Depotech 2010

Veranstaltet vom Institut fĂŒr Nachhaltige Abfallwirtschaft und Entsorgungstechnik
3.-5. November 2010, in Loeben, Österreich


Durch RFID zur ressourcenoptimierten Kreislauf- und Entsorgungswirtschaft
Dr.-Ing. Stephan Löhle, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Arnd I. Urban
Mit dem Übergang eines Produktes in die Entsorgungsphase gehen in der Regel eine Vielzahl produktspezifischer Informationen verloren. Dieses Informationsdefizit fĂŒhrt dazu, dass anschließende Erfassungs- und Behandlungsprozesse auf den physikalischen Eigenschaften der Altprodukte und den Erfahrungswerten der Bearbeiter basieren, was ein hochwertiges, ressourcenoptimiertes Recycling der Altprodukte erschwert. Dies betrifft besonders die Abfallfraktion der Elektro- und ElektronikaltgerĂ€te als ein sehr komplexes Vielstoff- und GerĂ€teartengemisch. Mangelnde spezifische Produktinformationen fĂŒhren bei den Behandlungsprozessen dazu, dass in Kleinstmengen verbaute Wertstoffe wie Indium, Platingruppenmetalle oder seltene Erden nur unzureichend durch die bestehenden Behandlungsstrategien erfasst werden.
Carbon Capture Storage (CCS)
Vassiliki Theodoridou
Die Abscheidung und langfristige Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage – CCS) stellt eine Möglichkeit dar, die anthropogenen CO2-Emissionen in die AtmosphĂ€re zu verringern. Dabei handelt es sich um eine neuartige Technologie, welche sich in der Entwicklungs- und Erprobungsphase befindet. Der vorliegende Bericht bietet als erstes einen Einblick in den derzeitigen technischen Entwicklungsstand. Da die technische Machbarkeit, trotz offener Fragen, nicht den primĂ€r hemmenden Faktor fĂŒr den CCS Einsatz darstellt, wird zunĂ€chst der Fokus auf die weiteren Einflusskriterien gelegt. Als solche gelten ökonomische, politische und soziale Aspekte. Die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz, das Fehlen von nationalen Rechtsrahmen und zustĂ€ndigen Behörden, sowie die unbefriedigende Wirtschaftlichkeit werden als jene kritische Kriterien identifiziert, die aktuell den CCS Einsatz im wesentlichen hemmen. Da der Klimaschutz ein zeitkritisches Problem ist, das zĂŒgiges Handeln erfordert, werden abschließend Empfehlungen ausgesprochen, welche das Vorantreiben der Technologie unterstĂŒtzen.
Petroleum Coke Fly Ash Use for Heavy Metals Removal from Acid Wastewaters
A. GonzĂĄlez, Dr. Rodrigo Navia, Natalia Moreno, Xavier Querol
This work is focused on the characterizationof a Chilean petroleum coke fly ash (PCFA) from circulated fluidized bed combustion (CFCB), and its potential use in Cu2+ and Pb2+ removal from acid wastewaters (pH 4). CFBC-PCFA presents a high Ca and SO3 content, being anhydrite the major crystalline mineral phase. Regarding to their environmental characterization, despite of its high Ni and V content, leaching tests allowed concluding that CFBC-PCFA is a non-hazardous residue. Heavy metals removal tests indicate that CFBC-PCFA is able to remove Cu2+ and Pb2+ mainly due to a precipitation process, at high liquid to solid ratios. According to these results, CFBC-PCFA may be used to remove heavy metals and neutralize acid wastewaters, suggesting a possible replacement of pure and costly alkaline materials.
Torrefaction – Fuel of the Future or Technical and Economical Mistake?
M. Englisch, A. Rubick
Torrefaction is currently leaving laboratory scale. The new technology for upgrading solid biomass to 2nd generation solid biofuels is developed in parallel by different teams in Europe, the USA and Asia, investigating a wide variety of reactor types and reaction conditions in industrial scale. Torrefied material shows superior properties compared with solid biomass raw materials. The potential market rages from fuel for power plants to raw materials for syn fuel production. It offers the possibilities of using cost efficient logistic systems only found for coal.
Herausforderungen der NIR-Sortierung von gemischten AbfÀllen aus Industrie und Gewerbe
Dipl.-Ing. Dr. mont. Gernot Kreindl
Gemischte AbfĂ€lle aus der Industrie und dem Gewerbe beinhalten ein hohes Potential an Stof-fen fĂŒr eine wertstoffliche Verwertung. Neben dem kommunalen Abfallaufkommen haben auch die Menge sowie die KomplexitĂ€t von Abfallströmen aus dem Gewerbe- und Industriesektor in den letzten Jahren stetig zugenommen. Laut dem Statusbericht 2009 (UBA 2009), einer vom Bundesministerium fĂŒr Land und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft (BMLFUW) in Auftrag gegebener Bestandsaufnahme der österreichischen Abfallwirtschaft, fielen im Jahr 2008 etwas mehr als 2 Mio. Tonnen an Altstoffen im Gewerbe- und Industriebereich an. Dies entspricht rund 4% des jĂ€hrlichen Abfallgesamtaufkommens in Österreich.
IR-Analyseverfahren zur Ermittlung von Organik in mineralischen AbfÀllen
Hermann MĂŒller, G. Weißbach, M. Kolbig
Bei der VerfĂŒllung von Tagebaurestlöchern und der Rekultivierung von Deponien werden große Mengen an mineralischen Baustoffen benötigt. DafĂŒr werden ĂŒberwiegend mineralische AbfĂ€lle verwendet. Die Menge der organischen Bestandteile ist dabei besonders beschrĂ€nkt, da diese im Laufe der Zeit abgebaut werden und somit zur Gasbildung beitragen und zusĂ€tzlich Setzungen hervorrufen können. Aus diesem Grund werden die AbfĂ€lle vor der Nutzung auf ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften (z.B. GlĂŒhverlust, gesamter organischer Kohlenstoffgehalt (TOC), AtmungsaktivitĂ€t (AT4)) untersucht, um eine Eignung fĂŒr die Verwendung festzustellen. Die Untersuchungen sind direkt, wenig reprĂ€sentativ und liefern erst nach Tagen Ergebnisse. Hinzu kommt, dass mit den herkömmlichen Verfahren nur bedingt Aussagen ĂŒber die tatsĂ€chliche biologische Abbaubarkeit erbracht werden können. Hier kann das IR-Analyseverfahren klare Vorteile bringen.
Aufbereitungstechnische Charakterisierung und Untersuchung von Schreddersand
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Helmut Flachberger, Dipl.-Ing. Andreas Oberrauner, Dipl.-Ing. Andreas Schmid
Am Beispiel eines Schreddersandes – einer Fraktion des bei der Verwertung von Altfahrzeugen anfallenden Schredderleichtgutes – werden gĂ€ngige Methoden der aufbereitungstechnischen Merkmalsklassenanalyse zur Rohgut-Charakterisierung und eine Auswahl an aufbereitungstechnischen Laboruntersuchungen als Grundlagen einer Verfahrenswahl erlĂ€utert. Im Zuge der Rohgut-Charakterisierung wurde deutlich, dass die Aufbereitbarkeit des aus Kunststoffkomponenten, Textilfasern, Metallteilen, HolzspĂ€nen, GlasstĂŒcken und mineralischen Körnungen bestehenden Schreddersandes nach vorheriger Entfernung der Flusenfraktion nach den Merkmalen „Dichte“, „Magnetisierbarkeit“ und „OberflĂ€chenleitfĂ€higkeit“ vielversprechend ist und ausreichende AufschlussverhĂ€ltnisse vorliegen. Die diesbezĂŒglichen aufbereitungstechnischen Untersuchungen mittels Magnet- und Elektroscheidung wie auch Herdarbeit bestĂ€tigten diese Erkenntnisse und sind durch Bilanzen ausgewiesen.
Standards zur effizienten Gestaltung der Supply Chain in der Abfallwirtschaft
Dr. Georg Gruber
Um den immer strengeren Nachweisverfahren, den höheren Anforderungen an die RĂŒckverfolgbarkeit von Abfall und der Transparenz in den abfallwirtschaftlichen Prozessen nachzukommen bedarf es einer effizienten Gestaltung der Supply Chain. Damit die InteroperabilitĂ€t der einzelnen Akteure entlang der Supply Chain gewĂ€hrleistet werden kann, ist die Einhaltung gemeinsamer Standards notwendig. Einen solchen Standard bietet der globale Standard von GS1.
Zwei Verordnungen – Eine Basis zur Aktualisierung des bulgarischen Abfallgesetzes
Prof. Liljan Draganov, Radoslava Ivanova
Die wichtigsten und gebrĂ€uchlichsten Punkte der deutschen Deponieverordnung 2009 (DepV 2009) und der österreichischen Deponieverordnung (DVO 2008) werden in dieser Publikation behandelt. Diese Verordnungen sollen die Differenzen in den Gesetzen zur Abfallwirtschaft und den Deponien in Deutschland und Österreich vereinheitlichen.
Infectious Healthcare Waste – The METEKA Infection Prevention System
Dr. Helmut F. Katschnig
Assessing the emerging risk of nosocomial infections (HCAI) with multi-resistant germs or viruses careful management of contaminated waste needs to get increased consideration. It is a main public health imperative and responsibility to manage the infectious health care waste (IHCW) in a risk-adapted and sustainable way.
Klimarelevanz der oberösterreichischen kommunalen Abfallwirtschaft
Mag. Daniela Schrack, a. Univ. - Prof. Dr. Heinz Karl Prammer
Vor dem Hintergrund eines global und auch national ansteigenden Ausstoßes von Treibhausgasen und den damit verbundenen weitreichenden Problemen, stellt sich die oberösterreichische Abfallwirtschaft seit lĂ€ngerem die Aufgabe, möglichst nachhaltig zu wirtschaften. Um die Ergebnisse der bereits erfolgreich umgesetzten Maßnahmen darzustellen und die oberösterreichische Abfallwirtschaft auf weitere Treibhausgas-Reduktionspotentiale zu untersuchen, wurde im Auftrag des Oö. Umweltressorts vom Institut fĂŒr Betriebliche und Regionale Umweltwirtschaft und dem Energieinstitut an der Johannes Kepler UniversitĂ€t Linz eine Studie zu diesem Themenkreis durchgefĂŒhrt.
Environmental Evaluation of Waste Management Alternatives by LCA in Chile
Carla Douglas, Dr. Alberto Bezama, Nora Szarka, Elena Muñoz
Coyhaique, capital city of the AysĂ©n Region in Chile’s southern Patagonia, has approx. 45,450 inhabitants, concentrating about 50% of the total regional population (INE 2002). Currently, approx.14,000 Mg/year of municipal solid waste (MSW) are generated in Coyhaique, resulting in a per capita generation of 0.84 kg/day, characterized mainly by its organic content of 51% (SA 2008). These wastes are deposited in a landfill, which has become saturated in recent years.
Siloxan – Abluftemissionen der biologischen Abfallbehandlungsanlage (BA) Frohnleiten
Dr.-Ing. Stephan Mattersteig, Dr. rer. nat. Matthias Friese, Dipl.-Ing. Lilly Brunn, Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Bernd Bilitewski
An der biologischen Abfallbehandlungsanlage (BA)Frohnleiten wurde die Abluft von verschiedenen Intensivrotten (je nach Rottealter) auf Siloxane und die prozess-begleitenden Parameter wie Sauerstoff, Kohlendioxid, Distickstoffmonoxid sowie Summe organischer Kohlenwasserstoffe sowie Gesamt-C untersucht. Die Ergebnisse der Messungen zeigen, dass zu Beginn einer Intensivrotte die Siloxan- und Distickstoffmonoxidemissionen am höchsten sind.
Integrative Nachhaltigkeitsevaluierung regionaler Abfallwirtschaftssysteme
Prof. Ulrike Gelbmann, Mag. Dr. Hannes Klampfl-Pernold
Will man eine nachhaltige Abfallwirtschaft implementieren, ist im Sinne einer umfassenden Bewertung auf ökologische, ökonomische und auch gesellschaftliche Auswirkungen zu achten. Allerdings fehlt ein gesellschaftsbezogenes Mess- und Bewertungsinstrumentarium im Hinblick auf die Abfallwirtschaft fast vollstĂ€ndig. Daher beauftragte uns die Fachabteilung 19D „Abfallund Stofflusswirtschaft“ des Landes Steiermark mit der Erstellung dieser Studie.
EDV-gestĂŒtzte Abfallmengenprognose auf Gemeinde- und Bezirksebene
Dipl.-Ing. Mag. Peter Beigl, Dipl.-Ing. Dr. Sandra Lebersorger
Im vorgestellten Projekt wird eine Methode zur Prognose des kommunalen Abfallaufkommens auf Gemeinde- und Bezirksebene vorgestellt, die die AbschĂ€tzung des MengengerĂŒsts erleichtert. Wesentliche Neuerungen sind, dass kleine Gebietseinheiten berĂŒcksichtigt werden, dass bestehende Prognosen von statistischen Ämtern berĂŒcksichtigt werden können und dass wesentliche Einflussfaktoren, wie z.B. abfallwirtschaftliche Maßnahmen, quantifiziert werden können. Die Datenbasis umfasst 542 steiermĂ€rkische Gemeinden, 39 sozioökonomische Indikatoren und bis zu 49 Abfallarten ĂŒber einen Zeitraum von 14 Jahren. Das finale Modell fĂŒr das kommunale Abfallaufkommen inkludiert die HaushaltsgrĂ¶ĂŸe, die Steuerkraftkopfquote und den Anteil der GebĂ€ude mit Heizungen fĂŒr feste Brennstoffe. Ein Softwaretool wurde entwickelt, um die flexible Anwendung des Modells fĂŒr Gemeinden und VerbĂ€nde zu ermöglichen. Im Paper werden Datengrundlagen, Auswertungen und Prognoseergebnisse im Überblick dargestellt.
Was ist noch drin im RestmĂŒll?
Dipl.-Ing. Christian Daehn
Im Zusammenhang mit der Diskussion um Ressourcenschonung und knapper werdender Rohstoffe wird in letzter Zeit verstĂ€rkt ĂŒber den Abfall als Rohstoffquelle diskutiert. Auch im Siedlungsabfall werden hier noch erhebliche Potentiale gesehen. Ist diese GoldgrĂ€berstimmung (Schlagwort „Urban Mining“) tatsĂ€chlich berechtigt? In Bayern werden gerade bei den AbfĂ€llen aus Haushalten inzwischen erhebliche Anteile getrennt erfasst und einer stofflichen Verwertung zugefĂŒhrt. Der Anteil des nicht verwertbaren RestmĂŒlls ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurĂŒckgegangen. Die Verwertungsquote, d.h. der Anteil der verwerteten AbfĂ€lle am Gesamtabfallaufkommen, hat sich inzwischen bei ĂŒber 70% stabilisiert, was aber auch bedeutet, dass es hier in den letzten Jahren keine signifikanten Steigerungen mehr gegeben hat.
Re-Use in Österreich
Sepp Eisenriegler
Die Abfallrahmenrichtlinie der EU 2008(ARL 2008)definiert Wiederverwendung als ein MaßnahmenbĂŒndel zur Vermeidung und Verringerung von AbfĂ€llen, welches von den Mitgliedsstaaten zu fördern ist. Die konkrete Umsetzung dieses Gebotes soll durch Maßnahmen sowohl außerhalb (im Bereich der „Abfallvermeidung“, Art. 3, Abs. 12 und 13) als auch innerhalb des Abfallregimes („Vorbereitung zur Wiederverwendung“, Art. 3, Abs. 16) stattfinden. Die Vorgaben der ARL 2008 sind bis Ende 2010 in nationales Recht zu implementieren. Das österreichische Lebensministerium hat bereits 2008 mit ersten Umsetzungsschritten begonnen: Im Rahmen eines Stakeholder-Prozesses untersuchte eine, vom BMLFUW initiierte ExpertInnenarbeitsgruppe (ReUse-Plattform) eineinhalb Jahre lang Fragen des Abfallrechts und der Bereitstellung wieder verwendbarer AbfĂ€lle, sowie Fragen der QualitĂ€tssicherung bei der konkreten Umsetzung.
Die neue deutsche Deponieverordnung aus technisch-wissenschaftlicher Sicht
Dr. Dipl.-Geol. Thomas Egloffstein, Dipl.-Ing. Gerd Burkhardt
In der neuen deutschen Deponieverordnung (DepV 2009) wurde hinsichtlich der Abdichtungssysteme ein Paradigmenwechsel vollzogen, weg von der Regelabdichtung der TA Abfall (1991) und TA Siedlungsabfall (1993) hin zu einer Eignungsbeurteilung, die alle technisch möglichen Systeme nachweisen mĂŒssen. Nach der TA Abfall, TA Siedlungsabfall und auch noch der alten DepV (2002) musste fĂŒr alle Abweichungen von der Regelabdichtung, bestehend aus einer mineralischen Abdichtung und ab Deponieklasse II auch aus einer Kunststoffdichtungsbahn, die Gleichwertigkeit des alternativen Systems durch einen Gleichwertigkeitsnachweis nachgewiesen werden.
Wiederverwendung von ElektroaltgerÀten: Pro und/oder Kontra?
Dr.-Ing. Ralf BrĂŒning, Dr.-Ing. Bernd Rosemann, Martin Plumeyer, Dipl.-Math. Oec. Kerstin Schmidt, Dr. Bettina Enderle
Die Wiederverwendung verspricht in vielen Produktsegmenten großes ökonomisches und ökologisches Potential. Denn sie findet auf einem sehr hohen Wertniveau statt, und die bereits in das Produkt investierte Wertschöpfung bleibt erhalten. Industriell ist die Wiederverwendung bei Elektr(on)ik-AltgerĂ€ten im Gegensatz etwa zu Kfz-Austauschteilen noch wenig verbreitet. Deshalb ist erforderlich, sich mit den Potentialen der Produktaufarbeitung und der erneuten Verwendung zu befassen und einen qualitĂ€tsgesicherten Handlungsrahmen zu erarbeiten. Dieser umfasst bindende Richtlinien, rechtliche Rahmenbedingungen und einzuhaltende Mindeststandards.
Das österreichische Abfallvermeidungsprogramm 2011
Hubert Reisinger, Dipl.-Ing. Hans Jörg Krammer
Die neue Abfallrahmenrichtlinie (RL 2008/98/EG) fordert im Artikel 29 von den EU-Mitgliedsstaaten die Erstellung von Abfallvermeidungsprogrammen bis spĂ€testens 12.12.2013. Das Bundesministerium fĂŒr Land- und Fortwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat beschlossen, das österreichische Abfallvermeidungsprogramm im Rahmen des Bundes-Abfallwirtschaftsplans bereits bis Mitte 2011 zu erstellen. Dieser Beitrag stellt die Grundlagen vor auf denen das Abfallvermeidungsprogramm aufgebaut wurde und die wichtigsten Inhalte des Programms.
Re-Use in Österreich: LösungsansĂ€tze zur Vorbereitung fĂŒr die Wiederverwendung
DI Markus Meissner, Dipl. Ing. Christian Pladerer
AktivitÀten im Bereich Re-Use sind mit der neuen EU-Abfallrahmenrichtlinie verstÀrkt in die Wahrnehmung der abfallwirtschaftlichen Stakeholder gelangt. Dem transnationalen Ansatz muss eine Umsetzung auf regionaler Ebene mit den schon bisher tÀtigen Einrichtungen folgen. Sozialökonomische Einrichtungen, die im Feld Reparatur und/oder Schadstoffentfrachtung tÀtig sind, stellen nachhaltige AnsÀtze zu den Zielen der Richtlinie dar.
Abfall – Abfallende – Nebenprodukt im Lichte der Abfallrahmenrichtlinie
Dr. Martin Eisenberger LL.M
Abfall macht jeder, viele wollen ihn loswerden, manche wollen ihn haben und einige wenige wollen ihn nicht loslassen. Was tatsĂ€chlich zu Abfall wird, bestimmen die Gesetze. Aber auch, wann Abfall dem Abfallende unterliegt, basiert auf der Grundlage rechtlicher Bestimmungen. Mit diesem Aufsatz soll ein kurzer Überblick ĂŒber die Vorgaben aus den EU-rechtlichen Bestimmungen zu den Fragen wann eine Sache zu Abfall wird, wann die Abfalleigenschaft dieser Sache wieder aufhört und unter welchen Voraussetzungen eine Sache gar nie dem Abfallbegriff unterliegt, gegeben werden.
Erfahrungen mit der Umsetzung der Deponieverordnung 2008
Monika Iordanopoulos-Kisser, Andrea Ramer
Die Deponieverordnung 2008 setzt die EuropĂ€ische Deponierichtlinie und die Entscheidung des Rates zur Abfallannahme auf Deponien um. In der EuropĂ€ischen Union wird fĂŒr die Abfallannahme ein dreistufiges Verfahren fĂŒr die Untersuchung des Abfalls gefordert: ‱ Grundlegende Charakterisierung, ‱ Übereinstimmungsbeurteilung und ‱ Eingangskontrolle auf Deponie.
Das Ende der Abfalleigenschaft im Sinne der aktuellen Gesetzgebung und Judikatur am Beispiel von Baurestmassen
Univ.-Doz. RA Dr. Wolfgang List
Die Judikatur des EuGH und auch die neue Abfallrahmenrichtlinie bringen Klarheit zum Abfallende: Sofern ein einem Rohstoff entsprechendes Erzeugnis vorliegt, das die gleichen Merkmale wie dieser Rohstoff besitzt und unter gleichen Vorsichtsmaßnahmen fĂŒr die Umwelt benutzt werden kann, liegt kein Abfall mehr vor. Der ĂŒberbordernde Vollzug des Abfallrechts in Österreich, insbesondere die extensive Interpretation von Nicht-AbfĂ€llen zu AbfĂ€llen wird damit wohl heuer zu Ende gehen.
Alternative Behandlungsverfahren fĂŒr den Abbau von Öl-Wasser- Gemischen/Emulsionen
Dipl.-Ing. (FH) Josef Adam
Durch verschiedenste Prozesse ist man in Industrie und Gewerbebetrieben mit dem Anfall von fetthaltigem Abwasser in Form von Öl-Wasser-Emulsionen und Gemischen konfrontiert. Vorwiegend im Bereich der metallverarbeitenden Industrie fallen Bohr- und Schleifemulsionen an, welche als gefĂ€hrlicher Abfall einzustufen sind und eine entsprechende Weiterbehandlung notwendig machen. Im Jahr 2007 betrug der Anfall an Schleif- und Schmierölemulsionen sowie Benzinabscheiderinhalten etwa 58.500 Tonnen/Jahr. Eine ordnungsgemĂ€ĂŸe und gesetzeskonforme Behandlung solcher gefĂ€hrlichen FlĂŒssigabfĂ€lle mit organischen und anorganischen Schadstoffkomponenten wird in chemisch-physikalischen Anlagen durchgefĂŒhrt.
Systematische Verfahrensentwicklung zur Behandlung von industriellen StÀuben
Wolfgang Öfner, Andreas Böhm
Zur systematischen Entwicklung von Trennverfahrennach physikalischen Eigenschaften (z.B. KorngrĂ¶ĂŸe, Dichte, Magnetisierbarkeit) ist es notwendig, die Aufgabe mittels Merkmalsklassenanalyse zu charakterisieren. Darauf aufbauend kann das bestmögliche Trennergebnis bei Ausnutzung eines bestimmten Merkmalsunterschiedes ermittelt werden. Damit kann die TrenngĂŒte eines bereits bestehenden Prozesses beurteilt werden. FĂŒr die Aufbereitung mineralischen Rohgutes sind die notwendigen Analysemethoden seit langem verfĂŒgbar und gut eingefĂŒhrt. Es wird gezeigt, dass sie mit gewissen EinschrĂ€nkungen und Anpassungen auch auf feindisperse AbfĂ€lle aus Produktionsprozessen anwendbar sind.
Behandlungsoptionen fĂŒr eine MBA Schwerfraktion – Am Beispiel MBA Oberpullendorf
B.Sc. Martina Meirhofer, Dipl.-Ing. Mag. Simone Pieber, Erich Fercher, Prof. Dr. Arne Michael Ragoßnig, Lydia Brooks
Gesetzliche Vorgaben, welche grundlegend und richtungweisend zur Einhaltung der nationalen und internationalen Klimaziele beitragen sowie steigende Kosten fĂŒr die Entsorgung und Deponierung von AbfĂ€llen bewegen Abfallbehandler neue Wege zu gehen um ihre Abfallströme in einem wirtschaftlichen Rahmen den gesetzlichen Anforderungen gemĂ€ĂŸ zu optimieren. Eine besondere Herausforderung stellen MBA-Schwerfraktionen aus der ballistischen Separation dar, da diese oft noch hohe Anteile an Kohlenstoff, aus schweren massiven Kunststoffen, wie auch Holz- und Organikanteilen aufweisen und somit nicht deponiefĂ€hig sind. Aus diesem Grund wurden fĂŒr eine solche Schwerfaktion des Umweltdienst Burgenland Aufbereitungsversuche mit sensorbasierter Sortierung und einer nassen Dichtetrennung durchgefĂŒhrt. Die Evaluierung der technischen Umsetzbarkeit zeigte die grundsĂ€tzliche Anwendbarkeit sowie die Möglichkeiten jedoch auch Grenzen beider Verfahren auf, aus diesem Grund ist die Evaluierung weiterer Aufbereitungsalternativen vorgesehen.
KostengĂŒnstige Bestimmung des Biomasseanteils von SekundĂ€rbrennstoffen
Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Johann Fellner, Ing. Philipp Aschenbrenner, Professor Dipl.-Ing. Dr. Helmut Rechberger
AbfÀlle und daraus produzierte Brennstoffe, sog. Ersatzbrennstoffe, bestehen aus einer in der Regel unbekannten Mischung biogener und fossiler Materialien. Auf Grund gesetzlicher Vorgaben, insbesondere der Emissionshandelsrichtlinie 2003/87/EG, sind Betreiber von Industrieanlagen in denen AbfÀlle als Brennstoffe oder im Fall der Stahlindustrie auch als Reduktionsmittel eingesetzt werden, am Gehalt an biogenen bzw. fossilen Kohlenstoff des eingesetzten Brennstoffs bzw. Reduktionsmittels interessiert.
Mikroalgen: Nutzungspotential fĂŒr WĂ€rme und CO2 in Abfallbehandlungsanlagen
Dr. Janin Schneider, Prof. Dr. habil. Stefan A. GĂ€th
Die Frage nach effektiven Nutzungskonzepten fĂŒr WĂ€rme und CO2 wird mit Blick auf die zukĂŒnftige Energiekrise und den anstehenden Klimawandel auch in allen Bereichen der Abfallbehandlung immer wichtiger. Insbesondere bei Fermentations- und Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken zur Nutzung von Deponiegas fehlen derzeit durchdachte und effektive WĂ€rmenutzungskonzepte. Die ĂŒberschĂŒssig anfallende AbwĂ€rme wird dadurch ungenutzt an die Umgebung abgegeben, wodurch wertvolle Energie ungenutzt bleibt. Daneben ist die unweigerlich stattfindende Entstehung von CO2 durch Verbrennungs- und VergĂ€rungsprozesse in MĂŒllheizkraftwerken und Fermentoranlagen nicht nur klimaschĂ€dlich, sondern wird in naher Zukunft auch einen nicht zu unterschĂ€tzender Kostenfaktor darstellen. Ein nachhaltiges und praxistaugliches Konzept, das die Nutzung beider Komponenten umfasst, stellt die Produktion von Mikroalgenbiomasse dar.
Advanced Waste-Splitting by Sensor Based Sorting on the Example of the MT-Plant Oberlaa
Dipl.-Ing. Mag. Simone Pieber, B.Sc. Martina Meirhofer, Univ.-Prof. DI Dr. mont. Roland Pomberger, Alexander Curtis, DI Dr. Arne Michael Ragossnig
Waste management is playing a significant role in efforts to combat the anthropogenic climate change and environmental pollution and is therefore continuously changing from land filling to other options, such as material reuse and recycling all over the world. If waste will be used as a substitution for primary resources, it has to be processed to meet the required material or quality criteria. Sensor-based sorting is a state-of-the-art technology for the treatment of separately collected recyclables, such as plastic, paper and glass, in order to secure the compliance with given quality standards.
Optimierung der Entsorgungslogistik österreichischer Betriebe
Dr.-Ing. Heinz-Josef Dornbusch, Dietmar Kapsamer, W. Herbst
Stetig steigende Anforderungen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Effizienz der zu leistenden Aufgaben der kommunalen Abfallsammlung haben fĂŒnf österreichische Betriebe dazu veranlasst, sich einer ÜberprĂŒfung ihrer Dienstleistung zu unterziehen. Das Ziel dieser ÜberprĂŒfung bestand darin, potenzielle OptimierungsansĂ€tze zu erkennen und diese anschließend mit Hilfe einer neuen Tourenplanung in die Praxis umzusetzen. Durch die Vielzahl an EinflussgrĂ¶ĂŸen auf die Entsorgungslogistik verknĂŒpft mit unterschiedlichen ortsspezifischen Besonderheiten besteht fĂŒr viele Entsorgungsbetriebe die Schwierigkeit, die wesentlichen EinflussgrĂ¶ĂŸen auf die Entsorgungslogistik zu erkennen und ihre Auswirkungen auf das Gesamt-Logistikkonzept zu bewerten.
Neuartiges Regelkonzept fĂŒr Verbrennungsanlagen
Dr. Ulf Richers
Die KlimaĂ€nderungin Verbindung mit der Verknappung von Ressourcen und fossilen EnergietrĂ€gern werden in Zukunft zu umfangreichen VerĂ€nderungen fĂŒhren. Im Bereich der Abfallwirtschaft ist davon auszugehen, dass zunehmend AbfĂ€lle fĂŒr eine stoffliche Verwertung oder energetische Nutzung als SekundĂ€rbrennstoff herangezogen werden. Die Gewinnung von SekundĂ€rbrennstoffen fĂŒhrt,wie die Entsorgung von Elektronikschrott oder Altautos, zu Abfallfraktionen mit höheren Chlorgehalten. Eine Verbrennung dieser Abfallfraktionen in Abfallverbrennungsanlagen ist nicht unproblematisch, da Chlor maßgeblich an Korrosionsprozessen beteiligt ist. Es wird ein Verfahren zur besseren Regelung von Abfallverbrennungsanlagen vorgestellt, das die Korrosion durch Chlor reduzieren kann. Im Mittelpunkt steht die separate ZufĂŒhrung von AbfĂ€llen mit höheren Chlorkonzentrationen, bei der die Rohgaskonzentration von HCl als RegelgrĂ¶ĂŸe herangezogen wird.
Volumenbestimmung bei Sortieranalysen – Probleme und Herausforderungen
Dipl.-Ing. Dr. Sandra Lebersorger
Abfall-Sortieranalysen sind eine Standardmethode zur Ermittlung der material- oder produktbezogenen Zusammensetzung von Abfallströmen. Die Ergebnisse werden ĂŒblicherweise in Masseprozent angegeben, hĂ€ufig zusĂ€tzlich auch nach dem Volumen. Die Kenntnis der volumenbezogenen Anteile einzelner Stoffgruppen kann fĂŒr ausgewĂ€hlte Fragestellungen sehr wichtig sein, wie z.B. fĂŒr die AbschĂ€tzung des zusĂ€tzlichen Bedarfs an RestmĂŒll-BehĂ€ltervolumen bei Änderungen im Sammelsystem. Im Unterschied zur Masse kann das Volumen jedoch nicht direkt, exakt und eindeutig gemessen werden. Volumenbezogene Maße hĂ€ngen eng zusammen mit den jeweiligen Lagerungsbedingungen, dem Verdichtungsgrad von AbfĂ€llen und SchĂŒttdichten (Tchobanoglous et al. 1993). Die SchĂŒttdichte ist definiert als das VerhĂ€ltnis der unverdichteten Masse eines Materials zum eingenommenen Volumen.
De-Contamination of Small Waste Electrical and Electronic Appliances (sWEEE) in Austria
Maria Tesar, Dr. Stefan Salhofer
Minimum treatment requirements for Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE) are laid down by the Directive 2002/96/EC (WEEE Directive, last amended by 2008/34/EC). Annex II (1) to the Directive specifies 15 substances, preparations and components in total, which as a minimum have to be removed from any separately collected WEEE (Depollution). The following components can be part of small Electrical and Electronic Equipment (sWEEE): capacitors (all PCB-containing capacitors and electrolyte capacitors), batteries, printed circuit boards, toner cartridges, liquid crystal displays, mercury containing components, such as switches or backlighting lamps, asbestos-containing components, components containing refractory ceramic fibres, components containing radioactive substances, plastic-containing brominated flame retardants and external electric cables.
Online Korrosionsmonitoring in MĂŒllverbrennungsanlagen
Dr. Barbara Waldmann, Verena Engstle, Prof. Dr. Ferdinand Haider, Dr.-Ing. Ragnar Warnecke
Die zeitlich aufgelöste Erfassung der Korrosionsprozesse ermöglicht es, z.B. negative Einflussfaktoren sofort zu identifizieren und Schutzmaßnahmen zeitnah in ihrer Auswirkung auf die Korrosion zu beurteilen. Eine ursachenorientierte Reduktion der Korrosion kann dauerhaft die Aufwendungen fĂŒr Instandhaltung und Wartung mindern und so eine höhere VerfĂŒgbarkeit und Steigerung der Energieeffizienz gewĂ€hrleisten. Der Sensor der Corrmoran GmbH, der auf Basis elektrochemischer Verfahren mittels potentiostatischer Messungen arbeitet, stellt hierfĂŒr ein geeignetes Instrument dar. Die Online-Überwachung aktueller KorrosionsvorgĂ€nge ermöglicht eine direkte oder auch zeitlich versetzte Korrelation mit entsprechenden Betriebsparametern.
Paradigmenwechsel in Umweltschutz und Abfallwirtschaft am Beispiel Altfahrzeuge und Elektro-AltgerÀte
Walter Kletzmayr, Franz Neubacher
Paradigmenwechsel (griechisch „Paradigmen“ – bedeutet sinngemĂ€ĂŸ Muster, mit beispielhaft, modellhaften Charakter) ist eine hĂ€ufig gestellte Forderung angesichts der beobachtbaren Auflösung von bodenstĂ€ndigen, alten Kulturen durch Abbau von Grenzen und Schranken sowie der enormen Verbilligung von Transporten ĂŒber große Distanzen. Ein weiteres beobachtbares PhĂ€nomen ist mancherorts die Entstehung von sog. „multi-kulti“ Gesellschaften, wobei nach dem unverĂ€nderbar stets geltenden 2. Hauptsatz der Thermodynamik dies naturgemĂ€ĂŸ mit Entropiezuwachs bzw. einer zunehmenden „Unordnung“ und somit auch „Verschmutzung“ der lokalen Umwelt und des Planteten Erde (samt dem angrenzenden Weltraum) einhergeht.
Anfall und Entsorgung von AluminiumkrÀtze und Salzschlacke
Em.o.Univ.-Prof. Dr.-Ing. Karl E. Lorber, Prof.Dipl.-Ing. Dr. Helmut Antrekowitsch
Bei der Erzeugung von Aluminium (d.h. insbesondere in der SekundĂ€raluminiumindustrie) fallen Al-KrĂ€tze und Salzschlacke prozessbedingt als RĂŒckstĂ€nde an, die gefĂ€hrliche AbfĂ€lle darstellen (European Commission 1991, 2000). Die noch vor einigen Jahren erfolgte Deponierung dieser ProduktionsrĂŒckstĂ€nde fĂŒhrte zu gravierenden Umweltproblemen (Lorber 2002, Lorber & Antrekowitsch 2010). Neue Aufbereitungsverfahren ermöglichen es, diese AbfĂ€lle in Form verwertbarer Produkte in den Wirtschaftskreislauf zurĂŒckzufĂŒhren (Prillhofer et al. 2008a, 2008b, 2009).
Recycling of CRT-Glass – Results of a Market Study and Future Szenarios
Dr. André Michels, Prof. Dr. habil. Stefan A. GÀth, Dr.-Ing. Sven Grieger
Electrical and electronic equipment represents with 9 million/tons/year the fastest growing waste stream in Europe. Since 2003 the WEEE-Directive (2002/96/EC) promotes reuse, recy-cling and other forms of recovery with collection targets and targets for re-use and recycling. The directive implies a producer responsibility for financing the waste management. Today most of the EOL-CRT-glass is recycled closed-loop. After the required treatment the cullet is sent to CRT-producers mainly in Middle-Asia. But the European market for CRT-appliances nearly seems closed. Worldwide, CRT-producers gave up the production within last years. Even if until today developing countries represent a market for CRT-appliances an appre-ciable decrease in the production is feared.
Explosionsschutz in Abfallbehandlungsanlagen
Kerstin Held, K.H. Greßlehner, Dr. mont. Dipl.-Ing. Hannes Kern
Der Explosionsschutz beschĂ€ftigt sich mit dem Schutz vor der Entstehung von Explosionen und deren Auswirkungen. Es gehört zum Bereich der Sicherheitstechnik und dient der VerhĂŒtung von SchĂ€den durch technische Produkte, Anlagen, Einrichtungen an Personen und GĂŒtern. Bei der mechanischen Behandlung von AbfĂ€llen aller Art fallen in verschiedenen Verfahrensschritten StĂ€ube an, die das Auftreten von Staubexplosionen ermöglichen. Die sicherheitstechnischen KenngrĂ¶ĂŸen dieser auftretenden StĂ€ube sind nur unzureichend bekannt, wodurch eine AbschĂ€tzung des Explosionsrisikos nur schwer möglich ist. Dies fĂŒhrt in weiterer Folge zum Einsatz vor allem konstruktiver explosionsschutztechnischer Maßnahmen in hohem Ausmaß. Im Zuge der im Rahmen einer Dissertation durchgefĂŒhrten Untersuchungen sollen die sicherheitstechnischen KenngrĂ¶ĂŸen der anfallenden StĂ€ube ermittelt und der Einfluss der KorngrĂ¶ĂŸe auf die MindestzĂŒndenergie der StĂ€ube experimentell und theoretisch untersucht werden.
Explosionsverhalten von StÀuben aus der Herbizidherstellung
Dr. mont. Dipl.-Ing. Hannes Kern, K.H. Greßlehner, Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Harald Raupenstrauch
Bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln fallen in verschiedenen Prozessschritten brennbare StĂ€ube an. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung weisen diese StĂ€ube relativ hohe Anteile an Halogenen auf. Die sicherheitstechnischen KenngrĂ¶ĂŸen der zu untersuchenden StĂ€ube sind nur unzureichend bekannt, wodurch eine AbschĂ€tzung des Explosionsrisikos nur schwer möglich ist. Im Zuge von Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der Firma Nufarm, sollen die sicherheitstechnischen KenngrĂ¶ĂŸen der anfallenden StĂ€ube ermittelt und der Einfluss insbesondere der KorngrĂ¶ĂŸe auf die MindestzĂŒndenergie der StĂ€ube experimentell und theoretisch untersucht werden.
Ressourceneffizienz im Recycling am Beispiel RĂŒckgewinnung seltener Metalle
Prof. Dr.-Ing. Vera Susanne Rotter
Metalle nehmen eine herausragende Stellung fĂŒr die Produktion von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie MobilitĂ€ts- und Infrastukturtechnologien ein. Die disperse Verteilung in Produkten und die Verwendung recycling-unfreundlicher Metallkombinationen erschweren effiziente KreislauffĂŒhrung und fĂŒhren zu heute niedrigen globalen Recyclingquoten. „Ressourceneffizienz“ im Recycling muss sich kĂŒnftig nicht nur an massenbezogenen Quoten orientieren, sondern auch ökonomische und ökologische Kriterien in Kauf nehmen
Aufbereitung von metallischen SpÀnen und Abfallstoffen zu SekundÀrrohstoffen
Ing. Franz Duspiva, Mag. Alexander KĂŒgele, Dipl.-Ing. Andreas Schmid
Das Brikettieren wird im Hause ATM Recyclingsystems schon seit mehreren Jahrzehnten verfolgt. Nicht nur im Brikettieren, sondern generell im StĂŒckigmachen von Metallen sieht sich ATM Recyclingsystems als Anbieter von optimaler Metallrecyclingtechnik. Das Brikettieren ist bereits ein altbewĂ€hrtes Verfahren bei dem SpĂ€ne, StĂ€ube oder SchlĂ€mme meist ĂŒber einen seitlich angeordneten Vorschub in eine PresshĂŒlse eingebracht und dabei meist schon vorverdichtet werden. Danach fĂ€hrt der Pressstempel nach vorne, schneidet teilweise noch beim Überfahren der EinfĂŒllöffnung SpĂ€ne ab und komprimiert sie dann in der Pressbuchse. Hier zĂ€hlt jahrelanges Know-How in Konstruktion und Werkstoffkunde um den Einklang zwischen ZĂ€higkeit und HĂ€rte des optimalen Werkstoffes zu finden. Aktuelle Forschungsthemen finden sich in der prozessabhĂ€ngigen SpĂ€neaufbereitung wieder, bei der aus einem immens weiten Spektrum an verschiedenen SpĂ€nequalitĂ€ten mit möglichst einheitlichen Prozessen und Verfahren optimale Ergebnisse erbracht werden sollen. Um dieser Anforderung nachzukommen, entwickelt ATM Recyclingsystems derzeit im Rahmen eines Forschungsprojektes mit dem Lehrstuhl fĂŒr Aufbereitung und Veredlung der MontanuniversitĂ€t Leoben ein neuartiges SpĂ€neaufbereitungssystem.
Behandlungsgrundsatz fĂŒr RĂŒckstĂ€nde aus Abfallverbrennungsanlagen
DI Hubert Grech
In konsequenter Verfolgung der Ziele der neuen Abfallrahmenrichtlinie (Abfallhierarchie) sowie einer verstĂ€rkten Ausschöpfung möglicher BeitrĂ€ge der Abfallwirtschaft zum Klimaschutz erscheint die RĂŒckgewinnung von Wertstoffen, insbesondere Metallen, aus RĂŒckstĂ€nden von Abfallverbrennungsanlagen als Gebot der Stunde. In den Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2011 wird daher ein Behandlungsgrundsatz fĂŒr RĂŒckstĂ€nde aus Abfallverbrennungsanlagen aufgenommen, in dem die DurchfĂŒhrung einer Metallabscheidung gemĂ€ĂŸ dem Stand der Technik intendiert sowie Vorgaben zur Verwertung von Teilfraktionen von RĂŒckstĂ€nden aus Abfallverbrennungsanlagen formuliert werden. Dadurch soll dem Aspekt der Ressourcenschonung im Bereich der RĂŒckstĂ€nde aus Abfallverbrennungsanlagen Rechnung getragen werden.
RĂŒckgewinnung von Seltenen Erden aus Nickelmetallhydrid- Akkumulatoren
Priv.-Doz. Dr. mont. Stefan Luidold, Prof.Dipl.-Ing. Dr. Helmut Antrekowitsch
In der heutigen modernen Welt finden Batterien in zahllosen Anwendungen als Energielieferanten Verwendung, um durch die UnabhÀngigkeit vom Stromnetz eine entsprechende MobilitÀt zu ermöglichen. Dabei ist der Anteil an wiederaufladbaren Batterien kontinuierlich steigend. Diese werden seit einigen Jahren mit Ausnahme der Industrie- und Starterbatterien vor allem durch NiCd-, Nickelmetallhydrid- und Li-Ionen-Akkumulatoren reprÀsentiert.
Die vermeidbare Energiekrise
H. Kopetz
Innerhalb der nĂ€chsten 15 Jahre droht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Energiekrise. Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer solchen Krise wird umso grĂ¶ĂŸer, je lĂ€nger eine Energiepolitik fortgesetzt wird, die ĂŒberwiegend auf den Erfahrungen der Vergangenheit beruht. Eine Energiekrise kann vermieden werden, wenn die Energieversorgung rasch und umfassend auf erneuerbare Energiequellen und verbesserte Effizienz umgestellt wird. Dies kann nur gelingen, wenn buchstĂ€blich alle – die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Zivilgesellschaft – dazu beitragen.
Klimaschutzszenarien 2050 – Herausforderungen fĂŒr die Abfallwirtschaft
Prof. (apl.) Dr. Uwe Lahl, Dr. Barbara Zeschmar-Lahl
Die Industriestaaten werden bis 2050 eine 80 –85%ige Reduzierung ihrer THG-Emissionen bezogen auf 1990 erreichen mĂŒssen. Dieser Zielkorridor wird auch auf die stoffliche Verwendung von Kohlenstoff Auswirkungen haben. Die Autoren zeigen, dass die stofflichen Kohlenstoff-VerbrĂ€uche schon heute eine vergleichbare Höhe aufweisen wie die energetische Nutzung von Kohlenstoff, wobei erstere zukĂŒnftig an Bedeutung gewinnen werden. Einer der wesentlichen „Organisatoren" fĂŒr diese KreislĂ€ufe wird die Abfallwirtschaft sein. Die Autoren skizzieren den gegenwĂ€rtigen Kenntnisstand und leiten den zukĂŒnftigen Handlungs- und Forschungsbedarf fĂŒr dieses Aufgabenspektrum ab.
CCS – Notwendigkeit und Potentiale
Dipl.-Ing. Dr. mont David Wappel, Josef Draxler
Weltweit werden Anstrengungen unternommen Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Emissionen zu setzen, um dadurch den Treibhauseffekt zu verringern. Neben den unterschiedlichsten Maßnahmen wird vor allem die Abtrennung von Kohlendioxid CO2 aus fossil befeuerten Kraftwerken, das so genannte Carbon Capture and Storage (CCS) in Zukunft als eine der wichtigsten großtechnischen Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasemissionen gesehen. Unter CCS versteht man eine Technologie, bei der das entstandene CO2 aus einem Gasstrom abgetrennt, aufkonzentriert und im Anschluss in eine unterirdische SpeicherstĂ€tte endgelagert (sequestriert) wird.
Randbedingungen fĂŒr Carbon Capture and Storage (CCS) Projekte
Herbert HofstÀtter, Thomas Spörker
Durch die Injektion von CO2 ingeologische Strukturen kann eine zeitlich begrenzte Reduktion der athropogenen Treibhausgaskonzentration erfolgen. Erfolgt diese Injektion in bestehende Bohrlöcher von ausgeförderten Erdöl- oder ErdgaslagerstĂ€tten, so ist die IntegritĂ€t und KompatibilitĂ€t dieser vor Inangriffnahme der Injektion sicher zu stellen. Ebenso ist die IntegritĂ€t der LagerstĂ€tte ein wesentliches Kriterium wobei auch hier die KompatibilitĂ€t zwischen dem injizierten Medium und der Gesteinsmatrix von entscheidender Bedeutung ist. In der vorliegenden Arbeit werden die wesentlichen Randbedingungen diskutiert, welche die Grundvoraussetzung fĂŒr ein Carbon Capture and Storage Projekt darstellen.
CO2-Vermeidungspotenziale und -kosten deutscher MVA durch Energieeffizienzsteigerung
Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Bernd Bilitewski, Dr.-Ing. Christoph WĂŒnsch, Prof. Dr. rer. nat. Johannes Jager, Dipl.-Ing. Marc Hoffmann
Das primĂ€re Ziel der MĂŒllverbrennung liegt in der umweltschonenden Entsorgung von AbfĂ€llen, wobei unweigerlich klimarelevante Treibhausgase (THG) in Form von Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt werden. Das sekundĂ€re Ziel ist, die bei der Verbrennung freiwerdende Energie zu nutzen und Strom und WĂ€rme zu erzeugen. Diese Strom- und WĂ€rmemengen ersetzen teilweise fossile EnergietrĂ€ger wie Öl, Kohle oder Gas und tragen damit zur Reduktion von Treibhausgasen bei.
Methoden der Korrosionsdiagnose bei der Verbrennung schwieriger Brennstoffe
Dr.-Ing. Martin Pohl, Daniel Bernhardt, M.Sc. Sokesimbone Ncube, Professor Dr.-Ing. Michael Beckmann, Dr. Wolfgang Spiegel
Entscheidend fĂŒr die Nutzung von alternativen Brennstoffen im Hinblick auf eine Reduzierung der CO2, (fossil)-Emissionen und zur Ressourcenschonung ist die Wahl und Optimierung der zugehörigen Verfahren, was eine detaillierte Kenntnis der eingesetzten alternativen Brennstoffe (Biomasse-Brennstoffe und Ersatzbrennstoffe) und deren Verhalten im jeweiligen Prozess voraussetzt. Die Energieeffizienz und die VerfĂŒgbarkeit von Biomasse- und EBS-Kraftwerken werden insbesondere durch verstĂ€rkte Belagsbildung auf den WĂ€rmeĂŒbertragerflĂ€chen und durch die daraus resultierende Korrosion an den Dampferzeugerrohren eingeschrĂ€nkt. Aus diesem Grund ist es notwendig, Korrosionsrisiken einzugrenzen und abzuschĂ€tzen, da durch die Vermeidung/Verminderung von Korrosionen eine Erhöhung der Energieeffizienz und der AnlagenverfĂŒgbarkeit erreicht werden kann.
Betriebliche Erfahrungen zur bromgestĂŒtzten Quecksilberabscheidung in USA und Europa
Professor Dr.-Ing. Bernhard W. Vosteen
Quecksilber wird bei Kohleverbrennung und Abfallverbrennung ins Kesselrauchgas freigesetzt. Alle Varianten der Verbrennung von Kohlen und AbfĂ€llen erfordern daher eine wirkungsvolle Quecksilberabscheidung aus den Rauchgasen. Inzwischen wurden Verfahren entwickelt, die dies zu fast 100% ermöglichen, insbesondere die im folgenden nĂ€her beschriebene bromgestĂŒtzte Quecksilberabscheidung. Der vorliegende Beitrag berichtet – aus ZeitgrĂŒnden – nur ĂŒber Anwendungen der bromgestĂŒtzten Quecksilberabscheidung in der Abfallverbrennung.
Rohstoffpotenziale in Tiroler Deponien
Julika Knapp, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Bockreis
Unter „Landfill Mining“ wird der RĂŒckbau von alten Deponien in Kombination mit der Gewinnung von in den Deponien abgelagerten Wertstoffen verstanden. Ob so ein RĂŒckbau ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, sollte in einer Einzelfallentscheidung deponiebezogen erfolgen. Betrachtet werden hier die prinzipiellen Rohstoffpotenziale der Deponien in Tirol. So wurde in Tirol im Zeitraum von 1945 – 2008 ca. 12,3 Mio. mÂł. Deponievolumen gefĂŒllt, hauptsĂ€chlich mit Siedlungs-, Gewerbe- und BauabfĂ€llen, aber auch z.T. gefĂ€hrliche AbfĂ€llen.
„Urban Mining“ vor der HaustĂŒre: Phosphor-DĂŒngemittel aus KlĂ€rschlammaschen
H. Mattenberger, J. Gasparin, Ludwig Hermann
Drei wichtige zu erreichende Ziele an der ASH DEC Pilotanlage in Leoben (AT) waren die Optimierung der Anlagenkomponenten, der Beweis deren Tauglichkeit fĂŒr den Dauerbetrieb sowie die Verfeinerung der chemischen Rezepturen. Zwei bedeutende Anlagen- und Verfahrensadaptationen wurden fĂŒr einen unterbrechungsfreien Anlagenbetrieb notwendig: Die Umstellung von pelletiertem Material auf unpelletiertes fĂŒr den Einsatz im thermischen Prozess und die Verwendung eines anderen Rauchgasreinigungssystems. EinschlĂ€gige Experimentalkampagnen zeigten, dass die wichtigen Parameter Abreicherung der Schwermetal-le und Erhöhung der PhosphorverfĂŒgbarkeit fĂŒr Pflanzen auch beim Scale-up der Labor- und Technikumsversuche erreicht werden konnten. ASH DEC ist damit an der Schwelle zur indus-triellen Umsetzung und plant fĂŒr 2011/2012 die Realisierung der ersten industriellen PhosKraftÂź Anlage in Deutschland mit einer ProduktionskapazitĂ€t 39.000 Tonnen/Jahr Phos-phatdĂŒnger.
VerbrennungsrĂŒckstĂ€nde – Charakterisierung und Nutzung
Prof. Dr. Mario Mocker, Dipl.-Ing. Ingrid Löh, Dipl.-Wi.-Ing. Fabian Stenzel
In Deutschland fallen jĂ€hrlich etwa 32 Mio. Mg VerbrennungsrĂŒckstĂ€nde an, die vorrangig aus der Kohle- und Abfallverbrennung stammen. Diese RĂŒckstĂ€nde enthalten seltene Metalle oder wichtige Minerale, die es aufgrund der absehbaren Rohstoffverknappung zurĂŒck zu gewinnen gilt. Derzeit findet noch zu hĂ€ufig eine eher unspezifische Verwertung der RĂŒckstĂ€nde im Straßen-, Wege- oder Deponiebau sowie im Bergversatz statt. Um Wertstoffe in der gewĂŒnschten Form aus VerbrennungsrĂŒckstĂ€nden zu gewinnen, mĂŒssen die RĂŒckstĂ€nde in der Regel mit thermischen oder chemischen Verfahren nachbehandelt werden. Zur Optimierung der WertstoffrĂŒckgewinnung sind Modifikationen an den Feuerungsanlagen vor allem im Bereich der RĂŒckstandsbehandlung zu erwĂ€gen. Das ATZ Entwicklungszentrum betreibt ein Feuerungstechnikum zur Untersuchung des Verbrennungs- und Emissionsverhaltens von Biomasse und Abfall. Anhand einer umfassenden RĂŒckstandcharakterisierung werden höherwertige Verwertungsoptionen aufgezeigt und die zugehörigen Verfahren entwickelt oder verbessert.
Ressourcenpotenzial von ausgewĂ€hlten HausmĂŒlldeponien in Deutschland
Prof. Dr. habil. Stefan A. GÀth, Dr. Jörg Nispel
Das Ressourcenpotenzial von HausmĂŒlldeponien an Rohstoffen verschiedenster Art gilt in Fachkreisen als eine der zukĂŒnftigen Quellen in Westeuropa, um dem, mit weiterem Anstieg der Weltbevölkerung sich drastisch Ă€ndernden Konsummuster in den SchwellenlĂ€ndern und der weiteren Verknappung natĂŒrlicher Rohstoffvorkommen, zu begegnen. Zu den auf HausmĂŒlldeponien abgelagerten AbfĂ€llen gehören alle Stofffraktionen, wie sie auch heute in Getrenntsammelsystemen anfallen. Hierbei ist zu beachten, dass sich die unter-schiedlichen Fraktionsanteile von Metallen, Kunststoffen, Organik, Elektronikschrott, etc. im Laufe der Nutzung in AbhĂ€ngigkeit des gesellschaftlichen Konsums- und Produktionsverhaltens geĂ€ndert haben. Der deponiespezifische Rohstoff- sowie Energiegehalt also der „NĂ€hrstoffwert“ einer Deponie ist jedoch bislang unbekannt.
Der lange Weg zur ressourcenoptimierten KlÀrschlammbehandlung
U. Frei, Curdin Christen, Antje Rothbart
Seit dem 1. Oktober 2006 darf in der Schweiz kein KlĂ€rschlamm mehr in die Landwirtschaft ausgebracht werden. Der Schlamm muss thermisch mineralisiert werden. Aktuell wird der KlĂ€rschlamm getrocknet und in Zementwerken verbrannt oder in entwĂ€sserter Form in MĂŒllverbrennungsanlagen mitverbrannt. Der Phosphor im KlĂ€rschlamm stellt laut (Binder et al. 2009) ein grosses Potential fĂŒr die Verringerung der MineraldĂŒnger-Importe dar. Auf den heutigen Entsorgungswegen geht das DĂŒngepotential verloren. So erscheint es sinnvoll, den Verwertungsweg kritisch zu ĂŒberdenken und nach Alternativen zu suchen. In der EU laufen große Forschungsvorhaben zur optimalen PhosporrĂŒckgewinnung. Der Kanton ZĂŒrich schafft sich im Jahr 2007 mit der Forderung nach der „RĂŒckgewinnbarkeit“ (Kanton ZĂŒrich 2007) die rechtlichen Voraussetzungen, dass zukĂŒnftige RĂŒckgewinnungsverfahren einfach implementiert werden können.
Planung, Bau und Inbetriebnahme einer Flash-Reaktor Pilotanlage
Dipl.-Ing. Franz Michael Dobay, Dipl.-Ing. Andreas Schönberg, Andrea Werner, Nikolas Delfs, Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Harald Raupenstrauch
Bei der Entwicklung von Arbeitsprozessen fĂŒr die Bearbeitung von Metall, Metalloxiden mit Reststoffen, Partikelstaub, sowie Schlacke wird die BerĂŒcksichtigung von Umweltbelangen immer wichtiger. Eine Entsorgung dieser Stoffe ist meist kompliziert und kostspielig, weshalb wirtschaftliches Recycling und die Erzeugung von verkaufsfĂ€higen Produkten im Vordergrund stehen. Die Verringerung von Prozesszeiten sowie des Energiebedarfes stehen dabei ebenso im Fokus wie die FlexibilitĂ€t hinsichtlich der einsetzbaren Materialien. Die StĂ€ube der Eisen- und Stahlindustrie enthalten hohe Anteile an Schwermetallen, vor allem auch Zink, verursacht durch die vermehrte Einbringung von Automobilschrott in der Stahlindustrie. Sowohl Ökologie als auch Ökonomie sprechen fĂŒr eine Isolierung und Weiterverwertung von Zink aus diesen StĂ€uben. Mittels geeigneter Recyclingschiene könnten diese StĂ€ube als wertvolle Rohstoffquelle fĂŒr Zink dienen. Eine erfolgsversprechende Prozessschiene um Zink aus diesen StĂ€uben zurĂŒckgewinnen und verwerten zu können ist das sogenannte Reco-Dust Verfahren (Flash-Reaktor).
Entscheidungshilfe zur Festlegung der am besten geeigneten Sanierungsmethode
Wolfgang Friesl-Hanl, F. Wittstock, Dr. Markus Puschenreiter, Walter W. Wenzel
Schwermetallkontaminationen können in großflĂ€chiger Ausbreitung vorliegen und sind auf unterschiedliche, meist anthropogene Ursachen zurĂŒckzufĂŒhren, wie z.B. Industrie, Bergbau oder Landwirtschaft. Je nach Element kann es zu unterschiedlich hoher Akkumulation in der Nahrungskette kommen und in weiterer Folge sind ökotoxikologische bzw. humantoxikologische Auswirkungen nicht auszuschließen. Erhebungen des Umweltbundesamtes in Österreich weisen Schwermetallkontaminationen als dritthĂ€ufigste Schadstoffgruppe aus, neben Mineralöl- sowie LösungsmittelschĂ€den. GrundsĂ€tzlich kann man die Behandlung von kontaminierten Böden in harte und sanfte Methoden einteilen. Harte Methoden beinhalten das Auskoffern (ex-situ) des Bodenmaterials; der Boden wird verbrannt, gewaschen und/oder sicher gelagert. Harte In-Situ-Methoden sind z.B. das Verglasen oder das Aufbringen einer wasserundurchlĂ€ssigen Bedeckung (z.B. Beton). All diese Methoden haben gemeinsam, dass stark in das Landschaftsbild eingegriffen wird, der Boden an sich nicht nutzbar bleibt.
Ressource Tunnelausbruch
Dipl.-Ing. Daniel Resch, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Robert Galler
In einem von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und namhaften Auftraggebern und Baufirmen des österreichischen Kraftwerks- und Tunnelbaus unterstĂŒtzten Forschungsprojekt „Recycling von Tunnelausbruchmaterial“ wird die mögliche Verwertung von Ausbruchmaterial an zwölf ausgewĂ€hlten österreichischen Tunnel- und Kraftwerksprojekten der Zukunft untersucht. Eine wirtschaftliche und umweltschonende Wiederverwertung soll nachgewiesen werden.
Glasfaser verstĂ€rkte Kunststoffe: Szenario fĂŒr eine Wiederverwendung der Faserfraktion
Dr.techn. Dipl.-Ing. (PhD) Davide Pico, Dr. Andreas Bartl
FaserverstĂ€rkte Kunststoffe, vor allem solche mit GlasfaserverstĂ€rkung, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der hervorragenden mechanischen Eigenschaften können durch Leitbaukonstruktionen, vor allem im automotiven Bereich, beachtliche Mengen an Energie eingespart werden. Bislang existiert jedoch noch kein geeignetes Recyclingverfahren, um sowohl den Kunststoff als auch die Glasfasern zu recyceln. Obwohl durch Pyrolyse auch vernetze Kunststoffe, wie Epoxydharz, verwertet werden können, werden die Glasfasern bei den dafĂŒr notwendigen Temperaturen so massiv geschĂ€digt, dass eine Wiederverwendung nicht möglich ist. Basierend auf Literaturdaten wurden einige Versuche durchgefĂŒhrt, die zeigen, dass es möglich ist, die thermisch verursachten OberflĂ€chenfehler der Glasfasern durch Ätzen zu entfernen und die ursprĂŒnglichen Festigkeitswerte teilweise wiederzuerlangen. Die Versuche befinden sich noch in der Anfangsphase aber ein großes wirtschaftliches Potential ist vorhanden.
Der neue österreichische Leitfaden zur AbschÀtzung der Sickerwasserbelastung
Bernhard Wimmer, Gernot Döberl
Der von AIT Austrian Institute of Technology und Umweltbundesamt verfasste Leitfaden „AbschĂ€tzung der Sickerwasserbelastung an kontaminierten Standorten“ ist Teil des vom Lebensministerium beauftragten und vom Umweltbundesamt geleiteten Gesamtprojektes „Altlastenmanagement 2010“. Ziel dieses Verbundprojekts ist die Erarbeitung von Grundlagen zur Neuausrichtung der Beurteilung und Sanierung kontaminierter Standorte und umfasst die Themenbereiche Schadstoffexposition, Ökosysteme, nutzungsspezifische Risikobeurteilung, Sickerwasser, Grundwasser, Umweltökomomie sowie innovative Sanierungstechnologien. In Österreich erfolgte die Beurteilung von Verunreinigungen des Untergrundes in Hinblick auf die mögliche Mobilisierung von Schadstoffen mit dem Sickerwasser (in der ungesĂ€ttigten Zone) bislang ĂŒber die Untersuchung von Feststoffproben (AbfĂ€lle, Boden, Locker- und Festgesteine) und die Bestimmung von Schadstoffen sowie den Vergleich als Gesamt- und Eluatgehalte.
Standortspezifische Beurteilung und Sanierung von GrundwasserschÀden
Dipl.-Ing. Dietmar MĂŒller, Stefan Weihs, Moritz Ortmann
Die Erfahrungen bei der Sanierung kontaminierter Standorte zeigen, dass auf Grund standortspezifischer Gegebenheiten eine vollstĂ€ndige Wiederherstellung der Beschaffenheit des Grundwassers oft aus naturwissenschaftlich-technischer Sicht nicht oder nur sehr langfristig möglich ist. Unter BerĂŒcksichtigung geltender wasserrechtlicher Bestimmungen in Österreich wurde ein abgestuftes Konzept entwickelt, bei dem die Wirksamkeit von Maßnahmen einzelfallspezifisch differenziert geprĂŒft und auf die Voraussetzungen am konkreten Standort abgestimmt werden kann. Anhand standort- und nutzungsspezifischer Beurteilungskriterien und dabei insbesondere Schadstofffrachten kann in Zukunft eine integrierte Beurteilung von Kontaminationen und Sanierungsmaßnahmen erfolgen. Dem neuen österreichischen „Leitbild Altlastenmanagement“ und dem Grundsatz der Nachhaltigkeit soll dabei auch durch die fortlaufende ÜberprĂŒfung der Effizienz, VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit und ZweckmĂ€ĂŸigkeit von Maßnahmen Rechnung getragen werden.
Kontinuierliche Volumenstrommessung fester Abfallstoffe
Dipl.-Ing. Yvonne Schockert, M. Baczyk, Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz
Volumenströme in Abfallbehandlungsanlagenwerden ĂŒblicherweise diskontinuierlich bestimmt. Ein am IAR entwickeltes berĂŒhrungsloses und sensorgestĂŒtztes Verfahren ermöglicht dagegen eine kontinuierliche Erfassung der Volumenströme in Echtzeit. Das Verfahren arbeitet nach dem Prinzip der Lasertriangulation. Der benötigte Messaufbau besteht aus den drei Komponenten Linienlaser, FlĂ€chenkamera und Auswertesoftware. ZusĂ€tzlich zur Erfassung der Volumenströme werden Informationen ĂŒber die Gutverteilung auf dem Förderband, sowohl in LĂ€ngs- als auch in Querrichtung, gewonnen. Das Verfahren kann an sĂ€mtlichen FörderbĂ€ndern im Zu- und Ablauf typischer Aggregate in Abfallbehandlungsanlagen eingesetzt werden. Im Praxistest zeigte sich, dass die kontinuierlichen Informationen ĂŒber den zeitabhĂ€ngigen Beladungszustand der FörderbĂ€nder fĂŒr eine Anlagenoptimierung genutzt werden können. Die gewonnenen Daten können darĂŒber hinaus zur AnlagenĂŒberwachung und -steuerung eingesetzt werden, indem sie Angaben zu FĂŒllgraden und Schichtdicken geben.
Determination of the Biological Activity of Industrial Wastes
Matthias Rapf, Rebekka Pflantz
Until today the question is unsolved, how to replace the inappropriate parameter TOC to determine the organic, or the biodegradable content respectively, of wastes for landfill-ing or stowing. The newly admitted determination of the elementary carbon content (EC) is not only difficult to perform, but also leaves certain problems unsolved, like it does not give infor-mation about non-biodegradable non-EC-organics. Therefore the UNI Stuttgart has developed a biological test for industrial wastes to be stowed underground, called TOCbio, and is currently developing another one for industrial wastes to be landfilled over ground, called RA-HW. Both new tests will allow many suitable hazardous and non hazardous industrial wastes to be dis-posed of in cheap and environmentally compatible ways. In the present article, the method of the TOCbio will be described, and exemplary results will be shown. Furthermore the first results of the RA-HW development will be presented.
AbschÀtzung der Schadstoffexposition von Menschen an kontaminierten Standorten
Doz. Mag. Dr. Thomas G. Reichenauer, Wolfgang Friesl-Hanl, Timo Dörrie, Dipl.-Ing. Dietmar MĂŒller
Eine differenzierte Analyse möglicher Auswirkungen von Schadstoffen im Boden von kontaminierten Standorten auf die menschliche Gesundheit wurde bisher in Österreich in der Praxis nicht durchgefĂŒhrt. Derzeit erfolgt eine GefĂ€hrdungsabschĂ€tzung fĂŒr das „Schutzgut Boden“ auf Basis von generischen Richtwerten im Rahmen der ÖNORM S 2088-2. Diese unterscheidet dem Konzept von Bodenfunktionen entsprechend zwar zwischen unterschiedlichen Nutzungen und beschreibt die Möglichkeit einer humantoxikologisch ausgerichteten ExpositionsabschĂ€tzung, enthĂ€lt aber keine methodische Grundlage dazu. In Bezug auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen an kontaminierten Standorten stellen dabei generalisierte PrĂŒfwerte fĂŒr ein stark vereinfachtes Szenario (orale Aufnahme von Boden) die operative Grundlage dar, um zu entscheiden, ob die Möglichkeit einer erhöhten Schadstoffexposition gegeben ist und weitere Untersuchungen dazu notwendig sind.
Einsatz der Geoelektrik zur Untersuchung von InhomogenitÀten in Monodeponien
Dr. Daniela Sager, Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Erich Niesner
Über Bohrungen kann ein sehr detaillierter eindimensionaler Aufschluss des Untergrundes erreicht werden. Diese bieten aber nur geringe Informationen ĂŒber die flĂ€chenmĂ€ĂŸige Ausdehnung von InhomogenitĂ€ten innerhalb von Deponiekörpern. Zur Ermittlung der flĂ€chen- bzw. volumsmĂ€ĂŸigen Ausdehnung dieser Zonen bieten geophysikalische Messungen eine Reihe von Möglichkeiten. In der vorliegenden Untersuchung kommt die InhomogenitĂ€t in Form einer mehrere [dm]-mĂ€chtigen salzreichen Schicht vor, die bereits durch Bohrungen dokumentiert ist. Da Anreicherungen von Salzen generell den elektrischen Widerstand verringern bzw. die LeitfĂ€higkeit erhöhen, sind fĂŒr die vorliegenden Untersuchungsziele geoelektrische Verfahren gut geeignet. Zur Anwendung kamen sowohl die Multielektrodengeoelektrik als auch elektromagnetische Messungen. Die Ziele waren einerseits die Erkundung der flĂ€chenmĂ€ĂŸigen Ausdehnung dieses Salzhorizontes als auch der Vergleich der Ergebnisse mit Messungen in einem Deponiebereich in dem keine Ausbildung einer InhomogenitĂ€t bekannt ist.
Umweltökonomische Bewertung von Sanierungsmaßnahmen
Moritz Ortmann, Gernot Döberl
Die Auswahl von Sanierungsmaßnahmen an kontaminierten Standorten ist entsprechend dem gesetzlich verankerten Hauptziel der Altlastensanierung vor allem an ökologischen Gesichtspunkten auszurichten. Um einen optimalen Einsatz wirtschaftlicher Ressourcen zu gewĂ€hrleisten, sind auch wirtschaftliche Aspekte einzubeziehen. FĂŒr den Vergleich von Sanierungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Auswirkungen wird in Österreich derzeit kein standardisiertes Bewertungsinstrument angewendet. Es werden zahlreiche umweltökonomische Bewertungsverfahren vorgestellt und evaluiert, ob diese im Rahmen des kĂŒnftigen Altlastenmanagements in Österreich standardisiert angewendet werden können. Es zeigt sich, dass ein System auf Basis einer Kosten-Wirksamkeits-Analyse am besten geeignet ist.
Toxikologische Expositions-Risiko-Quantifizierung (TERQ)
P. Raumauf, C. Gikopoulos
Die entscheidende Frage bei der Bearbeitung von kontaminierten Standorten ist, ob durch die Kontamination des Untergrundes eine GefĂ€hrdung fĂŒr den Menschen besteht. Die weit verbreitete Anwendung von allgemein gĂŒltigen „Listen-Grenzwerten“ erlaubt eine globale EinschĂ€tzung, ob bei Vorhandensein bestimmter Schadstoffkonzentrationen im Boden/ Grundwasser Risiken fĂŒr Menschen bestehen können. Um das humantoxikologische Risiko auf einem bestimmten Standort seriös bewerten zu können, mĂŒssen jedoch standort- und nutzungs-spezifische Faktoren mitberĂŒcksichtigt werden. Die von der HPC durchgefĂŒhrte TERQ berĂŒcksichtigt alle diese Faktoren und erlaubt somit, eine wirklich standortspezifische Vielstoff-Bewertung durchzufĂŒhren, die aufzeigt, ob bei der aktuellen Nutzung nicht akzeptable Gesundheitsrisiken fĂŒr Menschen bestehen. Die TERQ gibt nicht nur Aufschluss, ob nicht akzeptable Gesundheitsrisiken bestehen, sondern gibt auch Handlungsempfehlungen fĂŒr weitere Maßnahmen (NutzungseinschrĂ€nkungen, Definierung von standortspezifischen Sanierungszielwerten fĂŒr verschiedene Nutzungsszenarien um nicht akzeptable Risiken auszuschalten).
Rotteballendeponie Pill – Altlastensanierung mittels In-Situ-BelĂŒftung
H. Passer, Hartwig Kraiger, Dr. Ing. Klemens Finsterwalder
Die 1993 als Altlast ausgewiesene Rotteballendeponie Pill, Tirol, Österreich, wird erstmals großflĂ€chig mittels In-Situ-Aerobisierung saniert. Auf rund 31 ha lagern rund 1,0 Mio. mÂł Haus- und GewerbeabfĂ€lle, welche in den Jahren 1973 bis 1990 vor der Einlagerung einem Rotteprozess ausgesetzt wurden. Nach mehreren Jahren intensiver Erkundung, Variantenstudien, Diskussionen und einem mehrmonatigen Vorversuch wurde 2007 ein Projekt zur In-Situ-BelĂŒftung des westlichen Altlastenbereichs eingereicht und bewilligt. Bei der Betrachtung der Emissionsauswirkungen der Deponie auf die Umwelt wurde vordergrĂŒndig nur die Belastung von Ammonium im Grundwasser herangezogen. Als Sanierungszielwert wurde fĂŒr Ammonium eine GrĂ¶ĂŸenordnung von 2 – 3 mg/Liter und eine Reduktion der Ammoniumfracht von rund 75% festgelegt. Seit Dezember 2009 werden 216 BelĂŒftungsbrunnen ĂŒber 4 Kompressorstationen, in denen Luftzufuhr und Deponiegasmessungen vollstĂ€ndig automatisiert gesteuert werden, belĂŒftet. Eine zumindest 7-jĂ€hrige BelĂŒftungsdauer ist vorgesehen. Die Beweissicherung der Sanierung erfolgt mittels Grundwasserbeprobungen, Deponiegasabsaugversuchen und Abfalluntersuchungen.
Design von Abdeckschichten zur UnterstĂŒtzung der In-Situ-Aerobisierung
Marlies Hrad, Dipl.-Ing. Dr. Marion Huber-Humer, Bernhard Wimmer
Mit Hilfe von Großlysimeterversuchen am Standort Seibersdorf (AIT Austrian Institute of Technology) wird der Frage nachgegangen, ob das Verfahren der In-Situ-Aerobisierung durch das flĂ€chige Aufbringen von geeigneten Abdeckschichten, die gleichzeitig als Methanoxidations- und Wasserhaushaltsschicht dienen, effizienter gestaltet werden kann. Die Abdeckschichten, bestehend aus unterschiedlichen Kompost- und Erdmaterialien, wurden gemeinsam mit einer Gasverteilungsschicht in die Lysimeter eingebaut. Frischer HausmĂŒll unterhalb der Abdeckschichten soll fĂŒr eine ausreichende Methangasbildung garantieren. Die Lysimeterversuche sind noch nicht abgeschlossen. Erste Ergebnisse der passiven Abdeckschichten (vor der BelĂŒftung) zeigen, dass die Abdeckschicht aus reifem KlĂ€rschlammkompost ein opti-males Feuchte- und Temperaturmilieu fĂŒr methanotrophe Bakterien wĂ€hrend des gesamten Untersuchungszeitraumes geboten hat. Auch die Voruntersuchungen unter Laborbedingungen bes-tĂ€tigen, dass das zuvor genannte Kompostmaterial am besten fĂŒr die Methanoxidation geeignet ist.
Soil Washing of PCBs-Contaminated Sites
Dr. Alberto Bezama, Dr. Alberto Araneda, Ricardo Barra, Roberto Quiroz, QuĂ­mico Analista Alejandra Flores
Conventional soil and groundwater treatment methods are in many cases not very effective for PCBs, which are characterized by their low vapor pressures, high affinity to organic matter and low solubility in water. A research project has been started in Chile to develop a cost-effective and flexible remediation methodology for soils and groundwaters contaminated with PCBs, utilizing soil flushing and a subsequent PCBs-degradation process in reactive walls. Goal of this work was the identification and selection of cleaning solutions for flushing the PCBs present in contaminated soils. Synthetic soils were prepared and conditioned in terms of their organic matter content, with the addition of corn starch. Soil spiking was performed by adding 45 ÎŒL of a standard certificate of PCBs (PCB Mix 3) to 2.5 g of the prepared soils. Finally, pH was conditioned into three levels with HCl and NaOH. Selection and optimization of variables influencing the extraction of PCBs was performed using a multivariate method. Based on the obtained results, best conditions for extraction of PCBs were determined and it was concluded that it is possible to obtain a mixed, water-soluble solution which could be treated in a passive remediation system such as reactive walls in a subsequent remediation step.
Toxikologische Untersuchungen zur Vorbereitung einer In-Situ-Sanierung
Dipl.-Ing. Dr.mont MScTox Klaus Werner Wruss, Oliver Mann, T. Marosits, Paul Schöberl
Der Einsatz eines mikrobiologischenIn-Situ-Verfahrens wurde durch Abbauversuche im Labor evaluiert und optimiert. Die ESW Consulting WRUSS analysierte die in diesem Projekt als „Spezielle Analytik“ bezeichneten Parameter und war fĂŒr die toxikologischen Untersuchungen verantwortlich. Ziel war es, durch die ausgewĂ€hlten Sonderparameter und der extra dafĂŒr zusammengestellten Biotestbatterie, die Bioreaktor Abbauversuche des IFA Tulln analytisch zu ergĂ€nzen und toxikologisch zu begleiten. Die Proben der untersuchten Hotspots wiesen jeweils eine charakteristische Schadstoffzusammensetzung auf. Bei den analysierten Sonderparametern wurden unter anderem 16 Hetero-PAK gemessen und der ÎŁEPA-PAK gegenĂŒbergestellt. Bei einigen Probenahmestellen wurden sehr hohe ÎŁHetero-PAK Werte gemessen. ZusĂ€tzlich zu den chemischen Untersuchungen sind Biotests zur toxikologischen Bewertung herangezogen worden. In diesem Projekt wurde ausfĂŒhrlich das Verhalten einer ausgewĂ€hlten Biotestbatterie mit realen komplexen Mischungen der vorliegenden Gaswerkskontaminationen untersucht. Generell korrelierte die ausgewĂ€hlte Testbatterie sehr gut mit den beobachteten Schadstoffen. Durch derartige Untersuchungen können die Auswirkungen von In-Situ-Verfahren beschrieben und beurteilt werden.
Förderung des anaeroben mikrobiologischen Abbaus von MKW in der gesÀttigten Bodenzone
Dragana Todorovic, Prof.Dr. Andreas Paul Loibner, Kerstin Scherr
Die Freisetzung von umweltgefĂ€hrdenden Stoffen in die Umwelt – Boden, Wasser, Luft – stellt weltweit ein gravierendes Problem dar. In Falle der Grundwasserverunreinigung mit organischen Schadstoffen stellen Sanierungsmaßnahmen unter der Nutzung und UnterstĂŒtzung von natĂŒrlichen biologischen Umsetzungsprozessen effiziente und ökologisch vertrĂ€gliche Verfahren zur Grundwasserdekontamination dar. Es besteht jedoch erheblicher bedarf an Forschung und Entwicklung solcher Verfahren, um die Effizienz zu optimieren und somit die Grundlage fĂŒr eine umfassende Anwendbarkeit zu erreichen. Im Forschungsprojekt NUTZ-RAUM wurde ein anaerobes, mikrobiologisches In-Situ-Verfahren zur Grundwasserdekontamination entwickelt und im Feld erprobt. Das Ziel ist die Schaffung von technischwissenschaftlichem und verfahrenstechnischem Know-How, das in einem praxisnahen Versuch an einem Standort in der Steiermark ausgetestet wird. Somit wird die Basis fĂŒr weitere zukĂŒnftige, großmaßstĂ€bliche Anwendungen sowohl an diesem Standort als auch an weiteren, hinsichtlich Kontaminationsprofil und hydrogeologischer Charakteristika Ă€hnlichen,Standorten geschaffen.
Comparison of Different Treatment Approaches for Municipal Landfill Leachate
G. KalcĂ­kovĂĄ, Prof. Dr. Jana Zagorc-Končan, Assist. Prof. Dr. Andreja Ćœgajnar Gotvajn
Nowadays, landfilling plays the most important role in the framework of solid waste disposal (Renou 2008). During the waste disposal leachate and biogas can be produced. Production of biogas with energetic value is one of the advantages of waste handling, but production of leachate with potential risk for environment turns it into a serious problem. Landfill leachate is generated during infiltration of rainwater when soluble compounds are extracted from solid waste. The main environmental problem of landfill leachate is contamination of groundwater and nearby surface water. The landfill leachate also has to be treated to meet the limits for dis-charge in surface water (Christenson 1992). Traditionally, biological treatment is the most widely used treatment strategy for such wastewaters, mostly because of its low cost (Renou 2008). However, biological treatment is not always effective enough for toxic and low biode-gradable wastewaters and in this case physico-chemical treatment can take place (Silva 2004). The aim of our study was to compare different treatment methods using physico-chemical analyses, biodegradability and toxicity tests.
Harmandali Landfill Site – From the 1990’s Till Today
ƞebnam Bastan Yilman, Prof. Dr. Ertugrul Erdin, Assist. Prof. Dr. Gorkem Akinci, E. B. Özkaraova GĂŒngör
Until recently, there were six sites in Izmir, where the wastes were disposed of in uncontrolled garbage dumps. As a result of city’s rapid development, these areas turned into residential areas, and day after day these areas started to threat the environment and human health. The Harmandali landfill is located 2.5 km east of the Harmandal village, between 38 Âș 32 '- 38 Âș 33' longitude and 27 Âș 05 '- 27 Âș 10' north latitude. The average rainfall and the average tem-perature on the Harmandali landfill site are 700 mm annually precipitation and 17.6 Âș C respec-tively.
Optimierung des PAK-Abbaues unter nitratreduzierenden Bedingungen
Judith Ausserbrunner, Johanna Traude Schritter, Kerstin Scherr, Prof.Dr. Andreas Paul Loibner, Paul Schöberl
Im Fokus der Untersuchungen stand die Förderung des anaeroben mikrobiellen Abbaues des mobilen Schadstoffanteils eines PAK belasteten Standortmaterials in einem simulierten Aquifer. Die Schwerpunkte lagen einerseits in der Etablierung eines PAK-Abbaues unter nitratreduzierenden Bedingungen sowie andererseits in der Erfassung bestimmender Eckdaten des biologischen Sanierungsverfahrens. Dazu wurden von einem ehemaligen Gaswerksstandort Proben aus dem anaeroben Aquifer entnommen und in Bioreaktoren einem mikrobiellen Abbau unterzogen. Es konnte gezeigt werden, dass der Zusatz von Natriumnitrat in geringer Konzentration eine Abnahme der im Grundwasser gelösten PAK bewirkt hat.
Moderne Grundbaumethoden zur hydraulischen Abschirmung von Altlasten und Altdeponien
Raeto .M. Conrad
Seit einiger Zeit pflegen UmweltverbĂ€nde im Verein mit den Medien lautstark die Totalsanierung praktisch aller umweltgefĂ€hrdenden Altdeponien und Altlasten zu fordern. Diese WĂŒnsche können oft nicht ohne weiteres erfĂŒllt werden, weil der DeponierĂŒckbau oder die Altlastensanierung ohne eingehende Sicherung erst recht umweltgefĂ€hrdend sein kann. Die Sicherungsmethodik ist allerdings erst in letzter Zeit wirklich effizient geworden. Heute erlaubt es der moderne Grundbau, ĂŒber die frĂŒher gebrĂ€uchliche Erstellung einiger Fassungsbrunnen hinaus, einen effizienten Schutz der Abstrombereiche durch hydraulische Abschirmung zu realisieren. Neben den seit lĂ€ngerem gebrĂ€uchlichen „funnel-and-gate“-Verfahren zur Einengung und Fassung von Freisetzungen oder dem sog. Tandemschacht-Verfahren zur EntwĂ€sserung von Deponiekörpern steht die Anwendung von verlaufsgesteuerten Drainagebohrungen (sog. HDD-Verfahren) und die unter der Bezeichnung WHD neu auf den Markt gebrachte Modifikation des Horizontalfilterbrunnens im Vordergrund. Mit diesen Verfahren lassen sich sowohl wirksame Abschirmungen wie nachtrĂ€glich erstellte BasisentwĂ€sserungen realisieren.
In-Situ-Dekontaminationsmethoden von ChromatschÀden
Peter MĂŒller
Chrom ist ein Element mit ambivalenten Eigenschaften. In seiner dreiwertigen Form stellt es ein lebenswichtiges Spurenelement fĂŒr den Menschen dar, wĂ€hrend es in seinem Oxidationszustand mit sechs Valenzelektronen Ă€ußerst toxisch wirkt. Aufgrund der komplexen Wechselwirkungen von Chrom im Boden, befinden sich einige In-situ-Technologien zur Chromatsanierung in Österreich noch im Entwicklungsstadium und können noch nicht zum Stand der Technik gezĂ€hlt werden. Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren macht eine Sanierung dieser SchwermetallschĂ€den nur unter Einbeziehung standortspezifischer Parameter möglich, ein Patentrezept ist - wie so oft in der Altlastensanierung - nur sehr eingeschrĂ€nkt anwendbar. Dieser Artikel befasst sich mit der Darstellung der wichtigsten Wechselwirkungen der Chromspezies in Böden, die eine Basis zur Wahl einer geeigneten In-situ-Sanierungsstrategie bilden. Aufgrund der umfangreichen Varianten bleibt der Überblick auf die ungesĂ€ttigte Bodenzone beschrĂ€nkt.
Innovatives Vorgehen bei der Sanierung der Altlast N16 Tuttendorfer Breite
Gerald Luschin, R. Adami
Die Altlast N16 „Tuttendorfer Breite“ befindet sich ca. 10 km nördlich von Wien, am sĂŒdlichen Stadtrand von Korneuburg, ca. 450 m vom linken Donauufer entfernt. Die FlĂ€che der Altlast be-trĂ€gt 18,06 ha. Die hydrogeologischen VerhĂ€ltnisse im Bereich der Altlast sind vor allem durch die NĂ€he der Donau geprĂ€gt. Den Grundwasserleiter des Gebietes stellen die alluvialen Donauschotter dar. Der 3 – 10 m mĂ€chtige, aus Kiesen und Sanden bestehende, gut durchlĂ€ssige Grundwasserleiter wird von einer Auelehmschicht mit MĂ€chtigkeiten zwischen 1,5 – 8 m ĂŒberlagert. Diese alluviale Deckschicht besteht aus zumeist schluffigen Feinsanden mit Resten natĂŒrlicher organischer Substanz. Die alluvialen Ablagerungen des Grundwasserleiters sind von feinkörnigen tertiĂ€ren Sedimenten, dem Grundwasserstauer, unterlagert
Die definitive Sanierung der SondermĂŒlldeponie Bonfol – Erste Erkenntnisse
Dipl. Chem. RĂ©mi Luttenbacher
Seit EinfĂŒhrung der Altlastenverordnung 1998 werden Altlasten- und Deponiefragen im öffentlichen Leben der Schweiz sehr offen behandelt. Medien, Politiker und BĂŒrgervereinigungen nehmen sich des Themas an, der öffentliche und politische Druck – angefacht von NGOs wie Greenpeace – wĂ€chst. Die Deponien sollen umgehend und fachgerecht saniert werden. Dabei stecken die Technologien und Arbeitsweisen der Deponiesanierung noch in den Kinderschuhen. 2000 wurde die Sanierung der SondermĂŒlldeponie in Bonfol im Kanton Jura (Nordostschweiz) gefordert. Seitdem arbeiten zahlreiche Experten daran, die Pionierleistung zu vollbringen, die modernste Technik in vielen Bereichen zusammenzufĂŒhren und aufeinander abzustimmen. Mit dem Beginn des Abfallaushubs im April 2010 wurde das bis dahin theoretische Konzept auf die praktische Umsetzbarkeit geprĂŒft.
DEPO+ Verfahren© – Energieausbeute und Langzeitverhalten verbessern bei HM-Deponien
Dipl.-Ing. (TU) Dipl.-Wirt.Ing. (Uni) Christoph Bröcker, Dipl.-Ing. Ulrich Klos, F. HĂŒbl
NachsorgezeitrĂ€ume sind durch lang anhaltende Auslaugungsprozesse des Deponiekörpers geprĂ€gt und können Prognosen zufolge zwischen ca. 130 – 200 Jahren andauern (Ramke 2004). Das Langzeitverhalten von Siedlungsabfalldeponien wird unter anderem von der VerĂ€nderung der biologisch abbaubaren Masse im Deponiekörper bestimmt. Die Erfassung und energetische Nutzung des methanhaltigen Deponiegases stellt einen wesentlichen Beitrag zum Klimaund Umweltschutz dar. Diese Nutzung sollte sich im Idealfall auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten rechnen. Zielstellung von Maßnahmen zur Beschleunigung biologischer Abbauprozesse ist die Minimierung der Emissionen in einem ĂŒberschaubaren Zeitraum, nach Möglichkeit innerhalb einer Generation. Der Gaspfad steht dabei im Fokus der Betrachtung, da ĂŒber ihn mehr als 90 Gew.-% der biologisch abbaubare Organik aus dem Deponiekörper ausgetragen werden kann (Henken-Mellies 2008). Entscheidend fĂŒr die QualitĂ€t der stofflichen Entfrachtung ist die pro Zeiteinheit austragbare Menge an Kohlenstoff.
Erfahrungen aus der ersten RĂŒckbauetappe der SondermĂŒlldeponie Kölliken
Jean-Louis Tardent
Die mitten in einem Wohngebiet liegende SondermĂŒlldeponie Kölliken wurde 1978 – 1985 durch ein Konsortium (Kantone Aargau und ZĂŒrich, Stadt ZĂŒrich und Basler Chemische Industrie) betrieben. Zufolge umweltrelevanter UnzulĂ€nglichkeiten wurde sie noch vor der vollstĂ€ndigen VerfĂŒllung durch den Gemeinderat geschlossen. Insgesamt wurden ca. 300.000 m3 bzw. 460.000 Tonnen SonderabfĂ€lle in FĂ€ssern, SĂ€cken sowie in loser SchĂŒttung abgelagert. Von 1986 – 2006 wurden durch das Konsortium umfangreiche Erkundungs- und Sicherungsarbeiten im Umfang von rund 100 Mio. Euro durchgefĂŒhrt. Da die Deponie lĂ€ngerfristig weiterhin eine GefĂ€hrdung der nahe gelegenen Grundwasserleiter darstellt, soll sie gemĂ€ss VerfĂŒgung der kantonalen Aufsichtsbehörde vollstĂ€ndig rĂŒckgebaut werden. Dazu wurden 2006/2007 drei dichte, im Unterdruck stehende Hallen gebaut. Die Abluft der Hallen wird abgesaugt und ĂŒber Staubfilter und Aktivkohlefilter gereinigt. Im Herbst 2007 wurde mit den RĂŒckbauarbeiten begonnen. Diese sollen Ende 2015 abgeschlossen sein. Die Kosten dafĂŒr belaufen sich auf ca. 450 Mio. Euro.
Verbesserung des Langzeitverhaltens von Deponien durch Sickerwasserinfiltration
Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger
Bei Deponien fĂŒr unvorbehandelten Siedlungsabfall mit entsprechend hohem Anteil an abbaubarer organischer Substanz ist die Geschwindigkeit des mikrobiellen Abbaus davon abhĂ€ngig, welchen Wassergehalt das Deponiegut aufweist. Bei vielen Deponien ist ein ausreichend hoher Wassergehalt nicht gegeben. Nach Aufbringen einer OberflĂ€chenabdichtung kommt es zudem zu einem Austrocknungsprozess. Eine Maßnahme, um dies zu vermeiden, ist die gezielte Infiltration von Wasser. Durch die Infiltration kann in der Deponie der optimale Wassergehalt eingestellt werden. Die Infiltration ist damit Grundlage fĂŒr eine effiziente Gasverwertung und eine möglichst kurze Nachsorgephase. Beschrieben werden die Grundlagen der Infiltration, die fĂŒr die Infiltration erforderliche technische AusrĂŒstung sowie die Effizienz anhand von Praxisbeispielen.
Bemessung von Sicherungssysteme von Deponien auf Basis von Langzeitemissionsprognosen – Grundlagen
Dr. Ing. Klemens Finsterwalder
Die Sicherung von Deponien und Ablagerungen erfolgt heute meist nach dem Prinzip Gefah-renabwehr und nicht nach dem Prinzip Vorsorge. Letztere beruht auf der Einhaltung von Wer-ten und ist dann einzulösen, wenn man die Deponie durch Beendigung der Nachsorge schließen will. Der Lebenszyklus einer Deponie besteht aus den Phasen: ‱ I Errichten der Deponiebasis und des Deponiekörpers, ‱ II Herstellen einer Zwischenabdeckung und der endgĂŒltigen Abdeckung, ‱ IIIa Nachsorge und ‱ IIIb Zeit nach der Nachsorge.
LangzeitbestÀndigkeit von mineralischen Abdichtungen
Dr.-Ing. Oliver Kemmesies, Dipl.-Ing. Wolfgang Behrens
Mit Sicht auf die LangzeitbestĂ€ndigkeit mineralischer Abdichtungssysteme ist die Austrocknungsgefahr und damit die Entstehung von Trockenrissen von zentraler Bedeutung, um langfristig die Infiltration von Niederschlag in den Deponiekörper oder ins Grundwasser zu minimieren und bei aktiven Deponien vor Gasaustritten zu schĂŒtzen. Über hohe DurchlĂ€ssigkeiten infolge Austrocknung von Testfeldern in OberflĂ€chenabdichtungen wird schon in Melchior (1993) berichtet. Der Arbeitskreis „Geotechnik der Deponiebauwerke“ der DGGT hat die Grundlagen zum Austrocknungsverhalten mineralischer Abdichtungen analysiert und in Ramke et al. (2002) publiziert. In Witt & Zeh (2004) erfolgte eine Zusammenfassung dieser Ergebnisse unter BerĂŒcksichtigung der gegenwĂ€rtigen Möglichkeiten einer ingenieurmĂ€ĂŸigen Bemessung von mineralischen Dichtungen.
Handlungsempfehlungen zu OberflĂ€chenabdeckungen von Deponien in Österreich
Dr. Roman Prantl, V. Brandner
FĂŒr OberflĂ€chenabdeckungen von Deponien ergeben sich aufgrund der neuen Regelungen der Deponieverordnung 2008 etliche neue Fragestellungen. Im Rahmen vorliegender Arbeit werden diese Fragestellungen diskutiert und die Ergebnisse in Form von Handlungsempfehlungen dargestellt. Die Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick von vorhandenem Wissen und Erfahrungen zu schaffen und als Entscheidungshilfe zur VerfĂŒgung zu stellen. Die zentrale Fragestellung dabei lautet, welche Abdecksysteme sich unter welchen Rahmenbedingungen wie gut eignen. Konkret werden Aspekte wie Einsatzbereiche, Standortfaktoren, Vor- und Nachteile, Kosten, Wasserhaushalt und Monitoring, etc. beleuchtet. Dabei werden verschiedene Abdecksysteme behandelt. Neben dem Regelaufbau mit mineralischen Abdichtungen bzw. Kombinationsdichtungen werden Bentonitmatten und Kapillarsperren, sowie Wasserhaushaltsschichten und Methanoxidationsschichten betrachtet. Weiters werden mehrere LösungsansĂ€tze fĂŒr die AusfĂŒhrung von temporĂ€ren Abdeckungen sowie deren Übergang zur endgĂŒltigen aufgezeigt.
TREAminÂź – Eine DeponieoberflĂ€chenabdichtung unter Einsatz von HMV-Schlacke
Dr. Birte M. Pfeiffer, Helmut SchwarzmĂŒller, Techn. Leiter Bernd Fremgen
Auf der Deponie Eichelbuck soll die herkömmliche tonmineralische Abdichtung durch TREAminÂź ersetzt werden, ein alternatives mineralisches Dichtungsmaterial aus aufbereiteter HausmĂŒllverbrennungsschlacke (HMV-Schlacke) mit definierten Anteilen natĂŒrlicher Tonmineralien. Umfassende Eignungsuntersuchungen zeigten die Vorteile der gemischt-körnigen Dichtung und stellten die Grundlage fĂŒr die Genehmigung durch das RegierungsprĂ€sidium Freiburg dar. Hervorzuheben ist die geringe Schrumpfneigung von TREAminÂź und das gute Regenerationsvermögen nach erfolgter Austrocknung. FĂŒr die Deponie Eichelbuck mit Hangneigungen bis 1 : 2,3 haben sich insbesondere die bautechnischen Vorteile von TREAminÂź bewĂ€hrt, die fĂŒr einen stabilen Untergrund fĂŒr eine Asphaltdichtung sorgen. ZusĂ€tzlich wird mit dem Einsatz von HMV-Schlacke in einer mineralischen Dichtung ein neuer Verwertungsweg im Sinne der Kreislaufwirtschaft beschritten. TREAminÂź trĂ€gt somit als Ersatzbaustoff, mit dem auch wirtschaftliche Vorteile erzielt werden können, zur Schonung von natĂŒrlichen Ressourcen bei.
Energieeffiziente LangzeitbelĂŒftung in der Deponienachsorge
Dr.-Ing. Marco Ritzkowski
Altdeponien können entweder durch langjĂ€hrige anaerobe Abbauprozesse, ggf. in Verbindung mit Stoffauswaschungen, oder durch schnelle und kontrollierte aerobe In-Situ-Stabilisierung in einen emissionsarmen Zustand ĂŒberfĂŒhrt werden. Zur langfristigen GewĂ€hrleistung eines solchen stabilen Emissionszustandes („semi-aerobe VerhĂ€ltnisse") können dann Maßnahmen zur energieeffizienten LangzeitbelĂŒftung mittels windgetriebener Be- und EntlĂŒftungseinrichtungen durchgefĂŒhrt werden. Die langfristige Aerobisierung reduziert nicht nur die verbleibende Deponiegasneubildung sondern kann auch, infolge des Ansaugens von Umgebungsluft in oberflĂ€chennahe Bereiche, zu einer Intensivierung der biologischen Methanoxidation beitragen. Weitere potenzielle Anwendungsgebiete bestehen mit Altdeponien, welche im Rahmen einer Folgenutzung z.B. mit Bebauung oder anderen sensiblen Nutzungsformen versehen wurden. Hier können die windgetriebenen BelĂŒftungssysteme sicher und ĂŒber lange ZeitrĂ€ume im Sinne der Gefahrenabwehr eingesetzt werden, z.B. in der unmittelbaren NĂ€he zu bestehenden GebĂ€uden.
Anwendung von Geogittern bei der AusfĂŒhrung steiler OberflĂ€chenabdichtungen
W. Pauls, Dipl.-Ing. Katja Werth, A. Post
Geogitter sind nicht automatisch Bestandteil des Schutzsystems gegen Infiltration von Niederschlagswasser in den Deponiekörper, sondern sie dienen bei OberflĂ€chenabdichtungen mit einer Neigung steiler 20 ° oberhalb der Abdichtungsschichten als statisch erforderliches Bauteil zur Aufrechterhaltung der Standsicherheit. Durch die Anwendung von Geogittern wird sichergestellt, dass keine Relativbewegungen und damit Zugbeanspruchungen in die Dichtungs- und DrĂ€nschichten eingetragen werden. Diese Anwendung bringt die Forderung mit sich, dass die Geogitter eine kriecharme, robuste Struktur mit ausgeprĂ€gt gutem Kraft-Dehnungsverhalten aufweisen sollten. HierfĂŒr sind ausfĂŒhrliche Nachweise vorzulegen. Welche erforderliche Zugfestigkeit das Geogitter mitbringen muss, wird maßgeblich von der BöschungslĂ€nge beeinflusst. Der Verlegeplanung muss ein Verankerungskonzept auf Basis statischer Nachweise fĂŒr alle zu betrachtenden Bereiche und Bauphasen vorausgehen.
Die Kombikapillarsperre – Ein alternatives Kombinationsdichtungssystem
Dr.-Ing. Ulrich Sehrbrock
Dichtungen in OberflĂ€chenabdichtungssystemen von Deponien werden hĂ€ufig durch Kombination verschiedener Materialien als sog. Kombinationsdichtungen aufgebaut. Dazu werden Dichtungselemente, die als Konvektionssperren bezeichnet werden können (z.B. Kunststoffdichtungsbahnen oder Asphaltdichtungen), mit Dichtungskomponenten aus mineralischen Baustoffen kombiniert. In der TA (Technische Anleitung) Abfall, TASi (Technische Anleitung Siedlungsabfall), bzw. nach Deponieverordnung (DepV) sind derartige Kombinationsdichtungen als Standard fĂŒr den Deponiebau definiert. Im Anhang 1 der DepV wird jedoch ausdrĂŒcklich darauf verwiesen, dass ein OberflĂ€chenabdichtungssystem auch aus gleichwertigen Systemkomponenten oder einer gleichwertigen Kombination der Systemkomponenten des Regelsystems aufgebaut werden kann.
Beurteilung von Deponieemissionen in Anbetracht der Nachsorgedauer
Dipl.-Ing. David Laner, Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Johann Fellner, o. Univ. Prof. Dr. Dipl. Natw. Paul H. Brunner
Die Nachsorge einer Deponie ist solange aufrecht zu erhalten, bis keine GefĂ€hrdung fĂŒr Mensch und Umwelt mehr zu erwarten ist. Im Rahmen dieser Arbeit wird eine Methode vorgestellt, die Stofffreisetzungsraten aus dem Abfallkörper mit der langfristigen Funktion der DeponiehĂŒlle und den StoffeintrĂ€gen in umliegende Umweltkompartimente verknĂŒpft und somit eine Beurteilung der potentiellen UmweltgefĂ€hrdung durch eine geschlossene Deponie ermöglicht. Basierend auf einer Analyse beobachteter Emissionen und mobilisierbarer Stoffanteile im Abfallkörper werden Emissionsmodelle entwickelt und im Rahmen verschiedener Szenarien zur Vorhersage potentieller Deponieemissionen verwendet. Die VerknĂŒpfung der unterschiedlichen Aspekte im Rahmen der Beurteilungsmethode wird anhand einer geschlossenen HausmĂŒlldeponie illustriert. Ob die ermittelten Emissionsniveaus als umweltvertrĂ€glich angesehen werden können, ist in AbhĂ€ngigkeit lokaler Umweltbedingungen zu evaluieren. Abgesehen von den Emissionsprognosen ist daher die Abgrenzung des zu beurteilenden Deponie-Umwelt-Systems fĂŒr die AbschĂ€tzung notwendiger NachsorgezeitrĂ€ume von essentieller Bedeutung.
Umweltkonforme Nachsorge der SondermĂŒlldeponie Teuftal (CH)
B.M. MĂŒller, Dipl. Bauing. FH Jörg Zenger, Dr.sc.nat Marco Semadeni
In der SondermĂŒlldeponie Teuftal (SMDT) wurden von 1974 – 1996 rund 25.000 Tonnen SonderabfĂ€lle eingelagert. Beim Einbau wurden neben den technischen Sicherheitsanlagen, wie Mehrfachabdichtungen und verschiedene Drainagesysteme auch große Mengen an Beton verbaut, sodass letztlich ein Bauwerk mit hohem Sicherheitstandard entstand. 1997 wurde das Bauwerk mit einer Endabdeckung versehen. Das in einem Tank gesammelte Schmutzwasser entspricht dem 1,5-fachem des Niederschlags und wird regelmĂ€ĂŸig abgepumpt und in eine IndustrieklĂ€ranlage transportiert. Das Felswasser, welches außerhalb der Abdichtungen gefasst und kontrolliert in den Vorfluter geleitet wird, ist nicht kontaminiert. Im Talsohlen- und Felsgrundwasser im Abströmbereich werden keine Schadstoffe nachgewiesen, die von der Deponie stammen. Nach dem Expertengutachten zĂ€hlt die SMDT zu den „sichersten oberirdischen SondermĂŒlldeponien in Europa und nach Beurteilung der zustĂ€ndigen Umweltbehörden ist die SMDT als umweltvertrĂ€glich, aber ĂŒberwachungsbedĂŒrftig einzustufen.
Aerobisierung von Deponien in der Schweiz – Erkenntnisse aus dem Anlagenbetrieb
Dipl. Umwelt-Ing. ETH Armin Bachofner, A. DĂŒring, W. Meier
Unter diesen Voraussetzungen wurden in den letzten 20 Jahren die Rechtsgrundlagen umfassend erweitert. Einer der Leitgedanken dabei war, dass aus sĂ€mtlichen nicht vermeidbaren AbfĂ€llen nur wiederverwertbare oder endlagerfĂ€hige Stoffe entstehen. DarĂŒber hinaus sollen umweltgefĂ€hrdende Stoffe in möglichst konzentrierter und umweltvertrĂ€gliche Stoffe in möglichst erdkrusteĂ€hnlicher Form anfallen.
Gleichwertigkeitsnachweis alternativer Basisdichtungen
A. Plankel, Newenka M. Alexiew
GemĂ€ĂŸ Deponieverordnung 2008 kann eine „klassische“ Basisdichtung mit einer geologischen Barriere, einer mineralischen Dichtschicht und einem FlĂ€chenfilter mit einem „alternativen“ Dichtungssystem ersetzt werden, wenn der Nachweis der Gleichwertigkeit gelingt. Es wird fĂŒr eine Baurestmassendeponie gezeigt, dass in der horizontalen FlĂ€che der Basisdichtung die StĂ€rke der mineralischen Dichtschicht von D = 0,5 m auf D = 0,2 m reduziert und in den Böschungen (Neigung > 1 : 2) die gesamte mineralische Dichtung und die geologische Barriere durch Geosynthetische Tondichtungsbahnen (GTD) mit Calzium-Betonit ersetzt werden können. Es werden zwei Varianten fĂŒr die Herstellung des Basisabdichtungsystems mit der alternativen Abdichtung aufgezeigt.
Bemessung von Sicherungssysteme von Deponien auf Basis von Langzeitemissionsprognosen – Deponien „Weiden West & Pill“
Dr. Ing. Klemens Finsterwalder
Die BeschĂ€ftigung mit dem Thema Sicherung vonDeponien und Ablagerungen zeigt, dass durch eine Sicherung eine Nullemission aus physikalisch-chemischen GrĂŒnden nicht hergestellt werden kann. Deshalb muss man sich mit der Reduzierung der Emissionen auf ein fĂŒr das Umfeld akzeptables Niveau konzentrieren, wobei die Alterung der Systeme und Baustoffe berĂŒcksichtigt werden. Teil der Bemessung der Sicherungsmaßnahmen ist die Entwicklung von Kriterien, die eine Beurteilung der Nachhaltigkeit des Sanierungs-Ergebnisses in ZeitrĂ€umen möglichst kleiner 10 Jahre ermöglichen.
Der Einsatz von Dichtungskontrollsystemen in OberflÀchenabdichtungen von Deponien
Silke Schwöbken
Mit einem Dichtungskontrollsystem sind Deponiebetreiber in der Lage, ihre Abdichtungen langfristig auf Dichtheit zu prĂŒfen. Fast 20 Jahre Einsatz solcher Systeme haben gezeigt, dass die wichtigste Kontrolle diejenige ist, die nach der Überdeckung der Kunststoffdichtungsbahnen stattfindet. WĂ€hrend der Überdeckung kann die Kunststoffdichtungsbahn beschĂ€digt werden, und mit einem Dichtungskontrollsystem können BeschĂ€digungen bis auf einen Quadratmeter genau detektiert und geortet werden. Die langfristige Kontrolle von Kunststoffabdichtungen hat gezeigt, dass nach der Bauphase kaum noch BeschĂ€digungen in den Kunststoffdichtungsbahnen auftreten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass nach dem Bau der Abdichtung und der darauf folgenden Kontrolle der Kunststoffdichtungsbahnen eine jĂ€hrliche Kontrolle beim Einsatz in Deponien ausreicht. Glauben ist gut, aber Kontrolle ist besser. Eine Kontrolle der Abdichtung ist in Deutschland derzeit fĂŒr Sonderabfalldeponien vorgeschrieben und wird in immer mehr FĂ€llen angewendet.
Erfolgreiche Sanierung der Deponie Burghof mit dem Tandemschachtverfahren
Sebastian Loof
Die Sanierung von Sickerwassersystemen auf Deponien stellt aufgrund der deponiespezifischen Randbedingungen eine besondere Herausforderung dar. Dies ist in der Regel nur mit speziellen Verfahren realisierbar. HierfĂŒr wurde u.a. das Tandemschachtverfahren entwickelt, dass insbesondere auf Deponien und zur Sanierung von Sickerwasserleitungen in großen Tiefen zur Anwendung kommt. Die Sanierung der Sickerwasserleitung S 6.1 auf der Deponie Burghof stellt aufgrund der Lage, Tiefe und Beschaffenheit so einen speziellen Fall dar. Die erfolgreiche Sanierung in ĂŒber 40 m tiefen TandemschĂ€chte und die sehr anspruchsvolle Horizontalbohrung zur Erneuerung der Sickerwasserleitung S 6.1 wurde nur mit jahrelanger Erfahrung und dem nötigen „Know-How“ ermöglicht.
Das Ende der Abfallwirtschaft
Univ.Prof. Mag. Manfred Prisching
Wesentliche GrĂ¶ĂŸen, welche die Menge des Abfalls und der Emissionen bestimmen, sind: Bevölkerung, Pro-Kopf-Sozialprodukt, RessourcenproduktivitĂ€t, AbfallintensitĂ€t – und dann bleibt eben die RestgrĂ¶ĂŸe Abfall (in einem weiten Sinn). Wenn wir eine lĂ€ngerfristige Perspektive der Dynamik dieser GrĂ¶ĂŸen in einer globalisierten Welt entfalten, dann stoßen wir auf die Grenzen dieser Zivilisation. Es wird deshalb geprĂŒft, wo die Ansatzpunkte liegen, um eine wirtschaftlich effiziente, fortgeschrittene und abfall- bzw. emissionstechnisch ĂŒberlebensfĂ€hige Wirtschaft zu gestalten.
Energie und Ressourcen – Grenzen des Wachstums?
K.F. Rose
1972 wurde im Aufrag des Club of Rome die Studie „Grenzen des Wachstums“ veröffentlicht. Die zentralen Schlussfolgerungen des Berichtes waren: Wenn die gegenwĂ€rtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natĂŒrlichen Rohstoffen unverĂ€ndert anhĂ€lt, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nĂ€chsten hundert Jahre erreicht. Direkt im Anschluss an die Veröffentlichung kam es zu einem Sturm an Kritik und einer FĂŒlle von kontroversen Reaktionen. Kritiker verwarfen unter anderem die Rohstoffprognosen und besonders die Ausblendung technischen Fortschritts in einer reinen Trendextrapolation.
Quo vadis Entsorger? Chancen und Risiken der privaten Abfallwirtschaft
KR Hans Roth, Univ.-Prof. DI Dr. mont. Roland Pomberger
Externe Faktoren wirken derzeit massiv auf die Entwicklung der Abfallwirtschaft. Die Wirtschaftskrise fĂŒhrte zu einer starken Beeinflussung der RohstoffmĂ€rkte und dadurch in weiterer Folge der SekundĂ€rrohstoff- und AbfallmĂ€rkte. ZusĂ€tzlich zeigte sich in verschiedenen Branchen ein massiver RĂŒckgang der Abfallmengen. Besonders in der produzierenden Industrie und im Automotive-Bereich gab es MengeneinbrĂŒche im 4. Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 von bis zu 50%. Die Auswirkungen auf private Entsorgungsunternehmen, die gerade in entwickelten Abfallwirtschaftssystemen mit hohem Recyclinganteil tĂ€tig sind, waren gravierend und fĂŒhrten auch zu Marktbereinigungen. Nischenplayer, Unternehmen mit breiter Dienstleistungspalette und guter Kostenstruktur, konnten diese Herausforderungen am besten meistern. Aufbauend auf einer Darstellung der aktuellen sowie zukĂŒnftigen Herausforderungen im Bereich der Entsorgungsbranche werden Kriterien fĂŒr eine erfolgreiche KrisenbewĂ€ltigung dargestellt und diskutiert. Ein Ausblick auf die Abfallwirtschaft im Jahr 2020 zeigt Möglichkeiten auf, unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten.
Beitrag der Abfallwirtschaft zur Energie- und Rohstoffversorgung in Deutschland
Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky, Dr.-Ing. Stephanie Thiel
Das Abfallaufkommen in der Bundesrepublik Deutschland ist seit Beginn dieses Jahrhunderts annĂ€hernd stetig von mehr als 400 Mio. Tonnen im Jahr 2000 auf etwa 340 Mio. Tonnen im Jahr 2006 zurĂŒckgegangen. Den grĂ¶ĂŸten Teil des Abfallaufkommens machen mit annĂ€hernd 200 Mio. Tonnen Bau- und AbbruchabfĂ€lle aus. Die ĂŒbrigen Abfallhauptgruppen – SiedlungsabfĂ€lle, AbfĂ€lle aus Produktion und Gewerbe sowie Bergematerial aus dem Bergbau – tragen jeweils mit gut 40 – 56 Mio. Tonnen fast zu gleichen Teilen zum Rest des Gesamtaufkommens bei
Recent Developments in Testing, Modelling and Environmental Impact Assessment for Soil, Waste and Construction Products
Dr Hans A. Van der Sloot, O. Hjelmar, David S. Kosson
The recycling and reuse of materials formerly called wastes is growing steadily worldwide. Although economically attractive and seemingly feasible technically, the environmental aspects associated with recycling and reuse is poorly developed in most countries. The available single step leaching tests (like TCLP 1990, DIN 38414 S4 1984 and EN 12457-1, -2 and -4 2002) which are used by lack of a better alternative are inadequate tools for such assessment, as they do not allow an evaluation of trends in release with time or other influencing factors. In addition, the number of elements verified for compliance with environmental criteria are too limited in many cases (Sukandar et al. 2009, Yilmaz & Degirmenci 2009, Kim et al. 2009). More elaborate tests are needed to adequately cover the possible environmental risks associated with the recycling/reuse of wastes.
Urban Mining – Die Zukunft unserer Deponien?
Dipl.-Ing. Oliver Gamperling
„AbfĂ€lle von gestern als Ressourcen von Morgen.“ Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Verknappung und der anhaltenden Verteuerung einiger Ressourcen bekommen „vom Menschen geschaffene“ LagerstĂ€tten immer grĂ¶ĂŸere Bedeutung. Unter diese anthropogenen LagerstĂ€tten fallen auch Deponien, die ein beachtliches Potential an Wertstoffen beinhalten.
Monitoring der Schwermetallgehalte im Wiener RestmĂŒll von 2000 – 2008
Christian Rolland, Mohammad Seidi, Barbara Pippich
Seit dem Jahr 2000 wird die elementare Zusammensetzung des Wiener RestmĂŒlls mit Hilfe der MVA Spittelau bestimmt. Zur Bestimmung der elementaren Zusammensetzung wird nicht der RestmĂŒll selbst analysiert, sondern die homogeneren VerbrennungsrĂŒckstĂ€nde (Schlacke, Flugasche, Abwasser, Abgas) des RestmĂŒlls nach der thermischen Behandlung.
Gewinnung hochwertiger Kunststofffraktionen aus ElektroaltgerÀten
Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme, Dr.-Ing. Peter KrÀmer, Dipl.-Ing. Gotthard Walter
Aufgrund der positiven Eigenschaften technischer Kunststoffe besitzen diese einen relativ hohen Anteil in Elektro- und ElektronikgerĂ€ten. Hieraus ergibt sich eine hohe Relevanz der Kunststoffverwertung fĂŒr die Erreichung der im Elektro- und Elektronik-gerĂ€tegesetz (ElektroG) vorgeschriebenen Verwertungsquoten. UnterstĂŒtzt wird dies durch die mittel- bis langfristig steigenden Preise fĂŒr PrimĂ€rrohstoffe, die ein Recycling bestimmter Kunststoffe stetig attraktiver machen.
Einfluss von Verbundkonstruktionen auf das Recycling von Altfahrzeugen
Prof. Dr.-Ing. Burkhard Berninger
An der Hochschule Amberg-Weiden wurde im Rahmen eins BMBF-Verbundprojektes unter Leitung der FH Aachen die Recyclingeignung neuartiger Stahl-Aluminium-Verbundprofile (VarioStructÂź-Profile) fĂŒr den Automobilbau untersucht. Zentrale Frage war, inwieweit die Metallverbunde mit der ĂŒblichen Aufbereitungstechnik fĂŒr Altfahrzeuge aufgeschlossen und separiert werden können.
Kohlendioxidminimierung bei der Roheisenproduktion
DI Tamara Tappeiner, O.Univ.Prof., Dipl.-Ing., Dr.techn. Werner Kepplinger, Dipl.-Ing. Dr. Stefan Schuster
Zur Optimierung von Prozessen muss man die VorgĂ€nge des Verfahrens möglichst genau kennen um Auswirkungen von Änderungen abschĂ€tzen zu können. Dies kann einerseits durch Messungen erfolgen, bzw. dort wo dies nur sehr schwierig bis gar nicht möglich ist, dienen Berechnungsmodelle als Grundlage zur Prozessverbesserung.
Mercury Recovery from Solid Hazardous Wastes by Thermal Desorption
Dr.mont., Dipl.-Ing., Dipl.-HTL-Ing. RĂŒdiger B. Richter, A.J. Schmidt
This paper reviews basic principles, applicability, advantages and limitations, methods of predicting and improving performance of thermal desorption plants for highly mercury-contaminated solid wastes. The discussion is based on a review of previously performed bench scale tests and field applications using thermal desorption systems which have been undertaken, mostly with mercury-contaminated soils from Buna Schkopau and the Chemical Factory Marktredwitz (CFM).
Bilanzmodell des FINEXŸ-Prozesses zur AbschÀtzung von CO2-Emissionen
Christoph Thaler, Dr. Johannes Schenk, J.F. Plaul
Der Hochofenprozess stellt zurzeit das wichtigste Verfahren zur Roheisenerzeugung weltweit dar. Er weist aus umwelttechnischer Sicht jedoch einige Nachteile auf. Sowohl die EisentrĂ€ger wie auch die Kohle mĂŒssen vor dem Einsatz im Prozess vorbehandelt werden, wodurch Umweltschadstoffe freigesetzt werden. Eine Alternative zum Hochofenprozess zur Herstellung von Roheisen stellt der FINEXÂź-Prozess dar.
Neue Entwicklungen bei der Ersatzbrennstoffaufbereitung
Andreas Kunter, Mag. Dr. Martin Wellacher
Um den QualitĂ€tsanforderungen von Ersatzbrennstoffen aus kunststoffhĂ€ltigen AbfĂ€llen zu genĂŒgen, ist eine mehrstufige Aufbereitung nötig: Vorzerkleinerung, Störstoffabscheidung, Nachzerkleinerung und Konfektionierung.
Behandlung von Arzneimittel(rĂŒckstĂ€nden) in Krankenhaus- und kommunalem Abwasser
Hannes Menapace, Mag. Dr. Wolfgang Staber
EinschlĂ€gige Studien zeigten in den letzten Jahren, daß kommunale KlĂ€ranlagen Arzneimittel – und deren RĂŒckstĂ€nde – sowie Komplexbildner (wie etwa EDTA und NTA) teilweise nur sehr unvollstĂ€ndig mit konventionellen Anlagen behandeln können. Eine Haupteintragsquelle dieser anthropogenen Stoffe stellen menschliche und tierische FĂ€kalien dar, welche ĂŒber die Kanalisation in die KlĂ€ranlagen und dann weiter in die aquatische Umwelt gelangen. FĂŒr Komplexbildner existieren bereits einschlĂ€gige Grenzwerte, EDTA (EthylendiamintetraessigsĂ€ure) und NTA (NitrilotriessigsĂ€ure) werden etwa in der Wasserrahmenrichtlinie als prioritĂ€re Substanzen definiert.
Characteristics of Treated Waste from European and Southeast Asian Cities
P. Pimolthai, Prof. Dr. Jean-Frank Wagner
An understanding of mechanically and biologically treated waste characteristics can lead to an optimization of the Mechanical and Biological Treatment (MBT) technology. For a sustainable waste management, it is essential to determine the characteristics of the final MBT waste, the effectiveness of the treatment system as well as the potential application of the final material regarding future utilization.
Möglichkeiten der energetischen Verwertung von Weintrester
Dipl.-Ing. Bernd Hollauf, O.Univ.Prof., Dipl.-Ing., Dr.techn. Werner Kepplinger
RĂŒckstĂ€nde aus der Weinerzeugung, so genannte Weintrester, können bislang nicht zufriedenstellend zur Energieerzeugung genutzt werden. Ziel eines Forschungsprojektes war daher die Entwicklung und Bewertung von Möglichkeiten zur energetischen Verwertung von Weintrester fĂŒr einen österreichischen Weinerzeuger. Betrachtet wurde die Erzeugung von Biogas, die Verbrennung von mechanisch entwĂ€ssertem Trester sowie von Tresterpellets und die Herstellung von Futtermittel.
Die Bedeutung von natĂŒrlichen Abbauprozessen eines mit Chromat kontaminierten Standorts
Bettina Flury, Urs Eggenberger, Christoph Wanner
Der Untergrund des Standorts Ex-Tugir in Rivera (Schweiz) weist eine teils starke und tief reichende Belastung von CrVI und Crtot auf. Die Schadstoffsituation ist sehr komplex: Neben dem Vorhandensein von leicht löslichen Chromaten hat sich durch die spezifischen Standortbedingungen eine schwer lösliche CrVI-Phase (Jarosit) gebildet, welche zu einem betrĂ€chtlichen CrVI-Reservoir im Untergrund gefĂŒhrt hat.
Auswirkungen der Wirtschaftskrise 2008/09 auf die Abfallwirtschaft und die Lehren daraus
Ing. Mag. Walter Hauer
Die wirtschaftlichen UmbrĂŒche 2008/2009 haben gezeigt, dass viele Entwicklungen bzw. Systeme in unserer Wirtschaft und Gesellschaft nicht nachhaltig sind. Wirtschaftliches Wachstum war nur einem weit ĂŒberproportionalem Verbrauch an Ressourcen verbunden.
Das KapazitÀtenmodell als Instrument zur MarkteinschÀtzung von SekundÀrrohstoffen
Mag. Dr. Hannes Klampfl-Pernold, Univ.-Prof. DI Dr. mont. Roland Pomberger, Ing. Mag. Gerald Schmidt
In Anlehnung an das Konzept des Lebenszyklusmodells bildet das KapazitĂ€tenmodell einen ErklĂ€rungsansatz fĂŒr die Interdependenzen zwischen PrimĂ€r- und SekundĂ€rrohstoffmĂ€rkten entlang des Lebenszyklus von Abfallstoffen.
Ökoeffizienz im Alltag – Innovative Umweltleistungen im KMU
Dipl.-Ing., BBA Wolfgang Neumann
Die KlimaerwĂ€rmung durch den Ausstoß von Treibhausgasen stellt auch an mittelstĂ€ndische Unternehmungen unmittelbare AnsprĂŒche an den Nachhaltigen Einsatz von Energie und den Schutz von UmweltgĂŒtern wie Wasser, Boden, Luft.
Andienungspflicht fĂŒr GewerbeabfĂ€lle: Risiken fĂŒr eine ressourcenorientierte Abfallwirtschaft
Univ.-Prof. DI Dr. mont. Roland Pomberger, Dr. Martin Eisenberger LL.M
Gewerbe und Industrieabfallgemische sind in Österreich keine eigene Abfallart, obwohl bedeutende Mengen gesammelt und verwertet werden. Gemeinsam mit SiedlungsabfĂ€llen aus Haushalten unterliegen sie regional unterschiedlichen Andienungspflichten. Der unklare Begriff „Siedlungsabfall“ fĂŒhrt in der Praxis zu Konflikten um diesen Rohstoff zwischen kommunalen und privaten Entsorgern.
Ökobilanzierung von Recyclingstrategien und Rezyklaten in der Fahrzeugentwicklung
DI Dietmar Hofer, Eva Haberschreck, Hannes Rabitsch
In der innovativen Automobilentwicklung stehen Leichtbau, Verbrauchsreduktion und Senkung von Emissionen durch Antriebsstrangoptimierungen stark im Fokus. Dabei muss berĂŒcksichtigt werden, dass neue Werkstoffe, Verarbeitungs- und Produktionstechnologien fĂŒr High-Tech Fahrzeugkomponenten sowohl in der Herstellung, in der Nutzungsphase und schließlich beim Recycling energieeffizient, umweltgerecht und ressourcenschonend sind.
Charakterisierung von AbfÀllen aus dem Handelskettenbereich
Martha Barth, Dipl.-Ing. Dr. mont. Gernot Kreindl, Univ.-Prof. DI Dr. mont. Roland Pomberger
In Österreich werden hausmĂŒllĂ€hnliche GewerbeabfĂ€lle je nach der gesetzlichen Lage jedes Bundeslandes entweder gemeinsam mit der kommunalen SystemmĂŒllabfuhr oder getrennt behandelt. Tatsache ist, dass kaum Datenmaterial zur umfassenden stofflichen und chemisch-physikalischen Charakterisierung von RestmĂŒll und BiomĂŒll einzelner Branchen existiert.
GefÀhrdung durch Wasserstoff und Ammoniak auf Schlackendeponien?
P. Oester
In der Bodenluft von Schlackendeponien werden oft hohe Konzentrationen an Wasserstoff und Ammoniak nachgewiesen. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Produktion von Wasserstoff und Ammoniak, insbesondere der Metallanteil in der Schlacke spielt dabei eine gewichtige Rolle.
Aufbau einer Deponie fĂŒr IndustrieabfĂ€lle bei „Neochim” AG, in Dimitrovgrad, Bulgarien
L. Totev, Pavel Pavlov
Als ein Ergebnisder mehr als ein Halbjahrhundert dauernden TĂ€tigkeit der Firma Neochim AG, Std. Dimitrovgrad, haben sich große Mengen an gefĂ€hrlichen ProduktionsabfĂ€llen angehĂ€uft.
Einstufung von GrundwasserschĂ€den – Kriterien fĂŒr Sanierungsbeginn und -ende
Dipl.-Umweltwiss. Volker Zeisberger
Bei einer Grundwasserverunreinigung ist im Einzelfall zu entscheiden, ob ein Sanierungsbedarf besteht. Die hessische Arbeitshilfe zieht als wesentliche Kriterien die „Gelöste Schadstoffmenge im Grundwasser“ und die „Schadstofffracht im Grundwasser“ heran.
Schwermetallabtrennung von Flugasche aus MVAs durch Carbochlorierung
Dipl.-Ing. Benedikt Nowak, L. Kuboƈovå, Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Franz Winter, Ing. Philipp Aschenbrenner, Professor Dipl.-Ing. Dr. Helmut Rechberger
Flugasche aus MĂŒllverbrennungsanlagen (MVAs) darf nicht direkt ĂŒber Tage deponiert werden. Sie wird entweder unter Tage deponiert oder verfestigt (z.B. als Schlacke-Asche-Beton). Die Begrenztheit an Deponievolumen, die damit einhergehenden Kosten und der Nachhaltigkeitsgedanke machen die Suche nach Prozessen nötig, die diese Flugasche dekontaminieren und so eine Weiterverwendung möglich wird.
Umwelttechnische Vorgaben fĂŒr die Baulandwidmung von Altablagerungen in NÖ
Erwin Huter
Um eine höherwertige Nutzung von ehemaligen Deponien als Bauland zu ermöglichen, sind jedenfalls Untersuchungen erforderlich. Hierbei ist neben der geotechnischen vor allem auf die umwelttechnische Eignung zu achten. Einer möglichen Gasproduktion kommt dabei hohe Bedeutung zu.
Pyrolytic Pretreatment Process for Co-Firing Agricultural Residues
Michael Halwachs, S. Kern, Univ. Prof. Dr. Hermann Hofbauer, Gerhard Kampichler
A pyrolysis process can be used to split up the biomass in a volatile fraction poor in undesired substances (Cl, N, S, Na and K) and a char fraction where these substances are concentrated.
Natural Bioactive Compounds in Copper Bioremediation
A. Stingu, Irina Volf, Professor Valentin I. Popa
The aim of this research work was to investigate the influence of spruce bark natural bioactive compounds on copper bioaccumulation in rape plant.
Sanierung einer Kohlenwasserstoffverunreinigung im ZĂŒrcher Limmattal
Yvonne Zippert, Bernhard Trommer
In Dietikon westlich von ZĂŒrich stießman bei Bauarbeiten auf eine großflĂ€chige Kohlenwasserstoffverunreinigung, bestehend aus Petrol, Heizöl und einem technischen Öl. Sie sollte ĂŒberbaut werden.
Waste-to-Energy in Austria 2010: Figures, Data, Facts
M. GrĂŒnberger, Gerald Kurz, Padmini Ranawat
The White Book “Waste-to-Energy in Austria” publishedby the Austrian Federal Ministry of Agriculture, Forestry, Environment and Water Management 2010 answers frequently asked questions. Due to the technological advancement both in incineration technology and flue gas cleaning with integrated treatment and recovery of residues, thermal processes now rank among the waste treatment methods with the lowest emission levels overall.
Internationale Abfallwirtschaft im Wandel – Aktuelle Entwicklungen im arabischen Raum
Prof. Dr. Michael Nelles, Dr.-Ing. Abdallah Nassour, Dr.-Ing. Abdulkader Majanny, Mohamad Al-Ahmad
In den arabischen LÀndern leben insgesamt ca. 300 Mio. Menschen und die meisten Regionen sind als EntwicklungslÀnder einzustufen. Der Lehrstuhl Abfall- und Stoffstromwirtschaft der UniversitÀt Rostock ist seit mehr als 15 Jahren im arabischen Raum tÀtig und konnte umfangreiche Praxiserfahrungen zum Stand der Abfallwirtschaft sammeln sowie geeignete LösungsansÀtze erarbeiten und teilweise bereits umsetzen.
Bewertung verschiedener SekundÀrphosphate aus dem P-Recycling
Dr. Christine Waida, Prof. Dr. habil. Stefan A. GĂ€th
In dem BMBF-/BMU geförderten Projekt „Kreislaufwirtschaft fĂŒr PflanzennĂ€hrstoffe – insbesondere Phosphor“ wird in einem Begleitprojekt an der UniversitĂ€t Gießen das Phosphor-DĂŒngeverhalten und die Schadwirkung von 15 verschiedenen, neuartig entwickelten Produkten aus dem KlĂ€rschlamm- und Abwasserbereich untersucht. Innerhalb von GefĂ€ĂŸversuchen mit Mais werden das Wachstum sowie die aufgenommenen Stoffkonzentrationen in den Pflanzen analysiert und bewertet.
Abfallwirtschaft in China – Stand und Perspektiven der Abfallverbrennung
Dipl.-W.-Ing. Thomas Dorn, Prof. Dr. Michael Nelles, Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme, D. Chen, Prof Ke Wu
Die Abfallwirtschaft in China befindet sich derzeit im Aufbau und die Abfallverbrennung spielt dabei noch eine untergeordnete Rolle. Dies liegt zum einen an den im Vergleich zur Deponierung hohen spezifischen Behandlungskosten und zum anderen an den hohen biogenen Anteilen und damit verbundenen hohen Wassergehalten des Abfalls.
Biomass Wastes-to-Energy in China – Biogas from Landfills or Anaerobic Digestion Plants?
Prof. Dr. habil. Bernhard Raninger, Prof. Dr. Rundong Li, X. Chen, H. Xu
The National Development and Reform Commission (NDRC) in China has acknowledged that till 2050 up to one third of three billion tons of coal per year could be replaced by biomass energy in China. Renewable Energy from biomass waste is one of the pillars in China’s long term power supply strategy, targeting 15% renewable energy generation or about 600 GW in 2020. Landfill gas, including biogas from waste water treatment plants and from agriculture biogas plants are seen as the main sources (NDRC 2007).
Effekte der DĂŒngung mit SekundĂ€rrohstoffdĂŒngern auf den Schwermetallstatus von Böden
Dorit Julich, BĂ€rbel Hundt, Prof. Dr. habil. Stefan A. GĂ€th
Die Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter FlĂ€chen, insbesondere der Einsatz verschiedener DĂŒngemittel, bringt einen Eintrag und die potentielle Anreicherung von Schwermetallen (SM) im Boden mit sich. Um den Einfluss verschiedener DĂŒngestrategien auf den SM-Haushalt abschĂ€tzen zu können, wurde das SM-Bilanzmodell ATOMIS auf eine intensiv ackerbaulich genutzte Region in Hessen/Deutschland angewandt. Das Modell prognostiziert neben den eingetragenen Frachten auch die langfristige Entwicklung der Gesamtgehalte von Ni, Cu, Zn und Cd im Oberboden.
Mechanisch-biologische Abfallbehandlung – Erfahrungen aus einem Pilotprojekt in Maringá, Brasilien
Peter Chlan, F. W. Budde, Dr.-Ing. Peter Degener
Im Jahr 2006 wurdendie ARGE BIOPUSTER und das IngenieurbĂŒro Hartung & Partner, Braunschweig eingeladen, einen Vorschlag fĂŒr eine mechanisch-biologische Abfallbehandlung fĂŒr die Stadt MaringĂĄ in Brasilien auszuarbeiten. Bei der Erstellung des Konzeptes waren neben den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch landesspezifische technische und soziale Aspekte zu berĂŒcksichtigen.
Nanotechnology as a New Approach for Material Recycling of PET Bottles
Milan Kracalik, Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Stephan Laske, Clemens Holzer
Up to now, only a few publications reported improvement of processing properties by addition of commercial organoclays to recycled PET. Nevertheless, moderate degrading reactions were detected during the melt compounding process.
Landfilling of Solid Waste and Landfill Operation in the Marmaris Region
Prof. Dr. Ertugrul Erdin, ƞebnam Bastan Yilman, Assist. Prof. Dr. Gorkem Akinci, E. B. Özkaraova GĂŒngör
A modern leachate treatment plant, a sanitary landfill, and a packing waste separation unit were established in “The union of Marmaris Environmental Protection, Construction of Substructure Foundations and Operation”. Yearly 50,000 tons of solid waste are entering the plant since 2003, from which approx. 10,000 tons of total waste is the valuable packing waste and 40,000 tons are other garbage and solid waste.
Ökobilanzen zur Abfallvermeidung und -verwertung im Bauwesen
Andreas Pertl, Dipl.-Ing. Gudrun Obersteiner
In dieser Studie wird die Auswertung einer detaillierten Literaturrecherche zu Ökobilanzen des gesamten Lebensweges von GebĂ€uden dargestellt. Es wird ersichtlich, dass bei konventionellen GebĂ€uden die Umweltauswirkungen maßgeblich von der Nutzungsphase und dessen Energieverbrauch abhĂ€ngen.
Rechtliche Aspekte der informellen Sammlung von GegenstĂ€nden in Österreich
DI Elisabeth Schmied, Dipl.-Ing. Gudrun Obersteiner
SperrmĂŒll, Metalle und Elektro(alt)gerĂ€te gehenin Österreich nicht ausschließlich die offiziellen Entsorgungswege, sondern werden auch von nicht autorisierten Personen gesammelt und sogar zum Teil ins Ausland verbracht. Die AktivitĂ€ten solcher informellen Sammler befinden sich zum Teil in einem rechtlichen Graubereich, der in einem Rechtsgutachten (Niederhuber & Bauer 2010) aufgearbeitet wurde.
Greenhouse Gas Emission Inventory in the Waste Industry
Mag. Nina Braschel
Calculating greenhouse gas emissions is a commonly discussed theme nowadays, both in public and private discourse. While it is relevant for production and supply chain management in general, it is of particular relevance for the waste industry where agents are often called on to provide data on the extent and origin of specific greenhouse gas emissions.
Nachhaltige Ressourcenschonung im Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark 2010
, Hofrat Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Himmel
Der Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark(L-AWP) 2010 bezieht sich auf die nicht gefĂ€hrlichen SiedlungsabfĂ€lle und weitere ĂŒber kommunale Strukturen gesammelte AbfĂ€lle. Es beschreibt ein umfassendes Bild der steirischen Abfallwirtschaft (Bestandsaufnahme des Abfallaufkommens, Darstellung der Behandlungsanlagen, Abfallmengenprognose, umzusetzende Ziele und Strategien) und stellt somit gleichzeitig die Evaluierung des L-AWP 2005 fĂŒr den Betrachtungszeitraum 2003 bis 2008 und dessen Fortschreibung fĂŒr die Planungsperiode 2010 bis 2020 dar.
Szenarioanalyse Abfallwirtschaft Bayern 2030 – Ein Blick in die Zukunft
Dr. Siegfried Kreibe, Dr. habil. Michael Schneider, Stefanie MĂŒller
Nachhaltiges Wirtschaften braucht langfristige Strategien, die nur auf Grundlage einer differenzierten Vorstellung von Zukunft fundiert entwickelt werden können. Dabei gilt auch fĂŒr die Abfallwirtschaft: langfristige Entwicklungen sind nicht durch einzelne EinflussgrĂ¶ĂŸen bestimmt. Sie hĂ€ngen vom Zusammenwirken einer Vielzahl von Faktoren ab.
Municipal Solid Waste Management Policies and Problems in Naples
Head of the Italian Trust Fund Stefania Romano
Waste management is gaining importance in today’s decision-makers’ agenda; the effectiveness of political actions on waste management directly affects the daily life of citizens, who are more and more sensitive to how waste strategies are implemented and waste processes take place.
REDWAVE XRF-Röntgenfluoreszenzverfahren fĂŒr Wertstoffsortierung in der Abfallwirtschaft
M. Weiss, Johann Felber
REDWAVE XRF ist ein sensorgestĂŒtztes Sortierverfahren mit dem physikalischen Prinzip der Röntgenfluoreszenz. Das zu sortierende Material wird ĂŒber eine Vibrationsförderrinne auf ein Förderband gleichmĂ€ĂŸig verteilt aufgegeben, gescannt und je nach Bedarf ĂŒber Hochgeschwindigkeits-DruckluftdĂŒsen mittels Druckluft ausgebracht.
Methoden der Korrosionsdiagnose bei der Verbrennung schwieriger Brennstoffe
Dr.-Ing. Martin Pohl, Daniel Bernhardt, M.Sc. Sokesimbone Ncube, Professor Dr.-Ing. Michael Beckmann, Dr. Wolfgang Spiegel
Die alleinige Betrachtung des Brennstoffes anhand von Laboranalysen ist im Hinblick auf das Belagsbildungs- und Korrosionspotentials nicht aussagekrĂ€ftig. Der Brennstoff wird in einer technischen Feuerung eingesetzt und ist dort den entsprechenden Prozessbedingungen ausgesetzt, ĂŒber die der Umwandlungsprozess vom Brennstoff zum Rauchgas in Verbindung mit den jeweiligen Anlagenparametern gesteuert wird.
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