Wasser Wirtschaft 03 / 2008

- Hochwasserschutzeinrichtungen
- Das nofdp-IDSS - eininteraktives Planungsinstrument
- Eingendynamische Gewässerentwicklung
- ...


Eigendynamische Gewässerentwicklung zwischen Benutzung, Unterhaltung und Ausbau
Prof. Dr. Michael Reinhardt
Die kontrollierte eigendynamische Gewässerentwicklung wird gemeinhin als in besonderer Weise geeignetes Instrument zur Erreichung der Umweltziele der Wasserrahmenrichtlinie angesehen. Ihre praktische Durchführung unterliegt komplexen rechtlichen Anforderungen, die eine geordnete Gewässerentwicklung unter Berücksichtigung der Rechtspositionen Drit-ter gewährleisten sollen. Der Beitrag skizziert die einschlägigen europäischen und deutschen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der Finanzierung.
Konkretisierung des Handlungsbedarfes im Hinblick auf die Wasserkraft im Kontext der WRRL
Dipl.-Kfm Stephan Held, Dipl.-Kfm Devid Krull, Dipl.-Ing. Michael Moltrecht
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wird gemeinhin auch als „neues Fundament für den europäischen Gewässerschutz“ bezeichnet. Bislang existieren im Rahmen der Richtlinie allerdings immer noch eine Vielzahl unbestimmter Rechtsbegriffe und wenig konkretisierter Verfahrensansätze, die oftmals nicht dem geforderten interdisziplinären und praxistauglichen Ansatz entsprechen, sondern auf wissenschaftlich komplexen Methoden basieren. Das Ziel dieses Beitrags soll daher darin bestehen, erstmals eine transparente Vorgehensweise für die Konkretisierung der zu erreichenden Umweltzielsetzung im Hinblick auf bestehende (Lauf-) Wasserkraftanlagen (WKA) bereitzustellen.
Risiko der Flutung unterirdischer Bauwerke nach Versagen von Hochwasserschutzeinrichtungen
Prof. Dr.-Ing. habil. Mario Oertel, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Andreas Schlenkhoff
Die Flutung unterirdischer Bauwerke nach Versagen von Hochwasserschutzeinrichtungen findet derzeit in aktuellen Hochwasser-Gefahrenkarten bzw. Hochwasser-Risikokarten keine hinreichende Beachtung. Jedoch sind auch in Deutschland regelmäßig Todesopfer durch Ertrinken nach Überschwemmung unterirdischer Räume zu beklagen. Die vorliegenden Untersuchungen befassen sich daher mit physikalischen und numerischen Simulationen zur Analyse der Flutungsprozesse unterirdischer Bauwerke, wobei die flächenhafte Flutwellen-ausbreitung als Randbedingung gewählt wird.
Das nofdp-IDSS – ein interaktives Planungsinstrument zur Realisierung eines naturverträglichen Schutzes vor Hochwasserschäden
Dr. rer. nat. Peter J. Horchler, Dr. rer. nat. Elmar Fuchs, Dr. Axel Winterscheid, Dipl.-Ing. Christoph Hübner, Prof. Dr.-Ing. Manfred Ostrowski
Das von der Europäischen Gemeinschaft geförderte Projekt „nofdp“ entwickelte ein computergestütztes Informations und Entscheidungsunterstützungssystem. Dieses wird vom 16. bis 18. April 2008 der Fachöffentlichkeit vorgestellt.
Ermittlung räumlich verteilter Sediment Delivery Ratio zur Modellierung von Sedimenteinträgen in Fließgewässer im mittleren Maßstab
Dr. Stefan Halbfaß, Dr. Karsten Grunewald
Seit wenigen Jahren erfolgt die Entwicklung von Modellen, welche die räumliche Differen-zierung von Sedimentquellen nach dem „Critical-Source-Area“-Konzept ermöglichen. Im Beitrag wird ein Verfahren vorgestellt, welches die Ermittlung von Flächen mit einer signifi-kanten Sedimentlieferfunktion, so genannten Sedimenthauptlieferflächen, sowohl räumlich als auch bezüglich ihrer Lieferfunktion differenziert ermöglicht.
Grundlagen für die hydraulische und statische Bemessung von wasser- und luftgefüllten Schlauchwehren
Dr.-ing. Michael Gebhardt, BDir Bernhard Kemnitz, Prof. Dr.-Ing. Franz Nestmann
Schlauchwehre besitzen bei Bau, Betrieb und Instandhaltung wirtschaftliche Vorteile gegenüber Stahlwasserbauverschlüssen, weshalb dieser Wehrtyp in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat. In diesem Beitrag werden die Grundlagen für die hydraulische Bemessung vorgestellt, welche das Ergebnis umfangreicher Modelluntersuchungen zur Überströmungscharakteristik und zur Schwingungsempfindlichkeit sind. Bei der statischen Bemessung geht es neben der Berechnung der Membrankräfte auch um die Eignung analytischer Verfahren zur Bestimmung der Schlauchgeometrie.
Verbreiterung der Iller durch forcierte morphologische Entwicklung – Naturversuch zur Verbreiterung der Flusssohle
Dr.-Ing. Ottfried Arnold, Meinhard Schlauß
Ziel des Naturversuchs war die Verbreiterung und die morphologische Verbesserung des Flussbetts der Iller sowie die Anhebung der eingetieften Flusssohle. Um die Ufererosion zu beschleunigen, wurde die Böschungsfußsicherung entfernt und die für die Erosion vorgesehene Uferböschung gerodet. Ein schweres Hochwasser verlegte bald darauf das Ufer um diese Breite (ca. 10 m) zurück und hob mit einem Teil des gelösten Kieses die Flusssohle über eine große Strecke an. Der übrige gelöste Kies wurde weitertransportiert, wodurch der ausgeprägte Geschiebemangel verringert wurde. Nachdem nur dergestalt vorbereitete Flächen erodiert wurden, sind die Breitenentwicklung und die neue Ufergestalt in gewissem Umfang zu steuern. Insgesamt lässt sich die morphologische Entwicklung eines Flusses wie der Iller stark beschleunigen.
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