9. Münsteraner Abfallwirtschaftstage (2005)

Der Tagungsband mit den Vorträgen zu den 9. Münsteraner Abfallwirtschaftstagen steht Ihnen in Kürze zur Verfügung.


Eignung und notwendige Nachrüstung von MBA zur Verbesserung der Brennstoffqualit√§t
Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz
Die mechanisch-biologische Abfallbehandlung wurde ursprünglich mit der Zielsetzung eingeführt, eine technische Alternative zur thermischen Abfallbehandlung zu bieten. Der Entwicklungsschwerpunkt lag bei dieser Technologie im Bereich der Abfall Stabilisierung. Hier galt es, die anspruchsvollen Kriterien der Technischen Anleitung Siedlungsabfall zu erfüllen, nach denen vorbehandelter Restabfall ohne weitere Nachsorgeerfordernis dem Endzeitlager Deponie übergeben werden kann.
Anaerobe/Aerobe Vorbehandlung von Restabf√§llen in der Flüssigphase
Prof. Dr.-Ing. Rainer Stegmann
Um die Restabfälle auf einer Deponie ab 2005 ablagern zu dürfen, sind diese u.a. in einer mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage (MBA) hinsichtlich den Anforderungen der Abfall-Ablagerungsverordnung zu stabilisieren. Ein neues MBAVerfahrenskonzept wurde im Rahmen von Laboruntersuchungen am Arbeitsbereich Abfallwirtschaft an der Technischen Universität Hamburg-Harburg im Auftrag der Firma farmatic biotech energy ag getestet.
Entsorgung nicht verwertbarer Outputströme der MBA in die MVA
Dr.-Ing. Andreas Salamon, Martin Treder
In wenigen Monaten beginnt ein neues Zeitalter in der Abfallwirtschaft. Die Diskussion wird beherrscht durch die Frage - reichen die Entsorgungskapazitäten? Aber auch andere Aspekte werden an Bedeutung gewinnen. Die LAGA [1] hat ermittelt, dass in 2005 eine gesicherte Behandlungskapazität bei MVA´n und MBA´n i.H.v. 22,6 Mio. t zur Verfügung stehen. Dies würde ausreichen, um Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle zur Beseitigung i.H.v. 20,4 Mio. t zumindest rein rechnerisch aufzunehmen. Berücksichtigt man hingegen auch die Abfälle aus anderen Abfallbehandlungsanlagen (Sortier- und Aufbereitungsanlagen, Kompostwerke), nicht mehr ablagerungsfähige produktionsspezifische Abfälle und das weite Feld der Ersatzbrennstoffe, können an der Entsorgungssicherheit Zweifel aufkommen.
Erfahrungen mit dem ZAK-Verfahren
Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger
Vom Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) wurde mit einer Investitionsförderung durch das Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg zwischen dem 01.01.2001 (Inbetriebnahmephase der Anlage ab dem 13.12.2000) und dem 20.12.2003 auf der Deponie Kahlenberg eine Demonstrationsanlage zur mechanischbiologischen Abfallaufbereitung (MBA) von Restabfällen nach dem vom ZAK entwickelten ZAK-Verfahren betrieben.
Konzepte zum Deponiebetrieb mit MBA-Output
Dipl.-Ing. Ralph Eitner, Dr. Michael Tiedt
Mit dem Erlass der Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV) vom 20.02.2001 wurden als Behandlung vor der Deponierung von Siedlungsabfällen neben den Müllverbrennungsanlagen auch die mechanisch-biologischen Anlagen (MBA) zugelassen. Über den Einbau mechanisch- biologisch vorbehandelter Restabfälle (MBA-Abfälle) in Deponien liegen bisher kaum praktische Erfahrungen vor. Mit der Inbetriebnahme der geplanten bzw. in Bau befindlichen MBA`n müssen entsprechende Deponieabschnitte zur Ablagerung von MBA-Abfällen in absehbaren Zeiträumen hergerichtet werden und in Betrieb gehen.
Einbauversuche mit AbfAblV-konformen MBA-Output
Dr. Winfried Entenmann, Petra Wendt
Vor dem Hintergrund, dass ab 1. Juni 2005 in Deponien nur noch MBA-Material eingebaut werden darf, das den Anforderungen der Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV) [27] entspricht, wurde von der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA), Ennigerloh, ein Großversuch unter Leitung der GfA Lüneburg in Auftrag gegeben. Aufgabe dieses Großversuches war es, verschiedene Einbautechniken und Einbaugeräte zu untersuchen, die einen optimalen und reibungslosen Deponieaufbau entsprechend den Anforderungen des Anhangs 3 der AbfAblV gewährleisten. Der Großversuch war an die Bedingungen der betrieblichen Praxis angelehnt. Ziel des Versuchs war, die aufzuwendenden Kosten für die Deponierung zu minimieren und die bodenmechanischen Eigenschaften des Müllkörpers zu optimieren.
Qualität von Sicker- und Oberflächenwasser von MBA-Deponien
Dr.-Ing. Kai M√ľnnich, Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke
Ein wesentliches Ziel der Vorbehandlung von nichtverwertbaren Siedlungsabfällen ist es, die Verlagerung der heutigen Entsorgungsprobleme auf künftige Generationen zu unterbinden. Ein entscheidendes Problem der bisherigen Ablagerungspraxis liegt in der sehr langen Nachsorgedauer. Die Nachsorgedauer eines Deponiekörpers nach der Einstellung des Ablagerungsbetriebes und Beendigung der Stilllegungsphase wird im wesentlichen durch den Zeitraum bis zum Erreichen einer Sickerwasserkonzentration, die z.B. ein Einleiten in Gewässer ermöglicht, beeinflusst. Die maßgeblichen Sickerwasserbelastungen werden durch organische Verbindungen (erfasst als CSB) durch Stickstoff (als Ammonium) und z. T. durch chlororganische Parameter (als AOX bestimmt) hervorgerufen.
Die Deponieverwertungsverordnung
BD Dipl.-Ing. Karl Wagner
Mit der Deponieverordnung hat die Bundesregierung die Ablagerung und Langzeitlagerung von Abfällen entsprechend dem Stand der Technik abschließend normiert. Mit dieser Verordnung wird die EG-Deponierichtlinie gemeinsam mit der bereits erlassenen Abfallablagerungsverordnung unter Einbeziehung der Neuregelungen des Gesetzes zur Umsetzung der UVP-Änderungsrichtlinie, der IVU-Richtlinie und weiterer EG-Richtlinien zum Umweltschutz vollständig umgesetzt.
Anforderungen an die Gestaltung von Rekultivierungsschichten in Oberflächenabdichtungssystemen
Professor Dr.-Ing. Hans-G√ľnter Ramke
Die Rekultivierungsschicht und der Bewuchs erfüllen wesentliche Aufgaben in einem Oberflächenabdichtungssystem. Von besonderer Bedeutung ist hierbei – neben dem Schutz der Abdichtungselemente - die langfristige weitgehende Verringerung der Sickerwasserneubildung. Dies kommt insbesondere bei Altdeponien zum Tragen, bei denen keine Basisabdichtung vorhanden ist, oder wenn die Abdichtungsschichten alterungsbedingt in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt sind.
Stand der mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung in Deutschland
Thomas Grundmann
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die mechanisch-biologische Abfallbehandlung stehen durch die Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV) und die 30. BImSchV seit dem 1. März 2001 fest. Damit ist die notwendige Investitionssicherheit für den Bau der Mechanischbiologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA) gegeben. Für welche Technik sich eine entsorgungspflichtige Gebietskörperschaft oder deren Beauftragter entscheidet oder entschieden hat, ist und wird sehr stark durch die vor Ort existierenden Rahmenbedingungen geprägt.
Entwicklung der Sekundärbrennstoffqualitäten РErweiterung der Qualitätsklassen des RAL-GZ 724
Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme
Heute beeinflussen vor allen Dingen zwei umweltpolitische Ziele die Herstellung und den Einsatz von Sekundärbrennstoffen. Da ist zum Einen das abfallwirtschaftliche Ziel der Bundesregierung: Beendigung der Ablagerung unbehandelter Abfälle ab dem 01.06.2005. Alle erstellten Abfallmengen- und -entsorgungsszenarien gehen je nach Art der berücksichtigten Abfallströme von einer Deckungslücke aus.
Erneuerbare Energien aus Biomasse-Reststoffen – Status quo, Potenziale und Auswirkungen auf die Abfallwirtschaft
Dr.-Ing. Heike Santen, Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke
Der menschlich verursachte Klimawandel ist ohne Zweifel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Klimaschutz erfordert eine konsequente Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen, wie sie insbesondere aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe resultieren. Zur Vermeidung oder zumindest zur Reduktion der energiebedingten Umweltauswirkungen gelten von der Vielzahl der Möglichkeiten, die zu einer zukünftig umwelt- und klimaverträglicheren Energieversorgung beitragen können, die regenerative Energien (rE) als "Hoffnungsträger".
Erweiterung der Aufgabenfelder aus der Sicht der Kommunalwirtschaft
Dr. Dirk Ahrens-Salzsieder
Die Stadtwerke Hürth, Technische Betriebe und Einrichtungen, Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) verstehen sich als kommunaler Dienstleister für die Bürgerschaft, die örtliche Wirtschaft und die Stadt. Sie haben bei ihrer Aufgabenerfüllung allerdings die für die Kommunalwirtschaft allgemein geltenden Rahmendingungen in Deutschland zu respektieren und sich diesen offensiv zu stellen, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Erweiterung der Aufgabenfelder aus Sicht der Privatwirtschaft
Heinz-Jörg Mellen
„Wie positioniert sich der Entsorgungsbetrieb der Zukunft“ ist das Generalthema dieses Veranstaltungsblocks. Oder auch konkreter gefragt, was muss ein privates Unternehmen an Maßnahmen unternehmen, um zukunftsfähig zu sein. In den vorhergehenden Vorträgen waren unterschiedliche Optimierungskonzepte schon angesprochen worden. Kostenmanagement bildet sicher auch den Schwerpunkt der aktuellen Aktivitäten der Privatunternehmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit. Jeder Praktiker in der Entsorgungswirtschaft verfügt über die leidvolle Erfahrung „Abfall sucht sich in der Regel den billigsten Weg“. In Konsequenz erzwingt dies, Kostengunst und möglichst sogar Kostenführerschaft als zentrale Grundlage der Zukunftsfähigkeit eines privaten Entsorgungsunternehmens anzustreben.
Strategische Aspekte einer Anstalt des öffentlichen Rechts
Dipl- Kfm. Martin Wambach
Grundlagen zur Anstalt des öffentlichen Rechts Nach Vorläufern in Berlin (1993) und Hamburg (1994) hat 1995 Bayern als erstes Bundesland seinen Gemeinden die Möglichkeit eröffnet, wirtschaftliche wie nichtwirtschaftliche Betriebe wahlweise als rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts zu errichten bzw. bestehende Regie- und Eigenbetriebe im Wege der Gesamtrechtsnachfolge in diese Rechtsform umzuwandeln. Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zogen 1998 und 1999, Sachsen- Anhalt im Jahre 2001 nach. Mit guten Gründen haben 2003 auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen die Anstalt des öffentlichen Rechts als Wahl-Rechtsform kommunaler Betriebe in ihre Gemeindeordnungen eingeführt.
Wie gut funktioniert PPP in der Praxis?
Dirk Stöver
"... wir brauchen, was man Private-Public-Partnership nennt, also eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft." (Bundeskanzler Schröder in einem aktuellen Interview zum Innovations- und Reformbedarf in Deutschland, in: Der Spiegel, Nr. 2/5.1.04, S. 23.)
Gibt es langfristig ein Nebeneinander kommunaler und privater Entsorgungswirtschaft?
Prof. Dr.-Ing. Max Dohmann
Zur Entsorgungswirtschaft gehören die Abwasserwirtschaft und die Abfallwirtschaft. Im engeren Sinne wird häufig darunter aber nur der Bereich der Abfallentsorgung verstanden. Diese Beschränkung scheint auch unter dem Thema dieses Vortrags gerechtfertigt. Seit jeher gibt es nämlich bei der Abwasserentsorgung gestützt auf die nationalen und europaweiten rechtlichen Regelungen und politischen Zielsetzungen eine absolute Dominanz der öffentlichrechtlichen Strukturen. Bei der zentralen Abwasserentsorgung sind deshalb auch künftig zumindest in Deutschland einer Privatisierung sehr enge Grenzen gesetzt. Eine über den heutigen Umfang gemeinsamer kommunaler und privater Unternehmen in Form von PPPLösungen hinausgehende Einbindung privatwirtschaftlicher Aktivitäten kann es sicherlich geben. Aus kommunalpolitischen Erwägungen wird dabei aber stets eine herausragende Position des öffentlich-rechtlichen Partners vorauszusetzen sein.
Was können wir von ausl√§ndischen Betrieben lernen?
Prof. Dr.-Ing. Klaus Gellenbeck, Dr.-Ing. Heinz-Josef Dornbusch, Dipl- Ing. Manfred Santjer
Bis zum Jahre 1972 führte die Abfallwirtschaft und Straßenreinigung ein ökologisches Schattendasein und diente lediglich der „öffentlichen Sicherheit und Ordnung“. Mit dem ersten eigenständigen Abfallrecht in Deutschland (Abfallbeseitigungsgesetz von 1972) änderte sich die Situation grundlegend und die Abfallwirtschaft wurde bis etwa Mitte der 90er Jahre schwerpunktmäßig unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet.
Umsetzungsstrategien bei Aufbereitungsbetrieben
Dr. Clemens Pues
Bedeutung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) für Aufbereitungsbetriebe Die mit Stand Dezember 2004 vorliegende Fassung des ElektroG stellt die Aufbereitungsbetriebe der Entsorgungswirtschaft vor neue Herausforderungen im Bereich der Erfassung und Aufbereitung von Elektroaltgeräten (EAG). Durch die Festlegung der Vorgaben für die Behandlung (§ 11 ElektroG) und der Verwertungs- bzw. Recyclingquoten (§ 12 ElektroG) wird eine für alle Entsorgungsbetriebe gleichermaßen verbindliche Meßlatte eingeführt.
Auswirkungen der TA Luft auf die Bioabfall-Behandlung
Prof. Dr. Ing. habil. Werner Bidlingmaier
Die Neufassung der TA Luft vom 24. Juli 2002 hat auch für die Biologischen Verfahren zur Abfallbehandlung Neuerungen gebracht. Generell wird schon bekanntes gefordert, nämlich: „Bei Anlagen, die bei bestimmungsgemäßem Betrieb oder wegen betrieblich bedingter Störanfälligkeit geruchsintensive Stoffe emittieren können, sind Anforderungen zur Emissionsminderung zu treffen, z. B. Einhausen der Anlagen, Kapseln von Anlageteilen, Erzeugen eines Unterdrucks im gekapselten Raum, geeignete Lagerung von Einsatzstoffen, Erzeugnissen und Abfällen, Steuerung des Prozesses.„
Perspektiven der Bioabfallverwertung
Dr. Bertram Kehres
Nach dem Verwertungsgebot des Kreislaufwirtschafts - und Abfallgesetzes sind Abfälle, die nicht vermieden werden können, zu verwerten. Das Verwertungsgebot gilt immer dann, wenn · die Verwertung technisch möglich ist, · die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme zumutbar ist und · für die gewonnen Stoffe oder die Energie ein Markt vorhanden ist oder geschaffen werden kann (§ 5 Abs. 4 KrW-/AbfG).
Strategien einer wirtschaftlichen Leistungserbringung
Dipl- Ing. Gisbert Jacobs
Bei den aktuell ungünstigen ökonomischen Rahmenbedingungen wird der wirtschaftlichen Leistungserbringung in nahezu allen Betrieben der Entsorgungsbranche eine alles andere dominierende Bedeutung beigemessen. Aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre kommen inzwischen fast alle Verantwortlichen zur Einschätzung, dass sie in ihren Betrieben ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit erreicht haben. So ergibt sich vielfach die feste Überzeugung, dass fortlaufend alles unternommen wird, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Auch bei den Vorgaben, die den Beschäftigten gemacht werden, sehen die Verantwortlichen kaum noch Spielraum, wenn auch zukünftig im Betrieb ein menschliches Miteinander möglich sein soll.
Einsatz von Sekundärbrennstoffen aus MBA im Heizkraftwerk Bremen-Blumenthal
Andreas Nieweler, G√ľnter Timmer
Die Bremer Wollkämmerei AG (BWK) betreibt seit ca. 25 Jahren ein eigenes Steinkohlekraftwerk mit einer Leistung von 50 MW zur Erzeugung und Eigennutzung von elektrischer Energie und Prozessdampf am Standort Bremen-Blumenthal. Zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und Sicherung einer zukünftig günstigeren und langfristig kalkulierbaren Energieversorgung der Wollkämmerei wurden verschiedene Alternativen geprüft.
Möglichkeiten einer stadtübergreifenden Kooperation
Uwe Schilling
Das Leistungsangebot der Kommunen als öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger wird durch stetig steigende abfallwirtschaftliche Anforderungen immer umfangreicher. Durch diese höheren Anforderungen und deren Komplexität steigen die Kosten der Kommunen zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben. Dieser Kostenentwicklung wurde in den vergangenen Jahren i. d. R. mit innerbetrieblichen Optimierungen begegnet. Ziel war es, die steigenden Kosten möglichst zu kompensieren und so eine weitgehende Gebührenstabilität für den Bürger bei gleicher oder verbesserter Dienstleistung zu erreichen. Ein weiteres wesentliches Ziel war die Stärkung der kommunalen Position und damit verbunden eine Sicherung der Arbeitsplätze.
Gebührenf√§higkeit von Stadtbildpflegeleistungen
RA Dr. Klaus Gr√ľnewald
Im Vordergrund meines Referates steht nicht so sehr die Frage, welche Stadtbildpflegeleistungen überhaupt gebührenfähig sind, sondern eher welche Kosten für Stadtbildpflegeleistungen über welche Gebühren umgelegt werden können. Gemeint sind mit Stadtbildpflegeleistungen Maßnahmen wie die Entleerung der Straßenpapierkörbe, die Beseitigung wilden Mülls oder die Reinigung von Straßenbegleitgrün, Parks oder Spielplätzen. Allgemein gilt: Über die Frage der Ansatzfähigkeit der jeweiligen Kosten für diese Stadtbildpflegeleistungen entscheidet das jeweilige Gebührenrecht. Kann die jeweilige Pflegeleistung keinem Gebührenhaushalt zugeordnet werden, sind die Kosten aus allgemeinen Mitteln zu tragen.
Nutzung von Synergieeffekten im Bereich Abfall - Straße - Grün
Rolf Mross
Qualitätssicherung zur Stadtbildpflege
Winfried Becker
Stadtbildpflege hat die Zielsetzung die Lebens- und Wohnqualität in unseren Städten aufzuwerten sowie die Aufenthaltsqualität und Einkaufsatmosphäre zu erhöhen. Sie ist somit nicht nur für alle Bürger und Bürgerinnen ein zentraler Punkt ihres Lebensumfeldes sondern auch von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Attraktivität eines Standortes. Dies gilt nicht nur für das touristische Entwicklungspotential von Städten sondern ist auch für den Großteil der gewerbetreibenden Wirtschaftszweige und Dienstleistungsbranchen mit hohem Kundenverkehr von Interesse.
Grünpflege als Baustein der Stadtbildpflege
Dipl- Ing. Thomas Patermann
Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg sind eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung, die aus der Zusammenführung der „Entsorgungsbetriebe Duisburg“ und von Teilen des Amtes für öffentliches Bauen und Grün sowie Teilen des Sportamtes entstanden ist.
10 Jahre EU-weite Ausschreibung von Entsorgungsdienstleistungen - Eine Bilanz -
M.A. Ullrich Schmidt
Obwohl die Umsetzung europarechtlicher Vorschriften zur Vergabe öffentlicher Aufträge in deutsches Recht erst verspätet erfolgte (am 01.01.1999 trat der vierte Teil des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und am 01.02.2001 die Vergabeverordnung des Bundes in Kraft) wurden bereits seit Mitte der 90er Jahre Aufträge in Anlehnung an die europarechtlichen Vergabevorschriften vergeben. Seit dieser Zeit hat die Schmidt/Bechtle GmbH bisher über 120 EU-weite Vergabeverfahren begleitet, die abfallwirtschaftliche Dienstleistungen zum Inhalt haben.
Vergleich von Konzepten für die biologische Stufe von MBA
Dr.-Ing. Ketel Ketelsen, Dipl.-Ing. Elisabeth Fehre, Dr. rer. nat. Karsten Kanning
Nach aktuellem Planungs- und Realisierungsstand werden Ende 2005 / Anfang 2006 in 51 MBA-, MBS- und MPS-Anlagen Behandlungskapazitäten in für ca. 5,6 Mio Mg/a Siedlungsabfall zur Verfügung stehen.
Weg vom pauschalisierten Zulagenwesen und starren Arbeitszeiten hin zu ...
Helmut Schmidt
Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) ist als Eigenbetrieb der Stadt München beauftragt die Abfallsammlung und -behandlung als hoheitliche Aufgaben der Daseinsvorsorge in der Stadt München durchzuführen. Die Erfassung von Restabfall, Bioabfall und PPK erfolgt über das sogenannte 3-Tonnensystem (alle drei Abfallarten werden innerhalb von zwei Wochen von einem Team gesammelt).
Energetische Biomassenutzung –Einsatzmengen, Technologie und Kosten – am Beispiel Biomassekraftwerk Lünen
Dipl. Ing. Wilhelm Terhorst, Thomas Bischof
Das Biomassekraftwerk Lünen wird zur Zeit als Gemeinschaftsprojekt von STEAG und REMONDIS errichtet. Die Gesellschaftsanteile sind mehrheitlich bei SEC d.i. STEAG Energie Contracting GmbH, zu 100 % zum STEAG-Konzern gehörend, und bei der REMONDIS GmbH & Co, Region West, zu 100 % ein Unternehmen der REMONDIS AG & Co KG. Das Biomassekraftwerk wird im östlichen Teil des Lippewerkes in unmittelbarer Nachbarschaft zum STEAG Kraftwerk Lünen gebaut.
Ersatzbrennstoffgefeuerte Wirbelschichtfeuerung für die industrielle Energieversorgung
Prof. J√ľrgen I. Sch√∂nherr
Ein mit Sekundärbrennstoffen befeuertes Kraftwerk ist eine Anlage, die als Regelbrennstoff Sekundärbrennstoffe verwendet und nur in der Anfahrphase und bei Unterbrechung der Sekundärbrennstoffzufuhr auf fossile Brennstoffe zurückgreifen. D. h., diese Kraftwerke müssen die Vorgaben der 17. BImSchV sicher einhalten. Des Weiteren betrachten wir in diesem Beitrag Sekundärbrennstoff-Kraftwerke in thermischen Leistungsgrößen zwischen > 50 bis < 220 MW, die in der Lage sind, mehr als 7.800 h/a unter Volllast zu fahren.
Energetische Nutzung von Bio- und Grünabf√§llen
Dr.-Ing. Michael Kern, Dipl.-Ing. Thomas Raussen
Die Rahmenbedingungen der Abfallwirtschaft unterliegen einem raschen Wandel. Insbesondere im rechtlichen Umfeld hinsichtlich der energetischen Nutzung von Abfallfraktionen sind aktuell Neuerungen von besonderer Bedeutung. Die im August 2004 in Kraft getretene Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) dürfte den bei weitem größten Einfluss auf die energetische Nutzung von Bio- und Grünabfällen haben.
Erfahrungen aus dem Benchmarking in der Wasserwirtschaft
Angelika Kraft, Heike Goebel, Dipl- Ing. Ursula H√ľlser, Dipl- Ing. Ludger Schild
In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen der Wasserwirtschaft deutlich verändert. Neben der Qualität und der Sicherheit der Wasserver- und Abwasserentsorgung rücken immer mehr die Kosten- und Gebührenentwicklung sowie die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen und des Anlagenbetriebes in den Vordergrund. Gestiegene Anforderungen an die Siedlungswasserwirtschaft machen zudem erhebliche Aufwendungen für die qualitative und quantitative Verbesserung der Abwasserreinigung erforderlich. Gleiches wird für die Bereiche Abwasserableitung und Regenwasserbehandlung sowie Gewässerbewirtschaftung erwartet.
Differenzierte Betriebssteuerung auf Basis von Benchmarkingprojekten
E. Mannheim
Nach wie vor unterliegen Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebe dem Einfluss von hohen Leistungs- und Qualitätsanforderungen sowie einem andauernden Kostendruck. Daher ist es notwendig, den eigenen Betrieb bezüglich dieser Parameter sowohl intern als auch extern objektiv beurteilen zu können. Ein Instrument, das die Aufgabe der externen Standortbestimmung erfüllt, ist das so genannte Benchmarking, eine Art Unternehmensvergleich, bei dem ausgewählte Kennzahlen von Unternehmen der gleichen Branche einander gegenübergestellt werden. Grundsatz hierbei ist es sich im Einzelnen jeweils mit dem Besten zu vergleichen und kontinuierlich nach einer möglichst geringen Differenz zwischen dessen und dem eigenen Wert zu streben.
Benchmarking als betriebliches Controllinginstrument Kennzahlen und Benchmarking – Bedeutung für die betriebliche Steuerung
Prof. Dr. Karl H. Wöbbeking, Dr. Michael Meetz
Wirtschaftlichkeitssteuerung ist verbunden mit der Suche nach Kostensenkungspotenzialen. Hierzu benötigen kommunale Abfallwirtschafts- und Städtereinigungsbetriebe Anregungsinformationen, d.h. Informationen darüber, in welchen Leistungsbereichen Möglichkeiten der Effizienzsteigerung bestehen. Private Unternehmen orientieren sich dazu im wesentlichen an der Preisentwicklung auf ihren Absatzmärkten. Diese Marktpreis- Informationen fehlen den kommunalen Betrieben naturgemäß.
Benchmarking-Projekte – ein Überblick
Prof. Dr.-Ing. Klaus Gellenbeck
Der Begriff Benchmarking hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. „Lernen von den Besten“ ist dabei oberste Maxime. Auch im Umweltbereich etablieren sich seit einigen Jahren branchenspezifische Lösungen in unterschiedlicher Detailtiefe. Im Rahmen der 9. Münsteraner Abfallwirtschaftstage soll mit einer Vortragsreihe ein erster Überblick für den Umweltbereich ermöglicht werden. Schwerpunkt hierbei sind die Bereiche Abfallwirtschaft und Wasserversorgung/-entsorgung.
Konsequenzen des ElektroG aus Sicht gemeinnütziger Demontageanlagen
Dipl- Kfm. Kurt P. Schäfer
Seit mehr als 10 Jahren wird in Deutschland an einer gesetzlichen Vorgabe für das Recycling von Elektroaltgeräten gearbeitet. Noch wesentlich länger existieren bereits Demontageeinrichtungen von gemeinnützigen Einrichtungen. In diesen Einrichtungen werden insbesondere zeitintensive Demontageprozesse durchgeführt. Diese Nische hat sich bis heute erhalten, da diese Tätigkeiten zum einen durch behinderte Menschen durchgeführt werden, die durch die Demontage eine sinnvolle und ihrem persönlichen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit erfüllen können, zum anderen durch Langzeitarbeitslosen, straffällige Jugendliche, ehem. Drogenabhängige etc., die über betreute Arbeit für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden sollen.
Elektro- und Elektronikger√§tegesetz (ElektoG) Auswirkungen und Ver√§nderungen durch das Gesetz bei den öffentlichrechtlichen Entsorgungstr√§gern
Dipl.-Ing. Torsten Höppner
Bereits seit 1984 beschäftigt man sich beim Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) mit der Getrenntsammlung und Entsorgung von „elektronischen“ Bauteilen. Im Zuge der damaligen Neueinführung sogenannter Schadstoffsammlungen wurden neben den klassischen Abfällen wie Farben, Lacke, Reinigungsmittel auch von Anfang an Kondensatoren, Leuchtstoffröhren und sonstige elektronische Bauteile, wie z. B. Quecksilberschalter mit gesammelt und getrennt entsorgt. Im Zuge der FCKW-Diskussion folgte 1988 die Einführung der Sammlung von Kühlschränken und Gefriertruhen. Seit 1990 wurde diese ergänzt durch die Sammlung aller „nicht mülltonnengängigen“ Elektrogeräte.
Elektro- und Elektronikger√§tegesetz Konzepte von Herstellern zur Umsetzung des Gesetzes - Großger√§te -
Hans-Dieter Welpotte
Die Vorrednerinnen und Vorredner haben Sie bereits über die wesentlichen Inhalte des Elektrogerätegesetzes sowie über die Funktion der EAR informiert, so dass sich der nun kommende Beitrag auf den operativen Teil der Pflichtenerfüllung der Hersteller beschränken kann.
Anforderungen und Voraussetzungen an die logistische Umsetzung des ElektroG
Dr.-Ing. Jakob Breer
Die Logistik von Elektroaltgeräten (EAG) umfasst folgende Prozesse: · Einsammlung durch gemeinsame (zusätzliches Fahrzeug zum Sperrmüllpreßfahrzeug) oder separate Abholung · Annahme an Wertstoffhöfen · Annahme an Schadstoffmobilen (Kleingeräte) · Weitertransport zu Demontage-/Verwerterbetrieben · Bereitstellung von EAG in Containern zur Abholung durch Verwerter
Einsatz von Software für die Bereiche Entsorgungslogistik und Straßenreinigung
Rüdiger Reuter, Dipl.-Ing. Marc Dzugga, Dipl- Ing. Dieter Oelgem√∂ller
Die Anforderungen im Bereich der Entsorgungslogistik sowie in der Straßenreinigung bezüglich eines effizienten und qualitativ hochwertigen Einsatzes der verschiedenen Ressourcen sind seit geraumer Zeit erheblich gestiegen. Durch die daraus resultierenden zunehmenden Diskussionen über die Wirtschaftlichkeit und Qualität betrachten immer mehr Betriebe ihre Leistungsfähigkeit mit dem Ziel, das Personal und die Technik mittels DV-gestützter Systeme zielgerichteter einzusetzen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind viele Entsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebe gezwungen, Neuorganisationen und -strukturierungen vorzunehmen, die eine Optimierung und Kostensenkung ermöglichen.
Elektro- und Elektronikgerätegesetz Vorstellung und Ziele des Gesetzes
Dipl- Ing. Christiane Schnepel
Nach mehr als 10 Jahren Diskussion um eine Rechtsetzung zu Elektro- und Elektronikaltgeräten auf europäischer und nationaler Ebene sind die Würfel gefallen. Alle Mitgliedstaaten der EU sind gehalten, die Richtlinie 2002/96/EG 2003 über Elektro- und Elektronik-Altgeräte vom 27. Januar 2003 (WEEE) sowie die Richtlinie 2002/95/EG vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten( ROHS) in nationales Recht umzusetzen.
Fortentwicklung bestehender Benchmarking-Projekte und Ausblick
Dipl. Ing. Karin Opphard
Im Jahr 1998 startete das VKS-Projekt „Kennzahlenvergleich und Optimierung der Prozessabläufe für kommunale Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebe“. Anlass waren ein erhöhter Kostendruck, eine zunehmende Konkurrenzsituation und die wachsende Forderung an eine auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimierte Leistungserbringung durch kommunale Betriebe. Ziel des Projektes war und ist es, den teilnehmenden Betrieben ein Instrument an die Hand zu geben, mit dessen Hilfe betriebliche Probleme aufgedeckt, Optimierungspotenziale ermittelt und Veränderungsprozesse effizient gestaltet werden können.
Ökobilanzielle Untersuchungen zu alternativen Erfassungssystemen
Dipl.-Geogr. Florian Knappe, Dr. Christel Wies, Dr. Harald Friedrich
Die getrennte Sammlung und Verwertung von Wertstoffen aus Haushalten hat in Nordrhein- Westfalen einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2003 sind durchschnittlich etwa 455 Kilogramm Abfall aus Haushalten pro Einwohner angefallen. Im Landesdurchschnitt verteilen sich diese 455 Kilogramm wie folgt: · 93 kg Bio- und Grünabfälle, · 125 kg trockene Wertstoffe (Papier, Glas, Leichtverpackungen und sonstige), · 237 kg Restabfall.
Wertstoffsortierung aus dem Gemisch Hausmüll und Leichtverpackungen und Chancen der Verwertung
Dr. Konrad Kerres, Dipl.-Ing. J√ľrgen H√ľskens
Die RWE Umwelt AG führt regelmäßig technische Versuche mit verschiedensten Abfällen und unterschiedlichen Technologien durch. Im Rahmen solcher Versuche wurde im Februar 2003 ein orientierender Großversuch mit Hausmüll durchgeführt. Zielsetzung waren dabei zum einen Menge und Qualität der im Hausmüll vorhandenen Wertstoffe zu ermitteln, zum anderen die Leistungsfähigkeit moderner automatischer Sortiertechniken zu erproben
Alternative Erfassungssysteme - Versuche zur technischen Umsetzung
Dr. Joachim Christiani
Der Stand der Technik in der Sortierung von Verpackungsgemischen bietet heute eine Vielzahl von Optionen einer effizienten Rückführung von Abfallkomponenten in den Wirtschaftskreislauf. Vorliegender Beitrag liefert eine aktuelle Statusbestimmung. Ausdrücklich ist hierbei hervorzuheben, dass moderne Aufbereitungstechnologien der Abfalltrennung auf physikalisch-chemischen Eigenschaftsunterschieden von Abfallkomponenten beruhen und somit das Kriterium „Verpackung“ faktisch kein Trennmerkmal ist. Auch wenn im Weiteren von Verpackungssortierung die Rede ist, so schließt dies immer, wie in der Praxis der LVPSortierung, stoffidentische Nichtverpackungen ein.
Untersuchungen zur Umsetzung von alternativen Erfassungssystemen in Baden-Württemberg
o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert, Dipl.-Ing. Gerold Hafner
Die gegenwärtige Praxis der Hausmüllentsorgung ist vor dem Hintergrund neuer Technologien und Anforderungen auf den Prüfstand zu stellen. Hierbei sind die Ziele zu verfolgen, die zentralen Anforderungen der Kreislaufwirtschaft zu erfüllen, eine weitgehende Verwertung sicher zu stellen und gleichzeitig die Haushalte zu entlasten. Dies bedeutet, dass die gegenwärtigen hohen Umweltstandards weitgehend erhalten bleiben sollen, wobei gleichzeitig kostenseitige Entlastungen und der vereinfachte Umgang mit Abfallströmen in den Haushalten angestrebt werden sollen.
Entwicklungen bei den Systemen der getrennten Sammlung
Prof. Dr.-Ing. habil. Heiko Doedens, Dr.-Ing. Heinz-Josef Dornbusch
Die getrennte Sammlung von Abfällen bzw. Sekundärrohstoffen mit dem Ziel der Verwertung ist seit Jahrhunderten ein wesentlicher Baustein der Rohstoff- und Abfallwirtschaft. Folgende Gründe können hierfür genannt werden:
Aktueller ökobilanzieller Vergleich verschiedener Restabfallbehandlungssysteme am Beispiel NRW
Gudrun Both, Dipl.-Biol. Horst Fehrenbach
Das gesetzliche Verwertungsgebot einerseits wie insbesondere aber auch die erheblichen Verschiebungen der Kostensituationen im Entsorgungsmarkt haben in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Zunahme der einer energetischen oder auch stofflichen Verwertung zugeführten Abfallströme geführt. Eine Verstärkung dieses Trends ist mit Blick auf Juni 2005 zu erwarten, wenn derzeit noch deponierte brennbare Abfälle definitiv nicht mehr ohne Vorbehandlung abgelagert werden dürfen. Es ist daher davon auszugehen, dass die von einzelnen Industriezweigen – z.B. der Zementindustrie – bereits seit langer Zeit gepflegte Abfallmitverbrennung sich auf weitere Zweige, vor allem auch zahlreichere Abfälle ausdehnen wird.
Zukünftige Behandlungs- und Deponiekapazit√§ten
RD Heinrich Becker
Am 01. Juni 1993 trat die Technische Anleitung Siedlungsabfall (TASi) in Kraft. Spätestens seit diesem Zeitpunkt musste allen Akteuren im Entsorgungsgeschäft klar sein, dass die Ablagerung unbehandelter Siedlungsabfälle auf sog. „Reaktordeponien“ ein Auslaufmodell ist. Leider hat die Tatsache, dass eine ausgesprochen großzügige Übergangsfrist von 12 Jahren festgelegt wurde, dazu geführt, dass nicht wenige öffentlich-rechtliche Entsorgungspflichtige glaubten, sich zunächst beruhigt „zurücklehnen“ zu dürfen. Wertvolle Zeit wurde damit vergeudet. Erst mit dem Erlass der Abfallablagerungsverordnung am 1. März 2001 wurde der notwendige rechtliche Nachdruck zur Umsetzung der Standards für weitgehend nachsorgefreie Deponien erzeugt.
Ökonomische Betrachtungen zu alternativen Erfassungssystemen
Prof. Dr.-Ing. Bernhard Gallenkemper, Dr.-Ing. Gabriele Becker
Die etablierten Systeme der getrennten Erfassung von Wertstoffen stehen angesichts der veränderten Möglichkeiten der Sortiertechnologie zunehmend in der Diskussion. Bislang lehrte die Erfahrung, dass hohe Verwertungsquoten in Verbindung mit einer hochwertigen Verwertung nur dann zu erzielen sind, wenn die zu verwertenden Abfälle gemäß den Anforderungen der nachfolgenden Schritte getrennt bereit gestellt werden.
Alternative Erfassungssysteme Erfahrungen aus den Versuchen aus Sicht der privaten Entsorgungswirtschaft
Dipl.-Ing. Rudolf Alsdorf
Verwertungsgebot für Abfälle Mit dem heutigen Stand der Technik wird die vollständige Verwertung der Siedlungsabfälle bis 2020 ein realistisches Ziel.
Zukunft der nachhaltigen Abfallwirtschaft in Nordrhein-Westfalen
Bärbel Höhn
„Am Roten Faden arbeiten“ titelte der Rat für Nachhaltige Entwicklung seine Stellungnahme zum Fortschrittsbericht 2004 der Bundesregierung. Dieses Motto möchte ich für meinen Vortrag für die 9. Münsteraner Abfallwirtschaftstage aufgreifen – es verknüpft das auf Langfristigkeit angelegte, konzeptionell übergreifende Leitbild der Nachhaltigkeit, das die Weltkonferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro beschlossen hat, mit konkreten Handlungsschritten – und bestimmt meine Umweltpolitik für Nordrhein-Westfalen. In der Abfallwirtschaft bedeutet Nachhaltigkeit Ressourcenschonung durch Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft. Dieses langfristige Ziel lässt sich nur erreichen, wenn wir es mit konkreten Maßnahmen füllen und uns bei jedem Schritt vergegenwärtigen, dass dieses Ziel die verschiedensten Interessen berührt und damit Zielkonflikte und Widersprüche unausweichlich sind.
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