4. Bodenschutztage Marktredwitz 2006

Informations- und Diskussionsforum für Wissenschaftler und Anwender mit Tätigkeiten im Bodenschutz

29. - 31. Mai 2006, Marktredwitz, Bayern

Schirmherrschaft: Staatsminister Dr. Werner Schnappauf, Bayerisches Staatsministerium fĂĽr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz


GruĂźwort
Dr. Werner Schnappauf
Grußwort des Bayerischen Staatsministers für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Dr. Werner Schnappauf anläßlich der 4. Marktredwitzer Bodenschutztage vom 29. bis 31. Mai 2006 in Marktredwitz
GruĂźwort
Dr. Birgit Seelbinder
GruĂźwort der OberbĂĽrgermeisterin der Stadt Marktredwitz fĂĽr den Tagungsband der 4. Marktredwitzer Bodenschutztage vom 29. bis 31.05.2006
Die Europäische Bodenschutzstrategie
Hannes I. Reuter
Der politische und wissenschaftliche Prozess für die Entwicklung einer europäischen Bodenschutzstrategie beschäftigt Forscher wie auch Politiker seit der Mitteilung der Europäischen Kommission in 2002. Es wird Bezug genommen auf die Entwicklung sowie auf den gegenwärtigen Stand. Beispiele aus der Arbeit des JRC zeigen Problem und Lösungen auf, um auf verschiedenen Skalen Bodendaten und Bodenschutzabschätzungen zu implementieren.
Europäische und nationale Entwicklungen im Bodenschutzrecht
Dr Joachim Woiwode
Stand der Thematischen Strategie zum Bodenschutz
„Europäische Bodenschutzstrategie“ – neue europäische Lösungsansätze in Forschung, Dissemination und Kooperation
Jörg Frauenstein, Arnd Wieland
Im Rahmen umfangreicher Konsultationen der Europäischen Kommission mit Experten aus Forschung und Vollzug wurde der generelle Forschungsbedarf zur Beherrschung der 8 Bodengefährdungen identifiziert. Die Umsetzung dieser Forschungsprojekte erfordern neue Instrumente und Werkzeuge um Defizite und Lücken im Informationsaustausch und bei bestehenden Förderinstrumenten zu überbrücken. Mögliche Ansätze dafür werden beispielhaft an den EU-Projekten SNOWMAN und EUGRIS dargestellt.
Der Altlastenmarkt in der EU am Beispiel England, Italien und Ungarn
Dipl.-Ing. Christian Blothe
In der Umweltgesetzgebung haben sich in Europa gewisse Standards entwickelt. Infolge zum Teil sehr unterschiedlicher Ausgangspositionen ist der Altlastenmarkt in den einzelnen Mitgliedsländern differenziert entwickelt. Neben der Gesetzgebung spielt auch die wirtschaftliche Situation und das Entwicklungspotential in den Ländern eine wichtige Rolle. Bevor die einzelnen Länder vorgestellt werden erfolgt eine kurze Übersicht über die Altlastensituation in ganz Europa.
Sachstand und Aktivitäten beim Flächenrecycling
Detlef Grimski
Im Rahmen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie strebt die Bundesregierung an, den Flächenverbrauch von derzeit 93 ha pro Tag auf 30 ha pro Tag im Jahr 2020 zu reduzieren. Als wesentliches Instrument dafür wird das Flächenrecycling bezeichnet. Nach Veröffentlichung der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2002 entfalteten sich eine Fülle von Aktivitäten, die im internationalen Kontext dargelegt werden.
Immobilien-Management bei kontaminierten Standorten mit Hilfe der TERQ: Toxikologische Expositions-Risiko-Quantifizierun Erfahrungen im EU-Raum: Beispiel Frankreich (und Vergleich mit Deutschland)
Dr. Frank Karg
Mit der TERQ erfolgt eine Quantifizierung von Gesundheitsrisiken bei Altlasten über eine standortspezifische Bewertung des tatsächlichen Schadstoff-Mix sowie der Nutzungs-, bzw. Expositionsszenarien (anstelle einer Einzelstoff-Grenzwert-Tabelle). Standortspezifische Sanierungsziele zur Gewährleistung tolerierbarer Risiken können ermittelt werden. Dies führt zur Transparenz und maximalen Rechtssicherheit bezüglich Gesundheitsgefährdungen. Ziel ist dabei die Optimierung von Sanierungskosten aber maximale Immobilienwert-Steigerung.
Altlastbewältigung und Flächenrecycling in einer Kommune
Renate Zöllner
In Oberbayern sind derzeit ca. 6500 (Stand 31.03.05) altlastverdächtige Flächen erfasst. Hiervon fallen ca. 3.250 Flächen in den Zuständigkeitsbereich der LH München. 3250 Flächen die für die Planungsbehörde ein Planungs- ebenso wie für das Referat für Arbeit- und Wirtschaft ein Investitionshindernis darstellen. 3250 Flächen, die bei der Naturschutzbehörde als potentielle Biotopstörer gehandelt werden oder für das Kommunalreferat als dem Verwalter städtischen Grundeigentums einen Wertverlust oder die Quelle nicht kalkulierbarer Haftungsansprüche bedeuten. Mit einem gegenüber 1992 um 60% gesunkenen Budget (von über 200 00€ auf heute 80 000€), 11 Mitarbeitern und einer Vielzahl gesetzlicher Regelwerke und Verordnungen müssen Altlasten in München bewältigt werden.
Wissenschaftliche Grundlagen fĂĽr den Vollzug der Bodenschutzgesetze in Bayern (GRABEN) Konzeption, DurchfĂĽhrung, Ergebnisse
Dr. Michael Joneck, Dr. Edzard Hangen, Dr. Michael Wittenbecher, Nicole Foullois, Peter Spörlein
Das Projekt „Wissenschaftliche Grundlagen für den Vollzug der Bodenschutzgesetze“ (GRABEN) deckt den Handlungsbedarf in Bayern ab, der sich nach Verabschiedung der Bodenschutzgesetze ergab. Dies betrifft neben den Fragen zur Ableitung substrat- und nutzungsbezogener Hintergrundwerte die Ausweisung von Gebieten mit geogen erhöhten Hintergrundwerten sowie den Aufbau einer Infrastruktur für Aufgaben des vorsorgenden Bodenschutzes an den Wasserwirtschaftsämtern in Bayern. Der vorliegende Beitrag stellt Konzeption, Aufgaben und Durchführung des Projekts vor. Erste Ergebnisse zur Gebietstypisierung im Rahmen der Ableitung raumbezogener Hintergrundwerte für organische Schadstoffe werden vorgestellt und diskutiert.
The soil monitoring along the Czech and Bavarian border
Dr. Pavel Cermák, Michaela Budnáková
Based on professional experience the Central Institute for Supervising and Testing in Agriculture (CISTA) in the Czech Republic together with the Bayerisches Landesamt fĂĽr Umwelt (LfU) (previously Bayerisches Geologisches Landesamt),started a joint project in the frame of the EU-INTERREG program. The main aim of this project is the transfer and implementation of the Bavarian soil monitoring grid on the Czech territory.
GrenzĂĽberschreitendes Bodenmonitoring By/CZ: Abstimmung der Analysenverfahren
Arthur Reischl, Jiri Zbiral, Jaroslava Srnkova, Rosa Dumler-Gradl, Dr. Michael Wittenbecher
GrenzĂĽberschreitendes Bodenmonitoring erfordert eine einheitliche Datenbasis. Deshalb haben das Labor fĂĽr Boden- und Gesteinsanalytik des Bayerischen Landesamtes fĂĽr Umwelt und die Labors des UKZUZ Vergleichsuntersuchungen durchgefĂĽhrt. Die meisten der fĂĽr das INTERREG-Projekt vorgesehenen Verfahren wurden anhand von 21 Bodenproben ĂĽberprĂĽft.
Monitoring of Agricultural Soils in the Czech Republic
J. Stana, Lenka Prášková
Ein Netz der Dauerbeobachtungsflächen auf den landwirtschaftlichen Böden in Tschechien wurde im Jahre 1992 gegründet. Heute handelt sich um 216 Standorte. Die Bodenproben werden drei Schemen nach entnommen: Es geben einmalige, grundlegende und jährliche Entnahmen. Der Gehalt der Risikoelemente wird in den Proben aus grundlegenden, Gehalt der organischen Schadstoffe aus den jährlichen Entnahmen festgestellt.
Geogen erhöhte Spurenelementgehalte in Böden Deutschlands - Ausmaß und Bedeutung für den Vollzug der BBodSchV –
Jens Utermann, Olaf Düwel, A. Möller
Auf der Basis einer straten- und elementdifferenzierten Auswertung von repräsentativen Stichproben zu Hintergrundgehalten in Böden werden für ca. 6.5 % der Fläche Deutschlands geogen erhöhte Gehalte im Sinne einer Überschreitung von Vorsorgewerten der BBodSchV nachgewiesen. Eine schädliche Bodenveränderung durch erhebliche Elementfreisetzung ist v.a. auf stark versauerten Böden unter Wald zu erwarten.
Uran im Grundwasser Erhöhte natürliche Uranwerte im Grund- und Trinkwasser Bayerns
Walter Lindenthal
In Bayern finden sich regional deutlich erhöhte Uranwerte im Grundund Trinkwasser. Die Ursachen sind geogener Natur, die höchsten Werte sind in Sandsteinen des Mittleren Keupers und des Buntsandsteins Nordbayerns bekannt. Vom LfU geförderte F + E-Vorhaben zur aufbereitungstechnischen Entfernung des Urans, sind viel versprechend verlaufen.
Referenzbodensysteme als Komponenten international abgestimmter Bodenschutzstrategien
Prof. Dr. Gerald Kuhnt
Der Aufsatz begrĂĽndet die Notwendigkeit von Referenzbodensystemen zur internationalen Abstimmung von bodenanalytischen Methoden und Teststrategien fĂĽr Umweltchemikalien. Dabei werden die wichtigsten existierenden Referenzbodensysteme gegenĂĽbergestellt und hinsichtlich ihrer Bedeutung und Nutzbarkeit fĂĽr ein ausgeweitetes Netzwerk bewertet.
Bewertung von Bodenfunktionen - Aktivitäten der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO)
Irene Dahlmann
Die LABO hat wesentliche fachliche Grundlagen zur Bewertung von Bodenfunktionen erarbeitet, die dazu dienen einen einheitlichen Rahmen für die Vorgehensweisen in den einzelnen Ländern zu schaffen. Fragen zur Gesamtbewertung von Bodenfunktionen und zur Berücksichtigung von Bodenschutzbelangen in der Umweltprüfung des BauGB werden zurzeit diskutiert.
Bewertung von Bodenfunktionen in Bayern – Stand und Weiterentwicklung der Bewertungsmethoden
Wolfgang Falk
Die Bodenfunktionenbewertung wird in Bayern vom Landesamt für Umwelt (LfU) auf Grundlage der Konzeptbodenkarte (1:25.000) und modellhaften Profilen durchgeführt. Z. Zt. wird das nordostbayerische Kristallin und Paläozoikum bearbeitet. Die Bewertungsmethoden werden an diesen Naturraum angepasst (Säurepuffervermögen, Nitratrückhaltevermögen u. a.). Die Ergebnisse liegen ab 2007 beim LfU vor.
TUSEC-IP: Technique of Urban Soil Evaluation in City Regions – Implementation in Planning Procedures Ein Projekt der EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg III B Alpenraum
Helmer Honrich, W. Gruban
Mit dem Interreg IIIB Alpenraum-Projekt TUSEC-IP (Technique of Urban Soil Evaluation in City Regions – Implementation in Planning Procedures) wurde ein praxisorientiertes Verfahren zur wissenschaftlich fundierten Bewertung von Bodenfunktionen entwickelt. Die Bewertungsergebnisse fließen in lokale und regionale Planungsverfahren ein. Das TUSEC- Bodenbewertungssystem ist ein Instrument des vorsorgenden Bodenschutzes in Kommunen.
Assessment of Heavy Metals Content of Agricultural Soils in Lower Silesia
Jolanta Korzeniowska, Ewa Stanislawka-Glubiak, M. Debowski
In den Jahren 1992-1997 wurden die Untersuchungen von Schwermetallgehalt in Niederschlesienboden durchgeführt. Untersucht wurde nur der Ackerboden. Insgesamt wurden 3039 Bodenproben auf einer Fläche von ca. 11987 km2 entnommen. In den gesammelten Bodenproben wurden Cd, Cu, Ni, Pb, Zn-Gehalt mit der AAS-Methode nach Mineralisation mit Königswasser bestimmt.
Sulfadimidin und Flubendazol im Sickerwasser nach Beregnung gedüngter Flächen
Dr. Klaus Weiß, Walter SchueĂźler, Michael Porzelt
In der vorliegenden Arbeit wurde auf gedränten Standorten das Auswaschungsverhalten von Sulfadimidin (Antibiotikum) und Flubendazol (Antiparasitikum) aus Wirtschaftsdünger bei simuliertem Starkregen untersucht. Der Gesamtaustrag über den Dränabfluss variierte zwischen 0,1 % und 11 % der mit der Schweinegülle aufgebrachten Arzneimittelwirkstoffe. Sulfadimidin erreichte im Sickerwasser Konzentrationen bis zu 13 μg/l.
Schädliche Bodenveränderungen auf Grünlandböden – Weitere Sachverhaltsermittlung
Dr. Norbert Feldwisch, B. Eickler
Zur Gefahrenbewertung werden die Maßnahmenwerte für Grünland der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung herangezogen. Zur Sachverhaltsermittlung sind Kenntnisse zu den Ursachen schädlicher Bodenveränderungen, zum Schadstoffübergang vom Boden zum Grünlandaufwuchs sowie zu Untersuchungsstrategien notwendig.
Präsentationsbausteine Boden
Michael AuĂźendorf, Dr. Elke Dietz
Um das Thema Boden auf Veranstaltungen auch einem breiten Publikum öffentlichkeitswirksam präsentieren zu können, wurden „Präsentationsbausteine Boden“ gebaut. Anhand dieser Bausteine können Besucher den Boden mit seinen manchmal verborgenen Eigenschaften und Funktionen erleben und sinnlich erfahren. Die Bausteine sind bisher auf Landes- und Bundesgartenschauen, aber auch in Museen und Naturkundeausstellungen erfolgreich zum Einsatz gekommen.
Der Einfluss von Bodentypen und Flächennutzung für Bewertungsverfahren im Grundwasserschutz
A. Burchart, Dr. Guido Wimmer
Ergebnisse der Deckschichtenschutzfunktionskartierung in NRW zeigen, dass der Boden mindestens 40% des Schutzpotentials über die Hälfte der betrachteten Gesamtfläche trägt. Die aktuelle Forschungsarbeit richtet sich auf die Implementierung bodentyp- und flächennutzungsgesteuerter Prozesse mit Einfluss auf Transport, Rückhaltung und Abbau spezifischer Schadstoffe in ein neues Bewertungsverfahren.
Arsenaufnahme von Grünlandpflanzen auf belasteten landwirtschaftlich genutzten Böden im Erdinger Moos
Titus Ebert, Christa MĂĽller
Im ehemaligen Niedermoorgebiet ’Erdinger Moos’ nordöstlich von München treten geogen bedingt, großflächig erhöhte Arsengehalte im Boden auf. Von einer hoch belasteten Fläche (>1000 mg As/kg Boden) werden Untersuchungsergebnisse zur Arsenaufnahme bei Grünlandpflanzen und relevante Einflussfaktoren für den Transfer Boden- Pflanze wie kleinräumig schwankende Bodengehalte oder Futterverschmutzung vorgestellt.
Entwicklung einer Hintergrundwertekarte anorganischer Problemstoffe in Böden Bayerns
Nicole Foullois, K. Fischer, Uwe GeuĂź
Hintergrundwerte anorganischer Problemstoffe sind für den Vollzug der Bodenschutzgesetzgebung von großer Bedeutung. Die kartografische Darstellung solcher Werte ergänzt dabei die tabellarische Auswertung und erleichtert deren Handhabung. Es wird die Entwicklung einer Übersichtskarte von Hintergrundwerten in Böden Bayerns entsprechend den Vorgaben der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) dargestellt.
Säureinduziertes Puffervermögen nordostbayerischer Forstböden Projektziele und -konzeption
Dr. Edzard Hangen, Dr. Michael Joneck, Arthur Reischl
Trotz zurückgehender Immissionen von Säurebildnern zeigen Waldböden NO-Bayerns Merkmale von Versauerung, die sich widrig auf Bestandesgesundheit und Grundwasserqualität auswirken. Um die ökologische Stabilität des Gebietes zu bewerten ist eine flächenhafte Erfassung der Säureneutralisationskapazität (SNK) der Böden notwendig. In einem bayrisch-tschechischen EU Projekt werden versauerungsrelevante Parameter wie SNK, KAKeff, wasserlösliche Stoffe und Sulfatpools für 83 Nadelstandorte des nördlichen Interreg-III A Gebiets in Bayern bestimmt.
„In situ Schadstoffabbau mittels iSOC-Verfahren“ und „Feldversuch Projektbeispiel: Abbau von BTEX (Standort: Tanklager in Hamm)“
Dipl.-Ing. Ralf Suttka, Dipl.-Geol. Ulrike Hintzen, Dipl.-Ing. JĂĽrgen Buhl
Das im Grundwasser meist natĂĽrlicherweise vorhandene aerobe Abbaupotenzial von Schadstoffen (KW, BTEX) ist durch reduzierte Elektronenakzeptoren (Sauerstoff, Nitrat) begrenzt und kann durch die Zugabe von Sauerstoff gezielt dynamisiert werden. Bei einem KW-/BTEX-Schadensfall konnte dies mittels Einsatz des iSOCVerfahrens erfolgreich in einem Feldversuch getestet werden.
„Ermittlung von vertikalen und horizontalen Schadstoff-Frachten per Passivsammler“ und „Ermittlung von vertikalen und horizontalen Schadstoff-Abbaumillieus per „In-Situ“ Redox-Milieu-Detektoren“ und „Toxikologische Expositions-Risiko-Qu
Dr. Frank Karg, Dipl.-Geol. Ulrike Hintzen
Zum Nachweis von Natural Attenuation-Prozessen ist eine detaillierte Erkundung der Schadstoffquelle und -fahne erforderlich. Bei aktuellen Schadensfällen konnten erstmalig innovative Erkundungsmethoden, wie die Ermittlung von vertikalen und horizontalen Schadstoff-Frachten per Passivsammler und Schadstoff-Abbaumilieus per „In- Situ“ Redox-Milieu-Detektoren erfolgreich angewendet werden. Durch die TERQ konnten nichtakzeptable standortspezifische toxische Risiken im Bereich einer Abstromfahne ermittelt werden.
Die zweite Bundesweite Bodenzustandserhebung im Wald (BZE) 2006-2008: ein Instrument des vorsorgenden Bodenschutzes im Wald
Dr. Elke Dietz, Dr. Christian Kölling, Alfred Schubert, Ulrich Stetter
Um den gegenwärtigen Zustand und die Entwicklung der Waldböden in Deutschland zu beschreiben, wird in den Jahren 2006-2008 die zweite Bundesweite Bodenzustandserhebung im Wald durchgeführt. Sie dient gleichermaßen der Erhaltung der forstlichen Betriebsgrundlage als auch dem öffentlichen Interesse an einem umfassenden Bodenschutz im Wald.
Einfluss der Düngung auf mikrobielle Aktivität der Grünlandböden
Josef Královec, Stanislav Malý
In einem Langzeitversuch, der im Jahre 1969 auf Grünland in einer Höhe von 750 m angelegt wurde, hat man für ausgewählte Düngevarianten (eine Variante seit 1990 ungedüngt) neben der Produktivität und deren Qualität auch die Tätigkeit der Bodenmikroorganismen betrachtet. Bei erhöhter Düngergabe sank die Fähigkeit der mikrobiellen Gemeinschaft das organische Substrat für den Pflanzenwuchs nutzbar zu machen. Der Einfluss übermäßiger Düngung auf die mikrobielle Gemeinschaft war noch nach 15 Jahren deutlich ausgeprägt.
The soil description in the frame of Czech-Bavaria monitoring project “Risk elements in the soil in relation to environment – cross- order soil protection bases (Bavaria – Czech Republic)”
Ing. Ladislav KubĂ­k
Das Projekt „Risikostoffe im Boden in Beziehung zur Umwelt – grenzüberschreitende Grundlagen des Bodenschutzes (Bayern – Tschechien)“ schließt sich auf das ähnliche Bayerische Projekt an. Es liegen drei Punkte in diesem Projekt vor, die unterschiedlich sind: Bodenklassifikation, Beschreibung der Bodenhorizonte und der Bodentextur. Durch intensive Verhandlungen wurden diese Probleme jedoch beseitigt.
First results of soil analyses in the Czech – Bavarian project “Risk elements in the soil in relation to environment – cross-border soil protection bases (Bavaria – Czech Republic)”
Eva Mišíková, Vladislav Chvátal
Die ersten Ergebnisse der Bodenanalysen zeigen einen durchgreifenden Unterschied zwischen den landwirtschaftlichen und Waldböden. Die Auswertung der gültigen Grenzwerten sowie den entworfenen prophylaktischen Kriterien nach zeigte, daß es notwendig ist die gegenwärtig geltenden Vorschrifte zu novelisieren.
Praktische Erhebung der Bodenfunktionen – ein Vergleich der bayrischen Methoden
Johannes MĂĽller
Zur Erhaltung des Schutzgutes Boden nennt das Bundesbodenschutzgesetz unter anderen die Bodenfunktionen, welche aber keinen verbindlichen Charakter haben. Die Arbeit vergleicht die Berechnungen dieser Funktionen aus der Konzeptbodenkarte, der Bodenschätzungskarte und einer eigenen Kartierung, basierend auf der Arbeitshilfe „Das Schutzgut Boden in der Planung“ in einem ausgewähltem Kartiergebiet.
Lernort Boden – Eine Handreichung für alle Schularten und die außerschulische Bildungsarbeit
Dr. Andreas Peterek, Thomas Suttner, Ralf Schunk, Dr. Michael Joneck, Jochen Frickel
Mit der Handreichung „Lernort Boden“ (herausgegeben durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung ISB) liegt erstmals eine auf die Schulpraxis und die außerschulische Umweltbildung direkt zugeschnittene Informations- und Arbeitsmaterialiensammlung vor.
Ermittlung von Gebieten mit lokal erhöhten geogenen Hintergrundgehalten am Beispiel des Vitriolschiefers (Trias, Unterer Keuper) - ein Sonderaspekt des Projektes „GRABEN“ -
Dr. Raimund Prinz
In den Jahren 2000 bis 2004, hat das ehem. BGLA zusammen mit den WWA im Rahmen des Forschungsprojektes „GRABEN“ an über 1000 Standorten in Bayern Bodenproben entnommen, mit dem Ziel, Aussagen zur geogenen, substratspezifischen Grundbeschaffenheit bayerischer Böden machen zu können. Hier werden erste Ergebnisse zum Substrat Vitriolschiefer vorgestellt.
Critical loads of risk elements and time trends for their exceedance onagricultural and forest soil of the Czech Republic
Milan Sánka, Tomáš Paces, Radek Kadlubiec
Es wurde die kritische Belastung und der zeitliche Trend für vier Schwermetalle (Cd, Pb, Cu und Zn) in den landwirtschaftlichen und Waldböden ermittelt der modifizierten Methode UN/ECE nach, und zwar für das ganze Gebiet der Tschechischen Republik in den Jahren 1995 – 2000. Die Ergebnisse zeigen, daß der Cd-, Cu- und Zn- Gehalt allmählich steigt, während der Pb-Gehalt zeigte einen abklingenden Trend, vorzugsweise in den Waldböden, wo der heutige Gehalt groß ist.
Liefert ein Säulenversuch nach BBodSchV realitätsnähere PAK-Konzentrationen als ein einfacher Batchtest?
Dr. Markus Scheithauer
In einem LfU-Projekt wurden mit unterschiedlichen Altlastenmaterialien vergleichende Lysimeter- und Laborversuche durchgeführt. Als Konventionsverfahren sowohl für anorganische Schadstoffe als auch für PAK werden die „S4(1:2)“-Elution bzw. eine alternative 1:1-Extraktion vorgeschlagen. Im Weiteren folgt für die Untersuchung auf PAK ein Vorschlag für eine fest/flüssig-Abtrennung, bei der die Trübung eine wichtige Rolle spielt.
Aussagekraft unterschiedlicher Elutionsverfahren fĂĽr die Beurteilung von Bodenproben
Ina Scheuering
Eine Vergleichsuntersuchung von verschiedenen Laborverfahren zeigte in den meisten Fällen beim Bodensättigungsextrakt (BSE) die höchsten Konzentrationen. Bei der Anwendung des BSE kommt es durch die Probenaufbereitung zu einem signifikanten Einfluss auf das Eluatergebnis. Verglichen mit Lysimetersickerwasser zeigte der BSE häufig eine Überschätzung der mittleren Sickerwasserkonzentration am Ort der Probenahme.
Grenzwerte der Phytotoxizität von 1 M HCl-extrahierbarem Zink im Boden
Ewa Stanislawka-Glubiak, Jolanta Korzeniowska
Die Untersuchungen wurden auf Mikroparzellen in 2 Böden mit ansteigenden Zinkdosen und bei differenziertem pH durchgeführt. Bestimmt wurde die funktionale Abhängigkeit zwischen dem Ernteertrag der Testpflanzen (Klee und Sommerweizen) und dem Gehalt an 1 M HCl-extrahierbarem Zn im Boden. Berechnet wurden die Grenzwerte der Phytotoxizität von Zn im Boden.
Mehrfachnutzung von membrangeklärtem Abwasser in „Abwasserfreien Anwesen“ und Bodenschutz im ländlichen Raum
D. Swaboda, Dr. Ronald Giese, Anton Huber
Kleinkläranlagen mit Membranfiltration ermöglichen eine tiefergehende Reinigung mit weitgehender Entkeimung und die Wiederverwendung des Abwassers als Brauchwasser. Zielstellung eines BMBF-geförderten Forschungsverbundes (BMBF-PTK, FKZ 02WD0670+02WD0671) ist es, das Potential der Membranfiltrationstechnologie für eine bedarfsgerechte Aufbereitung und rückstandsfreie Verwertung des Abwassers weiterzuentwickeln (Abwasser-Kreislauftechnologie).
Bodenschätzungsdaten als methodische Grundlage im vorsorgenden Bodenschutz auf ausgewählten landwirtschaftlich genutzten Standorten Thüringens
Dr. Hans-JĂĽrgen Ulonska
Der Begriff „Boden“ wird im Bundes-Bodenschutzgesetz über Bodenfunktionen mit Teilfunktionen definiert. Letztere sind über Kriterien bewertbar und können bundeseinheitlich mit Hilfe von Parametern der deutschen Bodenschätzung statistisch abgeleitet werden. Definierte Anteile bestimmender Korngrößenfraktionen mit gleichbleibender Skalierung für Körnungsarten werden für Bewertungen im Rahmen von „cross compliance“ vorgeschlagen.
Stilllegung von Uranbergwerken im kristallinen Grundgebirge der tschechischbayerischen Grenzregion
Josef Schmederer, Josef Královec
Am Beispiel von zwei Uranbergbaubetrieben in Bayern und in der Tschechischen Republik werden die jeweiligen MaĂźnahmen zur Stilllegung, Sanierung und Rekultivierung vorgestellt.
Sorption und Abbau von Tetracyclinen und Sulfonamiden im Boden
GĂĽnter Henkelmann, Kristina Mosandl
Labor- und Freilanduntersuchungen ergaben Unterschiede zwischen der Gruppe der Tetracycline und den Sulfonamiden. Tetracycline werden sehr stark und schnell an den Boden sorbiert. Sie können dort lange im Boden verbleiben, sind daher persistent. Die Sulfonamide sorbieren weniger stark an die Bodenmatrix. Sie binden mehr an organische Bestandteile des Bodens und an Wurzeln der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen.
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