerke mit insgesamt 36 Verbrennungslinien und einer technischen Verbrennungskapazit√§t von etwa 5,1 Millionen Tonnen pro Jahr. In Deutschland ist die EEW mit einem Marktanteil von zwanzig Prozent, dies entspricht einer technischen Verbrennungskapazit√§t von etwa 4,7 Millionen Tonnen pro Jahr, Marktf√ľhrer.
Optimierungspotenzial bei der Kombination von video- und infrarot-kamera-basierten Kenngr√∂√üenberechnungen f√ľr die Feuerleistungsregelung
Prof. Dr.-Ing Christian Gierend, He Ping, Uwe Schneider, Sebastian Georg
Die thermische Behandlung von Abf√§llen basiert auf deren Verbrennung. Sie ist eine Weiterentwicklung der prim√§r der Abfallbeseitigung dienenden Abfallverbrennung der letzten Jahrzehnte aufgrund einer ge√§nderten Aufgabenstellung [1]. Die Verbrennung mittels Rostfeuerung hat sich √ľber viele Jahrzehnte als ein Verfahren zur thermischen Behandlung von Hausm√ľll und hausm√ľll√§hnlichem Gewerbem√ľll bew√§hrt. Neben der sicheren Entsorgung stehen der emissionsarme Anlagenbetrieb, die energetische Verwertung und eine weitgehend stoffliche Nutzung der Reststoffe im Vordergrund.
Erneuerung (Ert√ľchtigung) des MHKW Bamberg
Arnd Externbrink
Das M√ľllheizkraftwerk (MHKW) Bamberg ging mit zwei Verbrennungsstra√üen im Jahr 1978 in Betrieb. Aus Kapazit√§tsgr√ľnden kam im Jahr 1982 die dritte Verbrennungsstra√üe dazu, so dass √ľber die Betriebszeit von 30 Jahren j√§hrlich in der Gr√∂√üenordnung 100.000 bis 120.000 t Hausm√ľll und hausm√ľll√§hnliche Gewerbeabf√§lle vermischt mit etwa zehn Prozent mechanisch entw√§ssertem Kl√§rschlamm verbrannt werden konnten. Auf der Abgasseite erfolgten im Laufe der Jahre entsprechend den steigenden Anforderungen aus der Gesetzeslage die in den meisten Anlagen auch durchgef√ľhrten Nachr√ľstungen.
Organisation der teilweisen Erneuerung der Abfallverbrennungsanlage Berlin Ruhleben
Dr.-Ing. Alexander Gosten
Die Planungen haben kurz nach dem Mauerbau 1961 begonnen. Die Konzeption der Anlage mit den relativ kleinen Kesseln ist daher der damaligen politischen Situation aufgrund der Insellage und dem damaligen Stand der Technik geschuldet. Entsorgungssicherheit und Redundanz waren wichtige Entscheidungskriterien, da in Westberlin die Ablagerungsmöglichkeiten naturgemäß begrenzt waren.
swb wird Stromertrag aus MHKW Bremen verdreifachen
Dipl.-Ing. Jens-Uwe Freitag, Dipl.-Ing. Uve Luttmann
Energie aus Abfall zu nutzen, ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Strategie der swb. Diese Strategie wurde insbesondere in 2007 nach dem Ende des Kohlekraftwerkprojektes Block 21 im Zuge der √úberarbeitung der Erzeugungsstrategie nochmals gesch√§rft und best√§tigt. Hier wurde als Ziel die langfristige Sicherung der Stromerzeugungsposition und dar√ľber hinaus profitables Wachstum durch Effizienzsteigerung in der industriellen Energieerzeugung als wesentliche Zielsetzung definiert. Gleichzeitig wurde die Nachhaltigkeitsstrategie der swb entwickelt, in der die Erzeugung von Strom und W√§rme aus Abfall einen wichtigen Beitrag zur Zielerreichung leistet.
Neubau des RZR II Herten als Generalunternehmer-Auftrag
Dr.-Ing. Jens Sohnemann, Dr.-Ing. Walter Schäfers, Dipl.-Ing. Hans Moll
Die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) mit dem Regional Verband Ruhr (RVR) als Gesell schafter betreibt in Herten das RZR. Dieser Standort im Kreis Recklinghau sen ist seit 1982 in Betrieb und wurde im Laufe der Jahre kontinuier lich erweitert. Im Jahr 1990 waren die folgenden thermischen Behandlungsanlagen in Betrieb (Bild 1): ‚ÄĘ 2 Linien f√ľr Siedlungsm√ľll (SM) mit Vorschubrosten und Mittelstromfeuerung, Inbetriebnahme SM1 im Jahr 1982 und SM2 im Jahr 1990, ‚ÄĘ 2 Linien f√ľr Sonderm√ľll/Industriem√ľll (IM) mit Drehrohrfeuerung, Inbetriebnahme IM1 im Jahr 1982 und IM 2 im Jahr 1989.
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