6. Rostocker Bioenergieforum


NĂ€hrstoffaufnahme von Mais und Bodenatmung nach Zufuhr von GĂ€rresten im Praxisversuch
M.Sc. Silvia Bachmann, Dipl. agr. Ing. Markus Gropp, PD Dr. habil. Bettina Eichler-Löbermann
Die Entwicklung in der Biogasbranche ist in den letzten 20 Jahren von einer enormen Dynamik gekennzeichnet. In Deutschland gab es 1992 etwa 140 Biogasanlagen. Im Jahr 2011 waren bereits ca. 6000 Anlagen in Betrieb. Die am hĂ€ufigsten in landwirtschaftlichen Biogasanlagen verwendeten Substrate sind RindergĂŒlle und Silomais.
Art- und sortenabhĂ€ngige Biogasproduktion aus Beta-RĂŒben
Dipl.-Ing. (FH) Robert Böttcher, Prof. Dr.-Ing. Christian Stollberg, Prof. Dr. habil. Horst Gerath, Prof. Dr. Norbert Kanswohl
Die Nutzung von Futter- und ZuckerrĂŒben fĂŒr die Biogaserzeugung gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Hohe ErnteertrĂ€ge und ein schneller Biomasseumsatz im Biogasfermenter machen die Beta-RĂŒben fĂŒr die Biogasproduktion interessant. Allerdings wurde bisher nur unzureichend die Biogasproduktion aus den Beta-RĂŒben sortenabhĂ€ngig betrachtet. Aus diesem Grund wurden verschiedene Futter- und ZuckerrĂŒbensilagen auf ihren spezifischen Methanertrag im semi-kontinuierlichen Laborversuch untersucht und die Wirtschaftlichkeit dieser Sorten frei Fermenter ermittelt.
AnsÀtze zur Ermittlung regionaler Wertschöpfung durch Biomasse am Beispiel der technisch-ökonomischen Begleitforschung im Wettbewerb Bioenergie-Regionen
Dipl.-Geogr. Sebastian Bohnet, M.Sc. Karina Bloche, Prof. Dr. Ing. Daniela ThrÀn
Erneuerbare Energien leisten nicht nur einen Beitrag zur Einsparung von Treibhausgasen und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit, sondern haben auch positive Effekte auf die Entwicklung lĂ€ndlicher RĂ€ume z.B. durch die Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen und alternativer Einkommensquellen. In diesem regionalen Kontext spielt vor allem die Bioenergie eine bedeutende Rolle, da hier regelmĂ€ĂŸig biogene Ausgangsstoffe fĂŒr den Energieerzeugungsprozess bereitgestellt werden mĂŒssen. Im Rahmen des Wettbewerbs „Bioenergie-Regionen“ werden 25 Regionen in Deutschland seit 2009 ĂŒber einen Zeitraum von drei Jahren durch das Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert.
Die THG-Bilanz moderner Bio-Erdgasanlagen am Beispiel der Bio-Erdgasanlage Einbeck
Dr. Claus Bonsen, Dr. Harald von Canstein, Dr. Christian Böse
Im Gegensatz zur klassischen Direktverstromung am Ort der Biogaserzeugung weist die Aufbereitung von Biogas zu Bio-Erdgas mit anschließender Einspeisung in das Erdgasnetz mehrere Vorteile auf. WĂ€hrend bei den derzeit ca. 7.000 Biogasanlagen (ohne Gasaufbereitung) trotz aller Anstrengungen bei der Erstellung von WĂ€rmekonzepten und Satelliten-BHKWs heute immer noch der grĂ¶ĂŸte Teil der bei der Stromerzeugung aus Biogas anfallenden WĂ€rme ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird, ermöglicht der Transport des aufbereiteten Biogases ĂŒber das Erdgasnetz den hocheffizienten Einsatz in wĂ€rmegefĂŒhrten KWK-Anlagen, Brennwertthermen und Erdgasfahrzeugen. DarĂŒber hinaus fungiert das Erdgasnetz als Speicher, der eine rĂ€umliche und zeitliche Entkopplung der Biogaserzeugung von einem bedarfsgerechten Verbrauch ermöglicht, ohne dass ein zusĂ€tzliches Invest fĂŒr Speicherinfrastruktur erforderlich ist.
Verbesserung der N-Effizienz und UmweltvertrÀglichkeit von GÀrresten durch Anwendung von Nitrifikationshemmstoffen
Dr. Klaus Brenner
FĂŒr eine nachhaltige Biogasproduktion gewinnt die N-Effizienz bei der DĂŒngung mit GĂ€rresten immer mehr an Bedeutung. So wurden in den letzten Jahren viele Versuche mit Nitrifikationshemmstoffen zur DĂŒngung von GĂ€rresten durchgefĂŒhrt. Ziel dieser Versuche war es, die Ertragswirkung, die N-Ausnutzung aber auch die Reduzierung von N-Verlusten aus der Nitratverlagerung oder von Lachgasemissionen zu erfassen.
VariabilitÀt des Korn-Stroh-Index auf landwirtschaftlichen PraxisschlÀgen und in Feldversuchen
Dipl. Geoökol. Sybille Brozio, Dr. Thomas Schatz
FĂŒr die AbschĂ€tzung von Getreidestrohmengen zur Humusbilanz oder zur alternativen energetischen Verwertung werden fruchtartspezifische Korn-Stroh-Indizes verwendet. FĂŒr eine regionale, rĂ€umlich differenzierte Betrachtung wird untersucht, ob Sortenwahl und Standortunterschiede nicht nur den Kornertrag, sondern auch das Korn-StrohverhĂ€ltnis beeinflussen. Erste Ergebnisse zeigen sorten- und standortspezifische VariabilitĂ€ten, die durch weitere Analysen statistisch belegt werden mĂŒssen.
Optimierung eines Pellet-Solar-Kombisystems fĂŒr Heizung und Warmwasser in einem Einfamilienhaus
M. Eng. Dipl.-Ing. (FH) Daniel BĂŒchner
Mit dem integrierten Energie- und Klimaprogramm hat sich die Bundesregierung 2007 in Meseberg das Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien an der WĂ€rmebereitstellung bis zum Jahr 2020 auf 14 % zu steigern. Im Jahr 2001 betrug ihr Anteil bereits ĂŒber 10 %. Durch bessere DĂ€mmstandards lĂ€sst sich der GesamtwĂ€rmebedarf weiter senken und der Anteil erneuerbarer Energie noch zusĂ€tzlich steigern.
Pilotprojekte zur Nutzung von Biomasse aus Paludikultur in integrierten Biomasseheizwerken in Mecklenburg-Vorpommern
Dipl.-Landsch.-Ökol. Tobias Dahms, Christian Schröder, Dr. Wendelin Wichtmann
Die ambitionierten Ziele der Bundesregierung hinsichtlich des Anteils an Energie aus erneuerbaren EnergietrĂ€gern werden zu einem starken Wachstum des Biomasseeinsatzes fĂŒhren. Die EuWood-Studie prognostiziert eine DeckungslĂŒcke von 20 bis 40 Mio. m3 fĂŒr Holz fĂŒr das Jahr 2020. Die Nutzung von nachwachsenden EnergietrĂ€gern erfolgt mit dem Ziel der Reduktion von Treibhausgasemissionen, fĂŒhrt jedoch oft nur zu geringen Einsparungen im Vergleich zu fossilen EnergietrĂ€gern und kann auch mit höheren Treibhausgasemissionen als beim fossilen Pendant verbunden sein. Diese Entwicklungen erfordern die Erschließung und Nutzung alternativer Biomassepotenziale und innovative AnsĂ€tze, die den gesamten Lebensweg der Biomasse nachhaltig realisiert.
Einsatz und Entwicklung von alternativen Brennstoffen – Stand der Technik und Innovationen
Dr.-Ing. Luigi Di Matteo, Dipl.-Ing. Ulrich Strotkamp
Die Zement- und Kraftwerksindustrie stellt aufgrund der sehr energieintensiven Prozesse grundsĂ€tzlich ein enormes Potenzial zur Substitution von PrimĂ€rbrennstoffen durch nachhaltige und umweltschonende alternative Brennstoffe dar. Der Zementherstellungsprozess bietet aus verfahrenstechnischen GrĂŒnden in der Regel die besten Voraussetzungen fĂŒr eine hohe Substitutionsrate dar.
Heizen mit Stroh – Kostenstruktur der landwirtschaftlichen WĂ€rmeerzeugung
Dr. Matthias Dietze, Dr. Hubert Heilmann
Die WĂ€rmebereitstellungskosten sind abhĂ€ngig von der Höhe der Anlageninvestition und den Brennstoffkosten. Bei gleicher Leistungsklasse unterscheidet sich die Kostenstruktur einer Ölheizung diametral von der einer Strohheizung. WĂ€hrend der Anteil der Kapitalkosten an den WĂ€rmegestehungskosten bei einer Heizölfeuerung vergleichsweise niedrig und der Anteil der Brennstoffkosten hoch ist, verhĂ€lt es sich bei einer Strohfeuerung umgekehrt. Auf der Basis dieser unterschiedlichen Kostenstruktur lĂ€sst sich die Vermutung ableiten, dass die Wirtschaftlichkeit einer Stroh- gegenĂŒber einer Ölheizung primĂ€r von dem Grad der Anlagenauslastung abhĂ€ngen dĂŒrfte. Im Gegensatz zu einer Ölheizung ist die Wartung und Pflege sowie die Brennstoffversorgung einer Strohheizung aufwendiger und die StörungsanfĂ€lligkeit höher. Je nach Auslastung kann die Strohheizung jedoch wirtschaftlicher sein. Ihre THG-Bilanz ist sehr gĂŒnstig.
HVO Anwendungen und Praxiserfahrungen
Dipl.-Ing. Sebastian Dörr, Markku Honkanen, Seppo Mikkonen
Seid 2007 produziert Neste Oil in Finnland einen Diesel Kraftstoff auf Basis erneuerbarer Rohstoffe, der durch Hydrierung von Pflanzenölen gewonnen wird. Prozess und Produkteigenschaften werden kurz vorgestellt. Welche Anwendungen sind bisher fĂŒr diese als HVO = Hydrotreated Vetable Oil (Hydrierte Pflanzenöle) bezeichneten Produkte bekannt und welche Praxiserfahrungen liegen vor?
Klimagasbilanzen von Biogas und ihre Aussagekraft
Dr. Daniela Dressler, Prof. Dr.-Ing. Achim Loewen, Prof. Dr. Michael Nelles
In den letzten Jahren sind zahlreiche Klimagas- und Ökobilanzen zur Energiepflanzenbereitstellung, Biogaserzeugung und -nutzung erstellt worden. In diesen sind verschiedene Parameter als Stellschrauben identifiziert worden, mit denen das Ergebnis von Klimagasbilanzen verschoben werden kann. Hier werden neben dem eingesetzten Substrat (z.B. Maissilage, WirtschaftsdĂŒnger) und der Art der Biogasnutzung (z.B. effiziente WĂ€rmenutzung) auch die Anlagentechnik (z.B. offene oder geschlossene GĂ€rrestelager) diskutiert. Weiterhin stehen auch die so genannten direkten und indirekten LandnutzungsĂ€nderungen im Fokus des Interesses.
Lachgasemissionen im Energiemaisanbau unter Einsatz von GĂ€rrestsubstrat
M. Sc. Sebastian R. Fiedler, Dr. Uwe Buczko, Prof. Dr. Stephan Glatzel
Emissionen von Treibhausgasen (THG) aus dem Landwirtschaftssektor haben einen betrĂ€chtlichen Anteil an den globalen FlĂŒssen von Kohlendioxid (CO2), Distickstoffoxid bzw. „Lachgas“ (N2O) sowie Methan (CH4) (Robertson et al. 2000). Weltweit verursachen die Nutzung landwirtschaftlicher Böden, die Haltung von Tieren sowie LandnutzungsĂ€nderungen zusammen fast 30 % der gesamten THG-Emissionen. In Deutschland haben Emissionen aus der Landwirtschaft einen Anteil von 7,7 % an den Gesamtemissionen in CO2-Äquivalenten. Hier sind stickstoffhaltige DĂŒnger eine der Hauptquellen fĂŒr N2O-Emissionen. N2O hat aufgrund seines hohen spezifischen Treibhausgaspotenzial (GWP) eine besondere Relevanz. Auf einen Zeithorizont von 100 Jahren betrachtet, betrĂ€gt das GWP von N2O 310 CO2-Äquivalente.
Optimierung der FließfĂ€higkeit von Fermenterinhalten in Biogasanlagen durch Enzymeinsatz
Dr.-Ing. Thomas Fritz, Dipl.-Ing. Dirk Banemann, Dr.-Ing. Harald Lindorfer, Kay Rostalski, Dipl.-Ing. Claudia Demmig
Im tĂ€glichen Betrieb von Biogasanlagen zeigt sich hĂ€ufig eine zunehmend schlechtere FließfĂ€higkeit der Fermenterinhalte. Diese kann auf unterschiedliche Ursachen zurĂŒckgefĂŒhrt werden. So fĂŒhrt der im EEG 2004 vergebene Innovationsbonus fĂŒr die so genannte „Trockenfermentation“ dazu, dass ein Teil der Biogasanlagen ohne eine Zugabe von FlĂŒssigkeiten (GĂŒlle oder Wasser) auskommen muss. Wissenschaftler, die das Biogasmessprogramm durchgefĂŒhrt haben, zeigen darin, dass bei Inputstoffen mit hohen Faser- sowie Pektin-Anteilen (Gras, GPS, Stroh) der TM-Gehalt im Fermenter ansteigt und damit verbunden die FließfĂ€higkeit sinkt. Ziel des Beitrags ist es, den HintergrĂŒnden dieser Störungen auf den Grund zu gehen und Lösungen zur Verbesserung der FließfĂ€higkeit aus dem Hause Schaumann Bioenergy GmbH darzustellen. Schwerpunkte sind hierbei die Darstellungen der Erfolge beim Einsatz des Enzym-Produktes im Labor-, Technikums- sowie Praxismaßstab.
Bioenergieregion RĂŒgen – Die Energiewende regional meistern!
Dr.-Ing. Sarah Gehrig
Die Bundesregierung hat die Energiewende – die Abkehr von einer zentralen hin zu einer dezentralen und regenerativen Energieerzeugung – beschlossen. Im Jahr 2050 soll dieser Prozess vollendet sein. Die dazu benötigten Strukturen und Potenziale finden sich jedoch nicht in den pulsierenden und wirtschaftsstarken GroßstĂ€dten, sondern vielmehr im bis dato wirtschaftlich schwachen lĂ€ndlichen Raum.
Produktion von durchwachsener Silphie sowie Getreideganzpflanzen als Alternativen zu hohen Maiskonzentrationen
Dr. Jana Peters, Dr. Andreas Gurgel
An der Landesforschungsanstalt fĂŒr Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern werden auf der Suche nach maisalternativen Subtraten fĂŒr die Biogasanlagen zahlreiche Projekte bearbeitet.
Aktueller Stand der Kompaktierung von Stroh in Deutschland
Dipl.-Ing. Thomas Hering
Studien ĂŒber das Strohaufkommen in Deutschland und das sich daraus ergebende Potenzial fĂŒr eine energetische Nutzung sind zahlreich und verdeutlichen die herausragende Bedeutung im Bereich der halmgutartigen Brennstoffe. Nach heutigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass etwa 7 bis 13 Mio. t des Strohaufkommens in Deutschland unter BerĂŒcksichtigung der Humusbilanz als technisches Potenzial nutzbar sind.
Stadt mit Energieeffizienz – SEE – Stuttgart: Leuchtturmprojekt „Wilhelma“
M. Sc. Annika Hilse, Dr.-Ing. Dipl.-Chem. Klaus Fischer, o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert
Im Rahmen des Gesamtprojekts Stadt mit Energieeffizienz – SEE werden Energieströme der Stadt Stuttgart analysiert, um Ressourcen effizienter verwenden zu können und ein nachhaltiges Energiekonzept fĂŒr die Stadt aufzubauen. In diesem Zusammenhang wird am Institut fĂŒr Siedlungswasserbau, WassergĂŒte und Abfallwirtschaft (ISWA) eine Studie fĂŒr Biomassepotenziale der Stuttgarter Wilhelma durchgefĂŒhrt.
Neue Möglichkeiten fĂŒr die Integration der Stromerzeugung mittels Biogas in regionalen Bioenergiekonzepten mittels der EinfĂŒhrung der FlexibilitĂ€tsprĂ€mie durch das EEG 2012
Prof. Dr.-Ing. Uwe Holzhammer, Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin, Prof. Dr. Michael Nelles
Das Erneuerbaren-Energien-Gesetz 2012 ist am 1. Januar 2012 in Kraft getreten. Es beinhaltet viele Neuerungen, insbesondere auch fĂŒr Biogasanlagen (BGA). Die Bundesregierung und das Parlament forcieren nun eine erneuerbare Stromerzeugung, die sich zunehmend mit dem Strommarkt, der StromĂŒbertragung, dem Stromhandel und dem Strombedarf auseinandersetzt. Dies wird mit unterschiedlichen Anreizinstrumenten erreicht, die es ermöglichen, den produzierten Strom direkt zu vermarkten. Auch der Stromerzeugung aus Biogas steht der Weg der Direktvermarktung frei.
Erzeugung qualitativ hochwertiger Heupellets fĂŒr eine energetische Nutzung
Dipl.-Ing. Claudia Kirsten, Andreas Pilz
GegenwĂ€rtig werden ĂŒber 70 % der erneuerbaren WĂ€rme in Deutschland in Holzfeuerungen kleiner und mittlerer Leistung erzeugt. Durch politische Forderungen, den Anteil der erneuerbaren Energien an der WĂ€rmeversorgung bis 2020 von 6,6 % (2007) auf 14 % nahezu zu verdoppeln, gerĂ€t die bislang favorisierte Nutzung hochqualitativer Holzbrennstoffe aus ökologischer und ökonomischer Sicht an ihre Grenzen. Die Erweiterung der Rohstoffbasis durch den Einsatz alternativer biogener Brennstoffe kann in diesem Zusammenhang einen bedeutenden Beitrag leisten, um die regionale und nationale Versorgungssicherheit zu erhöhen.
PrimÀrseitige Emissionsminderung an Biomasse-Kleinfeuerungsanlagen
Dipl.-Uwt. Mario König, Dr. Ingo Hartmann
In Deutschland wird der grĂ¶ĂŸte Anteil der aus erneuerbaren Energien bereitgestellten WĂ€rme unter Verwendung biogener Festbrennstoffe in Kleinfeuerungsanlagen erzeugt. Bei einem Großteil der am Markt angebotenen Kleinfeuerungsanlagen besteht im Hinblick auf die Emissionen noch Optimierungspotenzial. Aus den durch die Novellierung der 1. BImSchV stufenweise verschĂ€rften Emissionsgrenzwerten ergibt sich zudem fĂŒr verschiedene Anlagen die Notwendigkeit des Einsatzes von Emissionsminderungsmaßnahmen. Da der Einsatz sekundĂ€rer Maßnahmen hĂ€ufig mit einem hohen technischen und finanziellen Aufwand verbunden ist, mĂŒssen vor allem bei Anlagen im kleinen Leistungsbereich zunĂ€chst alle Möglichkeiten einer primĂ€ren Emissionsminderung ausgeschöpft werden. Um die Wirksamkeit verschiedener feuerungsseitiger PrimĂ€rmaßnahmen zu ermitteln, wurden am DBFZ Untersuchungen an einem manuell beschickten Scheitholzkessel und einer automatischen Kleinfeuerungsanlage durchgefĂŒhrt.
Biokraftstoffe verstehen – Ein Überblick ĂŒber einen Begriffsdschungel
Dr. Georg Konrad, Dipl.-Ing. (FH), Hubert Maierhofer
Die Bezeichnungen der einzelnen Alternativen zu fossilen Kraftstoffen geben in der Regel einen Hinweis darauf, welche konventionellen Kraftstoffe mit dem regenerativen bzw. biogenen Pendant substituiert werden können. Als ĂŒbergeordnete Bezeichnung ist im deutschsprachigen Raum zumeist die Bezeichnung Biokraftstoff ĂŒblich. Laut Duden ist dies ein „vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugter Kraftstoff (z.B. Bioalkohol)“. Umgangssprachlich werden auch die Worte Bio- oder Ökosprit bzw. -treibstoff verwendet.
TrockenvergĂ€rung – neue Erkenntnisse zur optimalen ProzessfĂŒhrung
Dr.-Ing. Gerhard Langhans, Prof. Dr.-Ing. habil. Hartmut Grothkopp, Norbert Scholten, Josef Rothe, Sven-Uwe Selignow
Die industriellen TrockenvergĂ€rungstechnologien der Bioabfallbehandlung sind fĂŒr große Verarbeitungsleistungen und kontinuierlichen Betrieb bei Einsatz vorwiegend schĂŒttfĂ€higer Substrate entwickelt worden und damit grundsĂ€tzlich auch zur Methanerzeugung fĂŒr Bio-Kraftwerke großer Leistungen geeignet.
BioWaste-to-Liquid: Ökologisch-ökonomische Betrachtung von Pyrolyseöl auf Basis biogener Rest- und Abfallstoffe
Dipl.-Ing. Franziska Liemen, Dipl.-Wi.-Ing. Konstantin Zech, Dipl.-Ing. (FH) Michael Kröger
Die Ergebnisse der Schnellpyrolyseversuche sowie die Nutzung des Pyrolyseproduktes Bioöl fĂŒr die KWK-Nutzung wurden bereits im letzten Jahr unter dem Titel „Ergebnisse des Projektes BioWtL zum Einsatz von biogenen Rest- und Abfallstoffen in der Schnellpyrolyse zur Kraftstoffbereitstellung“ auf dem 5. Rostocker Bioenergieforum vorgestellt. Die Ergebnisse der Pyrolyseversuche sind unter anderem in der fĂŒr das Projekt geschaffenen Datenbank http://bioprocdb.dbfz.de abrufbar. Im Folgenden wird daran anknĂŒpfend die ökologische und ökonomische Betrachtung der Prozesskette mit den dazugehörigen ModellfĂ€llen beschrieben.
Bildung von Schaum in Biogasanlagen und seine BekÀmpfung
Dr.-Ing. Lucie Moeller, Dr. Kati Görsch, Prof. Dr.-Ing. Andreas Zehnsdorf
Üblicherweise werden von Betreibern zwei Schaumarten unterschieden, die sich in der BlasengrĂ¶ĂŸe und HartnĂ€ckigkeit unterscheiden. Großblasige SchĂ€ume werden als ungefĂ€hrlich bezeichnet, da sie mit einfachen Mitteln wie UnterrĂŒhren oder Zugabe von Pflanzenöl problemlos zu bekĂ€mpfen sind. Auf der anderen Seite gibt es SchĂ€ume mit kleinen Blasen, die schwierig zu beseitigen sind. Diese Art von Schaum wird von Anlagenbetreibern als „der böse Schaum“ bezeichnet. Wie diese SchĂ€ume entstehen und wie sie sich chemisch unterscheiden, ist der Gegenstand unserer derzeitigen Forschung.
Entwicklung des Biokraftstoffsektors im Kontext nationaler und internationaler politischer Rahmenbedingungen
Dipl.-Ing. Karin Naumann
Die globale Biokraftstoffproduktion wuchs von 16 Milliarden Litern im Jahr 2000 auf ĂŒber 100 Milliarden Liter in 2010. Damit werden etwa 3 % des globalen Energiebedarfs im Straßenverkehr abgedeckt. Bereits 2008 erreichte Brasilien beispielsweise einen Anteil von etwa 21 %, die USA etwa 4 % und die EU etwa 3 %Biokraftstoffen im Straßenverkehr.
Aktuelle Entwicklung bei der Konversion von minderwertigen EnergietrĂ€gern in die so genannte Biokohle – ein Vergleich von Pyrolyse- und HTC-Verfahren
Diana Neudeck, Dipl.-Wi.-Ing. Jan-Markus Rödger, Prof. Dr.-Ing. Achim Loewen
Vor dem Hintergrund der Notwendigkeit der Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln und Energie, bei knapper werdenden fossilen Rohstoffen, einem problembewussten Umgang mit abbauresistenten oder toxischen Abfallprodukten und der mit alldem verbundenen Problematik des Klimawandels eröffnet die Erzeugung und Nutzung von Kohle aus rezenter Biomasse beachtenswerte Möglichkeiten. An der Hochschule fĂŒr angewandte Wissenschaften und Kunst in Göttingen (HAWK) im Fachgebiet Nachhaltige Energie- und Umwelttechnik (NEUTec) werden in den beiden langfristig angelegten Forschungsprojekte "Biochar: Climate saving Soils“ (EU-INTERREG) und „Hydrothermale Carbonisierung fĂŒr Niedersachsen“ (EFRE) zwei verschiedene Pfade der Erzeugung von „Biokohle“ und deren potenzielle Einsatzbereiche untersucht und verglichen.
Suche nach neuen Wegen zur Gewinnung von Dieselkraftstoffen aus Fetten und Ölen auf der Basis von Nachwachsenden Rohstoffen
Dr. Eckhard Paetzold, Prof. Dr. Udo Kragl, Dr. rer. nat. Ulrike SchĂŒmann
Das Energieproblem der Menschheit ist nicht gelöst. Zwar wird in zunehmendem Maße Energie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt, aber derzeit wird noch immer der grĂ¶ĂŸte Teil durch fossile EnergietrĂ€ger wie Erdöl, Erdgas und Kohle gedeckt. Einher geht diese Problematik mit der Zusatzentwicklung von Kohlendioxid durch den Menschen. Die ĂŒberwiegende Kohlendioxidmenge ist natĂŒrlichen Ursprungs und liegt in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 203 Gt pro Jahr, wĂ€hrend durch die Menschheit ca. 7 Gt pro Jahr freigesetzt werden, was etwa drei Prozent betrĂ€gt.
Micro-gas grids – an innovative approach for bio-methane production?
Dr.-Ing. Olga Panic-Savanovic, B. Sc. Arunee Tan, Dr.-Ing. Dipl.-Chem. Klaus Fischer, o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert
Bio-methane production makes spatial and temporal decoupling of biogas production and utilization possible allowing for optimized use of energy from biogas. Nevertheless the technology is usually not applicable in regions characterized by small-scale agriculture due to heavy reliance on large inputs of energy crops. The overall objective is to investigate under which technical framework conditions the concept features of micro-gas grids can energetically optimize the bio-methane utilization pathway and how this insight can be used to speed up the integration of smallscale plants into the bio-methane market. In a first research step the Cumulative Energy Demand (CED) approach is to be applied. The parameters of the micro-gas grid model to be used in the CED have been calculated on the basis of literature data and information gained from expert interviews.
Der Weg der ZuckerrĂŒbe zum wirtschaftlichen Biogasbetrieb ‒ Eine betriebswirtschaftliche Betrachtung
Bernd Peters
Als Alternative zum Mais kann (und wird) die Biogas-ZuckerrĂŒbe eine wichtige Rolle spielen, weil Ertragspotenzial und ein hoher ZĂŒchtungsforstschritt vorhanden ist und insbesondere auch die VergĂ€rungseigenschaften positiv sind.
Konzepte und Pilotprojekte fĂŒr innovative Verfahren zur Biomethanbereitstellung
Dipl.-Ing. Diana Pfeiffer, Dr. Elena Angelova, Sebastian Fendt, Dr.-Ing. Volker Heil
Biomethan, das in das Erdgasnetz eingespeist wird, bietet große Anwendungspotenziale, wenn andere Alternativen nicht zur VerfĂŒgung stehen, sowohl zur gekoppelten Strom- und WĂ€rmeerzeugung als auch im Kraftstoffbereich. Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) seit April 2009 mit dem Programm zur „Förderung von Forschung und Entwicklung zur klimaeffizienten Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ („Energetische Biomassenutzung“) u.a. auch Vorhaben zur Einspeisung von Biomethan in Deutschland.
Herstellung standardisierter Miscanthuspellets zum Einsatz in Kleinfeuerungsanlagen
Andreas Pilz, Dipl.-Ing. Claudia Kirsten, Nadja Weller, Lysann Pflugradt
Die Energiepflanze Miscanthus kann in einigen Regionen einen positiven Beitrag zur Erweiterung der Rohstoffbasis leisten. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften zur Erzeugung eines genormten und hochqualitativen sollte Miscanthus pelletiert werden um einen, zu Holzpellets vergleichbaren, komfortabel einsetzbaren biogenen Brennstoff bereitzustellen. In den Versuchen konnten durch eine gezielte Einstellung ausgewĂ€hlter Parameter, eine Verbesserung der mechanischen Festigkeit und SchĂŒttdichte erreicht werden. Somit konnte gezeigt werden, dass es bei der Herstellung von Miscanthuspellets möglich ist, mit deren physikalisch-mechanischen Eigenschaften die normativen Vorgaben der DIN EN 41961-6 zu erfĂŒllen.
Verfahren zur Aufbereitung von Biogas in KraftstoffqualitÀt
Dipl.-Ing Sascha Prehn, Dr.-Ing. Volker Wichmann, Prof. Dr.-Ing. Horst Harndorf
Biogas wurde in den letzten 20 Jahren hauptsĂ€chlich fĂŒr Strom- und WĂ€rmeerzeugung in Blockheizkraftwerken (BHKW) verwendet, welche direkt an die Biogasanlagen angeschlossen sind. Aufgrund der teils dezentralen Lage der Biogasanlagen kann die freiwerdende WĂ€rmeenergie aus den BHKWs nur in geringem Umfang genutzt werden. Mit der Aufbereitung von Biogas zu Biomethan ist es möglich, den gasförmigen EnergietrĂ€ger in das vorhandene Erdgasnetz einzuspeisen. Dies erlaubt es, die Energienutzung an den Ort des Energiebedarfs zu verlegen. Dadurch besteht die Möglichkeit, die gesamte Energiemenge zu nutzen. Durch die Einspeisung in das Erdgasnetz kann das Biomethan auch als Brenngas fĂŒr Kraftfahrzeuge zur VerfĂŒgung gestellt werden. Der Einsatz von Biomethan als Kraftsoff im Straßenverkehr kann dazu beitragen, den Ausstoß an Kohlenstoffdioxid um bis zu 97 %, bezogen auf ein Benzinfahrzeug, zu reduzieren.
Bioenergie in Österreich – Entwicklungen, Stand und Perspektiven
Prof. Dr. Arne Michael Ragoßnig
Der vorliegende Beitrag analysiert die historische Entwicklung der Bioenergienutzung sowie deren aktuellen Stellenwert in der Energieversorgung Österreichs. In weiterer Folge werden auf Basis von Prognosen die zukĂŒnftige Entwicklung der Bioenergienutzung in Österreich sowie die damit einhergehenden Herausforderungen umrissen. Aktuelle Leuchtturmprojekte im Bioenergiesektor und Aspekte aus der österreichischen Bioenergieforschung ergĂ€nzen den Beitrag.
Analyse von internen Ablagerungen in Common-Rail-Injektoren
Dr. Beate Richter, Dr.-Ing. Christian Fink, Dr. rer. nat. Ulrike SchĂŒmann, Dr. Thorsten Streibel, Prof. Dr.-Ing. Horst Harndorf
Ziel des Forschungsthemas ist die DurchfĂŒhrung einer Studie zur Ablagerungsbildung in Dieseleinspritzkomponenten. Das Projekt soll wichtige Grundlagen in Bezug auf einzusetzende Analyseverfahren, relevante chemische VorgĂ€nge und Mechanismen sowie notwendige Prozessrandbedingungen bereitstellen.
Dezentrale Stromerzeugung aus fester Biomasse im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
M. Sc. Philipp Sauter, MSc Dipl.-Ing. Janet Witt, M. Eng. Dipl.-Ing. (FH) Eric Billig
Erneuerbare Energien erlangen in der deutschen Energiepolitik und am Energiemarkt zunehmende Bedeutung. Bis 2020 ist das nationale Ziel entsprechend des Integrierten Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung und des Nationalen Aktionsplans fĂŒr erneuerbare Energien, mit 18 %1 verankert (derzeit ca. 12 %). Etwa 70 % der von erneuerbaren EnergietrĂ€gern bereitgestellten Endenergie werden durch Biomasse gedeckt. Zur ErfĂŒllung der Ziele wird die Biomasse auch in Zukunft eine tragende Rolle spielen, da hierfĂŒr bereits etablierte Technologien und Nutzungspfade bestehen. Trotzdem sind die Einsatzmöglichkeiten der Biomassenutzung kontinuierlich zu ĂŒberprĂŒfen um einen effizienten Einsatz gewĂ€hrleisten zu können. Als Basis dafĂŒr, soll dieser Beitrag die Bedeutung und Entwicklung der Nutzung fester Biomasse fĂŒr die Stromerzeugung aufzeigen.
Vergleichende Untersuchungen zur MutagenitÀt von Dieselabgasen
Karl-Werner Schramm, Josie Kunze, Dr. JĂŒrgen Blassnegger, Dr. Michael Urbanek
Zur MutagenitĂ€t von Dieselabgasen existieren intensiv diskutierte Studien. So zeigte unter anderem die gemeinsame Untersuchungen der Forschungsanstalt fĂŒr Landwirtschaft (FAL), der FH Coburg – FB Physikalische Technik und Allgemeinwissenschaften und der UniversitĂ€t Göttingen - Zentrum fĂŒr Arbeits- und Sozialmedizin an einem Mercedes Benz OM 906 Motor der Emissionsklasse EURO III fĂŒr Rapsöl eine deutliche Zunahme der MutagenitĂ€t der partikulĂ€ren Phase fĂŒr Rapsöl gegenĂŒber Dieselkraftstoff. Um zukĂŒnftig Ergebnisse einheitlich bewerten und vergleichen zu können, ist die Standardisierung der Probennahme inkl. Ort der Messstelle, etwa in Anlehnung an dem hier bereits durchgefĂŒhrten Verfahren, unabdingbar.
Paludikultur – Ein regionales Bioenergiekonzept fĂŒr Mecklenburg-Vorpommern
Christian Schröder, Dipl.-Landsch.-Ökol. Tobias Dahms, Sabine Wichmann, Prof. Dr. Hans Joosten
Paludikultur („palus“ – lat.: Sumpf) ist die nasse Bewirtschaftung von wiedervernĂ€ssten Mooren. Ziel von Paludikultur ist die nachhaltige Bewirtschaftung von Moorböden bei gleichzeitigem Erhalt des Torfkörpers bzw. einer erneuten Torfbildung.
Best-Practice-Projekte fĂŒr eine intelligente und effiziente Biogasnutzung
Vera SchĂŒrmann, Dr. Helmut Kern
Der Biogas Pool ermöglicht Stadtwerken einen langfristig gesicherten Bezug von Bioerdgas, ohne selbst in die Rohbiogas-Produktion zu investieren. Die Investition in die Biogasanlage tĂ€tigen Landwirte, die sich auf diesem Weg als „Energiewirte“ ein dauerhaftes und sicheres GeschĂ€tsfeld erschließn. Die Technologie der Gaswirtschaft ist nicht Kernkompetenz der Landwirtschaft, von daher wird eine klare Schnittstelle zwischen Rohgasproduktion und Gasaufbereitung definiert. Die Landwirte sorgen fĂŒr die langfristige Substratbereitstellung und betreiben die Biogasanlage zur Erzeugung von Rohbiogas.
Regionale Bioenergiekonzepte als Beitrag zur Energiewende
Dr.-Ing. Andreas SchĂŒtte
Die Bundesregierung ist bestrebt, den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung Deutschland langfristig deutlich zu erhöhen. Im Jahre 2007 wurden fĂŒr das Jahr 2020 im Zuge des Energie- und Klimaprogramms (IEKP) erstmals durch die Bundesregierung konkrete Ziele fĂŒr den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien formuliert. 2010 wurde dann das Energiekonzept veröffentlicht, welches die Leitlinien der Energiepolitik Deutschlands bis zum Jahre 2050 beinhaltet. BeschlĂŒsse des Bundeskabinetts von 2011 als Reaktion auf die Havarie in Fukushima konkretisieren den Weg der Energiewende unter anderem durch den geplanten Verzicht auf die Kernkraft.
UnterstĂŒtzung des Betriebs einer landwirtschaftlichen Biogasanlage mit dynamischer Simulation
M.Sc. Dipl.-Ing. (FH) Ingolf Seick, Dr.-Ing. Ralf Tschepetzki, Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Gebhardt
FĂŒr die UnterstĂŒtzung des Anlagenbetriebs durch Analyse der komplexen biologischen Prozesse in Biogasanlagen, Prognosesimulationen und zur Optimierung (z.B. von ProzessstabilitĂ€t und Gasertrag) wurde ein neues Software- System entwickelt. Einhergehend mit den Entwicklungsarbeiten wurde ein dynamisches Simulationsmodell einer typischen landwirtschaftlichen Biogasanlage erstellt sowie mit den relevanten Anlagendaten parametriert. Das Modellverhalten wurde anschließend mit Messdaten abgeglichen. Der vorliegende Beitrag stellt Anlage, Modell bzw. Modellabgleich kurz vor und beschreibt darĂŒber hinaus ein praktisches Anwendungsbeispiel fĂŒr betriebsbegleitende Prognosesimulationen zur Stabilisierung der Prozessbiologie auf der Beispielanlage.
Biogasaufbereitung mit hochselektiver Membran
JĂŒrgen Tenbrink
Die Gasaufbereitung mittels Hohlfasermembranen ist eine effiziente und einfache Methode, Gase fĂŒr die Einspeisung in das Erdgasnetz aufzubereiten. Der Aufbau ist modular. Ein upscale ist durch Multiplikation möglich sowie eine Anpassung der GasqualitĂ€t durch Anpassung der Modulzahl und BetriebsdrĂŒcke.
Öffentlichkeitsarbeit und Konfliktmanagement bei regionalen Bioenergieprojekten
Dipl.-Ing. Thomas Turk
Sowohl der Ausbau der Erzeugungsanlagen fĂŒr erneuerbare Energien als auch der damit zusammenhĂ€ngende Netzausbau betreffen das Lebensumfeld vieler Menschen unmittelbar. In diesem Zusammenhang zeigt sich ein alarmierender RĂŒckgang der Akzeptanz von Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Nachbarschaft. Dieser Beitrag beleuchtet die Ursachen und nennt Abhilfemöglichkeiten, die seitens der Investoren vor Ort, der Genehmigungsbehörden und der Kommunalpolitik anzuwenden sind, um die Diskussion zu versachlichen. Hierzu gehören neben einer zielgerichteten Kommunikationsarbeit auch Maßnahmen wie die Erstellung von Standortgutachten, wie sie von deutlich unpopulĂ€reren Vorhaben, z.B. dem Deponiebau, bekannt sind.
Substratausnutzung in Biogasanlagen mit und ohne gasdichtem GÀrrestbehÀlter
Prof. Dr. agr. habil. Friedrich Weißbach, Dipl.-Ing. Nils Engler, Dipl.-Ing. Stefanie Wesseling
Es wurden zwei Biogasanlagen ohne und mit gasdicht abgedecktem GÀrrestlagerbehÀlter untersucht. Durch die Einbeziehung des GÀrrestlagers in das gasdichte Fermentersystem verlÀngerte sich die hydraulische Verweilzeit von 40 auf rund 110 Tage. Als Folge davon konnten die Ausnutzung des Gasbildungspotenzials der Substrate und die Energieproduktion um jeweils rund 3 % verbessert werden. Die Menge an Methan, die dadurch vor der Freisetzung in die Umwelt aus einem unbeheizten GÀrrestlager bewahrt wird, ist jedoch bedeutend geringer. Sie betrÀgt im Sommer 1,5 % und auf das ganze Jahr berechnet weniger als 1 % des Gasbildungspotenzials der Substrate.
Production of biomass in wet peatlands (paludiculture). The EU-AID project ‚Wetland energy‘ in Belarus – solutions for the substitution of fossil fuels (peat briquettes) by biomass from wet peatlands
Dr. Wendelin Wichtmann, Andreas Haberl, Dr. Franziska Tanneberger
Based on earlier successfully implemented peatland rewetting projects in Belarus and biomass-related expertise of Michael Succow Foundation and Greifswald University, this project deals with the sustainable utilisation of wet or rewetted peatlands (paludiculture).
Production of Solid Sustainable Energy Carriers from Biomass by Means of TORrefaction (SECTOR)
MSc Dipl.-Ing. Janet Witt, M. Sc. Dipl.-Wirt.-Ing. Kathrin Bienert, Robin Zwart, Jaap Kiel, Dr. Martin Englisch
SECTOR ist ein großes EuropĂ€isches Forschungsprojekt eines Konsortiums bestehend aus 21 Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf der Entwicklung und Optimierung von Torrefizierungstechnologien fĂŒr die Herstellung von festen BioenergietrĂ€gern. Das Projekt unterstĂŒtzt damit die MarkteinfĂŒhrung von EnergietrĂ€gern aus torrefizierter Biomasse als erneuerbarer Festbrennstoff.
MixBioPells: Verbesserung der Marktrelevanz alternativer und gemischter Biomassepellets in Europa - Rahmenbedingungen, Maßnahmen und geeignete Nutzungskonzepte
Thomas Zeng, Annett Pollex, Volker Lenz, Eija Alakangas, Anna Sager
In den meisten europĂ€ischen Staaten gibt es BemĂŒhungen alternative Festbrennstoffe auf der Basis minderwertiger Holzsortimente (z.B. Waldrestholz, Rinde usw.) und Stroh in den Brennstoffmarkt zu integrieren. Allerdings verlĂ€uft die EinfĂŒhrung bisher zum Teil noch sehr zögerlich. Um die bestehenden Hemmnisse zu ĂŒberwinden und positive Entwicklungen zu verstĂ€rken wurde der Einfluss der nationalen und europĂ€ischen Rahmenbedingungen untersucht und bewertet. Daraus konnte abgeleitet werden, welche Rahmenbedingungen und regionalen Konzepte besonders gĂŒnstig sind. Da die Verbrennung alternativer Pellets insbesondere im kleinen Leistungsbereich zu Problemen fĂŒhren kann, sind Produktnormen und die entsprechende QualitĂ€tssicherung besonders wichtig. Aus diesem Grund wurde in Zusammenarbeit mit dem European Pellet Council der Entwurf eines Zertifizierungssystems entwickelt, welcher ebenfalls hier vorgestellt wird.
Wirtschaftliche KonkurrenzfĂ€higkeit von Biokraftstoffen – Kosten ausgewĂ€hlter Biokraftstoffoptionen
Dipl.Wi.Ing. (FH) Martin Zeymer
Einer der grĂ¶ĂŸten Vorteile von Biokraftstoffe ist deren nahezu problemlose Integration in die derzeitige Energieinfrastruktur des Verkehrssektors. Zugleich spielen bestehende „carbon lock-in“-Effekte im Transportsektor, die eine plötzliche Umstellung von einer fossilen zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft (z.B. durch ElektromobilitĂ€t) erschweren, bei dem Einsatz von Biokraftstoffe nur noch eine vernachlĂ€ssigbare Rolle. Jedoch muss fĂŒr eine nachhaltige Nutzung der limitierten biogenen Ressourcen der weitere Ausbau der biogenen Kraftstoffbereitstellung besonders effizient, ökologisch und sozialvertrĂ€glich erfolgen. Wegen der großen Bandbreite biogener Rohstoffe erforderlich ist es notwendig verschiedene Biokraftstoffrouten zu analysieren, diese untereinander und mit der jeweiligen fossilen Referenz zu vergleichen. Dazu werden nachfolgend typische modellhafte Anlagenkonzepte fĂŒr ausgewĂ€hlte Biokraftstoffe hinsichtlich ihrer jeweiligen Gestehungskosten untersucht. Diese auf realen Anlagendaten basierende Querschnittsanalyse marktrelevanter Biokraftstoffe deckt dabei sowohl dezentrale als auch zentrale Konzepte auf Basis unterschiedlicher Roh- und Reststoffe ab.
Sorghum fĂŒr Biogas – MehrjĂ€hrige Versuchsergebnisse aus Bayern
Dr. Karen Zeise
Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing fĂŒhrt seit 2005 ein Screening von Sorghumsorten in bester GĂ€ulage (Parabraunerde, schluffiger Lehm, Az 73-76) durch und konnte fĂŒr etliche von ihnen die prinzipielle Anbaueignung fĂŒr bayerische Bedingungen konstatieren. So kamen die besonders massewĂŒchsigen Futtersorten von S. bicolor, wie Herkules, Goliath und Biomass 150, auf ErtrĂ€ge, die an die von zeitgleich gesĂ€tem Mais aus dem frĂŒhreifen Sortiment (Fabregas S210) heranreichten. Allerdings blieben ihre TS-Gehalte hĂ€ufig unter der angestrebten Marke von mindestens 28 %. Zum Hauptfruchtmais (Agrogas 280) tat sich dagegen eine große ErtragslĂŒcke auf, die der höheren KĂ€lteempfindlichkeit von Sorghum und der erforderlichen Verschiebung des frĂŒhest möglichen Saattermins in die zweite Maidekade geschuldet ist.
Abgasuntersuchungen an Kraftstoffen/ Biokraftstoff-Blends im Rahmen des Helmholtz Virtual Institute for Complex Molecular Systems in Environmental Health
Dr. Thorsten Streibel, Dr.-Ing. JĂŒrgen Adam, Jana Grabowsky, Dr. Martin Sklorz, Prof. Dr. Ralf Zimmermann
Die große Bedeutung der Luftverschmutzung fĂŒr die menschliche Gesundheit ist heutzutage eine weithin akzeptierte Tatsache. Der sogenante London Killer- Smog von 1952 sorgte zum ersten Mal fĂŒr eine wissenschaftlich fundierte Aufmerksamkeit auch bei der breiten Bevölkerung. In den folgenden Jahrzehnten folgten zahlreiche epidemiologische Untersuchungen wie die “Harvard six cites study“ oder die “Utah Valley investigation”, welche herausstellten, dass anthropogen erzeugte Aerosole fĂŒr die beobachteten Gesundheitseffekte verantwortlich sind. In diesem Zusammenhang bedeutet Aerosole feste oder flĂŒssige Partikel suspendiert in der Gasphase (z.B. Emissionen aus einem Verbrennungsmotor oder auch die Umgebungsluft). Bisher liegt der Fokus bei den Untersuchungen aber weitgehend auf der partikulĂ€ren Phase.
Einfluss von Biokraftstoffblends auf moderne Dieselmotoren und deren Abgasnachbehandlungssysteme
Dipl.-Ing. Thomas Sadlowski, Dr. Beate Richter, Dr.-Ing. Volker Wichmann, Dr. rer. nat. Ulrike SchĂŒmann, Prof. Dr.-Ing. Horst Harndorf
Ziel des Projektes war die systematische Analyse und Bewertung der LangzeitstabilitĂ€t von Biokraftstoffblends und deren Auswirkungen auf den Betrieb eines Common-Rail PKW-Dieselmotors, der in seiner AusfĂŒhrung den aktuellsten Abgasemissionsnormen (EURO VI) entspricht. Neben den EinflĂŒssen der Biokraftstoffblends auf die VerbrennungsfĂŒhrung und die damit verbundenen Rohemissionen, sollten vor allem die Effekte in den komplexen Abgasnachbehandlungssystemen erstmalig detailliert bewertet werden. Die generelle Zielstellung war es, die Potenziale und Optimierungsmöglichkeiten bei der Applikation von DK/Biokraftstoffblends an modernste Dieselmotoren zu analysieren.
Methanol als Kraftstoff fĂŒr Verbrennungsmotoren
Dr.-Ing. Volker Wichmann
Die knapper werdenden ErdölvorrĂ€te fĂŒhren seit Jahren zur Suche nach weiteren möglichen Kraftstoffen. Um eine sinnvolle Fahrzeugreichweite zu erreichen, sollten es bei den heutigen bekannten Lagertechnologien, als Alternativen zum Dieselkraftstoff und Benzin, ebenfalls flĂŒssige Kraftstoffe sein. Derzeit noch allgemein als ungeeignet empfundene Kraftstoffe, werden in Zukunft eine steigende Bedeutung auch fĂŒr den Einsatz in Kraftfahrzeugen gewinnen.
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