Wasser Wirtschaft 09 / 2008

- Globaler Klimawandel und regionale Auswirkungen auf den Wasserhaushalt
- Wasserkraft
- Elektronische Messdaten
- IFAT 2008 so erfolgreich wie noch nie
- ...


Globaler Klimawandel und regionale Auswirkungen auf den Wasserhaushalt – Fallstudie Chiemgau-Inn-Salzach-Berchtesgadener Land
Dr. Andreas Marx, Dipl.-Ing. Markus Mast, Dr. Richard Knoche, Prof. Harald Kunstmann
Regionale Klimasimulationen zeigen eine mögliche Klimaänderung im Raum Chiemgau-Inn-Salzach-Berchtesgadener Land auf. Danach ist bis zum Ende des Jahrhunderts eine mittlere Temperaturerhöhung von 3 °C bei einem leicht erhöhten zukünftigen Jahresniederschlag zu erwarten. Höhere Niederschlagsintensitäten führen zu einer größeren Hochwassergefahr sowohl bei den großflächigen als auch bei lokal beschränken Ereignissen. Im Sommer wird eine Niederschlagsabnahme bis zu 30 % prognostiziert. Das Dürrerisiko steigt, da Trocken-perioden zukünftig länger und intensiver ausfallen.
Unverhältnismäßigkeit und Kompensationen im Kontext von Wasserkraft und WRRL
Dipl.-Kfm Stephan Held, Dipl.-Kfm Devid Krull
Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verpflichten sich die EU-Mitgliedsstaaten, die dort formulierten Umweltziele für Oberflächengewässer bis 2015 zu erreichen. Erklärtes Ziel ist die Realisierung des „guten Zustandes“. Insbesondere für erheblich veränderte Wasserkörper sieht Art. 4 WRRL spezifische Ziele und eine Reihe von Ausnahmeregelungen vor, für deren Inanspruchnahme sozioökonomische Analysen notwendig werden. Nach Ableitung der zu erreichenden Umweltzielsetzung unter Berücksichtigung der Prüfung einer gesamtwirtschaftlichen Unverhältnismäßigkeit kann der Fall eintreten, dass (dennoch) eine Unwirtschaftlichkeit einer Wasserkraftanlage verbleibt. In diesem Kontext wird ein dreistufiger Kompensationsmechanismus vorgeschlagen.
Elektronische Messdaten – Korrelationsanalysen zur Reaktionszeitermittlung des Sickerwassers an einem Damm mit Innendichtung
Dr.-Ing. Jörg Franke, Dipl.-Geoökol. Jan Bliefernicht, Prof. Dr.-Ing. Silke Wieprecht, Dipl.-Ing. Patrick Blank, Dipl.-Ing. Fritz Neuschitzer
Seit einigen Jahren werden Messstellen an Talsperren verstärkt mit Messtechnik für die automatisierte Datenerhebung und -übermittlung aufgerüstet. Die dadurch sehr umfangreiche Datenbasis steht nun zur vertieften statistischen Auswertung bereit. Für den 42 m hohen Freibachdamm im Süden Kärntens wurde mittels dreier Varianten der Korrelationsanalyse überprüft, ob aus dem Datenmaterial Informationen zur Herkunft und zur Fließzeit des Sickerwassers gewonnen werden können.
Verteilte faseroptische Dehnungsmessungen in der RCC Staumauer Fundão in Brasilien
Dipl.-Ing. Roland Hoepffner, Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Markus Aufleger, M. Sc. Douglas Emerson Moser
In diesem Beitrag wird von der Installation von Glasfaserkabeln zur verteilten faseroptischen Dehnungsmessung in einer 43 m hohen RCC-Staumauer in Brasilien berichtet. Messungen wurden während der fünf Tage des ersten Einstaus durchgeführt. Es konnten keine signifikanten Dehnungsänderungen oder Risse festgestellt werden. In einem 20 m langen RCC- Probekörper konnte dagegen ein Riss von ungefähr 0,5 mm Breite klar lokalisiert und dessen Breite ermittelt werden.
Überwachungsmessungen beim sprengtechnischen Auffahren eines Kontrollgangs
Dipl.-Ing. Jan Kittler, Dipl.-Geophys. Thomas Hohlfeld, Dipl.-Geophys. Reinhard Mittag
Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) ist Betreiber der meisten sächsischen Talsperren. An der Talsperre Klingenberg sind nach fast 100-jährigem Betrieb umfangreiche Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Innerhalb der komplexen Instandset-zung wurde ein Kontrollgang beim laufenden Betrieb sprengtechnisch aufgefahren. Mit jeder Sprengung erfuhr die Stauanlage und ihr Umfeld eine vergleichsweise starke seis-mische Anregung. Diese Erschütterungen wurden umfassend messtechnisch überwacht. Außerdem wurde das Eigenschwingverhalten der Staumauer untersucht, um dynamische Kennwerte zu verifizieren.
Pumpspeicherkraftwerk Kops II – CFD-gestützte Detailplanung
Dipl.-Ing. Dr. techn. Georg Premstaller, Dr. Markus Zoessmayr, Prof. Dr. Peter Rutschmann
Beim Pumpspeicherkraftwerk Kops 2 kommt der hydraulische Kurzschlussbetrieb zur Anwendung, der die volle Regelfähigkeit im Pumpbetrieb und somit einen stufenfreien Übergang von Turbinenbetrieb in Pumpbetrieb gewährleistet. Im Kurzschlussbetriebsfall muss das Wasser im spitzen Winkel vom Turbinen- in den Pumpenstollen fließen. Daraus resultiert ein Drall, der durch einen Strömungsgleichrichter weitgehend reduziert werden soll. Die Funktionalität dieses Strömungsgleichrichters wurde mittels 3-D-Strömungssimulation (CFD) nachgewiesen. Die Vorgehensweise wird aufgezeigt und die Ergebnisse werden dargestellt.
IFAT 2008 so erfolgreich wie noch nie
Dipl.-Ing. Heribert Meyer
2 560 Aussteller: plus 15 Prozent, 120 000 Besucher: plus 10 Prozent, Auslandsbeteiligung steigt auf ein Drittel. Mit diesen Ergebnissen ist die IFAT die weltweit größte und bedeutendste Messe für Umwelttechnologien und Umweltdienstleistungen. Ihren internationalen Stellenwert unterstreicht eindrucksvoll auch die Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Regierungsdelegationen aus der ganzen Welt, so Eugen Egetenmeir, stellvertretender Geschäftsführer der Messe München GmbH.
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